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Werfen am kleinen Bach
Verfasst: 10.08.2007, 12:42
von MichaelN
Hallo.
Mein Lieblingsgewässer ist ein kleiner verwachsener Bach.
Er ist zwischen 2 und 5m breit und 10-100cm tief.
Die besten Stellen sind natürlich von Bäumen überwachsen.
Mit der Spinnrute kein Problem, aber mit der Fliege!?
Meist kann man waten, aber es ist wenig Patz für den Rückwurf.
Wie werft ihr in einer solchen Situation?
Fische gerne mit trockenfliege.
Leider hab ich keine Bilder vom Bach. Vielleicht kann ich sie heute noch "schießen" fals es zu Regnen aufhört.
Grüße, Michael
Re: Werfen am kleinen Bach
Verfasst: 10.08.2007, 13:02
von Frank.
Trout-Gizmo hat geschrieben:Hallo.
Meist kann man waten, aber es ist wenig Patz für den Rückwurf.
Grüße, Michael
Lieber Michael,
es gibt zahlreiche Arten, ohne einen Rückschwung zu werfen. Die populärsten (und einfachsten) sind sicher der Rollwurf und der Spey Cast (beides hier im Forum schon oft beschrieben).
Guck zum Beispiel mal hier:
http://www.pro-guides.com/934_DE.evo
Zu allen Wurftechniken findet man auch entsprechende Filmchen im Netz. Gib mal bei youtube.com (zum Beispiel) die Suchworte fly rod casting ein - damit kommst Du sicher weiter.
Aber: Fast jeder hier aus dem Forum wird Dir raten: Wurfkurs besuchen! Ist einfach der beste Weg zum Ziel.
Herzlich, Frank
Verfasst: 10.08.2007, 13:02
von Red Tag
Hallo!
Werfen an derartigen Gewässern bei mir: fast nur Rollwürfe, wenn möglich "Überkopf-Wurf" in der Horizontalen (Gibt es da einen Namen für?), d.h. Rute parallel zur Wasseroberfläche (entlang des grünen Tunnels). Ich stelle gerade fest, dass es doch eine sehr allgemeine Frage ist...
Gruß Rob
Verfasst: 10.08.2007, 13:08
von Dirk Janßen
Red Tag hat geschrieben:Hallo!
Werfen an derartigen Gewässern bei mir: fast nur Rollwürfe, wenn möglich "Überkopf-Wurf" in der Horizontalen (Gibt es da einen Namen für?), d.h. Rute parallel zur Wasseroberfläche (entlang des grünen Tunnels). Ich stelle gerade fest, dass es doch eine sehr allgemeine Frage ist...
Gruß Rob
Heisst bestimmt "Sidecast"

Mir fällt auch noch der Rollwurf ein mit einem extremen Stopp, so dass das Restwasser aus der gut gefetteten Fliege fliegt oder der "Flitschcast", d.h. Schnur mit rehcter (Wurf)hand am Blank festhalten, Fliege in die linke Hand nehmen, Rute zum Flitzebogen machen und Fliege sowie um einen Bruchteil versetzt die Fliegenschnur loslassen.
TL
Dirk
Verfasst: 10.08.2007, 13:37
von Fliegenbader
Hallo Michael,
da hilft nur eines - DVD von Michi Mauri "Joy of Flycasting Teil1" zulegen - und dort speziell den Snap-T und Circle Cast - ggf. noch den Voodoo Cast - anschauen und einüben, oder gleich einen Kurs, mit Schwerpunkt Roll- und Trickwürfe besuchen. Von Wurfbeschreibungen im Internet halte ich ehrlich gesagt nicht viel, ist zwar eine kleine Hilfe, das Beste ist aber "learning by doing" mit einen geschulten Instructor im Hintergrund!
@Dirk:
....oder der "Flitschcast", d.h. Schnur mit rehcter (Wurf)hand am Blank festhalten, Fliege in die linke Hand nehmen, Rute zum Flitzebogen machen und Fliege sowie um einen Bruchteil versetzt die Fliegenschnur loslassen.
Wenn wir schon am berichtigen sind, dann aber auch richtig...
denn Du meinst doch sicherlich den Bow & Arrow Cast, oder ...

