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Vollmeise (Vorsicht ! Selbstveralberung ! )

Verfasst: 16.09.2007, 12:52
von Eckat
Tach ersma

!!! VORSICHT !!!
(bitte nicht zu ernst nehmen)
Da ja einige beim Fliegenwedeln am Wasser oder auf der Wiese
von ihren Mitmenschen doch des öfteren für verrückt erklärt werden
würde ich gerne mal wissen wie deppert
(schönes bayerisches Wort,das netter klingt als bescheuert,dämlich oder ähnliches)
man sein muß/sollte um Fliegenfischer zu sein/werden.

Ich mein ja nur,mit 'ner Gummi/Neopren oder Sonstwashose im kalten Wasser stehen,
durch Büsche schleichen wie weiland Winnetou und OldShatterhand,
jeden Vogel und jedes Pelztier auf Bindematerial abschätzen,
(zuviel)hart verdientes Geld für biegsame Stöckchen und Wäscheleinen ausgeben
und jedes Urlaubsziel nach der Möglichkeit des Fischens zu beurteilen.
Mit so'nem komischen Grinsen/Lächeln im Gesicht nach Hause gehen,
ohne einen Fische auch nur gesehen,geschweige denn gefangen zu haben....

Also normal im landläufigen Sinn is' das ja nicht gerade....

In gespannter Erwartung

Siegmund Freud

Verfasst: 16.09.2007, 14:17
von reverend
Es gibt Leute, die

... täglich 100km Radfahren - ohne dass sie von A nach B müssten.
... täglich 20km joggen - ohne dass sie zu Fuß schnell irgendwohin müssten.
... täglich stundenlang in einer stickigen Sporthalle kleine Hartgummibälle gegen eine Wand schlagen.
... täglich ihren Hund spazieren führen, nur damit sie selber mal rauskommen.

Und es gibt Fliegenfischer, die in frischer Luft 2km einen reißenden Fluss hinaufwaten, Gumpen auskundschaften, die Natur beobachten (vor allem die Insekten), an ihrer Wurftechnik arbeiten - alles mit einem klaren Ziel vor Augen: einen Fisch zu überlisten.

Ich frag mich da wirklich: wer hat da eine Klatsche?

Verfasst: 16.09.2007, 20:21
von blueba
gut gebrüllt Löwe :-)

Besser hätte ich es nicht ausdrücken können....

Wobei ich hab heut Radfahrer und jogger gesehengehört das se darüber geredet ham wie toll se das finden :-)

Verfasst: 16.09.2007, 20:45
von Johannes Krämer
..

Verfasst: 17.09.2007, 00:04
von MoritzzZZZzzz
Die meisten Kiwis denken ich bin bescheuert....
...weil ich mit der Fliegenrute an Plätzen fische, an denen es ja garkeine Forellen gibt.... :shock:
...weil ich Fische fange, die man ja auch mit einer 20Ibs Hauptschnur und 40Ibs Vorfach aus dem Wasser reißen kann :?
...weil ich die ganze Zeit aktiv am Wasser unterwegs bin und interessante Stellen auf Verdacht anwerfe, wo man mit einem Stück Squid am Haken einfach nur warten müßte bis irgendwann ein Fisch abzieht. Da kann man sich doch ins Auto setzen und laut Musik hören bzw. biertrinken.

Die Mehrheit macht die Meinung.....ich bin ein Sturrkopf und kümmer mich nicht darum.

Cheers
Moritz

Re: Vollmeise (Vorsicht ! Selbstveralberung ! )

Verfasst: 17.09.2007, 09:26
von Frank.
Eckat hat geschrieben: Also normal im landläufigen Sinn is' das ja nicht gerade....
In gespannter Erwartung
Siegmund Freud
Liebe Freunde,

per PN erreichte mich das folgende Schreiben eines Kollegens aus der Universität, das ich Euch hiermit ungekürzt zur Kenntnis geben darf.

