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Nymphen gehen auf und Wunschmuster
Verfasst: 13.05.2006, 15:21
von macke
Sodela,
wie ich in einem anderen Beitrag schon geschrieben habe, habe ich seit dieser Woche meinen Bindestock und ein paar Materialien. Gestern Abend hatte ich dann auch endlich mal Zeit zum Binden. Um 5 Uhr heute frueh war ich dann ein paar einfache Goldkopfnymphen reicher. Sahen zwar noch nicht so berauschend aus, aber immerhin zum Ende hin wenigstens fischbar... Fliegenbinden hat wohl doch etwas mit Uebung zu tun...
Nunja, weil die Nacht so schoen war, schloss ich sie damit ab, dass ich noch an meinen Lieblingsbach fuhr. Da gibt's zwar normalerweise jetzt schon nicht mehr so viele Forellen (da Schwimmen nur Besatzforellen, die normalerweise bis Mitte Mai fast alle rausgefangen sind), aber ich darf ansonsten auch kein anderes Gewaesser befischen, an dem ich denen nachstellen koennte. Was es aber gibt, sind grosse Doebel, und auf die bin ich immer aus. Zwei Stunden habe ich dann erfolglos mit meinen selbstkreierten Goldkoepfen gefischt. Habe zwar Fische gesehen, aber naja... Nach zwei Besuchen im Baum sah die Nymphe dann schon nicht mehr so frisch aus, der Thorax hatte sich nach hinten geschoben und die Perle war locker. Daheim hat sich nun herausgestellt, dass der Abschlussknoten aufgegangen war. Also naechste Nymphe drauf und tatsaechlich ein paar bisse, aber nur Baby-Doebel. Es hat nicht sehr lange gedauert, da sah die auch nicht mehr aus, wie aus dem Ei gepellt. Komisch, gerade nochmal in meinen beiden Buechern nachgeschaut und eigentlich mach ich den Knoten schon richtig... Lackiert ihr den eigentlich auch bei Goldkopfnymphen? Wie funktioniert das? Denn der wird doch hinter der Perle abgeschlossen, so dass man da garnicht mehr ran kommt?
Mir wurde es dann zu bloed und ich bin auf ein gekauftes Muster umgestiegen, und zwar auf meine "Wennnixgehtmitdergehtimmerwas"-Nymphe in Hakengroesse 8. Zweiter Wurf... Biss... Bachforelle! Leider kurz vorm Ufer ausgestiegen, musste sie hart rannehmen, weil sie unter einen grossen Ast schwimmen wollte.
Fuenfter Wurf, Biss, Landung... So ging das dann weiter und innerhalb von ca. 45 Minuten hatte ich zwei Aussteiger, drei verschlafene Bisse, ein paar Nachlaeufer und drei Stueck konnte ich landen, alle ziemlich genau 30cm, was ein Zufall... :rolleyes: Dann musste ich allerdings gehen, weil ich die drei Fische entnommen habe und das das Tagesmaximum ist. So ein Beissfest erlebe ich zwar nicht immer, aber oft an diesem Gewaesser mit eben dieser Nymphe. Und die will ich jetzt nachbinden:
Bild Killernymphe (58,5 KB)
Nur bin ich einfach nach einer Nacht noch nicht so weit, dass ich die mal eben rein vom sehen nachtueddel... :verlegen:
Also, wer kann mir helfen? Hat jemand eine Bindeanleitung zu einem aehnlichen Muster? Aus was koennten die Hecheln sein, die ziemlich weich sind?
Und was fuer ein Insekt koennte diese Nymphe eigentlich imitieren? Ich muss mich echt mal mehr mit Insektenkunde befassen...
Puh, das war ja mehr als ich eigentlich schreiben wollte, ich hoffe ihr seid nicht genervt!
Gruesse und Danke
Fabian
Verfasst: 13.05.2006, 16:01
von andre_martini
Hi Fabian
Die Hecheln an dem Goldkopf sind glaub ich zumindest aus Marabou! Nur ein paar Fiebern und der Schwanz besteht auch aus diesem Materila! Nurd en Thorax Bereich kann ich nicht sehen! Der Rest des Körpers ist Dubbing!
Andre;)
Verfasst: 13.05.2006, 16:24
von Marco Reisen
Hallo Andre
Zum Kopfknoten, mußte dir mal das Forum durchsuchen, da sind überall Infos und sogar Zeichnungen etc.etc.
