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Kleine Raub-Äschen

Verfasst: 06.09.2006, 10:45
von Frank.
Liebe Leute,

nach einem sehr merkwürdigen Erlebnis wüßte ich gerne mal, ob jemand schon vergleichbare Erfahrungen gemacht hat:

Bei uns in der Leine gibt es sehr starke Regenbogenforellen, denen ich gelegentlich mit Lachsfliegen nachstelle: Speziell mit Silver Doctor-Mustern in Größe 6 und 8 habe ich gute Erfahrungen gemacht.
Vor einigen Tagen dachte ich nun, mich tritt ein Pferd, nachdem ich einen vorsichtigen Biß mit einem kräftigen Anhieb quittiert hatte: Am 8er Haken zappelte eine Äsche, die vielleicht 12 cm lang war. Ich habe ihr beim Abködern erklärt, daß man so etwas nicht macht und weitergefischt - eine halbe Stunde später biß eine zweite Äsche in der gleichen Größe.
Beide Fische hatten die Fliege bzw. den Schonhaken so voll genommen, wie das mit dem winzigen Maul irgend ging; nahrungsarm ist das Gewässer überhaupt nicht.
Hat jemand Vergleichbares zu berichten? Oder bin ich einfach an zwei spinnerte Fische geraten? In all den Jahren zuvor ist mir das noch nie passiert. Zwar gehen große Äschen besonders zu Saisonbegionn, wenn im Wasser noch nichts los ist, immer mal wieder auch auf Streamer und nasse Großfliegen, aber solche Winzlinge hatte ich noch nie am Haken.

Tight lines wünscht

Euer Frank

Verfasst: 06.09.2006, 11:09
von Harald aus LEV
Hallo Frank,
bei grossen Äschen, habe ich auch schon einmal erlebt, daß sie auf Streamer gingen, aber bei solchen Winzlingen noch nicht.
Bist Du Dir sicher, daß es 2 verschiedene Exemplare waren oder kann es sein, daß es beide male der gleiche Fisch war?
Gruß
Harald

Verfasst: 06.09.2006, 11:30
von Frank.
Lieber Harald,

nein - da bin ich mir keineswegs sicher! Es war jeweils im flachen Bereich vor demselben Pool, in dem ein Dickfisch steht, auf den ich's abgesehen habe. Wenn's beide Male derselbe Fisch war, dann hat er wohl schlicht ein übersteigertes Ego oder einen Dachschaden - Jugendkriminalität auch bei Äschen?

Dein Frank

Verfasst: 06.09.2006, 11:38
von pehers
Servus Frank!

Ich glaube, dass Fische einfach hin und wieder ziemlich blöd sind, sonst würden wir nie einen erwischen!

Aber passiert ist mir das auch noch nie, allerdings habe ich mal eine frisch besetzte Äsche erlebt, die 3-4 mal auf die selbe Balloon Caddis ging bis sie sich selbst gehakt hatte. Ich habe extra nicht angeschlagen, um das zu vermeiden! In einer Drift wohlgemerkt!

Beste Grüße,
Hans

Verfasst: 06.09.2006, 11:48
von Royal Coachman
Hallo Frank !

Das gibt es durchaus, in einem Bach, der in den Chiemsee fließt, werden die Äschen grundsätzlich nur mit dem Spinner gefangen, vielleicht liegt es an der
Nahrungsarmut in diesem Urgesteinbach.

freundlichst
Royal Coachman

Verfasst: 06.09.2006, 13:48
von Michael.
Hallo Frank,

so ungewöhnlich ist dies wohl nicht.

In der Werra (Südthüringen) wurden von gar nicht allzulanger Zeit jedes Jahr viele Äschen mit kleinen Spinnern gefangen. Auch Fliegenfischer, die Streamer oder große beschwerte Naßfliegen rasch einstrippten, hatten sehr gute Erfolge...

Ortswechsel...

Lachsfischen am Angesan in Nordschweden: dort passiert es recht häufig, dass nur wenig über handlange Äschen voll auf die große Tubenfliege gehen...

Gruß
Michael

Verfasst: 06.09.2006, 15:13
von Frank.
Danke sehr, mein Lieber! Man lernt halt wirklich nie aus.

Herzlichst, Frank

Verfasst: 06.09.2006, 15:46
von Olaf Kurth
Hallo Frank,

das muss wirklich ein klarer Fall von Jugendkriminalität unter Äschen gewesen sein. Je größer die Äsche, desto räuberischer ernährt sie sich normalerweise. Ich hatte letzte Woche noch zwei Damen zwischen 45 und 48 cm am Haken. Betört wurden sie bei leichtem Hochwasser mit einem 6-er Geheimstreamer.

Vielleicht ist neben der Chemikalie PFT ja ein sogenannter "Kamikaze-Virus" in die Fließgewässer gelangt, der selbst 12 cm Äschen zum wilden Fisch werden lässt???? :suprise: :D :D

Gruß, Olaf

Verfasst: 07.09.2006, 10:08
von Frank.
Petri Heil, mein Lieber! Warte mal, wenn meine Kleine groß ist ...

Dein Frank

Verfasst: 07.09.2006, 18:24
von Maifliege
Hallo Frank,

hab das in der Lahn in wenigen Jahren ähnlich erlebt, aber komischerweise an nichttypischen Äschenstellen, also meißt an Ecken an denen ich überhaupt nicht mit Äschen rechnete. Tiefer langsamer Anstau vor Wehren, langsame Fließstrecken hinter Marburg... zwischen Seerosen. Gibts vielleicht etwas räuberischere Stämme die beim Besatz erwischt werden und dann aus diesem Grunde vorzeitig abgefischt/verangelt werden?

Grüße
Matthias

Verfasst: 08.09.2006, 10:33
von Frank.
Bei mir war es schon eine typische Äschenstelle; dort in dem Bereich sind auch immer mal Schulen von starken Fischen zu sehen (und zu fangen).
Ob es solche Stämme gibt, weiß ich nicht - gehört habe ich davon noch nichts!

Herzlich grüßt
Dein Frank