Reisebericht: Fliegenfischen in Nord-Bosnien, April/Mai 07
Verfasst: 30.05.2007, 11:06
Zum Fliegenfischen nach Bosnien, im April/Mai 2007
[b]Fotoshow :[/b] http://fotoservices.bluewin.ch/fotopage/volki/
Ein Bild von „suki“ im Forum hat bei mir den Wunsch ausgelöst, einmal weiter als nach Slowenien, in den Süden zu fahren und die fischereilichen Möglichkeiten Nord-Bosniens auszukundschaften.
Nach längeren Internet-Recherchen stand das ungefähre Reise-Programm fest. Da auch in dieser Gegend der Winter fast schneelos war, wählte ich für den Trip einen eher zu frühen Zeitpunkt aus, um, wenn die Maifliegen-Zeit auch früher beginnt, nicht zu spät sein.
Nach 30 Jahren Fliegenfischen an den diversen Gewässern Sloweniens, wusste ich, dass die Maifliegenzeit etwa in der 2. Hälfte des Mai beginnt. Daher startete ich am Montag, den 24.4, zur ersten Etappe. Zürich--Feldkirch (CH-A-Grenze, bei Bregenz am Boden¬see). Von Feldkirch aus fährt jede Nacht (23.30 Uhr) ein Autozug mit Liegewagen nach Villach. (Auto und 1 Person im 4er-Abteil 134 Euro) Ankunft 06.00 Uhr.
Nach dem Frühstück, weiter durch den Karawanken-Tunnel nach Slowenien und weiter nach Ljubljana, das schon kurz vor 08.00 Uhr erreicht ist. Nach weiteren 150 km ist Za¬greb erreicht und die Fahrt auf der fast leeren Autobahn (ex-Autoput Zagreb-Belgrad) geht weiter bis zum Abzweiger nach Banja Luka.
Von Banja Luka aus, ganz im Osten Bosniens, verläuft die Autostrasse M5 /E661/E761 praktisch in ost-/westlicher Richtung bis Bihac, und weiter zu den Plitwitzer Seen in Kroatien. Von dieser Strasse aus sind alle relevanten Flüsse in kurzer Zeit zu erreichen
Das erste Ziel war die PLIVA bei Sipovo (Nähe Jajce)
Die Pliva entspringt in mehreren grossen Quellen, direkt aus dem Berg, hat Trinkwasser und war sehr kalt (8°C). Das oberste Stück, von der letzten Brücke bis zu den Quellen, ist fürs Fliegenfischen reserviert und ist C&R. (Catch & Release) Unterkunft findet man im Motel Tetrijeb, das etwas ausserhalb von Sipovo an der Pliva und am Weg zum Oberlauf liegt.
Wetter war schön und warm, aber es hatte, weil das Wasser so kalt war, kaum Insekten und die Fische stiegen daher nicht. Für mich als Trocken-Purist keine gute Vorausset¬zung. Der Erfolg war denn auch nur mässig.
Nach 3 Tagen bin ich zu meinem nächsten Ziel, dem Fluss RIBNIK, der nur etwa 50 km weiter, in der Nähe von Kljuc, fliesst. Der Ribnik ist ein Seitenarm des Sana und entspingt ebenfall direkt im Berg. Hier war alles ganz anders. Insekten, Steinfliegen, Maifliegen in rauen Mengen und die Fische stiegen den ganzen Tag.
Was ich nicht beachtet habe, der 1. Mai dieses Jahr war an einem Dienstag. Das haben viele Fliegenfischer für einen Urlaub benützt und so es gab jede Menge Fischer. Slowe¬nen, Kroaten, Serben, Polen, Italiener und Einheimische. Als ich zum Lizenzgeber be¬merkte, mir hätte es zu viele Fischer, sagte er, in der Woche davor wäre ich allein gewe¬sen.
Ich beschloss, später nochmals wiederzukommen und verzichtete aufs Fischen und fuhr weiter zu meinem nächsten Ziel, nicht ohne im Vorbeifahren noch einen Blick auf einen weitern Seitenfluss des Sana zu werfen, die SANICA. Auch ein klassisches Fliegengewäs¬ser.
Aber ich fuhr weiter, alles auf der M5, Richtung Bihac, an den/die UNA und UNAC, dort hatte ich mich bei Asmir, dem Inhaber der Agentur Delta-Flyfishing, angemeldet.
Nach Ankunft in seiner neuen Pension in Kulen-Vakuf, direkt am Una, führte er mich dann an alle in der Nähe liegenden Reviere. Ins 11 km entfernte Revier von Martin-Brod, am Zusammenfluss von Una und Unac. (ca. 34 Euro/Tag). An das lange Stück des Una, das zwischen Martin Brod und Kulen-Vakuf liegt (5 Euro/Tag), sowie ans spezielle „Ae¬schen-Revir“ in Kulen-Vakuf (34 Euro/Tag) Auch an den Klokot, einen Quellfluss, der 3 km ausserhalb von Bihac, kurz vor der kroatischen Grenze, Richtung Plitvitzer Seen, liegt, auch 34 Euro/Tag. Die Klokot-Karte gelte auch für das Revier von Martin Brod
Auch an diesen Revieren herrschte vor dem 1. Mai ein „gesteigerter Betrieb“, daher ver¬schob ich meine Fischerei auf nachher, und Asmir und ich widmeten uns dem Sight¬seeing.
