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Faszination Fliegenfischen

Verfasst: 24.01.2008, 19:00
von master136
Hallo,liebe Fliegenfischer !
Wie seid ihr eigentlich zum Flugangeln gekommen ?? :lol: :lol:
Was fasziniert euch so daran ?? :lol: :lol:

Gruss Stephan

Verfasst: 24.01.2008, 19:44
von hechtmichel
Hallo,
ich fische seit einem guten jahr mit der Fliege, es klappt schon sehr ordentlich.
Und was mich daran so fastziniert.
Diese Frage ist sehr schwierig. Meine Freunde fragen mich auch sehr oft was ich daran denn so toll finde.
Naja alles :D , erst am Bindetisch sitzen, bis in die Nacht hinein, irgendwelche Fliegen entwerfen, Zeitschriften über neue Anbiettechniken, Werfen oder Binden zu lesen, das Werfen auf dem Sportplatz und natürlich dann am Wasser alles umzusetzen.
Ich schaue mir im Internet Videos von Fliegenfischern auf der ganzen Welt an und hoffe das ich Nachts davon träume, ich würde am liebsten von der Schule daheim bleiben, das Zelt packen und nach Österreich laufen.
Ich denke jede "freie" Minute an Fliegenfischen.

Verfasst: 24.01.2008, 21:36
von Darth Wader
irgendwann hatte ich mal einen bericht über fliegenfischen gelesen. das war's.

am faszinierensten ist für mich der augenblick, wenn eine trockenfliege genommen wird.

Verfasst: 24.01.2008, 23:31
von Flyfisherman
Hallo,

ich war mit einem guten Freund drei Monate in Alaska unterwegs, der hatte unter anderem eine sogenannte Fliegenrute dabei.

Und er fing wesentlich besser wie ich, erstens mehr und dann kam der Tag an dem mein Freund mit der Fliegenrute,
einen richtig dicke Brummer von Steelhead (Meerforelle) gelandet hat, und wieder schonend zurückgesetzt hat.
Genau 1,06m lang und ziemlich schwer :lol:
Das war der Tag, wo ich aufmerksam geworden bin aufs Fliegenfischen !!
Seitdem bin ich dem Fliegenfischen verfallen.

Bild

Die dynamische Biegung der Fliegenrute und das kreischen der Bremse von der Rolle ist einfach eine Faszination die man nicht mehr vergisst und vergessen will.
Und wenn man solch ein Fisch in die Freiheit zurückläßt hat man einfach ein saugutes Gefühl dabei.

Gruß
Sascha

Verfasst: 25.01.2008, 10:50
von Jaegher
Tja wie das so ist.
War in Schweden beim Angeln. Wollte meine Camperferien mit dem Angeln an der Mörrum verbinden und hatte keine Chance da die Lachse nicht stiegen.
Auf dem Meer wars mit Pilker erfolgreich. Aber als ich im ABU Shop war konnte ich dem Angebot des Fliegenfischersets nicht widerstehen.

Tatsächlich ist das Gefühl bei einem Trockenbiss kaum zu überbieten.
Meine erste Forelle auf Trockenfliege hab ich diesen Frühling an der Tarn im französischen Zentralmassiv gefangen. Ich war alleine im Talabschnitt und hab bestimmt 15mal die Fliege gewechselt und mehr oder weniger präzis angeworfen.Bin dann Aber mit einer sehr schönen Bachforelle belohnt worden, welche nach diesem fairen Kampf wieder in die Freiheit entlassen wurde. Zu meiner Freud stieg das Tier am nächsten Tag an der gleichen Stelle wieder nach den schlüpfeneden Mücken, jedoch ohne von mir wieder gestört zu werden.

Aber auch das Fliegenbinden und sich beim Bier darüber austauschen mag mich immer wieder Faszinieren.

Gruss Andi

Verfasst: 25.01.2008, 12:28
von webwood
Ganz einfach,

ich hab so vor 25 Jahren ne Glasfieber Rute geschenkt bekommen samt Schnur und Rolle. Echtes nobles Getackel damals. Na ja und dann hats mich halt nicht mehr losgelassen.

TL

Thomas

Gebissen !!

Verfasst: 25.01.2008, 16:48
von kaalsche
So wurde ich gebissen:

Ich habe mit 16 Jahren eine Fliegen-Kombo von Shaekespeare geschenkt bekommen. Außer der Schnur war eigentlich nichts brauchbar.

Geschlagene 6 Wochen habe ich intensiv damit gefischt und dann habe ich mit der Trockenfliege meinen ersten Fisch ein Rotauge gefangen. Seither hat es mich nicht mehr losgelassen und ich fische 95% mit der Fliege - ca. 40-50 Tage im Jahr.