?!
Dirk, nimm den klitzekleinen Seitenhieb nicht so ernst, hat halt gerade gut reingepasst....und etwas Spaß bei solch einem Schei....wetter hilft besser übers Sommerloch zu kommen

!
Grüße von einem Schwarzwaldbachfischer, dem die o.g. Probleme nicht ganz unbekannt sind...
TL
Rüdiger
Verfasst: 10.08.2007, 13:49
von Dirk Janßen
Fliegenbader hat geschrieben:
Dirk, nimm den klitzekleinen Seitenhieb nicht so ernst, hat halt gerade gut reingepasst....und etwas Spaß bei solch einem Schei....wetter hilft besser übers Sommerloch zu kommen

!
I woh, Spaß muss sein. Vielleicht hat man auch bemerkt, dass ich mich über die Benamsungen der verschiedenen Würfe ein wenig lustig mache.
Am meisten habe ich mich bisher beim "Beachcast" abgerollt und bei einigen Würfen mit klitzekleinen Änderungen zu Standardwürfen, die dann gleich einen großartigen Namen verpasst bekommen.
BTW Gerade die "unerreichbaren" Stellen unter überhängenden Ästen sind doch die besten, oder? Man wächst an der Aufgabe und der dann auf die Schuppen gelegte Fisch zählt mindestens doppelt.
TL
Dirk
Verfasst: 10.08.2007, 14:06
von Friedemann
Hallo Michael,
das beste wird sein wenn du dir eine kurze Rute von ca. 1,90 - 2,10 m
besorgst. Das muss kein Superstock sein, sollte aber eine eher
langsame Aktion haben.
Damit gelingen die Würfe am kleinen Bach wesentlich besser.
Gruß aus Hessen
Friedemann
Verfasst: 10.08.2007, 15:15
von Fliegenbader
@Dirk... das ist schön, wenn der Spaß hier im Forum bestehen bleibt, denn ich hab da ein paar richtig "dicke Threads" gelesen, bei denen es mir gerade die Plombe aus dem Backenzahn gezogen hat.... wie kann man bei solch einem schönen Hobby so verbittert sein, Mann oh Mann, dat gibts doch gar nicht!
@Friedemann, extrem wichtiger Tipp, denn nicht das Werfen alleine entscheidet am kleinen Bach!
Deshalb, hier noch ein kleiner Tipp zum Vorfach - Michael, probier es mal mit "sehr kurzen" Vorfächern, 1.5 - bis 1.8m, das erleichtert Dir das Werfen ungemein. Wenn die Fische sensibel sind, dann halt etwas länger - aber es sollte nach dem Motto sein - "je kürzer, desto gut"!
Meine Erfahrung zeigt, oftmals sind die Fische an solchen "Hardcore-Junglebächen" nicht so argwöhnisch, da dort eh kaum einer fischt und die Fische deshalb ein Vorfach nicht wirklich kennen/kritisch anschauen!
Viel Erfolg

!
TL
Rüdiger
Verfasst: 10.08.2007, 15:43
von webwood
Hallo Michael,
zuerst, was meine Vorposter schrieben, möchte ich bestätigen. Einen Kurs zu besuchen ist ganz gewiss kein Fehler.
Mein Lieblingsgewässer (Maisinger Bach) ist ebenfalls ein kleiner, stark verwachsener Bach. In ganz vertrackten Situationen hilft mir manchmal folgendes: (Und jetzt werde ich warscheinlich gleich gelyncht

