C&R wie mach ich es richtig?

Hier gehts rund um den Fisch. Besonderheiten, spezielle Techniken und Köderwahl auf unterschiedliche Fischarten, u.s.w.

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Giftmischer
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C&R wie mach ich es richtig?

Ungelesener Beitrag von Giftmischer »

Hallo Flifi Profis,
da ich heute das erste mal mit der Fliegenrute am Fließgewässer war und das Glück hatte gleich vier Äschen zu haken, diese aber aus Hegezwecken bei uns im Verein Gazjährig geschont sind, wollte ich wissen wie man sie am schonendsten wieder in Freiheit entlässt.

Vorne weg, ich habe sie nicht mit Absicht angeworfen. Bei der ersten, ist die Trockene, über die nicht interessierte Bachforelle hinweg und von der dahinterstehenden Äsche geschnappt worden. Bei den anderen dreien hab ich nur Ringe angeworfen.

Sie kamen alle nicht aus dem Kindergarten, geschätzt 40+. Ich fische nur ohne Wiederhaken, hab sie so kurz wie möglich gedrillt, mit knotenlosem Kescher und nassen Händen im Wasser sofort abgehakt. Hab sie dann, solange in der Strömung gehalten, bis sie wieder bei Kräften waren und sie danach noch eine Weile beobachtet ob es ihnen soweit wieder gut geht.
War das soweit richtig oder habe ich was grundlegendes verkehrt gemacht?

Gruß Marx
"Hey, ich bin Anfänger und will bei meiner Angelei nicht durch Fische gestört werden"
Mountain Angler
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Ungelesener Beitrag von Mountain Angler »

Hi Marx,

hört sich alles sehr "waidgerecht" an, danke.
Kurze Drillzeit ist bei Aeschen lebenswichtig(für den Fisch.. :lol: )Immer auch sehr wichtig, eine Löseschere, damit der sehr empfindliche Mund der Aesche nicht verletzt wird beim Lösen des Hakens.
Mich stört ein wenig, dass du Fische in dieser Grösse kescherst.
Dazu möchte ich mal eine grundsätzliche Frage in die Runde werfen.
Was ist schonender, a) eine evtl.etwas kürzere Drillzeit mit Kescher(natürlich knotenfrei) oder b) nicht zu keschern und somit die Schleimschicht nicht zu verletzen.

lieber Gruss
René
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hechtmichel
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Ungelesener Beitrag von hechtmichel »

Hallo Marx,
erstmal finde ich es gut, dass du deine Fische wieder zurücksetzst.
Doch da gibt es unterschiedliche Meinungen.
Eigentlich finde ich, dass du alles richtig gemacht hast.
Vielleicht könntest du den Kescher noch ganz weglassen und die fische nur Handlanden.
Manche Haken den Fisch sogar noch im Wasser ab, was ich aber nicht wirklich toll finde, da der Fisch keine Erholungsphase hat und oft ist es viel einfacher und schneller den Fisch kurz in die nasse Hand zu nehmen und mit der anderen Hand den Haken zu lösen, wenn er tiefer sitzt natürlich mit der Zange.

TL Michi
Royal Coachman
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Drilltechnik zum X-ten Male

Ungelesener Beitrag von Royal Coachman »

Hallo Marx !

Du kannst die Drillzeit um 2/3 verkürzen, wenn es Dir gelingt die Äsche "Umzuwerfen", gilt übrigens für alle Fische.

freundlichst
Royal Coachman
Der immer auf Seiten der Fische steht!
Giftmischer
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Ungelesener Beitrag von Giftmischer »

Danke für die Antworten,
bei mir stirbt kein Tier umsonst, hab bist jetzt alles verwertet oder frei gelassen was mir zu groß/klein war.
Handlandung war mir zu kritisch, da sie durch den kurzen Drill am 16er Vorfach noch recht wehrhaft waren. Hatte Angst sie aus Unerfahrenheit noch mehr zu verletzen.
Bei allen hing die Fliege so das ich sie am Öhr packen konnte (grosse Klinkhammer), so lies ich die Arterienklemme stecken.

