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Köpfe von Lachsfliegen?

Verfasst: 14.08.2008, 12:16
von Nymph-Tom
Hallo zusammen,

ich habe in letzter Zeit ziemlich viele Lachsfliegen gebunden und habe diese auch viel gefischt.
Mich stört aber die Qualität der Köpfe, da manchmal der Lack abgeht und sich somit der Kopf teilweise auflöst. Dies kann natürlich mit meinen "Zweihandwurfkünsten" zusammenhängen da ich mit der Zweihand noch nicht so perfekt bin.

Ich habe für die Köpfe normalen Lack verwendet, den ich auch für Trockenfliegen, Nymphen usw. verwende. Meine Frage ist jetzt, verwendet ihr auch normalen Lack oder vielleicht etwas besseres oder robusteres für Lachsfliegen. Ich möchte ja dass die schönen fliegen möglichst lange halten.
Habe deshalb schon an epoxy gedacht aber ich habe überhaupt keine Erfahrungen wie man das Zeug verwendet oder ob es dafür geeignet ist. Ist epoxy überhaupt haltbarer / robuster?

Falls ihr noch andere Vorschläge habt, sind diese natürlich willkommen.

Danke schon mal für euere Meinungen.

Gruss,
Tom

Verfasst: 14.08.2008, 12:40
von Marco Reisen
Hai

Ich benutze immer die 3 Phasen Technik.

1. Etwas Flüssiger Füllack (Klar)
2. Den Farblack, oft Rot und Schwarz.
3. Festen rutenwicklungslack zum Versiegeln (Klar)


zu 1.) Damit gleiche ich die Wicklungen des Kopfes aus, und der Lack zieht tief ein bringt somit die gewünschte Sicherung.
zu 2.) Etwas Farbe wertet die Köpfe natürlich auf, sollte und oder kann auch zur Fliege abgestimmt sein...
zu 3.) Diese schützt den Farblack und Härtet sehr fest aus. (Schlagschutzt)

Gruß Marco

Verfasst: 14.08.2008, 13:13
von Nymph-Tom
Hallo Marco,

ich habe immer mehrere schichten des normalen Füllacks gemacht. Da dieser klar ist, sieht man ja die jeweilige Kopffadenfarbe durch aber manchmal habe ich vor der Lackierung mit schwarzem Marker nachgeholfen.

Rutenwicklungslack ist ein sehr guter Tip.....bin ich noch nicht draufgekommen, da ich keine Ruten baue. Härtet der Rutenlack unter normalen Bedingungen sehr hart aus oder braucht dieser Wärme um richtig hart zu werden?

Was hältst du von meiner Epoxy idee? Wäre das sinnvoll?
Hier beispielsweise
http://ns33014.ovh.net/~dessaign/Lesmou ... teeng.html
verwendet er für klassische Lachsfliegen "fast drying epoxy". Ist dies noch härter als der Rutenlack oder hat es Nachteile bei Fliegen die man wirklich fischen will..... ich meine kann es vielleicht leicht abplatzen oder so.

Danke nochmal für die Tips,
Tom

Verfasst: 14.08.2008, 13:25
von Marco Reisen
Hi
Epoxy geht auch nur, garantiere ich dir das du da viele viele Fliegen verhunzt, da es sehr schwer ist aufzutragen. Einmal Falsch drauf und ende...
Auch die Trocknung via Rad sollte dann eingeplant werden, da der Epoxy welches verwendet wird sehr flüssig sein sollte, zum besseren auftragen, läuft er auch schneller..

Musste einfach versuchen was dir besser liegt, ich mache es nicht.

Gruß Marco

Verfasst: 14.08.2008, 14:13
von Nymph-Tom
Aha, das ist also der Punkt..... die Anwenung von Epoxy ist anscheinend nicht so einfach.

Aber was meinst du mit "Einmal Falsch drauf und ende... "? was passiert mit dem Zeug.

Und wofür braucht man eigentlich dieses Rad? Aus welchem Grund können die Fliegen nicht im Stehen trocknen?

Ich denke ich werde erst mal deine Methode mit Rutenlack versuchen aber trotzdem möchte ich auch etwas mehr über epoxy wissen und gegebenenfalls rumexperimentieren.