Wenn die Perle ohne Beschwerung also Bleidraht verwendet wird, muß man den Thorax schon sehr fest dahinter wickeln. Ich darf doch davon ausgehen das du auch eine Grundwicklung legst?
Wenn du Bleidraht zum beschweren nimmst, lege erstmal keine Grundwicklung sondern mach ein tropfen Sekundekleber drauf und wickle den draht dann erst um den Haken. Abschießen auch noch ein kleiner tropfen auf die Wicklung und ein paar Sekunden trocknen lassen. Du kannst auch den Abschlußknoten vor dem Wickeln den Bindefaden mit Sekundenkleber bestreichen und dann das sich aushärtende Kleber in den Kopfknoten einziehen.
Ein wenig Übung gehört schon beim Binden, es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen ( Also ich kenn jedenfalls keinen, lasse mich aber gerne eines besseren belehren)
Die Nymphe auf dem Foto ist meiner Meinung nach eine LAR-Nymphe Variante, die Hecheln vorne sind wahrscheinlich aus Oliver Henne gebunden, Schwänzchen aus Hahnenfibern, und der Körper könnte aus Antron sein, der fein gerippt ist. Das Flügelgehäuse wird aus Fibern der Fasanenstoßfeder sein. Alles in allem ein Muster was ich gerne auf Friedfische Fische.. und zur Imitation... Diese imitiert alles und auch nichts, am ehesten wird sie wohl eine Eintagsfliege nachahmen.
Dies ist eigentlich ein sehr einfaches Muster, was man nach einem Bindekurs schon selbst binden kann, da diese keine spezielle Technik voraussetzt. Ich habe diese auch in mehreren Farben im Einsatz. Sehr gute Erfolge habe ich mit einer wo der Körper aus Schwarzem UNI Vinyl Round Rip gebunden ist, Thorax aus Grauem Squirrel und die Beinchen aus Grauer Henne.
Ich hoffe dir geholfen zu haben
Gruß Kyllfischer
Verfasst: 13.05.2006, 16:27
von macke
Original geschrieben von andre_martini
Hi Fabian
Die Hecheln an dem Goldkopf sind glaub ich zumindest aus Marabou! Nur ein paar Fiebern und der Schwanz besteht auch aus diesem Materila! Nurd en Thorax Bereich kann ich nicht sehen! Der Rest des Körpers ist Dubbing!
Andre;)
Gruess Dich Andre,
danke fuer die Antwort. Marabou, ja... da bin ich nicht drauf gekommen, obwohl ich sogar ein Tuetchen olives Marabou hier rumliegen habe... Jetzt muss ich nurnoch schauen, wie ich das so hinbekomme...
Hier noch ein Bild vom Thorax:
Thorax (45,8 KB)
Die Fluegeldecken sind Fasanenschwanzsegmente oder sowas, oder? Muss ja auch nicht genau das gleiche Material sein, soll ja nur so aussehen... Mein groesseres Problem ist wohl eher das Nachbinden. Hoffe da findet sich noch ne Bindeanleitung, z.B. zu den Hecheln! Werden da die oberen abgeschnitten? Oder wird das nicht ganz herumgewunden? Hmm... ansonsten geht es hald ans probieren, ist sicher auch nicht die schlechteste Uebung...
Gruesse
Fabian
Verfasst: 13.05.2006, 16:42
von Marco Reisen
Hallo Fabian
Also die Hechel ist 100% kein Marabou, sondern Henne.
Als Flügelgehäuse kannste auch Schwarzes Floss o.ä nehmen.
Der Thorax ist aus dem selben Körpermaterial, nur halt dicker gebunden, oder es ist darunter Bleidraht.?
Bissle Übung und so eine Nymphe bekommt man doch schon schnell hin.
Gruß Marco
Verfasst: 13.05.2006, 16:56
von macke
Hallo Kyllfischer,
Original geschrieben von KyllFischer
Hallo Andre
Zum Kopfknoten, mußte dir mal das Forum durchsuchen, da sind überall Infos und sogar Zeichnungen etc.etc.
Wenn die Perle ohne Beschwerung also Bleidraht verwendet wird, muß man den Thorax schon sehr fest dahinter wickeln. Ich darf doch davon ausgehen das du auch eine Grundwicklung legst?
