Hallo Fritz,
falls Du das nicht mit dem Gewässerbesitzer oder -pächter absprichst, würde ich dir solches Tun nicht empfehlen. Denn nicht alles was legal ist, ist auch angeraten. Vor Gericht würdest Du vermutlich sogar freigesprochen werden, wenn Du beweisen kannst, dass du nicht mit einem fangfähigen Gerät gefischt hast und keine Absicht hattest, Fische zu fangen. Bis dahin dürftest du aber - unabhängig von der rein juristischen Seite, ziemlich viel Ärger haben - Polizei - Anzeige - Gerichtsverhandlung - 2. Termin wegen Gutachter ...

Und ich muß Dir auch ganz ehrlich sagen, ich verstehe es, wenn ein Fliegenfischer zwecks Wurfübungen - vielleicht auch noch mit einer kastrierten Fliege ohne Hakenbogen - in einem sorgsam gehegten Wasser herumpeitscht, dass dann wohl die meisten Gewässerbesitzer oder -pächter erstmal ziemlich sauer wären. Und die Forellen oder Äschen ärgert, vielleicht in der Schonzeit stört und fliegenscheu macht.
Ich hatte es als Fischereiaufseher auch schon mit Zunftkollegen zu tun, die vor dem Ende der Hechtschonzeit mit Blinker am See auftauchten und allen Ernstes behaupteten, auf Waller oder Zander zu fischen

. Dagegen ist man juristisch machtlos. (Aber es gibt ja noch andere Mittel und Wege, jemanden das Leben schwer zu machen

.)
Als Jugendlicher hatte ich eine ähnliche Idee wie du und ging mit meiner Fliegenrute an einen Weiher, um Wurfübungen zu machen

. Dem wütenden Besitzer gefiel wohl mein Wurfstil nicht (ich war ja auch noch Anfänger), so dass er mich - ohne im geringsten auf meine sorgfältig vorbereitete Argumentation einzugehen - am "Krawattl" packte, in sein Auto schubste und zum nächsten Polizeirevier fuhr. Kurz davor warf er mich samt meines Gerätes aus dem Auto, nicht ohne mich deutlich auf die Konsequenzen bei erneutem Tun hinzuweisen

.
Wahrscheinlich hätte ich mit einer Anzeige viel mehr Erfolg gehabt (Körperverletzung, Freiheitsberaubung, Drohung ...) wie er, dennoch beschloss ich damals, nur noch "scharf" schwarz zu fischen.
Das waren jetzt vielleicht nicht die erhofften juristischen Tipps, aber wie gesagt, es ist nicht alles wirklich sinnvoll, was nicht verboten ist.
Mit den besten Grüßen aus Ismaning,
Wolfgang (der morgen mit richtigen Haken auf Bachforellen und Bachsaiblinge loszieht)
