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Frage zum Schnurverlängern
Verfasst: 20.08.2007, 10:35
von archi69
Hallo Leute,
gestern war ich mal wieder an meinem "Hausfließ" und zunächst erschrocken! Das Uferkraut war ca 60 - 80 cm hoch!
D.h. die Schnur vor dem Werfen vorher rausziehen und ablegen ist aussichtslos, bleibt immer hängen. Was würdert Ihr tun? Beim Rückschwung die Schnur verlängern? So habe ich es auch gemacht und es ging auch ganz gut. Problem ist dann: beim Einstrippen muss die Schnur ja auch irgendwo hin, also erst mal ablegen und dann einkurbeln.... Nun weiß ich nicht, ob das "fliegenfischertechnisch sauber" ist.
Ich habe dann auch noch mal am Abend den Eiber durchgeblättert und daher kommen eigentlich meine Zweifel, denn er schreibt zum Thema Verlängerung (fast) wörtlich "Kein Fliegenfischer würde auf die Idee kommen, die Schnur während des Werfens zu verlängern usw." Dann beschreibt er den Doppelzug mit ausgezogener Schnur usw...
Wie sieht der Tip von den Profis aus? Danke!
Gruß
Archi
Verfasst: 20.08.2007, 11:11
von ChrystalShrimp
Hallo Archi,
Du hast das schon richtig gemacht. Was dir in solchen Situationen weiterhilft, ist ein Schnur- o. Schusskorb. Es muss hier keine Orviswanne o.ä. sein, ein kleiner, faltbarer aus z.B. Mesh reicht hier völlig aus. Ich praktiziere dies auch so und der Uferbewuchs hat seitdem einiges an Schrecken verloren.
Einen angenehmen Start in die Woche,
Eric
Verfasst: 20.08.2007, 11:27
von webwood
"Kein Fliegenfischer würde auf die Idee kommen, die Schnur während des Werfens zu verlängern usw."
Hallo Archi,
das mit dem Schußkorb wollte ich Dir auch gerade schreiben.
Du erwäntest "Eiber" Also ich komm schon auf die Idee meine Schnur beim Werfen zu verlängern. Mach ich eigentlich immer so.
TL
Thomas
Verfasst: 20.08.2007, 11:47
von Frank.
"Kein Fliegenfischer würde auf die Idee kommen, die Schnur während des Werfens zu verlängern usw."
Sorry - aber das, was da im Eiber steht, halte ich nun tatsächlich für ausgemachten Unfug! Warum, zum Teufel, denn nicht? Falls das eine "reine Lehre" sein sollte, bekenne ich mich ausdrücklich zum Ketzertum. Hier werfe ich, ich kann nicht anders.
Aber Dein Problem kenne ich auch; das ist tatsächlich kaum anders zu lösen, als es oben schon beschrieben worden ist. Gelegentlich habe ich schon versucht, mich dabei meines Fischkorbs aus Weide zu behelfen, aber gut geht das nicht. Deshalb fische ich bei solchen Gelegenheiten überwiegend mit Rollwürfen (bei langer Schnur im Wasser) und nehme die Leine so selten als möglich auf die Spule. Aber wirklich elegante Alternativen gibt es wohl kaum.
Herzlich, Frank
Verfasst: 20.08.2007, 12:15
von archi69
Richtig Frank!
Das habe ich noch vergessen, mit Rollwürfen ging es dann auch ganz
gut.
Ich denke ja grundsätzlich auch: Man muss so "arbeiten" wie es die Verhältnisse zulassen. Aber als beginner schaut man eben auch ab und zu in die "heiligen Schriften".....
Naja, und elegant ist es dann manchmal wirklich nicht.
Danke erst mal!
Gruß
Archi
Verfasst: 20.08.2007, 12:27
von webwood
Hallo Archi,
Schau doch auch mal in den Treat "Werfen am kleinen Bach" könnte für Dich evtl. ganz informativ sein
Die Natur hat bisweilen offensichtlich kein rechtes Interesse sich den Lehrbüchern zu fügen
TL
Thomas
Verfasst: 20.08.2007, 16:55
von AStar
hallo zusammen,
also wenn mir der uferbewuchs im weg ist strippe ich die schnur hinter mich. wenn es da einigermaßen frei ist natürlich, stelle mich dann parallel zum fluß und lege die schnur neben meinem linken bein ab(als linkshänder natürlich das andere), falls möglich probiere ich ein kleines schnurhäufchen zu legen, damit es nicht zuviel gewurschtel gibt!
aber ich glaub ein schnurkorb ist die elegantere lösung
gruss alex
Verfasst: 21.08.2007, 20:38
von MarkoF
Hallo Leute,
ich hab das ganz anders gelernt. Man kann die Schnur in losen Klängen über die Schnurhand legen, gibt allerdings manchmal Schnursalat beim anschliessenden Werfen, oder die wohl eleganteste Lösung in Achterschlingen in der Hand bündeln. So kann man mit etwas übung 20 Meter in der Hand halten ohne Wirrwar. Beim anschliessenden Werfen öffnet man die Hand und die Schnur zieht ab.