Bei uns in der Hinterpfalz war ich damals ein Exot, aber ich kann mit Stolz behaupten einige Freunde infiziert zu haben die heute noch davon begeistert sind.

Ich versuche eigentlich nur in einigermaßen intakten Gewässern zu fischen. Das Fliegenfischen passt einfach zu meiner Philosophie und erlaubt mir einen schönen, wertvollen Fisch auch wieder schonend auszulassen. Ich fische seit über 30 Jahren und muss nicht mehr so viele oder große Fische fangen. Klar freue ich mich über einen großen Fisch, aber das Fliegenfischen ist mehr - nur erklären kann ich das nicht!!

Mein Lebenstraum ist auf alle Fälle mit 70+ noch in einem schönen Gewässer stehen zu können und die Peitsche zu schwingen - ähnlich wie in der Schlussszene von "aus der Mitte entspringt ein Fluss" *Dauergänsehaut während ich das schreibe*.

Martin

Verfasst: 25.01.2008, 18:34
von brummer
Klar freue ich mich über einen großen Fisch, aber das Fliegenfischen ist mehr - nur erklären kann ich das nicht!!

Genau so ergeht es mir auch,es ist nicht erklärbar.Als ich mit dem Fliegenfischen anfing,da war ich,ehrlich gesagt,noch richtig fischgeil.Das Fanglimit wurde meistens ausgeschöpft.Mit den Jahren ist das anders geworden,ich nehm schon noch den ein oder anderen mit wenn der Bauch knurrt,ich sitz aber auch den halben Angeltag nur im Gras und beobachte,erfreue mich an der Natur und laß die Seele baumeln.Ich bin sicherlich kein Spezi,für meine Verhältniße fang ich ganz gut,in den letzten 2-3 Jahren hab ich aber auch gute Fische zurückgesetzt......20-30 Jahre will ich noch fischen,wenn mich danach mal jemand fragt was Fliegenfischen für mich bedeutet kann ichs vielleicht erklären.

Rene`

Verfasst: 26.01.2008, 08:52
von hares ear
Hallo Zusammen,
angefangen habe ich im zarten Alter von 17 Jahren weil ich, mit gerade bestandener Sportfischerprüfung, eine Lizenz an der Wupper hatte und es relativ schnell leid war Mepps Drillinge aus untermassigen Bachforellen zu pulen. Die erste Rute war ein Glasstock von der DAM, den ein Vetter meiner Mutter gekauft hatte und nicht verwendete (heute fischt er mit der Fliege und wir gelegentlich zusammen).
Das ist jetzt 28 Jahre her, das Flussstück ist leider im Wupperstausee verschwunden und ich fische heute das Tailwater dahinter (350 km von meinem Wohnort entfernt pure, unvernünftige Sentimentalität) .
Die Faszination besteht für mich oft darin alleine oder mit guten Freunden (es gibt nichts schlimmeres als mit einem Nervsack zu fischen) am Wasser zu sein und mich auf den Fisch zu konzentrieren und an der Natur zu erfreuen. Alles Andere wird dadurch oft in die richtige Perspektive gesetzt.
TL
Florian

Verfasst: 26.01.2008, 15:10
von Brocki
Moin Gemeinde!