Gruss,
Tom

Verfasst: 14.08.2008, 14:36
von Marco Reisen
Hi

Epoxy je nach Sorte trocknet unterschiedlich schnell. Wir habe eine gewisse Topfzeit wo wir das Epoxy verarbeiten können, danach wird dieses innerhalb 1-2 Sek. nicht mehr verarbeitungsfähig, bindet also ab.
Hast du nun einen Tropfen der nach unten gelaufen ist, bindet auch dieser ab und wird fest. Hat man eine nicht sauber verlaufenes Epoxy oder noch die Nadel drin bindet auch dieses ab.
Die Trockenscheibe dreht sich und verhindert somit das verlaufen des Epoxy´s damit es schön seine einmal gegebene Form behält. Dieses Tool kann man selbst bauen, ist aber nur Ratsam wenn man öfters mit Epoxy arbeitet. Wenn man nur mal für den Eigenbedarf oder ab und an mal eine Epoxy Fliege bindet, reicht es mit 2 Min. Epoxy zu Arbeiten und die Fliege am Bindestock oder in der Hand solange zu drehen bis es abgebunden hat.
Des weiteren ist Epoxy schwerer zu handhaben als Lacke, da es Fäden zieht und klebt, versaut man sich einmal das Öhr ist es um dieses und der Fliege geschehen.
Viele sichern u.a ihre Fliegen mit Sekunden Klebern, und wundern sich warum sich ab und an immer die Fliege verabschiedet. Sekundenkleber wird oftmals sehr hart und hat man nun am kopf eine scharfe Kante, kann man sich sein VF abschneiden/scheuern.

Es sei noch zusagen das man bei Epoxy etwas anders mit der Verarbeitung denken muß. So nimmt man wenn man Zeit zum Binden hat ein 2 Minuten Epoxy, welches in der Regel eine Topfzeit von ca. 1 Minute nach Mischung hat.
Hat man hingegen keine Zeit greift man auf das 5.Minuten Epoxy zurück, so bindet man mehrere Fliegen und mischt einmal eine größere Portion Epoxy an und trägt dieses auf die Fliegen auf, und steckt die in die Trockenscheibe o.ä. so schafft man mehrere Fliegen hintereinander ohne jedesmal neues Epoxy an zu mischen.

TL Marco

Verfasst: 14.08.2008, 14:49
von kepzky606
Ich habe keine bzw. nur geringste Erfahrungen mit dem Binden.
Kürzlich habe ich von diesem UV aktiven Lack gelesen, der mittels einer UV Lampe ausgehärtet wird.

Dieser Lack wurde als wirklich hochfest beschrieben.
Vielleicht ist das eine Möglichkeit.

Tight Lines
Erik

Verfasst: 14.08.2008, 15:16
von NBerlin
Hallo
Ich sichere und lakiere die Kopfwindungen meiner Lachsfliegen mit handelsüblichem Autolack für Ausbesserungen.Praktisch in der kleinen Flache/dose mit Pinsel in allen Farben erhältlich.
Bei mir halten die Köpfe.Zur Sicherung und Füllung erst Klarlack und dann Farbe der Endlakierung.Schnell zu besorgen ,lange haltbar und preiswert.
Gruß Norbert

Verfasst: 14.08.2008, 15:37
von Nymph-Tom
Vielen dank euch allen für die Tips!

@Marco
ich merke schon dass epoxy ansscheinend etwas tricky in der anwendung ist. habe nicht gewusst dass das aushärten so schnell geht und das dann nichts mehr zu machen ist :shock:
vielleicht besorge ich mir mal ne tube und spiel etwas damit rum..... werde euch informieren.

Ich möchte aber nochmal auf meine andere Frage die ich bereits oben gestell habe zurückkommen, da Norber jetzt vom Autolack geschrieben hat.
-> Härtet denn Rutenlack oder auch Autolack unter normalen Raumtemperaturen so hart aus? Ich dachte immer solche Lacke brauchen Wärme um vollständig auszuhärten.

Gruss,
Tom

Verfasst: 14.08.2008, 15:59
von Marco Reisen
Hi

Autolack Keine Ahnung....Lackiere ja keine Autos...

