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Und sie sinkt doch...

Verfasst: 06.06.2006, 12:07
von Forstie
Hallo zusammen,

hab` da ein Thema, welches mich schon lange wurmt. Jetzt frage ich einmal, wie ihr das so seht:

Ich fische an einem Bach an dem es meistens unmöglich ist, richtig mit der Fliegenrute zu werfen. Die meisten Würfe, die ich dann mache, sind Rollwürfe.

An sich nicht tragisch, aaaber:
Fische ich mit Nymphen, ist mir das ziemlich egal. Fische ich aber mit "normalen" Trockenfliegen, überleben diese (erstrecht wenn man etwas auf Weite kommen muß) trotz "Neversink" gerade mal die ersten paar Wasserkontakte, bevor sie dann immer sofort untergehen...

Mein einziger Ausweg waren bis jetzt Fliegen, die ich mit Muddlerköpfen (oder Körpern) aus Hirsch- oder Rehhaar gebunden habe.
Aber klassische Trockenfliegen mit normalen Körpern, Hecheln und Flügeln sind für mich dort unfischbar (meine ich), was ich aber sehr schade finde...

Jetzt die Frage:

Ist es überhaupt möglich, normale Trockenfliegen ohne "richtige" Würfe und häufigeres Trockenwerfen zu fischen, oder habt ihr da ein Paar Tricks im Ärmel, mit denen ihr eure Fliegen über Wasser haltet?

Fände es schade dieses Gewässer die ganze Zeit nur mit relativ globigen und "unsinkbaren" Fliegen zu befischen...

Schon mal danke im Vorraus für die Antworten,

Gruß Martin

Verfasst: 06.06.2006, 12:16
von Rolf Renell
Hallo Martin,
grundsätzlich immer eher schwierig,Rollwurf ist richtig ,auch das dabei nicht viel Trocknung möglich ist,vernünftiges Fetten ok,achte darauf das du die Vorfachspitze nicht mitfettest!!!bitte entfetten!!!
in fast jedem Bach vorausgesetzt man kann dies umsetzen lässt sich in der Bachachse also linear vor dem körper mit kurzer leine die Rute und leine führen/werfen um so die Fliege "auszupressen",versuch dies,weiterhin achte darauf das deine Trockenfliegen einen wirklich dünndrähtigen Haken besitzen um gut aufschwimmen zu können,weiterhin wie angedeutet gut schwimmende Muster,Palmer,Elk,Deer,CDC usw,,versuchs ,
beste Grüsse,Rolf

Trockenwedeln

Verfasst: 06.06.2006, 12:53
von Parachuter
Wie Rolf schon schreibt, hilft es dir Fliegen mit kurzer Leine trocken zu wedeln.

Was auch noch helfen kann, ist wenn du die Fliege nicht erst vor dem Fischen mit Schwimmpräparat einreibst, sondern gleich nach dem Kauf oder dem Binden.

Ansonsten würde ich dir auch zu Parachute-Fliegen raten. Durch die Parachutehechel, schwimmen diese Fliege auch gut. Ansonsten alle Fliegen mit Schaumstoff!

TL

Jürgen

Verfasst: 06.06.2006, 16:23
von Dirk Janßen
Das Trockenwedeln entfällt wahrscheinlich, wenn man richtig im Bewuchs steht.
Ich behelfe mir in solchen Situationen mit einem sehr hart ausgeführten Rollwurf, den ich auch hart stoppe. Die Schnurspitze bekommt so einen "flic", der das Wasser aus der Trockenen herausschleudert.
Ich kanns leider nicht so gut beschreiben.

Gruß
Dirk

Verfasst: 06.06.2006, 17:25
von Matthias M.
Hallo Martin,

Wenn du sehr viel Zeit an kleinen zugewachsenen Bächen verbringst, macht langfristig eine sehr kurze Rute bis 6 ft sehr viel Sinn. Mit dieser wirst du selbst im absoluten Tunnel oft noch normale Würfe hinbekommen in dem du die Wurfebene in die Horizontale verlagerst, was mit einer 7 oder 8 ft Rute meist nicht mehr Möglich ist.
Die Rute würde ich bei der Schnurwahl leicht überladen, so lassen sich selbst ein paar Meter weiter weg liegende Bereiche durch Nachschießen erreichen.

Des Weiteren kann ich Rolf nur zustimmen, dass das Verwenden von sehr dünndrätigen Haken sich sehr bemerkbar auf die Schwimmeigenschaften der Trockenfliegen auswirken kann.

Langfristig wirst du dich jedoch damit abfinden müssen, dass du immer buschigere Fliegen als an offenen Gewässern verwenden musst.

