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Fische photographieren aber wie?

Verfasst: 22.07.2008, 14:11
von maggus
Hallo Leute,

ich gebe zu dass ich mir unglaublich gerne tolle Photos von superschönen Fischen ansehe... Ausserdem gehöre ich auch zu den Fischern die catch and release für durchaus positiv befinden... vor allem bei selteneren Fischarten!

Mir ist aufgefallen, dass viele Fischer Photos von Ihren Fischen machen, während der Fisch im Wasser auf einem Stein oder auf dem Kiesgrund liegt (am Augendrehreflex sieht man dass der Fisch noch fit ist) .... Ich habe das noch nie ausprobiert und werde es wohl auch nie tun... Ich wündere mich nur (a) warum die Fische dabei offensichtlich ruhig bleiben und ich frage mich (b) ob diese Methode nicht doch dem Fisch mehr schadet als ein kurzes Photo während der Fisch noch am Haken ist oder ein kurzes Photo in der (nassen) Hand...

So gern ich die schönsten Photos von meinen gefangenen Fischen hätte, es geht für mich immer vor, den Fisch so schonend wie möglich wieder zurückzusetzen, am besten durch Lösen eines widerhakenlosen Hakens noch im Wasser...

Mich würde Eure Meinung zu diesem Thema interessieren...

Gruss Markus

Verfasst: 22.07.2008, 15:10
von NortonHeat
Hi Markus,

ich sehe das mittlerweile genauso wie Du. Noch vor einiger Zeit habe ich meine Fische auch am Uferrand fotografieren. Das ging mal mehr und mal weniger problemlos. Einige Fische haben schön ruhig gehalten und andere haben wie verückt rumgezappelt. Irgendwann hatte ich dann ein Schlüsselerlebniss. Ich habe eine wunderschöne ziemlich große Bachforelle gefangen und versucht diese am Uferrand zu fotografieren. Der Fisch ist dermaßen durchgedreht, hochgesprungen und auf einen Stein geknallt das mir das noch Tage danach ein schlechtes Gewissen bereitet hat :smt010 . Die Forelle hat das zwar überlebt, aber im nachhinein ist es das alles nicht wert gewesen. Ich fotografiere meine gefangenen Fische nur noch wenn ein weiterer Angler in unmittelbarer Nähe ist der ein schnelles Foto schießen kann. Ansonsten bleiben tolle Bilder und Erlebnisse im Kopf.

Viele Grüße

Alex

Verfasst: 22.07.2008, 15:55
von Marco Reisen
Hi
fotografiere meine gefangenen Fische nur noch wenn ein weiterer Angler in unmittelbarer Nähe ist der ein schnelles Foto schießen kann
Das ist wohl die beste Art wo man Gewissenhaft mit leben kann.
Wenn der Fisch dann noch im Wasser oder der Nassenhand wärden des Ablösens kurz in die Kamera gehalten wird empfinde ich dies als Perfekt.
Wenn man aber den Fisch entnehmen möchte kann man nach dem Abschlage den Fisch auch am Ufer etc ablichten.
Ich sehe es als zulange an selbst Fotos von den Fischen zu machen, ich habe mal versuche gemacht, die Digi umzuhängen und ohne viel drum herum einfach schnell drauflos geknipst, aber durch das Wackeln werden viele Fotos nichts.

Gruß Marco

Verfasst: 22.07.2008, 16:56
von maggus
Hi Marco,

das sehe ich genauso... die Photos im Stil Rute mit eingeklemmter Flugschnur, hochgehalten und Vorfach auf Spannung gehalten und Digicam in der anderen Hand halten, scharfstellen und Abdrücken werde in ca 1% der Fälle super! :-) egal.... im Zweifel für den "Gehakten"... :-)

Gruss Markus

Verfasst: 22.07.2008, 16:59
von Hans.
Hallo,

Fische alleine zu fotografieren geht wirklich am Besten bei denen, die entnommen werden und abgeschlagen sind (siehe Foto links).

Noch lebende Fische an der Schnur vor sich im Wasser in Positur bringen erfordert Übung, rasches Handeln und eine flott einstellende Kamera, dass muß Zack gehen. Ein dauerndes Rumzerren des müden Fisches nur um eines Fotos willen ist nicht waidmännisch.