Hab extra nochmal den Steinfort rausgekramt. Der beschreibt es auch so.
Versuch's doch mal. Wie gesagt, mit etwas Übung geht's dann wie von selbst.
Gruss Marko
Verfasst: 21.08.2007, 21:10
von Dirk Janßen
MarkoF hat geschrieben:... oder die wohl eleganteste Lösung in Achterschlingen in der Hand bündeln.
Hier ist ein Video darüber zu sehen.
TL
Dirk
Dirk
Verfasst: 25.08.2007, 21:37
von Bernd Ziesche
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Verfasst: 25.08.2007, 22:06
von ChrystalShrimp
Bernd Ziesche hat geschrieben:
wenn ich Archi richtig verstanden habe, hat er die Schnur beim Rückwurf mit der Schnurhand von der Rolle gezogen und so verlängert.
Genau dies ist ausgemachter Unfug

.
Hallo und schönen Abend, Bernd,
Warum ist das denn Unfug? Ich möchte hier nicht an deinen Kompetenzen und Erfahrungen (die ich bei weitem nicht habe, bezeichne mich immer noch als Anfänger) rütteln, aber eine Erklärung würde mir schon etwas weiterhelfen.
Ich habe dies selbst schon bei extrem zugewachsenen Gewässern so gehandhabt (hatte da keinen Schnurkorb dabei und die 8ten wollten nicht so recht

) und es funktionierte recht zufrieden stellend.
Nur zum Verständnis - was spricht dagegen? Ist ja ein wenig wie ein Doppelzug, nur dass eben die Beschleunigung der Leine leidet. Irre ich mich?
Wünsche dir ein schönes Restwochenende,
Eric
Verfasst: 25.08.2007, 22:49
von Heinz
Hallo,
natürlich kann man beim Rückwärtswurf die Schnur von der Rolle ziehen und so verlängern, man muss bei der ganzen Angelegenheit nur darauf achten, dass beim Vorschwung die Leine zwischen Leitring und (bei Rechtshändern) linker Hand gespannt ist, das ganze ist ein einfacher Zug, die Zusatzmenge Schnur, die sich beim Vorschwung h i n t e r
der linken Hand befindet, wird beim Vorschwung dann freigegeben, wenn sich die Leine fast gestreckt hat. Oder man fischt sozusagen laufend einen leichten Doppelzug, aber auch dann wird die Zusatzleine im gleichen Moment freigegeben. Diese Art des laufenden Fischens mit Doppelzug kaschiert aber Wurffehler unbd ich halte nichts davon, Herr Hebeisen hingegen ist ein Anhänger dieser Methode, auch wenn die Schnur von der Länge her noch beherrschbar ist (ab einer gewissen Schnurlänge muss man sowieso so fischen, aber beim Trockenfliegenfischen im Süsswasser braucht man solche Schnurlängen normal nicht. Übrigens Herr Walter Brunner hat mit seinen Gespließten die Länge auch durch Abziehen beim Rückwurf verlängert (selbst gesehen) und wie schnell dieser Könner so ziemlich die ganze Länge draussen hatte. Dass man beim Einstrippen vorteilhaft bei grossen Schnurlängen einen Schnurkorb verwenden kann, das will ich nicht bestreiten, viele bündeln allerdings auch achterförmig, oder in Klängenwas allerdings mehr Übung erfordert.
Grüsse
Heinz
Verfasst: 26.08.2007, 03:24
von Bernd Ziesche
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Verfasst: 26.08.2007, 08:21
von Rolf Renell
....."das wird immer Unruhe in den Wurfablauf bringen"
.....das genau ist der Punkt und wäre ein Grund den man anführen könnte.
Es bringt Unruhe,Spannungsverlusten etc.
In der klassischen form hat man dies allerdings vor 30 -40 Jahren durchaus gemacht,da kann ich mich nicht erinnern das vorher die Schnur abgezogen wurde.(ausser Castingsport)
beste Grüsse,
rolf
Verfasst: 26.08.2007, 08:37
von Heinz
Hallo,
glaubt mir, es geht ohne Probleme und beim Einholen kann man die Schnur in der Hand bündeln oder neben sich ins Gras fallen lassen, wenn man vom Ufer aus fischt und keine Hängergefahr am Boden besteht. Meinen Wurfablauf stört es nicht. Ich will es aber durchaus nicht abstreiten, dass es bessere Lösungen gibt. Es kommt eben immer auf die Umstände an (wo, wie, etc.) und wie man es gewohnt ist. Aber grundsätzlich ist es möglich.
Grüsse
Heinz