Seite 1 von 1

EU: 1000km Donauausbau zur "Wasserautobahn"

Verfasst: 26.11.2009, 15:28
von Seeadler
Die EU will die Donau auf 1000km Länge zur "Wasserautobahn" ausbauen.

Dazu sollen - ohne Berücksichtigung neuer, naturschonender Waserbautechniken - Ausbaggerungen und Begradigungen am Hauptlauf vorgenommen werden, sowie ökologisch wertvolle Alt- und Nebenarme abgetrennt und zugeschüttet werden, um die Wassermenge im Hauptstrom für noch größere Schiffe zu erhöhen.

Dem werden die letzten Auwälder und unverbauten Strecken der Donau vor allem in Ost- und Südosteuropa zum Opfer fallen.

Auch in Bayern sollen dazu die letzten unverbauten 70km, eine Donauschleife bei Straubing, ausgebaut werden. Ein Bürgerbegehren hat sich meines Wissens dagegen ausgesprochen; Umweltminister Söder, der sich wählerwirksam dem Ausbau gegenüber etwas skeptisch geäußert hatte, wurde sofort von Parteikollegen gerüffelt und zurückgepfiffen.

Zum gesamteuropäischen, irrsinnigen Donau-Ausbau-Plan hier ein gut recherchierter Artikel:

http://www.focus.de/wissen/wissenschaft ... 49149.html

Verfasst: 27.11.2009, 08:27
von FoolishFarmer
Na toll - und ich dachte wir hätten in den vergangenen Jahrzehnten dazugelernt. :cry:

Verfasst: 27.11.2009, 14:15
von Cuchulainn
Hi Leute,
Die Schweinerei die da am dampfen ist, stinkt durch den ganzen Auwald. Die Gemeinde Niederalteich, die unmittelbar im betroffenen Bereich liegt, wurde gewissermaßen erpresst, mit Sätzen wie: Solange keine Entscheidung steht, können wir nichts zum Hochwasserschutz unternehmen.

Ganz davon abgesehen, dass da eine ökologische Katastrophe ihren Lauf nimmt. Das Mündungsgebiet der Isar, eine der wichtigsten Rastgebiete für Zugvögel im ostbayerischen Raum ist unmittelbar bedroht. Die endemischen Fischarten der Donau sind massiv bedroht.
Und bei CSU Aussagen wie, es gäbe keine Staustufe sondern eine Stützschwelle ist der Kopfschüttler schon mit eingebaut.

Wer sich dafür mehr interessiert, einfach PM an mich.

Viele Grüße
Martin

Verfasst: 27.11.2009, 14:34
von RolandT
Wer wirklich etwas tun will, der kann das auch hier:

--> Unterschriftenaktion gegen den Donauverbau!

Gruß Roland

Verfasst: 27.11.2009, 20:24
von Cuchulainn
Wer sich informieren will, kann erst mal hier: http://www.bn-deggendorf.de/
reinschauen. Der Bund Naturschutz ist bei uns da echt aktiv, was man von ansässigen Fischereivereinen leider nicht gerade behaupten kann. Und der Landesfischereiverband war bei solchen Fragen noch nie hilfreich.

Leider reicht das untereschreiben auf österreichischen Listen nicht aus, zumal die bayerische Staatsregierung weiß, dass die Mehrheit gegen den Ausbau ist!

Viele Grüße
Martin

Verfasst: 27.01.2010, 21:30
von Gammarus roeseli
Hallo,

hier ist ein kleiner Film über die geplante Schweinerei in Bayern!
„Staustufe und Stichkanal Gefahr für die Natur“
http://www.youtube.com/watch?v=JGkgYn4ODX8

(Als ob es nicht jetzt schon viel zu viele von diesen Kormoranfutterstellen gibt!)

Grüße
Christian

Verfasst: 28.01.2010, 08:43
von Cuchulainn
Schönes Video, Christian.
Der Begriff "Bayerischer Amazonas" stammt übrigens vom LBV...
Was da abgeht ist eine Riesenschweinerei!!!
Zwar sind auch die gezeigten Purpurreiher und Nachtreiher seeeehr selten. Aber ich habe an der Donau und besonders am ebenfalls von der Staustufe bedrohten Naturschutzgebiet Isarmündung schon Schwarzstorch, Seeadler und Wanderfalken gesehen. Es ist ein einmaliges Gebiet wenn auch nicht gerade ergiebig für die Fliegenrute.

Viele Grüße
Martin

Verfasst: 28.01.2010, 10:04
von Rattensack
Hallo,

Das Video ist schön und nett, aber wie üblich werden wieder einseitig Vögel und Säugetiere gezeigt, und zwar gerade die im Hinterland die von derartigen Projekten eher weniger betroffen werden; nicht die Fließstrecken-typischen Dynamikzeiger. Von den Fischen (werden nur als Beute für Vögel gezeigt) mal ganz abgesehen ..
Aber das ist man eh schon gewöhnt ..