Euer Frank


Sehr verehrter Herr Professor Dr. Eckat-Sigmund Freud,

aus kollegialer Warte verwundert es mich, daß Sie sich offenbar weigern, Ihre eigene psychoanalytische Lehrmeinung auf Ihre Freizeitbeschäftigung bzw. deren tiefenpsychologischen Hintergründe anzuwenden.
Auch wird aus Ihrem Schreiben ersichtlich, daß weder Sie selbst noch Ihre Sportsfreunde meine derzeit bahnbrechende Studie „Die Fliegenrute und ihre Beziehung zum Unbewußten“ zur Kenntnis genommen haben.

Nun, das gibt mir immerhin die Gelegenheit, wenigstens die notwendigsten theoretischen Hintergründe in aller gebotenen Kürze darzulegen:

Natürlich fällt es aus psychoanalytischer Warte relativ leicht, Ihre Frage zu beantworten. Selbstverständlich ist die Fliegenrute – ja, eben: Rute! – ein feststehendes Symbol des männlichen Genitales bzw. der Verlängerung desselben, mithin eine typisch maskuline Allmachtsphantasie, von deren weiteren Spezifika gleich noch zu reden sein wird.

Im regelmäßig praktizierten Vor- und Rückschwung (bei dem man fast von einer „stoßweisen“ Betätigung sprechen darf) findet sich selbstredend ein nur leicht verfremdetes Abbild des koitalen Verkehrs wieder, dessen Aktion in der Regel mit dem eruptiven Hinausschleudern der Fliegenschnur aufs Wasser endet – nur psychoanalytische Laien vermögen hierin etwas anderes als ein Symbol des ejakulativen Aktes zu sehen.

Der Fliegenfischer empfindet bekanntlich größte Befriedigung, wenn er jenes Substrat des Ejakulats möglichst weit hinauszustoßen in der Lage ist. Somit finden wir im Wurf der Schnur nichts anderes als die Prolongation der pubertären „Ich-kann-aber-weiter-als-du“-Wettkämpfe der Jugendzeit des männlichen Adoleszenten.

Die Verschiebung des Sexualziels auf ein außermenschliches Objekt bezieht sich dabei erneut auf das Feminine: DIE Forelle und DIE Äsche stellen die bevorzugten Objekte der Begierde dar; DER Zander und DER Hecht dienen nur dann als notdürftiger Ersatz, wenn das feminine Ziel während der Fortpflanzungstätigkeit jener Spezies kurzzeitig unerreichbar geworden ist.

Ihren Gipfel findet die Analogie im permanenten Streben des Fliegenfischers nach immer „steiferen“, „schnelleren“ und „eruptiveren“ Ruten; genauere Ausführungen kann ich mir ersparen.

Aus diesen eben dargelegten wissenschaftlichen Erkenntnissen heraus fällt es naturgemäß auch leicht, die zahlenmäßige Dominanz des Mannes in dieser Sportart zu erklären; selbstverständlich gefällt es den männlichen Anhängern dieser Tätigkeit nur wenig, wenn Frauen sich durch das Fliegenfischen symbolisch in die dominant-männliche Sphäre des aktiv ausübenden Koitus-Partners begeben.

Sehr verehrter Herr Kollege, seitenlang könnte ich fortfahren mit meinen Ausführungen, um mich dabei zum Beispiel den „Schußköpfen“ oder „Kiesbetten“, den phallusähnlichen „Priests“ und notwendigerweise auch der vaginalen Symbolik des Kescherns zu widmen.

Aber ich denke, daß ich Ihnen nun genug Anhaltspunkte geliefert habe, damit Sie selbständig mit der psychoanalytischen Eigenanalyse fortzufahren vermögen.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr ***

(Name der Redaktion bekannt)

Verfasst: 17.09.2007, 10:26
von Kevin NRW
Hallo Frank,
genial :lol: !!!Immer wieder schön solche Beiträge von Dir zu lesen!

Gruß
Kevin

Verfasst: 17.09.2007, 10:45
von Rast
Hi Frank

wie immer :smt044 :daumen !!

