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Gerätefrage Elektrofischfang
Verfasst: 28.09.2008, 16:33
von Seymore Trout
Hallo,
welche Geräte verwendet Ihr beruflich oder ehrenamtlich in Euren Vereinen für Bestandserfassung, etc.? Es steht bei uns im Verein die Anschaffung eines Gerätes in Aussicht und trotz überschaubarer Herstelleranzahl gestaltet sich die Wahl als schwierig.
Bevorzugen würden wir ein tragbares Rückengerät (Batterie). Es gilt kleine Mittelgebirgsbäche und Flüßchen zu befischen. Die Leitfähigkeit liegt zwischen 280 und 450 Microsiemens pro cm. Die Gewässer sind zwischen 4 und 8 m breit und bis 2 m tief.
Wir wären für jeden Tipp und/oder Info zu einem Gerät dankbar.
Vielen Dank im Voraus.
Viele Grüße
Jens
Verfasst: 28.09.2008, 17:39
von Harald aus LEV
Hallo Jens,
in unserem Verein haben wir sowohl tragbare Impulsgeräte, als auch ein entsprechend ausgerüstetes Boot.
Für die Gewässer, wie Du sie anführst, verwenden wir die tragbaren und habendamit beste Erfahrungen gemacht.
In einem Behälter auf dem Rücken befindet sich ein Kasten, in dem eine Motorradbatterie untergebracht ist und das Gerät mit Strom versorgt.
Vor der Brust hängt die Steuereinheit. Rücken- und Vorderteil sind durch starke lederne Trageriemen verbunden.
Gruß
Harald
Verfasst: 28.09.2008, 18:58
von Forstie
Hallo Jens,
unser Verein selbst hat kein eigenes Gerät.
Unser Gewässer ähnelt jedoch dem Deinigen von der Beschreibung her sehr.
Zu uns kommt regelmäßig unser zuständiges Regierungspräsidium, um diese Bestandesaufnahmen zu machen, bei denen wir dann mit anwesend sind.
Diese Jungs verwenden immer ein tragbares Rückengerät, welches über ein kleines benzinbetriebenes Agregat den Strom erzeugt.
Ich weiß allerdings nicht, ob das dann für eure Verhältnisse zu übertrieben ist.
Grüße,
Martin
Verfasst: 28.09.2008, 20:34
von Rattensack
Hallo Jens,
wenn die Leitfähigkeit bis 450 Mikrosiemens bei 2 m Tiefe geht und ihr ein Gleichstromaggregat anschaffen wollt, so braucht ihr schon 2,5 bis 3 kW Leistung. Wenn ihr im Verein sportliche Leute habt, die 20 kg watend sicher tragen können, wohl die schonendste Variante. Andernfalls eher Impulsgerät.
Lg,
Clemens
Verfasst: 29.09.2008, 12:04
von Seymore Trout
Hallo,
vielen Dank für die Antworten.
@ Clemens
die von dir angegebene Leistung, um auch in Tiefen von 2m noch effektiv mit Gleichstrom zu fischen, habe ich bisher noch bei keinem Rückentragegerät gesehen - womit ich nicht sagen möchte, dass es das nicht gibt. Auf der Grassl Homepage wird ein Batterierückentragegerät bei einer Leistung von max 650 Watt bei Gleichstrom für Leitfähigkeiten bis 1000 microsiemens empfohlen. Bei tiefen Kolken kann (oder muss) auf Impuls umgestellt werden. Ich erwähne dies, weil es für mich sehr wichtig ist nur in Ausnahmefällen Impulsstrom zuverwenden.
Analog zu Deinem Thread zur Laichzeit von Bachforellen, könnte man diesen ähnlich aufrollen. Ich fange mal mit einem Gerät, welches wir uns mehrmals ausgeliehen haben, an..
