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Bisam- und Opossumdubbing

Verfasst: 05.08.2009, 12:26
von Tom Doll
Hallo Leute,

Ich hatte ein Gespräch mit einem bekannten Großhändler, dabei ging es um Dubbing. Er sagte mir, daß Bisam- (Muskrat) und auch Opossum Dubbing so gut wie nicht verwendet werden. Für mich war das eine Überraschung, den ich mag beide Sorten, besonders Bisam und verwende sie auch gerne. Opossum Dubbing kennen vielleicht viele gar nicht
Verwendet Ihr wirklich kaum Bisam- und Opossum Dubbing?

Gruß


Tom[/url]

Verfasst: 05.08.2009, 13:44
von Maggov
Hi Tom,

mir geht es wie den meisten - ich kenne es gar nicht.

Ich achte bei Dubbing mehr auf die Materialeigenschaften als auf die Herkunft des Fells.

Was sind denn Deiner Meinung nach die Vorzüge dieser Tiere - z.B. ggü. Eichhörnchen?

LG

Markus

Verfasst: 05.08.2009, 16:37
von Friedemann
Hallo Tom,
ich verwende Bisamdubbing seit vielen Jahren.
Für mich ist es das Universaldubbing für kleine,
graue Trockenfliegen und Nymphen.
Möglicherweise ist der Absatz dewegen nicht so
hoch weil es sehr ergiebig ist.
Gruß aus Hessen
Friedemann

Verfasst: 05.08.2009, 17:51
von mario.s
Hallo Tom,
ich benutze Bisam auch des öfteren für kleinere Fliegen. Die Färbung ist sehr schön und leicht glänzend und von der Struktur sehr fein. Besser wie Hasenohr. Ich habe kein Fertigdubbing sondern rupfe mir das Dubb aus einem Stück Fell. Habe ich mal vor einigen Jahren bei irgend einem Händler erworben. Wie schon Friedemann sagte ist das Zeug recht ergiebig. Kann mir nur vorstellen das kaum einer davon weiß, weil es wohl nur wenige Händler vorrätig haben. Oder die meisten Leute fragen immer nur nach den gängigen Materialien?
Gruß, Mario

Verfasst: 05.08.2009, 19:21
von Tom Doll
Hallo Leute,

Es ist sicher, dass es sehr ergiebig ist. Für mich ist es eigentlich das universellste Dubbing.
Ich vermute mal, daß auch der amerikanische Name Muskrat Dubbing
keine Verbindung zu Bisamdubbing verrät.
Für alle die es nicht kennen, probiert es mal aus. Wer neugierig ist, kann mal bei mir auf die Seite schauen, ich habe die verschiedenen Dubbings verglichen.
http://www.fliegentom.de/html/dubbing_vergleich.html. Ich wollte selbst mal die Unterschiede rausfinden und habe da einiges entdeckt.
Falls noch wer ein Dubbing zum Testen hat, das nicht auf der Liste ist, kann mir gerne eine Probe senden, am Besten in einer Farbe, die sich gut fotografieren lässt

Gruß

Tom

Verfasst: 05.08.2009, 20:29
von Cuchulainn
Ich verwende auch beide gerne, Dubbing von der Bisammaske schneide ich mir sogar selber. Ich mag diese sehr weiche Unterwolle total gern. Bisam ist für mich genau wie das Gegenteil von Hasenohrdubbing nur viel besser zu verarbeiten. Für alle nichtstruppigen Fliegen genau richtig.
Bei Oppossum schauts dagegen ganz anders aus. Ich habe es ausgezupft lange als Gammarusbeinchen verwendet. Bin nur auf Henne umgestiegen weils ein wenig einfacher zu binden ist. Ein hochinteressantes Material aber nur für wenige besondere Muster. Und Dubbingtwister ist fast Pflicht.
Ich verwende beide gern, kann aber ohne Vorbehalte nur Bisam weiterempfehlen. Bisam ist perfekt für Anfänger!!