Wenn du Bleidraht zum beschweren nimmst, lege erstmal keine Grundwicklung sondern mach ein tropfen Sekundekleber drauf und wickle den draht dann erst um den Haken. Abschießen auch noch ein kleiner tropfen auf die Wicklung und ein paar Sekunden trocknen lassen. Du kannst auch den Abschlußknoten vor dem Wickeln den Bindefaden mit Sekundenkleber bestreichen und dann das sich aushärtende Kleber in den Kopfknoten einziehen.
Ich bin zwar nicht Andre, aber ich antworte trotzdem mal fuer ihn...
Ich hab das so gemacht:
Perle, dahinter 2-3 Windungen Bleidraht, welchen ich dann ganz vor geschoben habe. Hinter dem Draht dann den Faden eingebunden und den Draht damit fixiert. Ist das falsch?
Erfuellt Kopflack eigentlich nicht den gleichen Zweck wie Sekundenkleber oder soll es genau der sein?
Original geschrieben von KyllFischer
[snip]
Dies ist eigentlich ein sehr einfaches Muster, was man nach einem Bindekurs schon selbst binden kann, da diese keine spezielle Technik voraussetzt.
[snip]
Hmm, ja, Bindekurs... Den moechte ich mir eigentlich sparen... Ich wuesste auch nicht, wo es hier in der Umgebung einen gaebe. Vielleicht suche ich mir noch einen Binder, aber bisher kenne ich hald keinen...
Zur Haltbarkeit meiner Fliegen:
Kann es auch sein, dass mein Faden madig ist? Der ist mir am Anfang immer gerissen, seither bin ich vorsichtiger. Habe den "Danville's Flymaster waxed thred 6/0" und habe eben seine Tragkraft mit einer Waage getestet. Der schafft hoechstens 300-400g, dann is aus. Ist das normal oder soll ich den zurueckgeben?
Gruesse
Fabian
Verfasst: 13.05.2006, 17:08
von Marco Reisen
Hallo Fabian
Da habe ich mich vertippt habe natürlich dich gemeint
Also ich habe mit Lack keine guten Erfahrungen gemacht, da dich wie bei dir das Blei auf dem Haken gedreht hat, seitdem verwende ich nur noch Sekundenkleber, weil der benötigt auch nicht so lange zum Trocknen wie Lack.
Das mit der Haltbarkeit deiner Nymphen würde ich eher auf Falsche Bindetechnik schieben als auf die Bindeseide. 6/0 ist eigentlich schon ok.
evt. hast du das Dubbing nicht richtig verarbeitet, also Falsch aufgebunden ?? Das Dubbing in kleinen Portionen immer schön in einer Richtung auf den Faden drehen, und dann schön in festen und engen Windungen den Körper bilden, danach kannste auch Rippen.
Ich würde dir raten am Anfang einen Kurs zu besuchen, oder jemanden suchen der dir die Grundtechniken mal zeigt. evt. auch Bindevideos können helfen.
Gruß Marco
Verfasst: 13.05.2006, 17:11
von andre_martini
Hi Fabian
Jetzt check ich gar nicht s mehr !An wenn die Nachrichten sind! Aber egal!
Marco
Kann sein das die Hecheln von der Henne ist! >Bin auch ziemlich neue in die Binderei eingestiegen aber so ein Profi wie du weiss das bestimmt besser!
Andre:D
Verfasst: 14.05.2006, 11:58
von Forstie
Hallo Fabian,
Ich habe dieses Frühjahr angefangen selbst zu binden und kann mir mittlerweile nicht mehr erklären, wie ich es so lange ohne Selberbinden ausgehalten habe...
Aber zum Thema:
Ich bin der Meinung, daß man auch ohne einen Fliegenbindekurs, dafür aber mit Hilfe von Büchern und der Fähigkeit, das geschriebene umzusetzen, ein guter Fliegenbinder werden kann.
Ich habe mittlerweile von eigenen (richtig fängigen) Streamerkreationen, über andere Streamer, Trocken-, Naß-, und blablabla, eben alles schon erfolgreich gebunden, und die Dinger sind auch ganz schön anzusehen.
Meine Buchtips:
"Fliegenbinden leicht gemacht" (Kosmos-Verlag), und "Das Praxisbuch: Fliegenbinden" (blv-Verlag).