Gewässerbeschaffenheit
Gewässerart (stehend/fließend): fließend
Fischregion: Untere Forellen/Äschenregion
vorherrschendes Bodensubstrat: Kies, Feinsand, Löß
Leitfähigkeit: 280 bis 450 microsiemens pro cm
mittlere Breite: 4 respektive 7m
maximale Tiefe: 2m
Verwendetes Gerät
Hersteller: GRASSL ELT60-II GL
Typ: Rückentragegerät mit Verbrennungsmotor
Stromart: Impuls/Gleichstrom umschaltbar
Leistung: max 1,3kw
Gewicht: 13kg
Bemerkungen:
-laut, Gespräche so gut wie nicht möglich, zumindestens bei Längenangaben zu den gefangenen Fischen nicht fehlerfrei
-trotz 13kg Gewicht gutes Handling,
-Motor startet zuverlässig
Probleme:
sehr geringe Fangeffektivität, es war wohl die Kathode beschädigt, ist später ohne Zug abgefallen und der erhöhte Widerstand (durch verringerten Litzenquerschnitt - Quetschung, mechanische Beanspruchung) schluckte nen Großteil der Leistung... nur mal nebenbei, kann das überhaupt sein?? Ich bin kein Elektrofachmensch.
Es wäre schön wenn so ein kleiner Überblick über die verwendeten Geräte und deren Einsatz in der Praxis entsteht. Ich würde mich freuen, wenn hier ein paar Beschreibungen folgen.
Viele Grüße
Jens
Verfasst: 29.09.2008, 12:41
von Peter Pan
Hallo Jens,
die ARGE-Sinntal verwendet ein Gerät von Brettschneider.
Die Batterie ist in einem Rucksack auf dem Rücken und die Einstellerei wird vorn an Steuereinheit erledigt. Das ganze ist recht bequem und man kann schon so zwei Stunden fischen. Allerdings haben wir auch mehrere Akkus zum wechseln dabei.
Unser Gerät fischt mit Gleichstrom, Impulsstrom oder einer recht interessanten Kombiversion: man fischt mit Gleichstrom und wenn man kurz Impulsstrom braucht, lässt man den Knopf kurz los und betätigt ihn dann wieder. Die Anode ist mit einem Griff wie bei einer Unterarmgehstütze versehen. Dort ist auch der Knopf angebracht.
Das geht ganz prima. So fangen wir unsere Aale, die sonst mit Gleichstrom nicht richtig "kommen".
Infos zum Gerät kann ich noch besorgen oder Du fragst selbst bei Brettschneider nach.
Petri und tight lines,
Peter
Verfasst: 29.09.2008, 12:47
von Rattensack
Hallo Jens,
hier findest du Gleichstrom-Rückenaggregate bis 3 kW. Wir verwenden die Geräte der Firma seit Jahren und sind zufrieden.
http://www.efko-gmbh.de/
Wenn das Gewässer meist nur 0,5 bis 1 m tief ist, müsstet ihr mit 1,5 kW oder 15 kg Gewicht schon auskommen. Mit 2kW seids auf der sicheren Seite.
Wenns das Aggregat nicht schafft hilft notfalls Kathode kürzen bzw. das Geflecht knoten
Clemens
Verfasst: 30.09.2008, 11:46
von Michael.
Hallo Jens,
wir verwenden ebenfalls das Brettschneider-Gerät - seit über 10 Jahren - und sind top zufrieden !
Gruß
Michael
Verfasst: 30.09.2008, 16:22
von Seymore Trout
Hallo,
nochmals Danke für die Antworten,
@Peter & Michael
könntet ihr die exakte Gerätebezeichnung nachreichen? Danke.
Viele Grüße
Jens
Verfasst: 02.10.2008, 17:42
von Peter Pan
Hallo Jens,
ich habe die Gerätebezeichnung:
Elektrofischereigerät EFGI 650
von Bretschneider Spezialelektronik in Chemnitz/Grüna.
Steuergerät, Rückentrage, Batteriesatz, Elektroden, Transportkiste, Ladegerät und Kleinkram haben 2002 fast 3000 Euro gekostet.
Die Adresse gibt es per PN.
Petri und tight lines,
Peter
Verfasst: 02.10.2008, 17:54
von Seymore Trout
Hallo Peter,
vielen Dank für die Info!