Gruss
Ralf

PS:

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Natürlich fällt es aus psychoanalytischer Warte relativ leicht, Ihre Frage zu beantworten. Selbstverständlich ist die Fliegenrute – ja, eben: Rute! – ein feststehendes Symbol des männlichen Genitales bzw. der Verlängerung desselben, mithin eine typisch maskuline Allmachtsphantasie, von deren weiteren Spezifika gleich noch zu reden sein wird. 
jetz weiss ich auch warum ich so gern mit der Zweihand fische..... :smt003

Verfasst: 17.09.2007, 11:24
von reverend
Frau Prof. Dr. Emma Anzow-Femini, Ordinaria für angewandte Psychologie und Verhaltenstherapie an der Alice-Schwartzer-Universität in Emmenthal (CH) ist leider als Userin in diesem Board nicht registriert.
Meine ihr wiederholt vorgetragene Bitte, dies doch zu tun, hat sie auch diesmal abgelehnt, weil ihren Forderungen nach Einführung einer Frauenquote (Neuregistrierung eines männlichen Users erst nach voraufgehender Neuregistrierung einer weiblichen Userin) und nach einem Erstpostrecht für Frauen seitens der Forenadministration nicht nachgekommen wird.
Dafür erreichen mich immer wieder eMails von ihr, so auch diesmal:


Sehr geehrte Fachkollegen (Fachkolleginnen muss ich ja leider immer noch in Ihrem Forum vermissen),

psychoanalytische Abhandlungen, die sich in mehr oder weniger direkter Linie von Sigmund Freud herleiten, sind meine Kolleginnen und ich gewohnt, naturgemäß einer Hermeneutik des Verdachts zu unterwerfen.
Die Notwendigkeit dieser - bezeichnenderweise von männlichen Kollegen als "unwissenschaftlich" abqualifizierten - Vorgehensweise zeigt sich abermals an den einseitig sexistischen Darlegungen des Kollegen, der seinen Namen nicht unter selbige setzen will.

Dabei haben meine fliegenfischenden Kolleginnen und ich in mehreren Publikationen die Beziehungen des Fliegenfischens zum spezifisch weiblichen Unterbewusstsein ausführlich dargelegt.

Die auch als "Gerte" bezeichnete Fliegenrute als männliches Phallussymbol zu deklassieren, verkennt deren eindeutige Bezogenheit auf spezifisch weibliche Ideale und Archetypen: Welcher Mann empfände es - anders als eine Frau - als schmeichelhaft, als "gertenschlank" bezeichnet zu werden? Hinzu kommen Idealisierungen der Fliegenrute als "geschmeidig", "flexibel", "weich" und "elastisch", sowie die Tatsache, dass - anders als bei jeder männlich dominierten Angelmethode - beim Fliegenfischen (abgesehen vom Streamer) sämtliche Köder weiblich sind: DIE Nymphe, DIE Trockenfliege, DIE Nassfliege.

Damit lassen sich die subtilen Verhaltensweisen weiblicher Sexualität assoziieren: "Verführung", "Stimulation", "Einfühlsamkeit".
Gerade bei den von meinem Vorposter unterschlagenen Zielfischen des Fliegenfischens sind aber diese weiblichen Aspekte entscheidend:
DER Bachsaibling, DER Lachs und DER Döbel (mitnichten also nur DER Hecht, DER Zander, DER Barsch und DER Karpfen) stellen erhöhte Anforderungen an das Einfühlungsvermögen der Fliegenfischerin in ihre Ernährungsgewohnheiten und ihren ganzheitlich zu erfassenden Lebensraum.
Es ist lediglich ein Produkt jahrhundertelanger Unterdrückung der Frau, die aktive Rolle beim sexuellen Akt dem Mann zuzuschreiben - worunter ja anerkanntermaßen beide Geschlechter leiden.

Damit bin ich bei der Aktion der Rute, die mein Vorposter so einseitig als Symbol für die männliche Rolle beim Koitus beschreibt.
Im Gegensatz zu dieser jedoch spielen Kraft und Schnelligkeit der Fliegenfischerin beim Ausnutzen der Gertenaktion keinerlei Rolle. Vielmehr können wir Frauen beim Werfen mit der Fliegenrute unsere emotional-empathische Überlegenheit ausspielen. Das Werfen erfolgt im ganzheitlichen Einklang mit den Schwingungen von Körper und Seele, dem Pulsschlag, dem Atemrhythmus, dem Steigen und Fallen des Hormonspiegels, ja sogar des weiblichen Monatszyklus, der seine symbolische Entsprechung findet in den Zeitfenstern der Aktivität und Passivität der Fische, sowie in der Tatsache, dass wir Frauen, wie in den uns naturgemäß gegebenen Phasen sexueller Abstinenz, so auch beim Fliegenfischen spirituelle Erfüllung jenseits sexueller Betätigung erleben,
anders als die - leider doch zurecht als "schwanzgesteuert" bezeichneten - Männer.