C.

Verfasst: 28.01.2010, 14:43
von Cuchulainn
Hi Clemens,
Klar haste Recht. Aber effektiv ist es natürlich eine Sonntagnachmittagsendung für Senioren. Und man muss einfach sagen, dass es aktiven "Widerstand" gerade von Seiten des LBV zu dem auch Frater Ludwig gehört und dem BN.
Außerdem bezog sich die Sendung in erster Linie auf die (zweifellos genauso bedrohte) Aue und weniger auf den Flusslauf selber.
Und für Zivilisten ist ein Purpurreiher einfach "sympathischer" als ein Zingel.

Es is halt leider so.
Grüße
Martin


PS: Ich hoffe, euch ist klar, dass solche Sendungen mehr in der Bevölkerung bringen, als bloße Information. Solange die CSU ungehindert Blödsinn von der Leine lässt, ist sowas ein Hoffnungssschimmer!!

Verfasst: 28.01.2010, 14:54
von Rattensack
Hallo Martin,

Das Problem ist nur, dass sich fachlich eine vorwiegend auf Schwarzspecht oder Purpurreiher gestützte Argumentation leicht entkräften lässt, bzw. der Einfluss auf diese Arten sich tatsächlich durch Ausgleichsmaßnahmen gutmachen lässt ..

Aber grundsätzlich geb ich dir natürlich recht .. lieber mit Vogerl argumentieren als gar nicht ..

Clemens

P.S. ein Streberl oder Hücherl find ich aber schon sehr sympatisch ;-)
Das sehen auch viele andere Naturfreunde so, nicht nur unter den Fischern. Ist halt auch rein kameratechnisch viel schwerer festzuhalten ..

Verfasst: 28.01.2010, 15:23
von Cuchulainn
Rattensack hat geschrieben:Ist halt auch rein kameratechnisch viel schwerer festzuhalten ..
Eben und vom Rote LIste Standpunkt nimmt es sich nicht viel.
Aber dass es dem Naurfreund egal ist, glaube ich ehrlich gesagt nicht. Der "Wald-und-Wiesen-Naturfreund" heißt nicht umsonst so. Für 90 % der Bevölkerung ist ein heimischer Fisch der über einen Meter lang wird unheimlich und sonst gar nix. Vom Rest sind die Fischer ganz sicher in der Mehrheit.

Viele Grüße
Martin

Verfasst: 28.01.2010, 15:31
von Rattensack
Hallo Martin
Cuchulainn hat geschrieben:Für 90 % der Bevölkerung ist ein heimischer Fisch der über einen Meter lang wird unheimlich und sonst gar nix.
Das glaub ich eben nicht. Und es gibt ja auch noch (FFH-) Arten die kaum größer als 20 cm werden, wie Streber, Steinbeißer, Schlammpeitzger, Bitterling, Strömer etc. Die finden auch "klassische" Naturschützer sehr interessant. Wir machen z.B. in Oberösterreich ein gut dotiertes "Artenschutzprojekt Kleinfische", wo die Kohle hauptsächlich vom Naturschutz kommt. Find ich ein wichtiger Überschneidungspunkt und Anknüpfungspunkt Fischerei - Naturschutz.

Clemens

Verfasst: 28.01.2010, 17:35
von Cuchulainn
Ich finde das hochinteressant, du findest das (sicherlich) hochinteressant, andere Naturschützer finden das hochinteressant.
ABER: Von der Durchschnittsbevölkerung erntest du Kopfschütteln. Da bin ich mir ganz sicher.

Verfasst: 31.01.2010, 18:22
von Gammarus roeseli
Cuchulainn hat geschrieben:Ich finde das hochinteressant, du findest das (sicherlich) hochinteressant, andere Naturschützer finden das hochinteressant.
ABER: Von der Durchschnittsbevölkerung erntest du Kopfschütteln. Da bin ich mir ganz sicher.
Kopfschütteln? Nein!

Die Durchschnittsbevölkerung hat nur keine ZEIT mehr!!!
Um die Durchschnittsbevölkerung für etwas zu begeistern, müsste und muss der Durchschnittsbevölkerung „NUR“ alles auf einem Silbertablett serviert werden.
:arrow: http://www.hkrs.musin.de/schuelerseiten ... %20tv2.bmp


Menschen, vor allen junge Menschen für z.B. Fische zu begeistern ist nicht schwer, man müsste es halt nur tun und ihnen halt auch mal Fische zeigen, ihnen zeigen wie Fische Leben und was sie außer dem „Wasser“ noch zum Leben und vor allem zum Überleben brauchen.

Grüße
Christian