Viele Grüße
Jens
Verfasst: 02.10.2008, 18:02
von Michael.
Hallo Jens,
wir nutzen ebenfalls das EFGI 650 mit einer Leistung von 1,2 KW.
Gruß
Michael
Verfasst: 07.10.2008, 15:43
von FoolishFarmer
Hallo Jens,
welches Gerät ist immer eine Frage des Verwendungszweckes. Ich habe beruflich schon diverse Geräte (Brettschneider, EFKO, Deka) genutzt für die unterschiedlichsten Einsatzgebiete: vom kleinen Rinnsal der oberen Forellenregion bis hinunter zum Rhein; von Gartenteichen bis hin zu Baggerseen.
Wenn ihr also nicht tagelang im Gelände unterwegs seid und daher keine Probleme mit Akku-Laden habt, kann ich Dir aus eigener Erfahrung nur dringend zum Brettschneider EFGI 650 raten!
Keines der anderen Geräte ist für kleine bis mittlere Bäche so gut geeignet was Tragekomfort und Wirkungsgrad angeht.
Zudem ist insbesondere der Wirkungsgrad im direkten Vergleich mit anderen Geräten unfassbar gut... nur mit dem EFGI kann man die Fische so brav wie Hündchen an der Leine zum Kescher führen!
Sollte man tiefere Pools befischen müssen, besteht beim EFGI die Möglichkeit von Gleichstrom auf Impulsstrom zu schalten. Ne feine Sache, solange man nicht in BW oder Bayern fischen muss (dort ist Impuls verboten).
Was aber in meinen Augen noch viel wichtiger ist für die Wahl eines Gerätes ist die Wirkung auf die Fische selbst. Bei den Brettschneidergeräten ensteht bei sachgemäßer Handhabung so gut wie keine Schädigung der Fische, nichtmal bei den Kleinsten.
Bei den EFKO und v.a. beim DEKA 3000 sieht die Sache leider mitunter anders aus.

Nichts destotrotz sind diese Geräte für andere Einsatzgebiete unerlässlich (nur um hier keinen zu Verreißen).
Wenn Du noch Fragen hast, helf ich gern weiter!
Gruß
Paddy
EDIT: Und wenn man sich an die EFGI-Krücke (nix Kescher) mal gewöhnt hat, will man eh nichts anderes mehr!

Verfasst: 07.10.2008, 18:35
von Seymore Trout
Hallo Paddy,
vielen Dank für die ausführliche Antwort.
Viele Grüße
Jens
Gezielter Fang von größeren Fischen
Verfasst: 09.10.2008, 22:39
von Seymore Trout
Hallo,
ich bitte noch einmal um Euren Rat. Bei einer anstehenden E-Befischung ist neben der "allgemeinen" Bestandserfassung auch der gezielte Fang von größeren Bachforellen (50+) gefragt. Ziel ist das recht häufige Pro-Blindbesatz-Argument ..ich fange nix -> nix drin -> bitte besetzen... zu entkräften. Und zwar mit ein paar Großforellenfotos. Beim letzten Termin gab es die oben im ersten Posting angesprochenen technischen Probleme. Die geschätzte Fangeffektivität lag um die 30%. Obwohl aus verschiedenen Untersuchungen (frühere Befischung, Fangergebnisse, Produktivität des Gewässers,..) mit Bachforellen über 60cm gerechnet werden konnte, war es nicht möglich Exemplare von deutlich über 40cm zu fangen.
Zur Herangehensweise:
Benutzt wird wieder das oben beschriebene Gerät der Firma Grassl. Wie geht ihr an den potentiellen Unterstand - hier meist Pools mit einem Durchmesser von 3 bis 5 m und einer Tiefe bis 2m - heran. Habt Ihr eine bestimmte Vorgehensweise. Wie würdet Ihr versuchen die (womöglich) zu geringe Leistung zu kompensieren.
Ich würde ich mich wieder über jeden Tipp freuen.
Viele Grüße