Abgehakte Fische noch irgendwie handhaben oder hinlegen, um sie allein zu fotografieren ist ebenfalls sehr grenzwertig, ich habe das bisher zweimal gemacht und bin im Nachhinein nicht glücklich darüber gewesen. Es stand das Ego im Vordergrund und nicht der Fisch, ich werde es künftig sein lassen.

Es geht nichts über einen Begleiter, der die Fotos macht. Man hat zwei nasse Hände, der Fisch bleibt im Wasser und wird für wenige Sekunden in die Kamera gehalten. Der Begleiter sollte dann aber auch ruck-zuck mehrere Fotos machen, und gut ist.

Grüße
Hans

Verfasst: 23.07.2008, 08:16
von derLange
Moin,

also ich bin ja noch nicht lange dabei, aber ich finde die ganze fotografiererei plus anschliessendes zurücksetzen, nicht nur grenzwertig sondern komplett überflüssig. Besonders wenn man allein unterwegs ist. Da sollte mann sich lieber auf zügiges drillen konzentrieren, anstatt schon an die fotosession zu denken.

ich mach wirklich gerne fotos, aber dann lieber ohne die unfreiwilligen "wassermodelle".

Erst drillen, dann noch eben hoch in die luft halten, habhaken, freisetzen etc............ find ich nicht gut!
:evil:
auch wenn's viel praktiziert wird (wie man in einschlägigen fotoforen sehen kann)

gruss
Jan

Verfasst: 23.07.2008, 08:31
von Heinz
Hallo,

fotografieren, wenn der Fisch zurückgesetzt werden soll, geht wirklich nur dann gut, wenn eine zweite Person schnell die Fotos macht (z.B. beim Fischen mit Guide, oder wenn die (hoffentlich) fotografiebegabte Frau oder Freundin ) mit dabei ist. Sonst lasse ich es lieber. Übrigens-Fotos von bereits getöten Fischen mit starkem Weitwinkel (damit der Fisch grösser erscheint) und dafür Wurstfingern und kleinem Menschenkopf finde ich fotografisch ekelig und täuschend. Die Angelegenheit wird auch nicht besser, wenn die Finger hinter dem Fisch möglichst versteckt werden, um diesen"Wurstfingereffekt" zu verhindern. In dieser Angelegenheit sollten sich besonders Journalisten und Angelzeitschriften zurücknehmen (meist betrifft das allerdings Karpfen-, Hecht- und Zanderfotos).

Grüsse
Heinz

Verfasst: 23.07.2008, 09:38
von maggus
Hallo Leute,

es freut mich zu lesen, dass wir uns scheinbar alle einig sind dass der Fisch vor einem schönen Photo vorgeht! :-) Das hätte ich angesichts der vielen "schönen" Photos von ausgedrillten, müden und lebendigen Fischen, die am Üferrand "abgelegt" und photographiert werden gar nicht erwartet!

Vielleicht traut sich aber auch niemand eine Lanze für die Paparrazzi-Fraktion zu brechen, weil die Kritik absehbar wäre? Egal, ich freue mich ...

Gruss Markus

Verfasst: 23.07.2008, 12:05
von Joerg Giersbach
Hallo Leute!
Ich mache nur Foto`s von einem Fisch,wenn er abgeschlagen und Mausetot im Gras liegt!!!
Alles andere finde ich Persönlich nicht so gut!!!
Gruß Jörg

Verfasst: 23.07.2008, 12:20
von Marco Reisen
Hallo,
es freut mich zu lesen, dass wir uns scheinbar alle einig sind dass der Fisch vor einem schönen Photo vorgeht! Smile Das hätte ich angesichts der vielen "schönen" Photos von ausgedrillten, müden und lebendigen Fischen, die am Üferrand "abgelegt" und photographiert werden gar nicht erwartet!
Vielleicht versteht nun somancheiner die Fotogalerie 2.
@Heinz
Die Fotos mal abgsehen vom Wurstfingereffekt, sollten aber auch etwas
Ästetikes ausstrahlen.
Solche Fotos ich verlinke nur drauf, IMHO nicht schön an zu sehen.
-Foto-
OK gehört auch zum Fischen, aber solch eine darstellung ist Geschmalsache.
Die ist jetzt nur ein Bsp. es gibt wohl unzählige solcher Fotos die dem einen oder anderen nicht gefallen.