Es ist meine feste Überzeugung, dass die männliche Dominanz beim Fliegenfischen, wie in nahezu allen anderen Lebensbereichen, ein Produkt der Verdrängung matriarchaler Lebensformen durch patriarchale darstellt.
In alten, matriarchalisch geprägten Kulturen, haben Frauen und Männer gemeinsam auch die außerhäuslichen Betätigungen der Nahrungsbeschaffung wahrgenommen (wie umgekehrt die innerhäuslichen - Kindererziehung, Gartenpflege, Nahrungszubereitung und Textilgestaltung).
Sexistische Darlegungen wie die meines Vorposters und die daraus resultierenden Verhaltensweisen werden - wie meine Kolleginnen und ich befürchten - diesen beklagenswerten Zustand wohl noch eine Weile fortschreiben. Schade, dass auch Ihr Board dazu beiträgt durch die beharrliche Ablehnung unserer Forderungen nach einer Frauenquote, einem paritätischen Registrierungswesen und einem Erstpostrecht für weibliche Fliegenfischerinnen.

Mit feministischen Grüßen,

Emma Anzow-Femini



Anmerkung: Frau Prof. Dr. Emma Anzow-Femini hat mir diese Mail nicht etwa geschickt, weil sie mich als besonderen Frauenversteher ansieht.
Als psychologische Beraterin mehrerer hoher Würdenträgerinnen meiner Kirche hat sie allerdings erheblichen Einfluss auf meinesgleichen.
Mithin kann ich oft nicht umhin, mich solchen Bedrängissen gelegentlich zu entziehen, indem ich mich zurückziehe - zum Fliegenfischen. :lol:

Verfasst: 17.09.2007, 13:59
von Larna
@ Frank und reverend

Klasse, ich hab gerade sehr gelacht. :smt044 So gesehen ist Fliegenfischen ja noch viel interessanter als ich dachte. ;-)

Lieben Gruss
Birgit

Verfasst: 17.09.2007, 14:51
von Frank.
reverend hat geschrieben:...indem ich mich zurückziehe - zum Fliegenfischen. :lol:
Das mache ich jetzt auch, und ich werde die Gelegenheit zum Nachdenken nutzen. Ich nehme an, daß Du, lieber Gerhard, es genauso wie ich machst:

Ich trage heute keine Wat-, sondern eine lila Latzhose.

Frank

Verfasst: 17.09.2007, 18:47
von reverend
Ich trage heute keine Wat-, sondern eine lila Latzhose.
Vergiss nicht die blauen Strümpfe darunter.
Und das Haar musst du dir mit Henna rot färben. :wink:

Verfasst: 17.09.2007, 19:31
von Eckat
Frank Möbus hat geschrieben:Ich trage heute keine Wat-, sondern eine lila Latzhose.
reverend hat geschrieben:Vergiss nicht die blauen Strümpfe darunter.
Und das Haar musst du dir mit Henna rot färben.
Und ganz wichtig :

Wir wollen Bilder davon !!! :shock:

Gruß Eckat

Verfasst: 17.09.2007, 21:06
von Frank.
Eckat hat geschrieben:
Wir wollen Bilder davon !!!
:oops: :oops: :oops: Meine Frau hat's mir verboten ... :oops: :oops: :oops:

Frank

Verfasst: 17.09.2007, 21:45
von Eckat
Moin
Frank Möbus hat geschrieben: :oops: :oops: :oops: Meine Frau hat's mir verboten ... :oops: :oops: :oops:
So is' das wenn der Verstand die Oberhand gewinnt ....


Gruß Eckat