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Tippet aus geflochtener Schnur - Blödsinn???
Verfasst: 20.09.2009, 13:22
von Europa12
Hallo!
Ich muss jetzt mal ne (doofe?) Frage stellen:
Wie den meisten bekannt sein dürfte, gibt es ja diese geflochtene, fast durchsichtige Schnur (crystal). Was spricht dagegen, diese Schnur als Tippet beim Fischen mit der Trockenen zu verwenden?
Ein Vorteil wäre ja eventuell, dass ich bei 5kg Tragkraft ja nur einen 0,08er Durchmesser hätte.
Was sind nun die Nachteile? Hat das schon mal jemand ausprobiert?
Gruß
Alex
Verfasst: 20.09.2009, 13:35
von Matthias B.
Hi Alex,
kenne die Crystal vom Spinnfischen und kann dir nur davon abraten!
1. nicht geflochten, sondern thermisch verschweisst. Bedingt dadurch recht starr.
2. absulut nicht abriebfest. Triffst du im Drill nen Stein oder Ast, kanns das gleich gewesen sein.
3. ist die Schnur nicht rund, sondern flach. Bin zwar kein Wurfkünstler, aber kann mir vorstellen, dass das beim Abrollen nicht gerade förderlich ist.
Hoffe, ich konnte auch mal helfen
Gruß vom Niederrhein
Matthias
P.s.: Ich hab hier noch 2-3 mal gefischte 0,08er Crystal Competition auf ner Rolle. Wenn du was zum testen haben möchtest...

Verfasst: 20.09.2009, 15:17
von Ringo
Hallo,
die Schnur heißt crystal, ist aber nicht durchsichtig. Gerade mal durchscheinend würde ich das nennen. Sie wirft mit Sicherheit einen stärkeren Schatten als jedes Mono-Tippet.
Verfasst: 20.09.2009, 15:58
von Daniel1983
setz da mal en anschlag.... die schnur hat ja sogut wie keine dehnung....
mfg
Verfasst: 21.09.2009, 01:18
von Matthias B.
Nochmehr Nachteile, die ich als Anfänger so aus dem Stehgreif, überhauptnicht hätte nennen können. Also ich würde, wie Anfangs schon erwähnt, die Finger davon lassen
Gruß vom Niederrhein
Matthias
Verfasst: 21.09.2009, 17:22
von sebastian_waf
Ein weiterer Nachteil, ist die mehr als geringe Festigkeit der Knoten.
Ich würde die Finger davon lassen.
Als Backing kannste die vielleicht noch nehmen, aber auch da ist vorsicht geboten, wegen der geringen Festigkeit.
Gruß
Sebastian.
Verfasst: 21.09.2009, 20:19
von Kanne
Hallo,
ich habe nachdem die Schnur auf den Markt kam über zwei Jahre umfangreiche Tests als Vorfachspitze gemacht. Verbunden mit 16er Stroft habe ich als Spitze etwa 30 cm der dünnsten auf dem Markt verfügbaren crystal gemacht, hier mal meine Erfahrungen:
+
-man kann die Fliege einschlaufen
-ist die Schnur "eingeworfwen" wird sie sehr geschmeidig, sinkt leicht in den Oberflächenfilm ein
-bleibt man an einem Hindernis hängen reißt immer das Monofil, die Geflochtene als Sichthilfe erleichtert das Wiederfinden der Fliege
-bei einem hart aufgesetztem Wurf fällt die Fliege trotzdem weich aufs Wasser, absolut sanfte Präsentation
-selbst in strömungsberuhigten Bereichen keine Vorfachscheu von z.B. Äschen nachweisbar (vgl mit 12er Monofil)
-sehr lange Lebensdauer der Vorfachspitze
-
-man bekommt den Fliegenhaken beim Wechseln schlecht aus der Schlaufe (viele Einzelfäden)
-aufwändige Knotentechnik, um Sollbruchstelle auszuschließen
-verwendbar nur für kleine, nicht "propellernde" Fliegen
-zum Nymphenfischen ungeeignet, beim Ziehen über eine Steinkante sofort Schnurbruch
Gruß, Lutz
Verfasst: 21.09.2009, 20:51
von sebastian_waf
Hi Lutz,
was für einen Knoten verwendest du denn, um das Mono mit dem Tippet zu verbinden? Oder weichst du da auf die Pitzenbauer Ringe aus?
Auch der Knoten, mit dem du die Fliege befestigst würde mich interessieren.
Gruß
sebastian
Verfasst: 21.09.2009, 21:22
von Kanne
Hallo, Sebastian,
die Fliege habe ich mit ner Schlaufe befestigt, also erst ne Schlaufe in die Schnur, ne doppelt geknotete und dann den Haken durch das Öhr eingeschlauft. Habe dann ein Knotenlos verjüngtes Vorfach (monofil, der Dehnung wegen) mit vielen verschiedenen Knoten unter Behandlung der Geflochtenen mit wiederum versch. chem. Mitteln (Slilikone, Kleber etc...)
angebunden und so lange getestet bis der Knoten keine Sollbruchstelle mehr war.
Legt man die Geflochtene im Knoten doppelt, reduziert man schon mal das "Einschneiden" in die Mono.... probier mal, hab nichts patentieren lassen...
Gruß, Lutz