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CDC-Fibern als Bündel verarbeiten

Verfasst: 07.06.2008, 11:25
von Thomas Trout
Hallo CDC-Experten,

bislang habe ich CDC´s bei Trockenfliegen immer mit Kiel eingebunden.
Bei einer Reihe von Fliegen (gekauften :oops: ) sind anscheinend nur Fiebern ohne Kiel eingebunden; außerdem habe ich einige Bindeanleitungen für CDC-Trockenfliegen gefunden, bei denen ein CDC-Fibernbündel (also keine Schlaufentechnik) verwendet werden soll. Dies erscheint mir auch logisch, denn es geht dabei um Fliegen der Größen 18, 20 und auch noch kleiner.

Meine ersten Versuchen in dieser Richtung haben zu keinem Erfolg geführt, da es mir nicht gelang, ein definiertes Fibernbündel zwischen Daumen und Zeigefinger der linken Hand zu bekommen. Auch beim Stöbern im Netz bin ich zu diesem Thema nicht fündig geworden.

Wo ist der "Kniff", um ein CDC-Fibernbündel zu bekommen? Für jeden Hinweis bin ich dankbar.

TL,
Thomas

PS: Ich verwende unselektierte CDC´s "aus dem großen Beutel".

Verfasst: 07.06.2008, 11:42
von Spessart Räuber
Hallo Thomas,

die einzige Technik für diese Art des CDC Bindens die ich kenne stammt aus dem Buch "Entomologie für Fliegenfischer". Da wird sehr schön gezeigt, wie man lediglich die Fibern als Flügelmaterial zurückbehält. Diese werden nicht vorab vom Kiel abgetrennt, sondern im Verlauf des Bindevorgangs.

Ich bin leider sehr im Zeitdruck, werde jedoch diese Tage eine genaue Beschreibung des Vorgangs liefern.

Cheers

Klemens

Verfasst: 07.06.2008, 12:47
von Börni
Es gibt da auch die Möglivhkeit, das Magic Tool von Marc Petitjean zu kaufen. funzt bestens!

Verfasst: 07.06.2008, 13:21
von buselito88
Ich kann dir auch zum Magic Tool raten, denn damit hast du die grösste ausbeute von Fibern. Jedoch gibts noch die andere Art, indem du die CdC faltest und zwar über den daumen. Das ganze zwei mal und schon hast du ein kleines feines Bündel Fibern. Nun nur noch den Kiel abschneiden und den Rest einbinden.
Gruss Pascal

Verfasst: 07.06.2008, 14:45
von Tom Sawyer
Hallo,

hier ist eine Beschreibung wie´s Gerhard Laible macht:

http://www.der-fliegenfischer.de/bisher/index.html

Einfach runterscrollen, der 2. Bericht erklärt die Falttechnik.


Viele Grüße

Thomas

Verfasst: 07.06.2008, 16:19
von Marco Reisen
Hi

Text und Quelle:Flyfishing Loidl "http://www.flyfishingloidl.at/fliegenmu ... liegen.asp"
Bindeanleitung der Flymphe die von Walter Reisinger bekannt wurde.
Das ist die Technik die Klemens meint.
Es gibt auch noch ein Tool von Marryat siehe http://www.fliegenfischer-forum.de/marryat2.html

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Die Flymph
	   
Als Trockenfliege, am besten mit einem fettfreien Schwimmmittel schwimmfähig gemacht, ist die Flymph auch eine sehr gute Dun-Imitation für sehr kleine Eintagsfliegen wie die Pale Watery. Mustervariante für BWO und Olive Dun.
Flymph 	
Bindematerial:
Haken:
Bindefaden:
Schwanzfäden:
Körper:
Thorax:
Flügel: 	
 
TMC 900 BL, Größe 14
helloliv
Hahnenhechelfibern grizzly
Antrondubbing helloliv
Magic Dub olivgrün
CDC-Federn

Bindeanleitung:
1. 	Bindefaden festlegen, die Schwanzfäden einbinden (ca. 2/3 Hakenschenkellänge).
2. 	Den Hinterleib mit Dubbing formen.
3. 	Zwei Entenbürzelfedern übereinander legen und an den Spitzen festhalten. Mit der anderen Hand die Fibern mit Gefühl in Richtung dickes Kielende streifen. Die so präparierten Federn mit zwei Windungen einbinden.
4. 	Die beiden CDC-Federn mit sanftem Zug an beiden Spitzen gleichzeitig durch die Fadenwicklung bis ca. 2/3 der Kiellänge nach hinten ziehen.
5. 	Die zwei Windungen mit dem Bindefaden bündeln dabei die Fibern in Richtung Hakenöhr.
6. 	Die Entenbürzelfedern auf dem haken der Länge nach so ausrichten, dass Kiele und Fibern nach vorne über das Öhr hinausragen und dann mit zwei bis drei zusätzlichen Windungen festbinden. Die letzte Wicklung sollte den Faden an die Stelle bringen, wo die beiden CDC-Federn eingebunden sind.
7. 	Nun die Fibern mit zwei Fingern wie abgebildet nach hinten streifen, festhalten und mit zwei Windungen des Bindefadens die beiden Kiele festbinden.
8. 	Den Richtung Hakenbogen ragenden Teil der Entenbürzelfeder und die nach vorne stehenden Kiele abschneiden.
9. 	Ist man richtig vorgegangen, ragen nur die Fibern in die Höhe.
10. 	Als Abschluss Magic Dub anspinnen (oder mit der Schlaufentechnik aufnehmen) und dieses mit je zwei Wicklungen vor und hinter die Bürzelfedern legen. Diese werden dadurch nach oben stabilisiert. Mit einem Kopfknoten abschließen und diesen lackieren.
11. 	Die Fliege faconnieren, die zu langen CDC-Fibern kürzen, das Dubbing des Thorax ausbürsten und wenn notwendig beschneiden. Der Thoraxbereich sollte pummelig wirken.
TL Marco

Verfasst: 07.06.2008, 23:04
von Spessart Räuber
Hallo,

@Kyllfischer

Vielen Dank, das erspart mir das beschreiben dieser Technik. Exakt getroffen, die habe ich angesprochen.