Viele Grüße,
Martin

Verfasst: 06.08.2009, 09:29
von Maggov
Hallo Tom,

sehr interessante Testreiehe die Du da gemacht hast. Klasse Idee!

LG

Markus

Verfasst: 06.08.2009, 15:04
von Achim Stahl
Hallo Tom,

das ist wohl tatsächlich so. Naturdubbings sind auch meiner Erfahrung nach immer mehr auf dem Rückweg. Ob das nun seine Berechtigung hat oder nicht, ist eine andere Frage.

Polydubbings sind im Gegensatz zu Naturhaaren in allen Farben in fein, mittel, grob erhältlich, die Farben wirken brillanter als auf Naturhaar und das Material fühlt sich homogener an.

Die leichte Transparenz und der Glanz von Polydubbings verschaffen dem Material gerade bei Streamern, Lachs- und Salzwasserfliegen einen klaren Vorteil.

Natürlich ist eine Adams ohne Bisamdubbing nicht wirklich eine Adams. Aber um diese Feinheiten zu erkennen, muß man schon etwas tiefer in die Materie eingedrungen sein. Viele derjenigen, die heutzutage das Binden anfangen, gehen den einfachen und klar vorgezeichneten Weg der universellen, in allen Farben und Dicken verfügbaren Polydubbings und kommen bestens damit klar. Die Fliegen sehen auf den ersten Blick auch "hübscher" und "moderner" aus; schön gleichmäßig und leicht glänzend. Ob das immer wirklich optimal ist, ist wie gesagt ein anderes Thema.

Opossumdubbing wurde eine Zeit lang als hervorragend spielendes Bindematerial fürStreamer und Meerforellen- bzw. Shrimpmuster empfohlen. Es spielt zwar gut, hat aber ansonsten für meinen Geschmack den Reiz einer nassen Socke. Während ich bei den meisten Trockenfliegenmuster auf die immer geforderte "Transluency" gut verzichten kann, gehört zu einem Shrimp oder einem Futterfischchen schon ein wenig Transparenz. In Verbindung mit Ice Dubbing kann aus dem Opossum noch was werden, aber eigentlich sind da die diversen Plaste und Elaste doch eher vorne.

So weit meine persönliche Erfahrung als Binder und Händler.


Viele Grüße!


Achim

Verfasst: 10.08.2009, 15:56
von Tom Doll
Hallo Leute,

Opossum ist bei uns nicht sehr gebräuchlich, hat aber seine Vorteile, wenn man Kölrper braucht. Ich möchte die Lanze hauptsächlich für Bisam brechen.
Für mich ist es das am einfachsten zu verwendenende Dubbing und von den Naturdubbings das Beste für Trockenfliegen.
Gerade für Anfänger ist es ziemlich unproblematsich, es ist für alle Dubbing Techniken geeignet. Besonders direktes Auftragen auf den (gewachsten) Faden ist mit keinem Dubbing einfacher.
Bei den synthetische steht Antron hoch im Kurs, aber Antron ist ziemlich langfaserig und relativ widerspenstig. Ohne dasss man die Fasern kurzschneidet läßt es sich schwer verarbeiten. Die kurzfasrigen weichen synthetischen Dubbings sind da schon besser und erzeugen die "Transluzenz", die oft gewünscht wird.
Füpr mich war aber besonders interessant zu erfahren, ob noch Bisam Dubbing verwendet wird, tatsächlich sind es doch noch einige, das hätte ich eigentlich nicht mehr gedacht.

Gruß

Tom

Verfasst: 13.08.2009, 16:11
von hauki
Achim Stahl hat geschrieben: Natürlich ist eine Adams ohne Bisamdubbing nicht wirklich eine Adams.
Dem kann ich mich zu 100% anschliessen. Ich benutze "Muskrat" in erster Linie für die Adams.

Tight Threads
Olaf