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"Der-zu-mir-hin-Dreh" als Alternative

Verfasst: 02.10.2008, 23:43
von helmut herrmann
hallo in die Runde,

immer wieder fällt mir auf, daß bei diversen Binde-Events un-
sere Bindeprofis ihre Fliegen mit einer „Von-sich-weg-Drehung
von unten nach oben auf die gegenüberstehende Wand binden.
In meinen Bindekursen habe ich den Leuten immer empfohlen,
den Faden auf sich „zuzubinden“. Der Grund? Wenn ich den
Bindefaden mit jeder Wicklung auf „mich zu“ führe, sehe ich
jeden Fehler, auch alle überstehenden Hechelstiele, die ich nicht
sauber überdeckt habe; eben, weil ich sie -auf mich zu binde-
und an mich heranführe, statt sie von mir auf die gegenüberlie-
gende Seite „wegzubinden“, wo ich sie nicht sehen kann.

Mit dem Whipfinisher anschließend den Kopfknoten zu binden,
habe ich bei dieser Technik überhaupt kein Problem, es funktioniert.

Soll beileibe keine Lehrmeisterei sein, erspart vielleicht jedoch
dem einen oder anderen leise Flüche und Neuwicklungen.

Gruß
Helmut

Verfasst: 03.10.2008, 09:03
von greypanther
Hallo Helmut,

erst einmal danke für Deine Anregung!
Aber, es liegt wahrscheinlich an meinem fortgeschrittenen Alter, so richtig verstanden habe ich nicht, was Du uns sagen willst.
Wenn ich den Bindefaden mit jeder Wicklung auf „mich zu“ führe, sehe ich jeden Fehler
Führt man nicht den Faden in jedem Falle auf "sich zu", egal in welche Richtung man wickelt?
Vielleicht könntest Du (nicht nur für mich) etwas genauer erklären, wo der Unterschied Deiner Technik zur üblichen liegt.

Gruß
Klaus

"Der-zu-mir-hin-Dreh" als Alternative

Verfasst: 03.10.2008, 09:16
von helmut herrmann
hallo Klaus,

wenn du ein Rad auf dich zurollen siehst, folge der
Rotation des Rades mit deiner Bindehand nach;
das ist meine Art, den Faden zu führen.

Gruß
Helmut

Verfasst: 03.10.2008, 10:46
von greypanther
Aha, jetzt habe ich verstanden. Du meinst also "counterclockwise" bzw. "gegen den Uhrzeigersinn".

Nach meiner Erfahrung (habe schon beide Techniken ziemlich exzessiv erprobt) bringt die "counterclockwise" Führung des Fadens bei "einfachen" Fliegen nicht soo viel. Bei traditionellen Lachsfliegen hingegen sitzt die auf der entfernten Seite des Hakens eingebundene Schwinge erheblich besser, wenn man gegen den Uhrzeigersinn wickelt. In der alten angelsächsischen Literatur wird sogar empfohlen, die Wickelrichtung je nach Schwinge zu ändern (vom Öhr aus gesehen:"clockwise" für die linke und "counterclockwise" für die rechte Schwinge). Auch die Nassfliegenflügel sitzen besser, wenn man sie gegen den Uhrzeigersinn einbindet.

Würde mich mal interessieren, wo darüber hinaus aus Deiner Sicht die weiteren Vorteile dieser Fadenführung liegen.

Gruß
Klaus

Verfasst: 03.10.2008, 13:54
von Tristan
Hallo,

Mir ist genau das bei den Olliver Edwards Filmen aufgefallen. Zunächst hatte ich daran gedacht, dass es dem Zuschauer zuliebe so gebunden wurde aber offenbar gibt's auch andere Gründe...

Gruss

TRistan

"Der-zu-mir-hin-Dreh" als Alternative

Verfasst: 03.10.2008, 23:00
von helmut herrmann
hallo in die Runde,

der hauptsächliche Grund für diese Bindeweise
war, alle eventuellen Reste eingebun-
dener Materialien (Hechelstiele etc.) nicht unbemerkt stehen zu lassen,
sondern anschließend alles sauber zu überbinden.
Ein weiterer positiver Effekt bei den Bindeschulungen war der,
daß die Teilnehmer bei "meiner" Bindeweise zunächst langsamer
und damit präziser arbeiteten; die Wicklungen wurden exakter gelegt.

Gruß
Helmut