TL Marco

Verfasst: 24.07.2008, 08:27
von Berner
zumindest in der schweiz ist ab 1. September 08 das fotografieren von lebenden fischen ausserhalb des wassers verboten;

Nicht zur Entnahme vorgesehene Fische sind aber unmittelbar
nach dem Fang mit der grösstmöglichen Sorgfalt zurückzusetzen. Hälterung oder belastende Manipulationen wie etwa
Fotografieren, wiederholtes Messen, Wägen etc. sind als tierschutzwidrig anzusehen.


Quelle;
"Erläuterung der einzelnen Bestimmungen der neuen Tierschutzverordnung"
http://www.bvet.admin.ch/themen/tiersch ... --&lang=de

damit trifft man uns filfi, aber hat dabei vorallem die "karpfenfraktion" im auge, die in der ch-fachpresse öfter mit fangfotos glänzt die mit eingenberichten wie folgt unterlegt sind;

"gefangen nach einer stunde drill am 12`er vorfach auf boilie. gewogen und zurückgesetzt."

solche melduingen genügen neu für eine anzeige die ebenso neu jedermann/frau machen kann, und völlig formlos und nicht mehr an eine zuständige stelle gebunden (heisst bei jeder polizeidienstelle oder strassenpolizisten). tierschutzvergehen sind in der schweiz ein offizialdelikt und müssen "von amtes wegen" verfolgt werden.

in der anglerausbildung ab 2009 wird ebenso geschult, dass die fische im wasser fotografiert werden müssen, im netzt ist erlaubt solange es "wesentlich" mit wasser in kontakt steht (heisst ins gewässer eingetaucht).

gruss

berner

Verfasst: 24.07.2008, 09:18
von aeschenking
Hallo Zusammen

Habe mit großem Interesse dieses Thema verfolgt und möchte mich mal einbauen.

Gleich vorweg ich habe meine Kamera beim Fischen immer dabei und mache gerne soviel Fotos wie möglich. Habe dafür extra eine wasserdichte Olympus SW die bei mir in der Brusttasche meiner Wathose hängt und immer griffbereit ist. 2 Knöpfe drücken und die Erinnerung ist 3MB groß. :)

Ich fotografiere die Fische allerdings nicht um jeden Preis. Wenn er nicht will und mir gleich nach dem abhaken wieder aus der Hand springt habe ich halt ein schönes Foto meiner nassen Hand.

Die Forellen und Äschen, die ich hauptsächlich fange, sind für mich einfach wunderschöne Kreaturen und so unterschiedlich in ihrem Aussehen, dass ich sie einfach gerne immer wieder auf einem Foto ansehen möchte.

Ich schleife keine Forellen auf Steine und hole sie nicht länger als nötig aus dem Wasser. Aber ein Foto hätte ich schon gerne auch wenns nicht immer klappt. Ich glaube, dass ist das Jäger und Sammler Gen. :D

Tight Lines

Martin

Achja die Forelle auf meinem Avantarfoto ist schon waidmännisch getötet worden.

Verfasst: 24.07.2008, 12:35
von Marco Reisen
Hallo Berner,

Aber Fliegenfischer sind manchmal nicht besser.
Siehe dazu den Hecht mit Fliege Thread, dort wird von einigen eine 4/5er Rute zum Hechtfischen freigegeben um gezielt darauf zu fischen.
Das ist IMHO auch stark grezwertig.

TL Marco

Verfasst: 24.07.2008, 13:27
von benny
Hallo,
@ kyllischer was ist denn so schlimm an dem foto?
ok ob man das blut dran läßt oder abwäscht ist ne ästhetische frage.
der fisch wurde wies aussieht ordentlich abgefangen und dann vor dem essen in schöner landschaft fotografiert.
Der trennt zum generellen catch und reeleas ist aus meiner sicht eh problematisch.
stellt euch mal nen jäger mit betäubungsgewehr vor.
gruß
benny

Verfasst: 24.07.2008, 13:30
von Marco Reisen
Hi

Es ging mir nur um die ästhetische sicht. Das Blut ist halt nicht jedermans sache, ich finde es nicht schön, obwohl wie gesagt es dazu gehört.
Muss ich dies nun auch auf dem Foto festhalten oder mache ich es weg, obliegt beim Fänger.

TL Marco