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Korkgriff

Verfasst: 10.03.2009, 16:39
von stephan_81
Hallo zusammen,
demnächst steht bei mir mal wieder der Bau einer Rute an.
Ich habe mir überlegt, dass ich diesmal die einzelnen Korkscheiben direkt auf dem Blank verklebe um eine bessere Anpassung der Innenbohrung auf den Blankdurchmesser zu erreichen. Nun stellt sich mir eine schwerwiegende Frage. Welchen Kleber soll ich verwenden, oder benötige ich vielleicht sogar 2 verschiedene Kleber ( einen für die Verbindung der Korkscheiben untereinander und einen für die Befestigung der Scheiben auf dem Blank)? Ich stelle mir das eigentlich so vor, dass ich die Korkscheiben untereinander mit wasserfestem Leim verklebe und die Befestigung des Korks am Blank mittels Uhu Endfest realisiere.
Natürlich muß ich die Korkscheiben aufeinander pressen, damit sie eine ordnungsgemäße Verbindung eingehen. Wann soll ich die Einspannung allerdings lösen? Ich komprimiere den Korkgriff ja auch in seiner Länge. Nachdem ich die Einspannung löse will der Kork nun auf seine ursgrüngliche Länge expandieren. Wenn jedoch der Kork schon eine feste Verbindung mit dem Blank eingegangen ist kann er sich nun nicht weiter ausdehnen und steht ständig unter Spannung und wird irgendwann brechen. Wie verhindere ich das?
Viele Grüße
Stephan

Verfasst: 11.03.2009, 13:28
von sedgepupa
Hallo Stephan,

ich vermeide diese Variante bewusst. Zum einen kann ich den Korkgriff nur mittels Gewindestange in der Bohrmaschine zurechtschleifen. Dazu muss er aber ohne Rute vorhanden sein. Auch das getrennte Kleben hat sich meiner Meinung nach bewährt. Wasserfester Holzleim für die Korkringe und dann zum Austrocknen in den Spanner einsetzen. Anschließend mit einer runden und konisch zulaufenden Feile den Innendurchmesser passend für den Blank ausfeilen. Dies geht auch sehr genau und führt nicht zu unnötigen Freiräumen. Falls doch hilft wie bei allen Ruten das Klebeband unter dem Griff. Diesen dann mit Epoxy Kleber anbringen.

Direkt auf der Rute montieren halte ich daher für unnötigen Aufwand. Also warum einen guten Arbeitsablauf ändern?

Gruss Thomas

Verfasst: 11.03.2009, 15:13
von piscator
Moin,
das mit dem extra Aufwand versteh ich nicht. Ich kleb Scheiben die seit Jahrzehnten direkt auf den Blank, bei Bambus und bei Plastikruten. Nehme dabei immer UHU Endfest leicht angewärmt. Da verschiebt sich nix und das ist auch nach 20 Jahren noch ok. Die Rute wird dann direkt eingespannt und vorne in einem Kugellager gelagert und der Griff runtergeschliffen. Schneller gehts nimmer und sauberer auch nicht. Die letzten Scheiben kann man immer mit etwas Untermass auffeilen und dann gibts auch keine Lücken zwischen Blank und Kork -- auch nicht bei sechseckigen Ruten.
TL, Jürgen

Verfasst: 11.03.2009, 20:06
von stephan_81
Vielen Dank für die Antworten.
@Jürgen: Verwendest du den Uhu Kleber auch zum verkleben der Korkscheiben untereinander?
Viele Grüße
Stephan

Verfasst: 11.03.2009, 20:14
von piscator
Yep, leicht erwärmt gibt das einen dünnen Film, der nach dem Schleifen nicht mehr fühl und sichtbar ist. Jürgen

Verfasst: 11.03.2009, 23:19
von stephan_81
Hallo Jürgen,
danke für die schnelle Antwort. Muß man den Kork bei Verwendung von dem Epoxy auch so stark zusammenpressen wie bei der Verwendung von Leim?
Gibt es dann keine Probleme mit der Ausdehung des auf dem Blank verklebten Korks?
Viele Grüße
Stephan

Verfasst: 12.03.2009, 09:20
von piscator
Moin, pressen mach ich immer mit so einer Gewindestangen Vorrichtung -- Zwei Holzriegel mit Nut für die Rute in der Mitte und jeweils (auf beiden Seiten) eine 8mm Gewindestange zum Pressen. Den größten Stress haben die Griffe meiner beiden Lieblings-Küstenruten -- jeweils etwa an 50 Tagen/Jahr im Einsatz. Eine der beiden jetzt seit 8 Jahren ohne Korkprobleme (ausser Patina), die andere seit 4 Jahren ebenfalls ohne Probleme.
Jürgen

Verfasst: 12.03.2009, 22:29
von olewillers
Moin Moin!

ich klebe alles zusammen und nur mit einem Kleber (Epoxy) direkt auf den Blank. Den Vorteil den ich sehe ist die Vermeidung von Unterfuetterungen und unverhaeltnismaessigen Klebstoffverbauch bzw. Hohlstellen im Griff. Die Idee mit Klebstoffkombination hatte ich auch schon und wollte dieseinmal im Trockenversuch probieren.

Ausserdem benutze ich nie Winding checks, auch dies geht mit der direkten Methode wesentlich besser:

http://globalflyfisher.com/rodbuilding/ ... part-2.php

Finde ich viel sexier als so ein bloedes Stueck Gummi oder Nickelsilber welches (das evtl. unrunde Vorderende) verdeckt.


Rgds,
Ole



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Verfasst: 13.03.2009, 08:38
von jonnycatch
@olewillers
sehe ich genau so mit dem Winding Check, die braucht man nur um Pfusch zu verbergen, wer genau bohrt braucht so ein Ding nicht.
Hakenösen verbaue ich ebenfalls nicht, aber nur weil ich sie überflüssig finde und man spart bei einer 4-teligen ein Lackierdurchgang, das Handteil bleibt meist also aus.

Korkgriff

Verfasst: 13.03.2009, 13:23
von Peter S.
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Verfasst: 14.03.2009, 13:25
von stephan_81
hallo,
erstmal vielen dank für die vielen informationen.
genau wie auf dem bild in dem link habe ich mir das ganze vorgestellt. was für eine vorrichtung verwendet ihr um den blank zur bearbeitung des korks rotieren zu lassen. ich dachte an eine bohrmaschine und auf der anderen seite einen ständer mit kugellager für die führung des blanks.
schöne grüße
stephan

Verfasst: 19.03.2009, 14:20
von Theowsky
Hallo zusammen,

ich hoffe ich habe es nicht überlesen, habe in der Mittagspause nicht viel Zeit. Wenn doch, dann bitte ich um Entschuldigung.

Ein kleiner Tip noch: Wenn die Korkscheiben beim Kleben unter Druck gesetzt wurden (z.B. auf Gewindstange) sollte nicht sofort die endgültige Form geschliffen werden. Die Kork-Zellstruktur wird beim Pressen zusammengedrückt und braucht eine gewisse Zeit bis die Zellen wieder die ursprünglich Form erreichen. Wenn man sofort nach dem Ausspannen schleift entstehen nach gewisser Zeit unschöne Rillen an der Oberfläche.

Schöne Grüße
Theo

PS mehr Tips zum Rutenbau findet ihr auf meiner page :-)