@Royal Coachman, "umwerfen" was meinst du genau damit? Fand das sie schon ganz schön ausser Atem waren, die Fahnenträger. Hab sie gut 2min in die Strömung halten müssen, bis sie davon sind und die Egel hatten Spaß an mir.

Gruss Marx
"Hey, ich bin Anfänger und will bei meiner Angelei nicht durch Fische gestört werden"
Jürgen Anacker

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Ungelesener Beitrag von Jürgen Anacker »

hallo max,

alle tips die dir hier gegeben worden sind...sind gut!

die aussage von Royal Coachman...könnte so gemeint sein...das wenn man fische einfach "rückflosse" nach unten hält...die meißten fischen sehr ruhig werden...und dann kann man sehr locker den haken lösen...das mache ich eigentlich auch oft bei größeren fischen...wenn ich diese aus dem wasser nehmen muss.

ein möglichkeit betreibe ich aber auch sehr gerne (wenn man wirklich ohne widerhaken fischt)!
einfach mit dem spitzenring-->die schnur so lange mit der hand einholen...bis der spitzenring...am maul des fisches ist! und dann schiebst du die ganze rute kurz nach unten...und lösst damit den haken vom maul! ist ne sehr gute art...den haken zu lösen...wenn er nicht tief und im aussenbereich des maules sitzt.
ich nehme den fisch nicht einmal in die hand!

gruss, jürgen
Royal Coachman
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Drilltechnik

Ungelesener Beitrag von Royal Coachman »

Hallo Freunde !

Diese Drilltechnik bewährt sich bei großen Fischen insbesondere bei Äschen.

1. Hinter den Fisch kommen

2. Rute senken und paralell zur Wasseroberfläche Zug ausüben, sodaß die Äsche nach hinten umgeworfen wird

Der Fisch wird dadurch aus dem Gleichgewicht gebracht und gibt meist nach dem zweiten Umkippen auf und nicht aus Erschöpfung.

Der Drill einer 50iger Äsche verkürzt sich dadurch auf ca 2 bis 2 1/2 Minuten.

freundlichst
Royal Coachman
Der immer auf Seiten der Fische steht!
Maggov
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Ungelesener Beitrag von Maggov »

Hallo Marx,

ich finde Du hast alles richtig gemacht.

Die Tatsache, dass Du den Kescher benutzt hast da Du Dir bei der Handlandung nicht sicher warst das Ganze schnell hinter Dich zu bringen zeigt, dass Du wirklich an einer schnellen und damit schonenden Behandlung interessiert warst. Super.

Ich denke die "Problematik" grössere Fische mit der Hand zu landen bzw. zu stützen (man muss ihn gar nicht voll aus dem Wasser heben um ihn ab zu haken) kommt mit der Zeit. Ich persönlich hake Fische in dieser Grösse im Wasser (gestützt mit der anderen Hand) ab. Geht schnell und problemlos sofern man einen ruhigeren Bereich findet.

Der Tip von Gebhard mit dem "Umdrehen" funktioniert bestimmt. Ich habe beim Drillen ähnliches beobachtet wenn Du die Rute nicht senkrecht hebst sondern seitlich hälst und beim Drillen den Fisch permanent zu Richtungswechseln forcierst, dann dauern die Drilss deutlich kürzer.

Der Tip von Jürgen den Fisch bei der Handlandung umzudrehen klappt bei mir bei Forellen sehr gut, bei Äschen weniger bis gar nicht.

Die Aussage, dass Du die Äschen recht lange im Wasser "stützen" musstest lässt auf eine stärkere Erschöpfung schliessen. Wichtig ist beim Releasen (insbesonders von Äschen) aus meiner Sicht, dass Du einen möglichst kalten Bereich findest. Dort ist die Sauerstofsättigung im Wasser höher und gerade Äschen brauchen diesen. Dann sollte der Fisch vor udn zurück geführt werden (ruhig schneller) damit seine Kiemen möglichst guten Ausstausch bekommen.

Eine Bitte:
Wenn Du die Äsche releast und beobachtest, dass sie nach dem Releasen kippt dann schlag sie ab. Wird sicher nicht gerne in Deinem Verein gesehen, aber die Äsche wird sonst später irgendwo elendig verenden.