Ich komme aus der Ansitz-und Spinnfraktion.Auch das Brandungsangeln ist mir nicht unbekannt.
Vor 4 Jahren hat mir mein Arbeitskollege einen alten,einfachen Bindestock zukommen lassen,weil ich mit dem Gedanken gespielt habe Köder aus Naturmaterial zu verwenden - hauptsächlich auf Hecht.
Da nun der Bindestock da war und Q-Tip´s auch,habe ich mir eine Fahrradspeiche zu einem Tubenfliegenwekzeug umgebaut.
Dann habe ich noch einen Edelstahlschweissdraht geformt und unter das Wattestäbchen (Watte wurde entfernt-klar) gebunden,als Halterung für einen Drilling.Dann noch reichlich Kaninchenstreifen und Pfauengras und ein paar rote Federn als Flossen.Ich war über 2 Stunden am Basteln und über das Ergebnis angenehm überrascht.
Nächsten Tag bin ich also mit meinen Pelzvieh an einen See gefahren,die Spinnrute ausgepackt und mit einem Spirolino (20g schwimmend) bestückt.Dazu kamen noch 2m geflochtenes Vorfach und 40cm Stahlseide.
Und wirklich...nach den 4. Wurf habe ich glatt einen 85er Hecht gefangen.Der Köder war im Magen,glatt verschluckt und ich habe es nicht einmal bemerkt (Führungsfehler!).
Von diesem Ereignis wurde ich überzeugt,das es nichts schöneres gibt als mit selbstgebautem Köder zu fangen.
In der Firma unterhalten wir uns oft über das Angeln (dieser spezielle Kollege) und irgendwann wollte ich es einfach wissen: Bin ich in der Lage eine Fliegenrute zu werfen? Mein Kollege riet mir ab damit anzufangen,wegen der Kosten die auf mich zukamen.
Das alles war mir aber völlig egal! 100€ habe ich investiert bei einem Internetauktionshaus für Rute-Rolle-Schnur Kombi.Heute würde ich dieses Zeugs nicht einmal mehr mit dem A..... angucken (Rute u. Rolle),aber zu diesem Zeitpunkt war es mir völlig egal und ich hatte auch überhaupt keine Ahnung.
Von einer DVD habe ich gesehen wie eine Fliegenrute gehandhabt wird.Zwar nur sehr kurz,aber für mich ausreichend um das Grundprinzip zu begreifen.
Also ab auf die Wiese und probieren.Ist es wirklich so schwer so ein Teil zu werfen?
Nachdem ich mir die Schnur ein parr mal um die Ohren gehauen habe- im wahrsten Sinne des Wortes - hat es dann geklappt.
Ich war in der Lage die Schnur hoch zu halten und gut 15m von mir weg zu befördern. DAS WAR ES....
Ich fühlte mich auf einmal so schlecht und wurde ganz kränklich, schüttelfrost durchzog mich usw..
Mein Arzt erklärte mir ich sei unheilbar krank,infiziert mit dem so genannten Fliegenfischervirus.
Ich habe mich damit abgefunden und fühle mich heute sauwohl dabei!!!

So,das war meine kleine Geschichte zu diesem Fred.

Beste Grüße-

Micha

Verfasst: 26.01.2008, 17:26
von Georg.H
Hallo, mich hat es auch vor einigen Jahren auch voll erwischt (wahr vorher schon leidenschaftlicher Fischer) ,
auf einer Fischermesse habe ich die Wurfdemos eines Wurflehrers gesehen und wahr schon infiziert. Gleich eine billige Combo gekauft
dazu 2 Bücher von Mel Krieger und Hans Eiber und vorbei wahr es,
seid dem lässt es mich nicht mehr los. Und bei uns dreht sich alles nur mehr ums Fliegenfischen.

An dieser stelle auch mal einen Grossen Dank an unsere Frauen für die Toleranz und Nachsicht für unser Leidenschaft.

Das ist meine Geschichte.

Gruß,
Georg

Verfasst: 27.01.2008, 00:27
von HarryR
Hallo Stephan.

Auch ich will meinen Beitrag zu Deinen Fragen leisten, weil ich heute dankbar bin für alle guten Tipps und Geschichten die ich von anderen Fliegenfischern erfahren durfte.
Das beantwortet auch schon einen Teil Deiner Frage und zwar was einen fasziniert an der ganzen Geschichte... mir ist bis heute nach 10 Jahren noch NIE ein Fliegenfischer begegnet wo ich das Gefühl hatte, man wäre nicht mit Respekt und Anstand miteinander umgegangen. das ist leider in unsrer heutigen Gesellschaft oft anders...

Deine Fragen waren:

1.) Wie seid ihr eigentlich zum Flugangeln gekommen ??
2.) Was fasziniert euch so daran ??

zu 1.) Mein Vater ist ebenfalls Fliegenfischer und hat mich als kleinen Bub oft mit ans Wasser genommen. Nur das Fliegenfischen habe ich mir selbst erst mit 28 beigebracht und mit 29 dann ordentlich in einem Kurs gelernt. Mit meinem Vater war ich als Kind viel am Wasser und habe auch selber immer geangelt, aber ich denke als Kind war ich noch nicht "ruhig" genug dazu, aber ich genoß in den Ferien immer die Ausflüge mit ihm, mit Zelten und Lagerfeuer...sehr schöne Erinnerungen.

Dann wurde ich ein Teenie ;-)
Da war ja vieles "wichtiger" als die Fischerei, besonders die Sachen, die mit "F" anfangen, Feiern, Fußball, Fräuleins etc. Hatte da einfach keine Zeit und Ruhe und ehrlich gesagt zu der Zeit war die Fischerei etwas in Vergessenheit geraten, außer ab und zu mit Freunden mal paar Würmer baden...