Am 1. Mai fand am Klokot ein grosses Volksfest statt, halb Bihac traf sich da zum fröhli¬chen Grillen, Dutzende von Lämmern drehten sich am Spiessen und überall wurde ich, entweder zum Mittrinken (Slivovic, aus dem vollen Wasserglas !) oder zu Kaffee oder zum Mitessen eingeladen. Der Klokot, wie die andern Gewässer auch, ist so kalt, dass er als Natur-Kühlschrank fürs Bier diente.
Am 2. Mai fischte ich dann im Revier von Martin-Brod. Jede Menge von „Portionen“-Re¬genbogen gingen auf die Trockenfliege, grössere Fische waren aber noch vergrämt vom Vortages-Rummel.
Am nächsten Tag wolle ich ans Aeschen-Revier in Kulen-Vakuf. Leider begann es dann stark zu regnen, sodass ich das verschob und die Stadt Bihac besuchte.
Aber am nächsten Tag kam der ganz grosse Regen und die Wetterprognose versprach das Schlechtwetter, das in Italien bereits zu „Land unter“ geführt hatte.
In der Hoffnung, dass diese Schlechtwetterzone sich nicht bis in die Berge von Slowenien erstreckt, bin ich dann aus Bosnien abgereist. Aber auch ein Besuch der „Plitvizer Seen“ versank im Regen und je weiter ich gegen Slowenien rauf kam, je düsterer wurde es.
Um 12 Uhr war ich bereits am Unec, aber es regnete Bindfäden.
Kurz entschlossen fuhr ich weiter, verzichtete auf den Autozug zurück, fuhr notgedrun¬gen durch ganz Italien bis nach Zürich, wo ich nach 12 Stunden Fahrt eintraf. Die Schei¬benwischer sind den ganzen Weg von Bihac bis Zürich ununterbrochen gelaufen.
Ein richtiges Fliegenfischen im schönen Bosnien habe ich also noch vor mir, aber ich weiss jetzt wie es sein könnte.
volki
Infos gebe ich gern, aber nicht als PN. Bitte benutzt meine Mail-Adresse, an PN können keine Anhänge angefügt werden
[b]volki9(at)bluewin.ch[/b]
Einige Bilder sind hier zu sehen:
http://fotoservices.bluewin.ch/fotopage/volki/
werden gelegentlich noch ergänzt
[b]Fotoshow :[/b] http://fotoservices.bluewin.ch/fotopage/volki/
Ein Bild von „suki“ im Forum hat bei mir den Wunsch ausgelöst, einmal weiter als nach Slowenien, in den Süden zu fahren und die fischereilichen Möglichkeiten Nord-Bosniens auszukundschaften.
Nach längeren Internet-Recherchen stand das ungefähre Reise-Programm fest. Da auch in dieser Gegend der Winter fast schneelos war, wählte ich für den Trip einen eher zu frühen Zeitpunkt aus, um, wenn die Maifliegen-Zeit auch früher beginnt, nicht zu spät sein.
Nach 30 Jahren Fliegenfischen an den diversen Gewässern Sloweniens, wusste ich, dass die Maifliegenzeit etwa in der 2. Hälfte des Mai beginnt. Daher startete ich am Montag, den 24.4, zur ersten Etappe. Zürich--Feldkirch (CH-A-Grenze, bei Bregenz am Boden¬see). Von Feldkirch aus fährt jede Nacht (23.30 Uhr) ein Autozug mit Liegewagen nach Villach. (Auto und 1 Person im 4er-Abteil 134 Euro) Ankunft 06.00 Uhr.
Nach dem Frühstück, weiter durch den Karawanken-Tunnel nach Slowenien und weiter nach Ljubljana, das schon kurz vor 08.00 Uhr erreicht ist. Nach weiteren 150 km ist Za¬greb erreicht und die Fahrt auf der fast leeren Autobahn (ex-Autoput Zagreb-Belgrad) geht weiter bis zum Abzweiger nach Banja Luka.
Von Banja Luka aus, ganz im Osten Bosniens, verläuft die Autostrasse M5 /E661/E761 praktisch in ost-/westlicher Richtung bis Bihac, und weiter zu den Plitwitzer Seen in Kroatien. Von dieser Strasse aus sind alle relevanten Flüsse in kurzer Zeit zu erreichen
Das erste Ziel war die PLIVA bei Sipovo (Nähe Jajce)
Die Pliva entspringt in mehreren grossen Quellen, direkt aus dem Berg, hat Trinkwasser und war sehr kalt (8°C). Das oberste Stück, von der letzten Brücke bis zu den Quellen, ist fürs Fliegenfischen reserviert und ist C&R. (Catch & Release) Unterkunft findet man im Motel Tetrijeb, das etwas ausserhalb von Sipovo an der Pliva und am Weg zum Oberlauf liegt.
