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Anfängerprobleme beim Werfen

Verfasst: 14.01.2008, 15:34
von fheizer
Hallo,

ich habe einige Probleme und benötige etwas Hilfe bei Urachenforschung.
Ich bin FliFi Neuling und habe am Sonntag der "armen" Ostsee meine Wurfkünste angetan.
Dabei wichen die Wurfergebnisse derart stark von meinen Übungseinheiten auf der Wiese ab, das ich etwas Hilfe benötige.
Es verhielt sich wie folgt:
Abheben der Schnur vom Wasser
-Nur mit "relativ" großem Krafteinsatz möglich, vieleicht ist dass normal, aufgrund der Oberflächenhaftung der Schnur
-Schur flog nicht wie von der Wiese gewohnt gerade nach hinten, sondern in alle möglichen Richtungen und teilweise landete sie vor meinen Füßen. Ne große Katastrophe, mit gleichzeitigen Ruck der Schnurhand zu Begin des Abhebens(Rückschwungs) ging es besser.
-Besonders wenn ich bis kurz vor meinen Füßen eingestrippt habe und dann den Rückschwung ansetzen wollte, um die Schnur zu verlängern war es richtig bescheiden.
-Wie weit strippt ihr beim Meerforellenfischen ein, bis kurz vor die Füße oder lasst ihr mehr Schnur im Wasser, wenn ja wie viel ???
Rückschwung
-teilweise war es aufgrund der Windverhältnisse nicht möglich beim Rückschwung eine vollständige Streckung von Schnur und Vorfach zu erreichen, der Wurf hat in solchen Fällen jedoch relativ gut funktioniert, da der Wind mithalf, ist das normal ???
Vorschwung
-Super hat die Streckung des Vorfachs bei fast jedem Wurf geklappt, da scheint eine montierte Fliege doch sehr zu helfen
-ich hätte erwartet dass aufgrund der nassen/schwereren Schnur mehr Wurfweite drin ist, wurde aber entäuscht
-Der Wind hat manchmal die Schnur beim Wurf "verweht", so dass es nicht möglich war, in die gewünschte Richtung zu werfen, wie macht man dass richtig ???

Ich fische eine 9 Fuß 7/8 Rute mit einer WF8F Schnur, einem 9 Fuß intermediate Poly Leader und ein 0,22er Vorfach, ich habe dabei Streamer der Grüße 6 und 8 verwendet.

Ich habe ein wenig den Verdacht das die Schnur bei den niedrigen Temperaturen nicht richtig arbeitet bzw. nicht perfekt schwimmt, das würde die Probleme beim Abheben/Rückschwung erklären.

Für einige Anregungen wäre ich euch sehr dankbar.

Viele Grüße

Jörg

Verfasst: 14.01.2008, 16:51
von Christi
Hallo
Tja das ist halt oft das Streamerwerfen,
wenn du ihn aus dem Wasser ziest ist es ein großer Wiederstand,
versuchs doch erst mal mit dem Trockenfliegen und Nympfenfischen auf Äschen und Forellen oder was bei dir herrumschwimmt,
das mit der höheren Aftmaklasse erledigt sich dann von aleine :wink:


Gruß Christian

Verfasst: 14.01.2008, 17:36
von NBerlin
Hallo,ich gehe davon aus das du bis zum Bauch im Wasser gestanden hast und da wird alles ein bischen schwieriger.Zum Anfang nur Knietief ins Wasser.In Punkto Wind haben wir (glaube ich) alle so gewisse Probleme.Da kann nur der Doppelzug helfen.Wenn meine Schnur sich schlecht vom Wasser trennt mache ich vorher einen Rollwurf und dann erst über Kopf.Schnur nicht soweit einziehen das Gewicht vom Belly sollte draußen bleiben.
Grüße Norbert Berlin

Verfasst: 14.01.2008, 17:53
von Wolfgang Hinderjock
Und hier scheiden sich die Geister, ich fische beim Mefo-Fischen die Schnur grundsätzlich aus, das heißt ich strippe bis fast zum Ende der Schur ein, führe sogar noch das Vorfach durch Rutenführung weiter.
(meine Vorfächer sind meist sehr lang)
Zum schlechten Abhebeverhalten der Schnur, ich habe in dem geschilderten Fall das Gefühl, als wenn die Schnur mit kurzem kräftigem Ruck herausgeschlagen werden sollte, besser wäre hier die auf Spannung gebrachte Schnur mit einem sich beschleunigenden, langen Zug aus dem Wasser zu bringen, das dürfte auch noch bei einem "abgesoffenen" Belly problemlos klappen, wenn dieser noch ganz ausgebracht ist.

Verfasst: 14.01.2008, 18:07
von Dirk Janßen
Ich fische die Schnur wie Wolfgang i.d.R. auch aus. Ansonsten kann ich Dir empfehlen, eine kleine seitliche Rolle in die Schnur zu "werfen", d.h. beim Anheben der Rute einen kleinen Kreis im Uhrzeigersinn in der Luft beschreiben und die Schnur dann abzuheben. Der Kreis "wandert" Richtung Fliege und hebt die Schnur partiell etwas vom Wasser ab. Bei richtigem Timing (Üben, üben, üben) bekommst Du die Schnur dadurch a. leichter vom Wasser gelöst und b. spritzt die Schnur nicht so beim abheben.

TL
Dirk

Verfasst: 14.01.2008, 18:16
von pehers
Servus!