Ich weiß selbst nicht genau warum, aber irgendwann erinnerte ich mich daran, das mir Angeln doch immer ein gutes Gefühl gegeben hat. Daraufhin machte ich die Fischerprüfung. Mein Vater hatte noch eine alte Sakespeare Fliegenrute mit einer viel zu schweren Balzer Fliegenrolle. Aber ich habe es so mehr oder weniger auf die Reihe bekommen. Trotzdem hatte ich immer einen Heidenrespekt vor anderen Fliegenfischern mit richtiger Ausrüstung sowie werferischen Können, im Gegensatz zu mir.

Zu 2.)
Die Faszination begann dann eigentlich als ich das erste Mal eine kampfstarke Bachforelle mit einer Trockenfliege überlisten konnte, dieses Gefühl, des spüren jeder Flucht und Drehung des Fisches hat mich praktisch "infiziert". Sofort war mir klar: DAS hier ist es, und wenn ich weiter mache, DANN richtig.
Darauf folgte ein Anfängerkurs in Kötschach an der Gail. Dort habe ich von Karl Zankl erstmal das richtige Werfen gelernt und vieles über das Fliegenfischen selber. dafür bin ich ihm heute noch sehr dankbar. Übrigens fahre ich im Sommer(genau 9 Jahre später) wieder dorthin, allerdings um viele Erfahrungen und Dramen reicher...aber noch laaaange nicht perfekt. Mit mir fährt ein Freund, dem ich letztes Jahr das Fliegenfischen näher bringen durfte, er ist ebenfalls voll "infiziert"...manchmal erkennt man echt Parallelen im Leben...

Heute leben wir in einer anderen Zeit, aber ich denke der Film und auch das Buch " Aus der Mitte entspringt ein Fluß " bringt ebenfalls einiges rüber was das Fliegenfischen so faszinierend macht.

Als wichtigen Punkt sehe ich auch an, das es eine faire Fischerei ist, man kann untermassige und auch große Fische wieder schonend zurücksetzen, da sie in den allermeisten Fällen nicht verletzt werden. Es wäre nicht akzeptabel für mich, wenn ich sehr viele Fische im Endeffekt töten würde. Natürlich nehme ich ab und an Fische mit, aber doch recht selten.

Fliegenfischen ist so ein komplexes Thema, und jeder findet trotzdem auf seine Weise die Erfüllung darin, auch weil es immer neue Herausforderungen auf Lager hat... wie das Leben.

Nächsten Winter werde ich mit Fliegenbinden anfangen...


HARRY

Autodidakt

Verfasst: 07.02.2008, 11:20
von piscator
Moin,
es war 1971, als wir zum ersten mal nach Norwegen fuhren -- mit Bulli und ohne Kohle, aber im Gepäck ne Shakespeare Hohlglasrute #6 mit Rolle und Schnur und E. Wiedeholz "Fliegenfischen für Jedermann". Dann auf dem ersten Standplatz am Flussufer aufgerödelt -- Trockenfliege drann in der Linken das Buch -- mit Bildern -- auf Lesen stand ich nicht so und los gings.
Meine Liebste machte schonmal Feuer -- ist normalerweise kontraproduktiv -- und schon eine Stunde später brutzelten die ersten Saiblinge auf dem Feuer -- infiziert!!!! Jürgen

Verfasst: 08.02.2008, 11:52
von Jaegher
Hallo Jürgen
Tolle Geschichte, ein Orginial Bulli Zeitgenosse, bin jetztiger Bulli Besitzer. Vor 3 Jahren bin ich auch mit dem Bulli nach Norwegen gefahren. Jedoch mit dem 78er Westfalia.
War da noch Blechfischer, das nächste Mal wird die schlanke gerte dabei sein.
Aber der Bulli gibt mir in meinen Angelurlauben die nötige Freiheit.
Fische kochen/grillen am Fangplatz inklusive. Leider kostet der Bulli als Hobby noch mehr als das FLFI.
Gruss Andi

Verfasst: 08.02.2008, 16:29
von C.C.R
Hallo zusammen,

was am Fliegenfischen am meisten fastiniert ist für mich das gefühl näher am Fisch zu sein, z.b. drillt man evtl. aus der Hand, was bedeutet: Hand-Schnur-Fisch und nicht Hand-Rollengetriebe-Schnur- Fisch. Einfach schön direkt!
Direkt ist auch ein gutes Wort: Oft fischt man ja direkt auf sichtbare Fische 8)
Was vielleicht nicht so emotional ist, wäre die Tatsache das man beim Fliegenfischen nicht viel Gerät mit sich herum trägt. Weste anziehen, Rute und Kescher in die Hand und es kann losgehen,also dann tight lines.

Jürgen