Wetter war schön und warm, aber es hatte, weil das Wasser so kalt war, kaum Insekten und die Fische stiegen daher nicht. Für mich als Trocken-Purist keine gute Vorausset¬zung. Der Erfolg war denn auch nur mässig.
Nach 3 Tagen bin ich zu meinem nächsten Ziel, dem Fluss RIBNIK, der nur etwa 50 km weiter, in der Nähe von Kljuc, fliesst. Der Ribnik ist ein Seitenarm des Sana und entspingt ebenfall direkt im Berg. Hier war alles ganz anders. Insekten, Steinfliegen, Maifliegen in rauen Mengen und die Fische stiegen den ganzen Tag.
Was ich nicht beachtet habe, der 1. Mai dieses Jahr war an einem Dienstag. Das haben viele Fliegenfischer für einen Urlaub benützt und so es gab jede Menge Fischer. Slowe¬nen, Kroaten, Serben, Polen, Italiener und Einheimische. Als ich zum Lizenzgeber be¬merkte, mir hätte es zu viele Fischer, sagte er, in der Woche davor wäre ich allein gewe¬sen.
Ich beschloss, später nochmals wiederzukommen und verzichtete aufs Fischen und fuhr weiter zu meinem nächsten Ziel, nicht ohne im Vorbeifahren noch einen Blick auf einen weitern Seitenfluss des Sana zu werfen, die SANICA. Auch ein klassisches Fliegengewäs¬ser.
Aber ich fuhr weiter, alles auf der M5, Richtung Bihac, an den/die UNA und UNAC, dort hatte ich mich bei Asmir, dem Inhaber der Agentur Delta-Flyfishing, angemeldet.
Nach Ankunft in seiner neuen Pension in Kulen-Vakuf, direkt am Una, führte er mich dann an alle in der Nähe liegenden Reviere. Ins 11 km entfernte Revier von Martin-Brod, am Zusammenfluss von Una und Unac. (ca. 34 Euro/Tag). An das lange Stück des Una, das zwischen Martin Brod und Kulen-Vakuf liegt (5 Euro/Tag), sowie ans spezielle „Ae¬schen-Revir“ in Kulen-Vakuf (34 Euro/Tag) Auch an den Klokot, einen Quellfluss, der 3 km ausserhalb von Bihac, kurz vor der kroatischen Grenze, Richtung Plitvitzer Seen, liegt, auch 34 Euro/Tag. Die Klokot-Karte gelte auch für das Revier von Martin Brod
Auch an diesen Revieren herrschte vor dem 1. Mai ein „gesteigerter Betrieb“, daher ver¬schob ich meine Fischerei auf nachher, und Asmir und ich widmeten uns dem Sight¬seeing.
Am 1. Mai fand am Klokot ein grosses Volksfest statt, halb Bihac traf sich da zum fröhli¬chen Grillen, Dutzende von Lämmern drehten sich am Spiessen und überall wurde ich, entweder zum Mittrinken (Slivovic, aus dem vollen Wasserglas !) oder zu Kaffee oder zum Mitessen eingeladen. Der Klokot, wie die andern Gewässer auch, ist so kalt, dass er als Natur-Kühlschrank fürs Bier diente.
Am 2. Mai fischte ich dann im Revier von Martin-Brod. Jede Menge von „Portionen“-Re¬genbogen gingen auf die Trockenfliege, grössere Fische waren aber noch vergrämt vom Vortages-Rummel.
Am nächsten Tag wolle ich ans Aeschen-Revier in Kulen-Vakuf. Leider begann es dann stark zu regnen, sodass ich das verschob und die Stadt Bihac besuchte.
Aber am nächsten Tag kam der ganz grosse Regen und die Wetterprognose versprach das Schlechtwetter, das in Italien bereits zu „Land unter“ geführt hatte.
In der Hoffnung, dass diese Schlechtwetterzone sich nicht bis in die Berge von Slowenien erstreckt, bin ich dann aus Bosnien abgereist. Aber auch ein Besuch der „Plitvizer Seen“ versank im Regen und je weiter ich gegen Slowenien rauf kam, je düsterer wurde es.
Um 12 Uhr war ich bereits am Unec, aber es regnete Bindfäden.
Kurz entschlossen fuhr ich weiter, verzichtete auf den Autozug zurück, fuhr notgedrun¬gen durch ganz Italien bis nach Zürich, wo ich nach 12 Stunden Fahrt eintraf. Die Schei¬benwischer sind den ganzen Weg von Bihac bis Zürich ununterbrochen gelaufen.
Ein richtiges Fliegenfischen im schönen Bosnien habe ich also noch vor mir, aber ich weiss jetzt wie es sein könnte.
volki
Infos gebe ich gern, aber nicht als PN. Bitte benutzt meine Mail-Adresse, an PN können keine Anhänge angefügt werden
[b]volki9(at)bluewin.ch[/b]
Einige Bilder sind hier zu sehen:
http://fotoservices.bluewin.ch/fotopage/volki/
werden gelegentlich noch ergänzt