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Kann man schwere Schnüre leichter werfen?

Verfasst: 09.10.2007, 20:12
von Wasserpatscher
Eine simple Frage habe ich, die auf der folgenden wahren Begebenheit beruht: Lassen sich schwerere Schnüre leichter werfen bzw. leichter weit werfen? Beim Vergleich verschiedener 4er, 5er und 6er Schnüre (bisher mein Leinen-Universum) hätte ich das jetzt nicht unbedingt gesagt, aber der Versuch mit einer 8er liess mich zweifeln...


Heute bin ich mal wieder auf die Wiese gegangen. Mit dabei: Mein Sohn und meine nagelneue 8er Fliegenrute. Jener als Zeuge, diese als Tatwerkzeug, das wusste ich aber zunächst gar nicht, das ergab sich erst später so.

Zunächst habe ich mit ihm nämlich "Basket-Tennis" gespielt - das Schulhofspiel auf seiner Schule. Jetzt in den Ferien muss er da natürlich "am Ball" bleiben.

Anschließend habe ich mich auf die Wiese gestellt und geworfen. Erst mal 'ne kurze Leine, dann, soweit das auf der Wiese geht, Rollwurf und Switch Cast, und schließlich dachte ich an einen Film mit Michael Mauri. Also setzte ich mal den rechten Fuss nach vorne, und siehe da, es kam wirklich mehr Dynamik in die Sache!

Zweiter Gedanke: Versuch doch noch mal den Doppelzug. Eigentlich hatte ich den am Wasser nie gebraucht - und ein früherer Versuch auf der Wiese ist eher kläglich gescheitert.

Na, gut, versuchen wir's mal! Rechten Fuß vorne gelassen. Zug beim Rückwurf, OK, jetzt Zug beim Vorwurf, Mist, ein bisschen zu früh! Rückwurf, Zug, Vorwurf, Zug, Ja! Das gleiche noch mal, damit's im motorischen Gedächtnis Fuß fassen kann. Jaa! Und nochmal, und nochmal, jaaaaaaa! Es klappt!!!

Jetzt beim Vorwurf, die Leine schiessen lassen! Und wie die schiesst mit der verbesserten Zugunterstützung! Beim dritten Versuch hatte ich die ganze Schnur draussen, volle 25 Meter! Und zwar nicht nur einmal, mehrere Würfe bis ins Backing!

Wieder mal ein Grund pfeifend nach Hause zu gehen...

Re: Kann man schwere Schnüre leichter werfen?

Verfasst: 09.10.2007, 20:42
von Frank.
Wasserpatscher hat geschrieben:... Beim Vergleich verschiedener 4er, 5er und 6er Schnüre (bisher mein Leinen-Universum) hätte ich das jetzt nicht unbedingt gesagt, aber der Versuch mit einer 8er liess mich zweifeln...
Mit Recht, denke ich ... Eine 8er Rute, zumal mit dem passenden Schußkopf, eröffnet in der Tat manchmal ganz neue Dimensionen in Sachen Wurfweite.
Nun kenne ich hier aus dem Forum ein paar Spezialisten, die auch eine 6er dorthin schießen, wo unsereiner nur nach einer erheblich höheren Wathose fragen würde, um diesen Platz zu erreichen, aber bei diesen schwereren Ruten bzw. Schußköpfen schaue auch ich ganz verträumt aus der Wäsche, nachdem das Backing mal wieder Sonnenlicht gesehen hat. Und dann erst bei 'ner 10er ...

Macht Spaß, oder?

Daß Du weiter vergnügt pfeifen mögest

wünscht
Dein Frank

Verfasst: 09.10.2007, 21:06
von Wasserpatscher
Also doch, Frank, das bestätigt meine Ahnungen...

Das war allerdings kein Schusskopf, sondern eine Rio Mainstream WF8F, die ich mir (ebenso wie die 8er-Rute) für's Hechtstreamern zugelegt hatte. Beim ersten (Wasser-)Einsatz folgte allerdings "nur" ein Barsch meinen Verlockungsversuchen...

Jedenfalls werde ich diese Woche noch ein oder zwei Mal meine Wiese aufsuchen, damit ich das "Programm" (Doppelzug 1.02) auch zuverlässig "abspeichere"!

Verfasst: 10.10.2007, 11:09
von Michael Pohl
Tach zusammen,

schaut jedoch nicht nur auf Euer Backing, sondern auch auf das andere
Ende...hier siehts oft ziemlich übel aus...man kommt zwar weit raus, hat
aber mit Schönwerfen nix mehr anner Mütze...meist streckt sich das Vorfach
in keinster Weise und die letzten drei Meter der Flugschnur fallen in sich
zusammen...alles patscht dann auf einem halben Quadratmeter Durchmesser
aufs Wasser...ganz abgesehen davon, dass die Rute hoffnungslos überladen ist
(jetzt mit Schusskopf)...nee nee...schön ist das nicht...aber die Masse mags
anscheinend ?!...ran an die Technik heisst die Devise...

Verfasst: 10.10.2007, 11:57
von Frank.
Michael Pohl hat geschrieben:...
(jetzt mit Schusskopf)...nee nee...schön ist das nicht...aber die Masse mags
anscheinend ?!...ran an die Technik heisst die Devise...
Lieber Michael,

zumal - ich das sehr weite Werfen eigentlich so gut wie nie brauche ... Für die Gewässer, die ich in der Regel befische, reicht eine Wurfweite von 7, 8 Metern allemal. Für Rückschwünge ist eh kein Platz. Und wenn ich dort einen Schußkopf auf's Wasser klatschen würde, löste das wohl eine Massenpanik unter den Salmoniden aus. Auch beim Hecht- und Zanderfischen gehe ich viel lieber "mit ohne" Schußkopf los; Mefos gibt's bei uns eher selten.