Ich glaube auch, dass Du zu schnell "anreisst" beim Abheben und möglicherweise sogar Kringel und schlaffe Leine vor die liegen hattest. Möglicherweise ist auch die Rute nicht ganz zum Wasser abgesenkt gewesen, was den Arbeitsweg beim Abheben weiter vermindert. Probiere es vielleicht ein paar mal ganz am Ufer aus, wo man nicht Gefahr läuft Fische zu verscheuchen, damit du ein Feeling für die Schnur bekommst, wie sie sich im Wasser verhält.

Offensichtlich hattest Du Rückenwind - darum hat der Vorschwung trotz mangelder Streckung funktionert. Versuche Dich trotzdem zu überwinden, solange an Dir zu arbeiten, dass Du in den Wind auch eine gute Streckung erreichst. Du wirst beim ersten Gegenwind froh sein. Versuche besonders präzise den Zeitpunkt der Streckung nach vorne zu erwischen, wenn Du den Rückwurf einleitest. Wenn man präzise wirft, geht das auch ohne Doppelzug bis zu einer gewissen Länge. Es ist dann besser eine enge Schlauf in den Wind zu wefen, also die Ebenen nur sehr wenig voneinander weg zu verlagern zwischen Vor- und Rückwurf. Aber lieber nicht so weite Würfe, als Tailing Loops...

Erst wenn Du das beherrschst, versuche den Doppelzug. Den Doppelzug immer zuerst langsam ohne Rute üben, dann erst in einer schnellen Bewegung.

Zum Mefo-Fischen an sich sag' ich lieber nix, da blamiere ich mich nur...

Petri Heil,
Hans

Re: Anfängerprobleme beim Werfen

Verfasst: 14.01.2008, 18:29
von Bernd Ziesche
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Re: Anfängerprobleme beim Werfen

Verfasst: 14.01.2008, 18:51
von Wolfgang Hinderjock
Bernd Ziesche hat geschrieben:

p.s. Wolfgang, Du holst das Vorfach bei jedem Einholen in die Rutenringe rein ??? :roll:
Nee doch, völliges Stissvermändnis, ich zottel die Fliege noch durch Rutenhebung seitlich weiter, so weit das geht, ziehe das Vorfach aber nicht weiter in die Rute ein.

Verfasst: 14.01.2008, 19:38
von fheizer
Vielen Dank erst einmal für die vielen und teils ausführlichen Antworten.

Ich grüble noch ein wenig darüber, wie es funktioniert, wenn man bis an Vorfach einstrippt, da ist ja kein Gewicht ausserhalb der Rute um wieder "Schwung" zu holen.

Verfasst: 15.01.2008, 07:56
von pehers
Servus!

Einfach ein bissl Schnur wieder irgendwie rauszaubern aus den Ringen, dann einen neuen Wurf beginnen... anders geht's nicht. Das Vorfach allein kann die Rute natürlich nicht aufladen.

L.G.
Hans

Verfasst: 15.01.2008, 09:42
von Daniel
Hallo Jörg,

die Schnur bekommst Du ganz gut wieder raus, wenn Du mit der Rutenspitze horizontal über das Wasser wedelst. Das Wasser "hält" die Fliege und das Vorfach "fest" und die lose Schnur rutscht wieder durch die Ringe raus. Die Rutenspitze sollte dabei knapp oberhalb der Wasseroberfläche sein. Meintest Du das auch Hans ?)

Aber nicht zuviel, sonst bekommst Du die Schnur wieder nicht abgehoben.

Probiers mal aus.

Beste Grüße

Daniel

Verfasst: 15.01.2008, 09:57
von Manfred Rietze
Hallo Jörg,

ich kann Dir nur einen Tipp geben. Gönn Dir einen FlyFi-Kurs z. B. bei Bernd verbunden mit einem Aufenthalt an der Küste (DK). So lernst Du am besten und der Erfolg wird schon kommen.
Alles Andere frustet nur, so jedenfalls meine Erfahrung.

Ich habe bereits drei Kurse gemacht , der Erfolg spricht für sich und es macht riesig Spaß mit der Fliegenrute, sei es mit der Trocken-od. Nassfischerei Fische zu überlisten.

Und noch etwas: Fang mit leichtem Gerät an zu üben z. B. Ruten Kl. 5 .
Mit eine gut abgestimmten Kombo fällt es uns Anfängern leichter ein Gefühl für die Komplexität des gesamten Wurfablaufes, Aufladen der Rute, Abheben der Schnur u. vieles mehr zu erlernen.

Und schließlich Üben, Üben, Üben... und das möglichst unter realen Bedingungen aber auch auf der Wiese.

Herzliche Grüße aus Kiel

Verfasst: 15.01.2008, 10:53
von pehers
@Daniel:
Exactly!
Da findet jeder mit der Zeit seine eigene Art, wie er das macht!

@Manfred:
Da muss ich widersprechen: Selbst weiter üben!!! Du kontrollierst Dich offensichtlich gut selbst und das ist der einzige Weg, besser zu werden! Kurs ist nicht das Allheilmittel!

Auch was die Schnurklasse betrifft, bin ich anderer Meinung - solange es keine Schussköpfe sind, sind höhere Klassen genauso zu werfen wie niedrige und sind viel weniger anfällig für kleinen Abweichungen und Wind. ME gewöhnt man sich von Anfang an ruhigeres Werfen an.

Beste Grüße,
Hans

Verfasst: 15.01.2008, 12:23
von Fatih
Moin Jörg,

habe schon bei deiner Vorstelleung geschrieben. :wink:

LG

Fatih

Verfasst: 15.01.2008, 14:40
von Bernd Ziesche
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