ich möchte hier mal ein Thema zur Diskussion stellen, das mir etwas auf den Nägeln brennt. Das kommt so:
Vor meinem diesjährigen Männerurlaub habe ich mich bei einem nicht ganz unbekannten größeren Tackle Shop in Bayern mit dem neuesten und angeblich besten Flurocarbon eines ebenfalls größeren und bekannten amerikanischen Herstellers eingedeckt. Na, den Namen will ich nicht verschweigen: Wir reden von Rio.
Zu meinem allergrößten Mißfallen ging gleich der zweite gehakte Lachs Sekunden nach dem Take verloren. ein Grillse von vielleicht 5 - 6 Pfund. Das Vorfach war glatt gebrochen. Der Fisch schwimmt nun garniert mit einer Sunray Shadow und einem Doppelhaken Größe 12 durch den Fluß(zum Glück für den Lachs und zur Beruhigung meines Gewissens ein Haken mit Minibarbs).
Durch dieses unerquickliche Erlebnis gewitzt geworden, unterzog ich das Vorfach nun alle zwei Stunden einem "Zippertest": Den Haken in den Reissverschluss meiner Watjacke eingehängt und kräftig, auch ruckig, gezogen. Das Ergebnis war niederschmetternd. Das Zeuchs wurde offensichtlich durchs Werfen mürbe, die Knotenfestigkeit war desaströs.
Abends besprach ich das bittere Ergebnis mit einem Briten, der wahrscheinlich schon mehr Lachse gesehen und gehakt hat als meine 5er-Rute Alande.. also eine ganze Menge (das Namedropping erspare ich mir, aber der Mann darf als Kapazität gelten). Er meinte nun, Fluorocarbon sei bei der Jagd auf richtige Fische ein Desaster, er vertraue dem Material nach schlechten Erfahrungen nicht mehr. Dann zückte er mehrere Spulen "Maxima", ließ mich die Stärke wählen (ich entschied mich für 0.35) und schnitt mir 3 Meter ab.
Diese 3 Meter antikes Low Tech Nylon haben meinen Urlaub gerettet!!! Knotenfest, geschmeidig, zuverlässig!
Das teuere Flurozeuchs werde ich nun auf die berserkerhaft kämpfenden Alande meines Hausflusses aufbrauchen...
Die negativen Erfahrungen mit Flurocarb wurden gestern abend auch durch einen Mann bestätigt, der gelegentlich stärkere Schuppenträger als Alande und Döbel befischt. Sein Rat: Finger weg - dem Kram ist nicht zu trauen. Eingermaßen positive Erfahrungen hätte er nur mit "Riverge" gemacht, aber auch dem würde er bei der gezielten Jagd auf starke Beute nur bedingt über den Weg trauen.
Um das Posting abzurunden, ein Zitat aus der aktuellen T&S, Rubrik: "Frag den Ghillie", S. 46: Frage T&S: "What`s the most common error made by fishers?" Antwort head gillie Colin Reid. "In recent times, I would have to say the use of fluorocarbon for salmon fishing. I would like to see it banned at Gordon Castle - we`ve lost so many fish." And so on...
Also frei heraus: Wie haltet Ihr es mit dem Flurocarb?
Ich werde es weiter zum feinen Nymphenfischen verwenden, wenn ich nicht ernstlich damit rechne, Fische über 2 Pfund zu erbeuten.
Für alle kampfstarken Gegner ("richtige Fische") wird ab jetzt aber wieder ausschließlich Nylon verwendet (Maxima, nehme ich an...).
Bin gespannt auf Eure Antworten..
Strongelchen