Die sehr feine Präsentation auf kurze Distanz mit feinem (im doppelten Sinne des Wortes) Zeug - das ist in der Tat auch für mich erstrebenswerter als ein den Horizont durchschneidender Streamer ...

Andererseits habe ich überhaupt nichts gegen "Weitenjäger", im Gegenteil. Da gibt es faszinierende Leistungen; gerne schau ich den Spezialisten ab und an zu.

Aber ich glaube fast, daß es Gebhardt darum gar nicht ging. Oder ... sollte sein Nickname ...? Ach was!

Herzlich, Frank

Verfasst: 10.10.2007, 11:58
von Matthias M.
Michael Pohl hat geschrieben:Tach zusammen,

schaut jedoch nicht nur auf Euer Backing, sondern auch auf das andere
Ende...hier siehts oft ziemlich übel aus...man kommt zwar weit raus, hat
aber mit Schönwerfen nix mehr anner Mütze...meist streckt sich das Vorfach
in keinster Weise und die letzten drei Meter der Flugschnur fallen in sich
zusammen...alles patscht dann auf einem halben Quadratmeter Durchmesser
aufs Wasser...ganz abgesehen davon, dass die Rute hoffnungslos überladen ist
(jetzt mit Schusskopf)...nee nee...schön ist das nicht...aber die Masse mags
anscheinend ?!...ran an die Technik heisst die Devise...
Hallo Michael,

ganz deiner Meinung.

Gruß Matthias

Verfasst: 10.10.2007, 18:23
von Wasserpatscher
Ich bin auch dieser Meinung - wenn man nicht gerade auf Meerforellen fischt, hilft einem die Weite herzlich wenig. Trotzdem war's ein schönes Erfolgserlebnis. Nicht, das Backing zu sehen, sondern den Doppelzug zu "knacken". Übrigens muss ich noch zu Michael sagen, dass ich nur als Wurf ansehe, was auch am anderen Ende einigermaßen brauchbar aussieht!

Verfasst: 11.10.2007, 00:28
von Michael Pohl
Tach Gerhard,

wie ich sehe hast Du verstanden worum es mir geht...und dass ich Dich nicht
persönlich meinte, sollte wohl vollkommen klar sein...

Verfasst: 11.10.2007, 10:22
von Wasserpatscher
Michael Pohl hat geschrieben:..und dass ich Dich nicht
persönlich meinte, sollte wohl vollkommen klar sein...
Logisch, Michael! War nur so 'ne launige Bemerkung am Rande!

(Ich hoffe, dass dieses - nicht direkt zum Thema gehörige - Posting nicht dasselbe Schicksal erleidet wie mein Protest gegen den "Gebhardt", jedenfalls nicht, bevor Du ihn liest, Michael!)

Übrigens hast Du da eine schöne Website!

Verfasst: 11.10.2007, 19:08
von Michael Pohl
Wasserpatscher hat geschrieben: (...Posting nicht dasselbe Schicksal erleidet wie mein Protest gegen den "Gebhardt", jedenfalls nicht, bevor Du ihn liest, Michael!)
also schnell mitgeteilt: Gelesen !
Wasserpatscher hat geschrieben: ...Übrigens hast Du da eine schöne Website!
danke...freut mich, obwohl sie ja nun wirklich sehr einfach gehalten ist...eben eine Seite
mit fotografisch festgehaltenen Erinnerungen...

Viele Grüße,
Micha

Verfasst: 11.10.2007, 22:41
von Heinz
Hallo,

auch ich bin ein Verfechter des feineren Fischens auf kurze bis mittlere Distanzen. Aber manchmal ist es auch im Süsswasser notwendig grössere
Weiten zu werfen. Das gilt etwa im Stillwasser, wenn man lediglich vom Ufer her fischen kann und in der näheren Umgebung (manchmal geht auch da durchaus etwas) durchaus nichts zu machen ist. Ich denke, dass es das Beste ist, wenn man beides kann, kurz und präzise mit leichtem Gerät und weit (auch mit schwererem Kaliber) wenn das erforderlich ist.
Über Klasse 7 und 10 ft Rute gehe ich allerdings an meinen Gewässern nicht hinaus, aber ich kann mir bei gewissen Einsatzgebieten (etwa Hecht im See) schon vorstellen, dass dies noch nicht ausreicht.

Grüsse
Heinz

Verfasst: 16.10.2007, 22:44
von Wasserpatscher
Heute habe ich mal wieder eine WF6F auf der Wiese geworfen, und bin bei etwa zwei-drei Metern weniger gelandet als mit der WF8F, allerdings schiesst die Schnur auch nicht so doll, was sicher nicht nur am Gewicht liegt, sondern wohl auch an der Oberfläche (meine Übungsschnur ist eine RT Energy Fly). Trotzdem finde ich so ganz subjektiv den Unterschied zwischen einer 6er und einer 8er viel "krasser" als den zwischen einer 4er und einer 6er. Allerdings muss ich einräumen, dass auch die Schnüre keine baugleichen Fabrikate sind, nur eben jeweils WFxF-Leinen.