) Ich werfe gar nicht, sonder pirsche mich an und lasse die Fliege ins Wasser baumeln. Etwas Wind und ein längeres Vorfach sind von Vorteil. Die Engländer nennen es "Dapping oder so" Mit Fliegenfischen hat das eigentlich wirklich nichts mehr zu tun, aber wenns hilft
Liebe Grüße
Thomas
Verfasst: 10.08.2007, 15:51
von Wolfgang Hinderjock
............es hilft!
In den mecklenburgischen Dschungelzonen in den Jahreszeiten mit hoher Vegetation abschnittsweise die einzige Möglichkeit. Waten fällt aus, da man Stelzen bräuchte............
Verfasst: 10.08.2007, 16:26
von MichaelN
Hallo zusammen.
Vielen Dank für eure zahlreichen Tips.
Hab mir heute ne 3er Rute mit 210cm zugelegt.
Sollte passen denk ich.
Kann sie leider erst am Montag ans Wasser führen, da übers Wochenende bei uns Angeln verboten ist.
Das mit den kurzen Vorfächern ist ein guter Tip....dass ich da nicht slebst drauf kam
Hatte nämlich meist mit den Vorfächern Probleme da ich sie mit 2,5m fische.
Der Rollwurf klappt bei mir mit Trockenfliegen irgendwie nicht so, wie ich das gerne hätte. Bei Nympfen kein Problem.
Ein Wurfkurs wäre sicher nochmal gut zum "Auffrischen", nur leider gibts bei uns kaum Kurse.
Jemand aus meiner Nähe da, der mir da aushelfen könnte
Grüße ,Michael
Verfasst: 10.08.2007, 16:44
von Fliegenbader
...damit Thomas nicht alleine gelyncht wird, hier ganz kurz meine Meinung zum Purismus....
Lasst jedem seinen Stil, wenn er Freude daran hat, dann darf es auch "Dapping", Czech Nymphing, oder sonst was sein sein!
Die Praxis heiligt die Methode, so meine ich, wir gehen ja nicht zum Fischen, um unsere tollen SAGE, ...Stöckchen, das neueste SIMM´s, .... Mäntelchen spazieren zu tragen, oder!:-k
Fliegenfischen heißt übersetzt auch, tolerant sein und neues ausprobieren, oder so ähnlich.....äääähm, glaube ich!
TL
Rüdiger
Verfasst: 10.08.2007, 18:05
von Frank.
Trout-Gizmo hat geschrieben:
Der Rollwurf klappt bei mir mit Trockenfliegen irgendwie nicht so, wie ich das gerne hätte. Bei Nympfen kein Problem.
Lieber Michael,
das klingt so, als könnte Dein Fehler einer derjenigen sein, die am häufigsten begangen werden:
Beim Rollwurf MUSS ein Teil der Hauptschnur IM WASSER sein, damit genug Energie frei wird. Ist nur das Vorfach oder die Trockenfliege im Wasser, kann es nicht vernünftig klappen. Deshalb kann man den Rollwurf auf der Wiese auch kaum trainieren.
Ist aber genug Schnur im Wasser, kann mit einem Rollwurf eine verblüffende Weite erzielt werden.
Bei (schweren) Nymphen ist das Problem weniger ausgeprägt, weil die Nymphe im Wasser mehr Widerstand als eine Trockene bietet.
Zweiter Punkt: Was benutzt Du denn für eine Schnur? - Eine DT ist bei kurzen Rollwürfen sehr viel dankbarer als eine WF. Aber ich kann mir gut vorstellen, daß Dein Problem das oben genannte ist.
Herzlich, Frank
Verfasst: 10.08.2007, 18:30
von MichaelN
Hallo Frank.
Ich denke, da triffst du den Nagel auf den Kopf.
Wenn ich richtig überlege, hatte ich zeimlich wenig Hauptschnur im Wasser.
Ich fische zur Zeit ne DT Klasse 4 an 5-6er Rute 240cm lang.
Ab nächster Woche werd ich dann ne 3er Rute, 210 lang,im Einsatz haben, zumindest am Bach.
Wie ist eigentlich eure Meinung zu 4er Schnur an 3er Rute?
Müsste doch noch gehen oder?
Grüße, Michael
Verfasst: 10.08.2007, 18:37
von Bernd Ziesche
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