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Mausdubbing
Verfasst: 17.11.2009, 20:53
von Bach
Liebe Fliegenbinder
Nach den Pfauenfedern noch eine etwas spezielle Frage, diesmal zum Dubbingmaterial.
Gestern musste eine Hausmaus bei mir im Garten ihr Leben lassen. Bei näherer Betrachtung fiel mir das eigentlich ganz nette Fell dieses Nagers auf. Nicht gerade sehr lange Haare, aber dafür extrem weich und in der Farbe eben mausgrau bis weiss am Bauch. Könnte das nicht auch ideales Dubbingmaterial sein?
Im Netz recherchiert und überhaupt nichts gefunden. Warum? Hat das mit Anstand, vielleicht Ekel vor der Maus, zu billig und einfach, oder sonstwas zu tun? Hab mal einige Portionen abgeschnitten und in Filmdose versorgt. Für einige Zeit in die Gefriertruhe zum Töten was für uns schädlich sein könnte. Danach mal schauen, was man machen kann. Hat jemand von euch das schon mal probiert???
Gruss von
Werner
Verfasst: 17.11.2009, 23:24
von Ecdyo
Hallo Werner
hab von Fliegenbinden leider (noch) keine Ahnung. Die Idee mit dem Mausfell finde ich aber interessant.
Zum Thema Gefriertruhe weiss ich aber was: Bakterien kriegst du so nicht klein, viele Arten sind ausgesprochen kälteresistent. Da wäre heisses Wasser (über 80°C oder noch sicherer kochend) hilfreicher.
Lieber Gruss
Michael
Verfasst: 18.11.2009, 07:33
von Olaf Kurth
Moin Werner,
warum sollte sich das Mausdubbing nicht nutzen lassen?
Wenn ich in irgendeine Schublade an meiner Bindeecke schaue, dann finde ich bestimmt ein Stück "Maulwurffell" und daraus habe ich schon einige Körper hergestellt. Fell und Haare der Maus sind sicherlich feiner und nicht so dicht, aber es müsste sich nutzen lassen.
Zur Desinfektion: Bevor ich diverse Felle, Federn, etc. einfriere, bekommen sie eine "chemische Keule", d.h. ich lege das Material in eine Plastiktüte, sprühe da recht starkes "Paral-Insektenspray" rein und verschließe das Ganze luftdicht. Erst nach zwei Tagen geht es in den Froster und wenn das Zeug da wieder raus kommt, dann sind die meisten Schädlinge beseitigt. Und wenn dennoch einige überlebt haben, dann sind das die ganz "Harten" und vor denen hab ich Respekt!
Gruß, Olaf
Verfasst: 18.11.2009, 12:38
von Tom Doll
Hallo Werner,
Zur Desinfektion gibt es zwei Methoden, die erste ist professionel anerkannt.
1. Nimm einen Topf mit kochend heissem Wasser mit Dünsteibnsatz und lasse das Haar 30 Minuten drin. Das ist eine Behandlung mit Dampf
2. mach die Haare nass und 10Minuten Mikrowelle bei voller Leistung.
Dann ist nichts lebendes mehr in den Haaren.
- Übrigens - sicher gutes Dubbing, schau mal bei Waterhen Bloa
Gruß
Tom
Verfasst: 18.11.2009, 13:25
von Maggov
Hi Tom,
ist das Original der Waterhen Bloa nicht mit Maulwurfsdubbing?
@Werner: bei Mäusen und Ratten muss ich immer an Krankheiten und Parasiten denken. Deshalb wäre bei mir der Ekel wahrscheinlich stärker als die Überwindung ein paar Euros für ein Packerl Dubbing auszugeben.
Stadtmensch halt
LG
Markus
Verfasst: 18.11.2009, 16:37
von greypanther
Hallo @all,
Markus hat geschrieben:.... bei Mäusen und Ratten muss ich immer an Krankheiten und Parasiten denken.....
Ich auch (bin kein Stadtmensch)!. Seltsamer weise gibt es auch keine traditionellen Muster (mir jedenfalls nicht bekannt), welche diese Materialen verwenden. Wird seinen Grund haben, denn Mangel an Nagern gab es in den Städten früher eher nicht.
Markus hat geschrieben:...ist das Original der Waterhen Bloa nicht mit Maulwurfsdubbing?...
Ja, da hast Du recht. Man findet aber auch Beschreibungen in denen Muskrat, also Bisam, verwendet wird. Neben diesen Materialien benutze ich noch grauen Nerz und, die Billigvariante, graue Kaninchen-Unterwolle für den Körper der Waterhen Bloa. Die Fische haben aber bisher den Unterschied noch nicht bemerkt!
Re: Mausdubbing
Verfasst: 18.11.2009, 16:46
von mikesch
Bach hat geschrieben:... Hat jemand von euch das schon mal probiert???
...
Ja, in meinem Fundus befinden sich 2 Felle

, Verwendung bisher bei kleinen Nympfen.
Verfasst: 18.11.2009, 21:09
von Bach
Abend Kollegen
Danke für die schnellen Antworten.
Denke auch, dass man die Mauswolle gut brauchen kann. Vor den Krankheiten habe ich weniger Angst. Lebe im Gebirge, es sind Hausmäuse ohne Fäkalkontakt, eure guten Hinweise wegen der Desinfektion werde ich aber schon beachten.
Das mit der Mikrowelle scheint mir die effizienteste und schnellste Variante ohne Chemie zu sein. Hatte auch schon an den Backofen bei 100° mal gedacht, aber wie sehen dann die Haare aus? Wo ist die Grenze, dass es einerseits wirkt, aber andererseits nicht alles zerstört?
Was passiert übrigens in der Mikrowelle nach deinem Verfahren Tom, wenn ich ein stück Fell reinlege, das nicht gegerbt ist, sondern nur an der Luft getrocknet? Ist das dann quasi gekocht?
Die "Mikrowellenkur" funktioniert auch mit Federn vom Huhn, man muss sie allerdings nass machen, ist das richtig, denn ich hätte auch noch einige Federn zum Entkeimen.
Bei der Chemiekeule weiss man ja nicht, was an Stoffen zurück bleibt und angeblich haben die Forellen eine ganz ausgezeichnete Nase. Man sollte sich nicht mal die Hände mit Creme einschmieren, denn sie riechen das - hab ich mal gelesen.
Schönen Abend wünscht
Werner
Verfasst: 19.11.2009, 12:50
von Tom Doll
Hallo Werner,
Waterhen Bloa: Normal wird Maulwurf verwendet. Die Technik kann man sollte mit Mausdubbing auch anwenden: Den Faden miit weichem oder flüssigen Wachs wachsen und das Dubbing ohne verspinnen auftragen.
Desinfektion:
Die nasse, nicht gegerbte Haut in der Mikrowelle wir wahrscheinlich gar, bei Dubbing funktioniert es.
In den Gesundheitszeugnissen für Federn die kommerziell verwertet werden steht immer, daß die Federn gewaschen und mindestens 30 Minuten im Dampf desinfiziert wurden.
Ich war in einem Entenverarbeitungsbetrieb, die auch Daumen für Betten herstellen. Dort werden die Federn bei 90°C gewaschen und danach getrocknet. Das Ganze sieht aus wie eine Waschmaschine. legt man die Federn in einen Baumwollsack und wäscht und trocknet Sie, ist das wohl die beste Behandlung.
Im Backofen bei 100°C erzielst Du wahrscheinlich nicht die gewünschte Wirkung.
Chemie würe ich auch nicht verwenden.
Gruß
Tom