Viele Grüsse und eine prima Saison

Markus
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Cuchulainn
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Ungelesener Beitrag von Cuchulainn »

Hi Leudde,
Ich finde es super, dass es hier für Unsichere eine Möglichkeit gibt, sich über eines der am meisten vernachlässigten Themen der Fliegenfischerei auszutauschen! Großes Lob an alle, die dabei mitgemacht haben!!! :smt038 :smt038 :smt038

Ich persönlich traue mir die Handlandung auch nicht zu. Wenn ich nicht gerade mit Streamer fische, hebe ich die Fische, die ich nicht entnehme, gar nicht aus dem Wasser raus. Einfach Vorfach durch die Ringe ziehen, kurz ruckeln, und der Fisch schwimmt wieder. Anfänger können am besten mit großmäuligen Aiteln "trainieren". Ich finde, dass das die beste und schonendste Lösung ist, man muss halt auf die genaue Länge verzichten.

Für Fische, die einer sinnvollen (leckeren) Verwertung zugeführt werden, (und falls ich tatsächlich mal beim streamern erfolgreich bin :D ) hole ich ganz altmodisch den Kescher raus. :huhn

Viele Grüße
Martin
Gründungsmitglied der Gesellschaft zum Schutz der Nassfliege n.e.V.
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sedge111
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Kescher vs. Handlandung

Ungelesener Beitrag von sedge111 »

Hallo,

ich habe eigentlich immer einen Watkescher dabei und verwende ihn auch, wenn ich vorhabe gefangene Fische wieder zurückzusetzen.

Hauptsächlich gehts es mir dabei, die Drillzeit in größtmöglichem Maße zu verkürzen. Ich persönlich habe bisher noch keine negativen Erfahrungen gemacht, welche belegen würden, dass eine Kescherlandung dem Fisch schaden würde.

Nun weiss ich aber auch, daß es Befürworter einer ausschließlichen Handlungen bei c&r gibt.

Wie haltet Ihr es, wenn ihr einen Fisch wieder zurücksetzten wollt, Hand- oder Kescherlandung?

Grüße!

Tom
Catch & Realize!
Jürgen Anacker

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Ungelesener Beitrag von Jürgen Anacker »

hallo tom,

eine sehr interessante frage…ich denke man kann bei beiden methoden viel falsch machen…und ich denke auch das es gewässerabhängig ist!!!

wenn ich in gebirgsflüssen fische kann ich die meißten fische auslaufen oder mir eine ruhige stelle aussuchen wo ich den fische sauber mit der hand oder mit der rutenspitze lösen kann.

wenn man die möglichkeit aber nicht hat…d.h. das gelände erlaubt das nicht…weil man vom ufer aus fischt usw…muss man ja den fisch irgendwie rausbekommen…da wird man um den käscher nicht rum kommen.

wie gesagt…man kann überall einiges falsch machen!
wenn der fisch bei der handlandung einem 10x aus der hand fällt ist das genauso schlecht…wie die experten…die den fisch dann mit dem käscher „100h“ traktieren….

ich persönlich nehme eigentlich nur den käscher wenn ich den fisch abschlagen möchte oder aber vielleicht auch wenn das gelände nichts anders zulässt!

gruss, jürgen
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Hydrometra
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Ungelesener Beitrag von Hydrometra »

Hey,

ich bevorzuge die Landung mit der Hand.

Ansonsten ist den Vorrednern nichts mehr hinzuzufügen, außer vielleicht: (falls das nicht klar ist)

- Auch ein Schonnetz gehört vor dem Landen kurz ins Wasser getaucht, damit es nicht nur durch den Fisch nass wird -
Beste Grüße,
Tobi
Giftmischer
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Ungelesener Beitrag von Giftmischer »

Danke für die vielen Antworten,
freut mich, das mich bei dem Thema soviele unterstützen.