Sind beide bei Amazon zu haben und kosten nicht die Welt.
Hast Du diese dann beim Binden nebendran liegen, oder hast sie durchgelesen und ein bißchen herumexperimentiert (sind sehr viele Bilder zu den Erklärungen drin), werden sich viele Fragen schon von alleine ergeben haben.
Und das gezielte Nachbinden von allen möglichen Mustern ist dann auch kein Problem mehr....
Jetzt weißt Du zwar immer noch net exakt wie Deine Nymphe zu zwirbeln geht, versuch`s doch aber mal auf diesem Weg, es lohnt sich garantiert....
In diesem Sinne,
Gruß Martin
Verfasst: 14.05.2006, 14:50
von macke
Hallo Martin,
Buecher hab ich schon danke. Ich habe heute Nacht wieder ein bisschen gebunden und es klappt wirklich mit jeder Fliege besser.
Aber ein Problem habe ich bei oben gezeigter Nymphe noch: Wie bekomme ich das hin, dass die nur unten behechelt ist? Ich hab's mit abscheneiden versucht, aber das ist nicht so ganz das Wahre... Also, wer hat Tipps oder eine Anleitung fuer diese Art der Behechelung fuer mich?
Danke
Fabian
Verfasst: 14.05.2006, 14:54
von andre_martini
hi fabian
Du hast doch den Haken normal eingespannt! oder? Dann lasst du einfach den Haken eingespannt und drehst einfach den Bindekopf! So kannst du ganz einfach an deier Fliege arbeiten!
Andre
Verfasst: 14.05.2006, 15:26
von macke
Tach Andre,
Original geschrieben von andre_martini
hi fabian
Du hast doch den Haken normal eingespannt! oder? Dann lasst du einfach den Haken eingespannt und drehst einfach den Bindekopf! So kannst du ganz einfach an deier Fliege arbeiten!
Andre
ja, hmm... Danke, aber vielleicht ist das Problem das ich habe eigentlich garkeines und ich stehe nur auf dem Schlauch. Nochmal die Frage, ganz bloed gestellt: Wie mache ich einen halben Haechelkranz, also dass die Fliege nur an der Koerperunterseite Hecheln hat? Normalerweie nehme ich eine Feder, winde diese um den Haken und so entsteht ein Kranz. Jetzt aber will ich nur unten Hecheln haben, wie bekomme ich die oben los? Abschneiden scheint mir nicht das Ideale zu sein, oder ist das doch die Loesung?
Gruesse
Fabian
Verfasst: 14.05.2006, 16:02
von andre_martini
hi Fabian
Ok, du nimmst ein Feder! Dann zupft du so 8-10 Hecheln ab und bindest die einfach drauf!Wie wen du z.b Rehaar einbinden würdest! So amch ich das zumindest! Ich glaube die Profis machen das anderst!
Andre:D
Verfasst: 14.05.2006, 21:11
von Forstie
Hallo nochmal,
also ich kann mir das dann nur so vorstellen:
(wenn ich falsch liege verbessert mich...)
Die Hechelfibern vom Kiel abzupfen, sodaß Du ein Büschel zwischen den Fingern hälst.
Dann die Fibern mit den Spitzen nach vorne (über den Goldkopf hinaus) auf der unteren Seite der Nympfe mit einer Wicklung anlegen.
Danach die Fibern nach hinten legen (richtung Hakenspitze), noch 2-3 Wicklungen darüber, und schon müßte das passen...
Nächste Möglichkeit, die vielleicht nicht so ein Gefummle wird:
Du wickelst eine ganz normale Hechel außenherum, sicherst sie, und zwingst dann die oberen Fibern mit zwei Fingern unter den Haken (so runterstreifen), und sicherst sie dann mit ein paar Wicklungen.
Ist im Prinzip das Selbe, wie wenn Du eine Naßfliege bindest und ihr noch zu der Hechel eine zusätzliche Schwinge (z.B. aus Polygarn) hinzubindest...
Ich hoffe das klappt dann,
Gruß Martin
Verfasst: 15.05.2006, 06:12
von moregrayling
hallo zusammen,
z.b. in folgender bindeanleitung
http://www.flyfishersparadise.com/artic ... /olm3a.htm
wird das einbinden einer sogenannten "barthechel" aus hennenfeder-fiebern beschrieben.
gruss, petri, stramme leinen und so,
CeeM