Gruß Matthias

Verfasst: 06.06.2006, 17:35
von Rattensack
Hi,

Wenn du den switch cast beherrscht, kannst du beim "Rückschwung" einen kleinen "snap" einbauen, der dazu führt, dass das Wasser aus der Fliege fliegt.

Sehr schnell und effizient!´

Clemens

Verfasst: 06.06.2006, 17:58
von Dirk Janßen
Moin Clemens,
Dein "snap" ist mein "flic" ;)

TL
Dirk

Verfasst: 06.06.2006, 19:37
von Rattensack
Sers Dirk,

bist du sicher? (Passt nicht ganz zu der Beschreibung oben).

Der Schmäh bei dem von mir gemeinten "snap" ist, beim Anheben/Rückschwung eine kurze Gegenbewegung einzubauen, sodass die Schnur in der Luft ein Z beschreibt.
Dann fetzt das Wasser raus. Also keine "hart ausgeführte" runde Bewegung, sondern eine zusätzliche Bewegung. Ähnlich dem Snap T der Ami-Zweihandwerfer.

Clemens

Verfasst: 06.06.2006, 20:03
von Forstie
Hallo zusammen,

ich werde Eure Ratschläge befolgen, dann klappt das hoffentlich besser...

Habe z.B. bis jetzt meine Trockenen mit Dry/Wet Haken gebunden, schon mal ein Punkt zum Ansetzen..
Was das Werfen betrifft bringt sicher die Übung den Erfolg, vielleicht bin ich was Trockenwerfen/Wedeln betrifft einfach bis jetzt zu ängstlich gewesen, aber ich geh mal mit mehr Mumm dran.

Vielen Dank für Eure Antworten, ich berichte dann von den Verbesserungen die sich einstellen...

Viele Grüße,

Martin

Verfasst: 07.06.2006, 20:18
von Royal Coachman
Hallo Martin !

Was ist daran schlimm, wenn die Fliege unter Wasser geht ?

Ich wünsche das sogar und fette meine Fliegen grundsätzlich nicht.

Eine klassisch gebundene Trockenfliege, mit gekürzten Unterhecheln fängt knapp unter der Wasseroberfläche fast besser als schwimmend.

Besonders bei Forellen ist es oft unbedingt notwendig Bewegung in die Fliege zu bringen, besonders wenn man lange Vorläufe hat.


freundlichst
Royal Coachman

PS: Parachutes fangen unter Wasser fast gar nicht!

Verfasst: 10.06.2006, 18:49
von FliFi-Rudi
Hallo Martin,

probier mal "Water Shed" direkt nach dem Binden (Wichtig: 24h einwirken lassen). Deine Fliege schwimmt dann (fast) wie ein Korken.
Aber auch hier schadet regelmäßiges trocknen nicht (d.h. ist u.U. nötig), aber lange nicht so häufig als ohne Behandlung. Das Water Shed ist auch für CDC sehr gut geeignet!

Probier auch mal Deine Fliegen mit Polydubbing zu binden, Poly schwimmt besser als alle Naturhaardubbings, da es sich nicht mit Wasser vollsaugt (ist z.T. innen hohl und erhöht die Schwimmfähigkeit zusätzlich). Leichte Haken sind ein Muss, .... wie meine Vorredner schon aufgezählt haben.

Wenn Du Probleme mit dem Platz hast - nimm zum trocknen einen Amadou (ein Papiertaschentuch) mit. Geht schnell und ist extrem effektiv....
und erspart Dir evtl. den Kampf mit den Büschen, beim Fliegenlösen, wenn der "Switch" zu weit ging :)

"schwimmende Dries"
Flifi-Rudi

Verfasst: 10.06.2006, 22:07
von Forstie
Hallo nochmal,

vielen Dank noch einmal für alle Antworten von euch,
also wenn es jetzt nicht funktioniert, dann gar nie mehr....

Ich bin durchaus optimistisch, vielen Dank,

Gruß Martin

Verfasst: 11.06.2006, 09:24
von Tom Doll
Hallo,

Wenn die Fliege unbedingt schwimmen muß, nimm einen Körper aus Polycelon, geht sicher nicht unter.

Gruß

Tom

Verfasst: 22.06.2006, 11:12
von Mc. Cräcker
Hallo Martin,
ich verwende als Dressing Gink! Gink und die Fliege ist wirklich kaum mehr unter Wasser zu bekommen. Gerade jetzt in der Maifliegen Zeit möchte ich auf dieses Mittelchen nicht mehr verzichten. Du ziehst die Fliege bewusst unter Wasser und siehe da sie taucht wieder auf. Guck mal hier http://www.gink.com.
Tight lines
Thomas