Cheers

Klemens

Verfasst: 11.06.2008, 22:00
von Thomas Trout
Vielen Dank für die Tipps!

Sowohl die Methode Reisinger als auch die Methode Laible habe ích nachbinden können. Das Marryat-Tool werde ich auch noch ausprobieren. Beim Magic Tool von Marc Petitjean habe ich den Eindruck, dass es eher für die Schlaufentechnik gedacht ist, oder habe ich da etwas übersehen?

TL
Thomas

Verfasst: 11.06.2008, 22:13
von AndreasKR
Thomas Trout hat geschrieben:Beim Magic Tool von Marc Petitjean habe ich den Eindruck, dass es eher für die Schlaufentechnik gedacht ist, oder habe ich da etwas übersehen?
Hallo Thomas,

hast nix übersehen, is genau so wie du sagst :D

Verfasst: 07.07.2008, 17:30
von maggus
Hallo Leute,

auch ich möchte mal in das Binden von CDC Fliegen einsteigen und stolpere bislang noch rein in der Theorie über kleine aber feine Unterschiede im Vergleich zur herkömmlichen Technik! :-)

Ich habe eben mal versucht die Falttechnik von Gerhard Laible nachzuvollziehen, weil mir die Schlaufentechnik sehr eigenartig vorkommt.... :-) Versteh ich das richtig dass man einfach nur die Fasern der Entenbürzelfeder idealerweise 90° zum Federkiel ausrichtet, 1-4 mal faltet und dann nochmal 90° zur bisherigen Faltrichtung? Ich hoffe schon.... :-)

Dann müsste man ein Bündel von CDC Fasern in der Hand halten, die man wie gewünscht anbinden kann...

Über jeden Tip zum Thema wie verarbeite ich CDC´s würde ich mich sehr freuen!

Gruss Markus

dazu muss ich auch noch was sagen....

Verfasst: 08.07.2008, 14:33
von Dr.Do
welche technik hier noch fehlt (aber altbekannt ist ): das einbinden der gesamten cdc feder. wichtig hierbei ist, dass man die kleinsten, fast unbrauchbaren nimmt und an der (dünnen) spitze am bogen einbindet und mit der hechelklemme den strunk um den schenkel dreht, und die fibern nach jeder drehung, ähnlich wie bei der schlaufentechnik, nach oben drappiert. man nimmt für hakengrösse 16 an die 3 cdc federn, nicht das helle strunkende (kielende)benutzen, wenn man dunkle farbtöne verwertet. Nimmt man nur eine grosse cdc gehts zwar schneller, aber nach ein paar würfen oder bissen verdrallen sich die fibern und das ding schaut aus wie inge meisel unterm arm.
wenn man mehrere kleine cdc federn hintereinander einbindet erhöht sich auch die schwimmfähigkeit der fliege. wenn die fibern am strunk bleiben, sind sie irgendwie stabiler und ihr könnt das ding ewig fischen. am besten fischt sie wenn sie schon ein bisschen vollgespeichelt ist (nicht von euch/fisch) und im film rummacht.
noch ein tipp: wenn man hinten mit der kleinsten anfängt und immer etwas größere nimmt ergibt sich eine sedge ähnliche kontur.
mal ausprobieren. ich mag diese technik mittlerweile am liebsten. kein grosses gefummel und schwimmt wie ein korken.
kläuschen

Verfasst: 08.07.2008, 15:10
von maggus
Hi Kläuschen,

das klingt ja prima.... Verstehe ich Dich richtig dass man die kleinen Entenbürzelfedern wie eine "normale" Hechel um den Hakenschenkel drehen kann? Ich schreibe so "laienhaft" weil ich bislang noch keine CDC Fliege gebunden habe und erst noch das Material auswähle! :-)

Die von dir beschriebene Technik klingt aber sehr leicht!

Gruss Markus

Verfasst: 08.07.2008, 23:26
von Dr.Do
nicht ganz. :D :D :D
die normale hechel wird gleichmässig um den hakenschenkel gewunden, von der cdc werden aber nach jeder windung die fibern nach oben drappiert, je weiter nach vorn zum kielende, desto wichtiger, da die hecheln immer dichter und interessanter werden, die cdc feder soll unbedingt bis zum kielende eingebunden werden, zumindest am hakenöhr, da das kielende die tollsten fibern enthält.
das drappieren (also das abstreifen der cdc fibern nach oben vorne, dem öhr entgegen kommt entscheidende bedeutung zu. versuche wenigstens zwei federn pro haken einzubinden. dabei kann die hintere übrigens auch als gefalteter cdc büschel eingebunden werden. es kann also kombiniert werden.
lg
kläuschen