Rutenbindungslack härtet bei Raumtemperatur in 12-24 h. Komplett hart aus.
Ich benutze Gudebrod Lack Monocomposant #822
TL Marco

Verfasst: 14.08.2008, 16:03
von Nymph-Tom
Vielen Dank euch allen.....jetzt habe ich einiges auszuprobieren.

Gruss,
Tom

Verfasst: 19.08.2008, 19:51
von Nymph-Tom
Hallo nochmal,

auf meiner Suche nach dem für mich perfekten Material für meine Lachsfliegenköpfe wollte ich mit zuerst Rutenlach und epoxy zum rumprobieren besorgen. Leider is aber momentan anscheinend in ganz Norwegen der Rutenlack ausverkauft....dies aber nur nebenbei.

Habe aber Devcon 5min epoxy besorgt und etwas damit rumgetestet. Mein bisheriges fazit.....die Anwendung is nicht gerade einfach aber wenn es klappt ist das Resultat wirklich gut. Bevor mir das Zeug aber auf Fliegenköpfe kommt, brauche ich noch viel Übung.

Durch Zufall bin ich aber bei meiner Suche noch auf ein anderes Produkt gestossen, "Loon Hard Head fly finish clear" und habe davon auch mal ne Flasche gekauft. Dieses material ist anscheinend speziell für Köpfe und es steht auf der Flasche, dass es für die meisten Anwendungen epoxy ersetzt. ......sehr interessant dachte ich mir.
Es steht auch auf der Flasche "Build up large, glossy, hard heads and bodies".
Ausserdem ist sehr interessant das dieses Material kein Lack ist sondern auf Polyurethanbasis.
-> es ist geruchlos und kann mit Wasser verdünnt werden.

Habe etwas damit rumprobiert und macht bis jetzt einen ganz guten Eindruck aber ich muss noch einige Härtetests machen.

Wollte euch dies nur wissen lassen.....Gruss
Tom

Verfasst: 22.08.2008, 07:58
von Nymph-Tom
Hallo,

wie oben gesagt wollte ich etwas mit epoxy herumprobieren und habe es auf einige Testobjekte aufgetragen.
Habe aber festgestellt dass die Oberfläche des epoxy noch nach einigen Tagen nach dem Auftrag etwas klebrig ist.
Wie lange dauert es denn bis dies nicht mehr der Fall ist.
Oder habe ich vielleicht was falsch gemacht denn ode Oberfläche sollte doch eigentlich komplett glatt / hart werden.

Danke nochmal,
Tom

Verfasst: 22.08.2008, 10:17
von flyfi
Hallo Tom, Hatte dieses Problem auch, Jetzt kauf ich immer den 5min Epoxy, und versuche asch gemisch etwas zu ändern, es komm halt auch auf die Menge an die man draufschmiert, bei Streamern kann das aushärten auch mal ein-zwei Tage dauern!

Was aber bein Epoxy super ist, ist das es Breit einstzbar ist, hab gerade Meersalz gekauf und ihn einem Test unterzogen, der Harz hat mit bravor bestanden :lol:

Verfasst: 22.08.2008, 18:05
von Marco Reisen
Hallo,
Einzig und alleine stimmt bei euch das Mischungsverhältnis nicht, oder das Epoxy ist überlagert !
Trocknung ca wie angegeben 2 oder 5 Minuten, Aushärtung bei Zimmertemperatur ca 12 Stunden<- Grobe Richtlinie je nach Epoxy
Klebt der Epoxy hat dieser nicht richtig abgebunden, wurde also im falschen Verhältnis Härter/Binder vermischt, oder es wurde nicht richtig und sorgsam verrührt.

Gute Ergebnisse habe ich mit UHU plus Endfest 300 Topfzeit bis 2 h. gemacht ( ACHTUNG Trockenscheibe notwendig )
UHU plus Sofortfest Topfzeit ca 2 min Endfest ca 1h bei Raumtemperatur
und LBNL den UHU plus Schnellfest Topfzeit ca 5min Handfest nach ca 30min bei Raumtemp. und Fest nach ca 1h.

Gruß Marco