@Jürgen, werd das mit dem Spitzenring evtl mal Probieren wenn die Situation passt, da ich die Äschen aber doch drillen musste hätte ich ein schlechtes Gewissen es so zu machen. Hab mal beim Karpfenfischen nen grossen Kameraden direkt und ohne ihn zu stützen abgehakt und 10min später trieb er mit dem Bauch nach oben :cry:

@Royal Coachman, danke hört sich gut an werde ich beim nächsten mal so versuchen!

@Markus, danke, war halt ein wenig überfordert für den Anfang, die ersten Salmoniden im Fließwasser, mit Wathose und voller Montur am Mann, wohin mit der Rute usw., hab mir halt gedacht keschern und noch im Wasser abhaken ist dann am schonendsten. Bin dann nachch dem abhacken mit ihnen in die Strömung und alle samt, sind dann irgendwan davon und meist auf ihren Standplatz.

@Tobi natürlich habe ich das Netz vorher nass gemacht!

Auch allen anderen vielen Dank!
TL und Grüße Marx
"Hey, ich bin Anfänger und will bei meiner Angelei nicht durch Fische gestört werden"
Maggov
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Ungelesener Beitrag von Maggov »

Hallo zusammen,

Ich finde es besser derjenige entscheidet sich für das sicherere und schnellere Verfahren als aus Prinzipienreiterei zigfach eine Handlandung zu versuchen.

Das Abhaken mit dem Spitzenring kenne ich, benutze es aber aus 3 Gründen nicht.
- Den ersten hat Marx schon genannt, wenn ich einen Fisch - v.a. eine Äsche - mit der Rutenspitze abhake und nur minimale Strömung habe, dann treibt mir der Abgehakte Fisch ab und ich sehe eben nicht mehr ob dieser noch lebensfähig ist oder nicht.
- Der zweite Grund ist, dass ich eine mittlerweile Ruten ohne Garantie habe, z.T. in niedrigen Schnurklassen und ich schon erlebt habe wie eine RF bei dem Versuch mit der Spitze abgehakt zu werden durch Zuschnappen und Kopfschütteln die Spitze abgeknipst hat.
- Fische die bluten. Manchmal hakt man einen Fisch sehr weit vorne und er blutet trotzdem - dann gehört dieser Fisch waidgerecht versorgt. Beim Abhaken mit der Rutenspitze wird dies oft nicht bemerkt.

Ich persönlich halte die Handlandung für das schonendere Verfahren, da ich mit der nassen Hand minimalsten Druck ausüben muss, meiner (nassen) Hand mehr Schonung für die Schleimschicht zuspreche als einem Kescher und v.a. weil ich den Fisch beim keschern und abschliessenden Abhaken eh' anfassen muss.

Das schonendste Verfahren ist für mich das Abhaken im Wasser - sei es, dass man die (sichtbare) Fleige mit der Hand anfasst und gegen Hakenrichtung in das Maul des Fisches schiebt, dann bei kleineren Fischen das Festhalten des Unterkiefers und abhaken (minimierte Oberfläche beim Anfassen) - Danke an Matthias für diesen Gedankenanstoß! - und schließlich die "klassische" Handlandung.

@Marx: Das Beispiel mit dem, Karpfen zeigt das Problem der Übermüdung kombiniert mit zu hoher Wassertemperatur. Der Fisch schwimmt evtl. noch ein paar Meter aber ist eigentlich schon zu schwach.
Hier bin ich mir nicht sicher, ob man diesen Fisch überhaupt noch "retten" kann, also ob "Stützen", im Wasser hin- und herführen etc. überhaupt helfen. Deshalb entscheide ich mich bei sehr langer Drilldauer und warmen Wasser lieber mal für eine Entnahme. Ich denke da dies sehr schwer in Richtwerte zu fassen ist braucht man hier einfach Erfahrung und Übung.

LG

Markus
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Kurt Zumbrunn
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Hallo in die Runde

Ein sehr dienliches Werkzeug ist auch dieses hier:
http://www.fliegenfischer-forum.de/waterw02.html

Ich möcht's nicht mehr missen.

Beste Grüsse
Kurt
<< streamstalkin´ 24/7 >>

Trockenfliegen- und Bambuspurist
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