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Jagen die Kormorane auch in Bächen (kleineren Gewässern)?
Verfasst: 11.01.2010, 10:12
von slowene
Hallo zusammen,
mein Weg zur Arbeit führt mich entlang an der Schwarzach (ein Fluss mit ca. 4-6m³ Abflussrate in der Oberpfalz). Täglich kann man dort seit Oktober die Kormorane aufgebaumt und beim jagen beobachten.
Meine Hausgewässer die Murach mündet eben in diese Schwarzach.
Ich selbst wohne direkt an diesen Bach und sehe dort auch seit Beginn der Kälteperiode Kormorane fliegen, konnte aber noch keinen Vogel direkt am Wasser oder in den Bäumen beobachten. Die Murach (ca. 0,7-1m³ Abflussrate) fließt durch ein sehr unübersichtliches Gelände und ist nicht so einfach zu kontrollieren, einzusehen.
Wer hat Erfahrungen gemacht, wie sich diese Vögel an solchen Gewässern verhalten? Dabei interessiert mich vor allen, ob diese Vögel wirklich jagend in diesen zum Teil flach fließenden, kleinen Gewässern zurecht kommen.
Petri
Markus
Verfasst: 11.01.2010, 10:17
von roland k
ja, die Kormorane gehen auch in kleinere Bäche und fressen die leer weil sie ja woanders nichts mehr finden denn da ist alles zugefroren oder leer.
Roland
Verfasst: 11.01.2010, 10:45
von Zweihandwedler
Kormorane sind recht lernfähig, früher hiess es in der Fischzucht das Teiche von 1-200 qm nicht angeflogen werden-falsch machen sie jetzt auch.
Kommen sie an ein Gewässer nicht direkt ran, gehen die sogar ein Stück zu Fuss, mal sehen wie lange es dauert bis die sich von den Grünen bis ans Gewässer tragen lassen.
Kormoranproblem
Verfasst: 11.01.2010, 19:27
von trutta1
Hallo Markus,
kann mich da meinen Vorrednern nur anschließen. In Sachsen-Anhalt waren die Äschenbestände nach nur einem harten Winter so gut wie vernichtet.

Selbst an Nebenbächen von 1,5-2 Meter Breite konnten wir vereinzelte K. beobachten. Um dort hinzugelangen mussten sie entweder auf einer Wiese landen, oder ca. 5Km Bachaufwärts schwimmen. Die ersten konnten wir bereits im Herbst beobachten. Nehme an die K. wissen genau wann die Laichzeit der BaFo´s beginnt.

Im Frühjahr fängt man dann kaum einen Fisch ohne die markanten Verletzungen. Selbst 60-er Bachforellen sind vor denen nicht mehr sicher.
Geteiltes Leid ist halbes Leid.
Gruß Frank
Verfasst: 12.01.2010, 10:24
von roland k
...erst am Samstag wurde wieder ein K. erlegt der einen 25cm Barsch im Bauch hatte...
Roland
Verfasst: 12.01.2010, 10:53
von horstie honk

darf der das?
weitermachen!
selbst beim fischen in sehr dicht zugewachsenen kleinbächen,
(alsenz oberhalb von bad münster/ebernburg) ist es mir schon passiert,
dass der schwarze vogel auf armlänge vorbei flog.
soviel dazu.
Verfasst: 12.01.2010, 11:07
von MoritzzZZZzzz
Alles was den Vogel etwas länger von so kleinen/engen Bächen abhält ist sein Bedürfniss ein wenig Überblick zu haben um nicht von einem größeren Räuber überrumpelt zu werden.
Jagen ist in so "kleinen Rinnen" sicher ein Vergnügen für den K., da kommt nicht viel an ihm vorbei.
viel Glück wünsch ich euch
Moritz
p.s. ich hab gut Lachen, meine Lieblingsgewässer sind mit 15cm Eis gegen Zugriffe von oben gesichert

Verfasst: 12.01.2010, 14:30
von Cuchulainn
Letztes Jahr ist mir ein kleiner Teich aufgefallen, der durch einen kleinen Bachzufluss bis auf etwa 2 Quadratmeter zugefroren war. Etwa 2 Wochen lang konnte ich fast jeden Morgen einen Einzelnen darin sitzen sehen. Ich glaube ehrlich gesagt, dass ein Gewässer, so lange es tief genug ist, damit sie darin zumindest ein bisschen tauchen können, ein potentielles Jagdrevier ist.
Viele Grüße
Martin
Verfasst: 13.01.2010, 09:29
von slowene
Hallo zusammen,
ich hätte mich von meinem Instinkt her der Meinung von Martin angeschlossen und glaube auch, dass die Kormorane kleinere Gewässer dann annehmen, wenn sie ihnen die Möglichkeiten zu tauchen geben.
Hin und wieder gibt es ja Launen der Natur die nicht im Lehrbuch stehen und die man nur mit viel "Glück" zu sehen bekommt.
Sehe die Vögel ja täglich fliegen, aber aufgebaumt beim trocknen hab ich sie eben noch (Gott sei Dank) nicht am Bach gesehen.
Eben dieses trocknen, ist meiner Meinung nach, dass sichere Zeichen, dass sie jagend in einen Gewässer aktiv sind.
An der Schwarzach, ein Mischgewässer, kann man das täglich beobachten.
An der Murach, wo der Leitfisch die Bachforelle ist nicht.
Beide Gewässer liegen sehr nahe beisammen. Warum ist ihnen also das größere Mischgewässer lieber als der kleine Salmonidenbach mit guten Bachforellenbestand?
Petri
Markus
Verfasst: 13.01.2010, 09:55
von roland k
slowene hat geschrieben:Hallo zusammen,
ich hätte mich von meinem Instinkt her der Meinung von Martin
Petri
Markus
Hallo Markus,
genau das ist das Problem, der Mensch ist ein Theoretiker der sich von Instinkt und Meinungen leiten lässt und die Fakten noch nie beobachtet hat. Die Kormorane sitzen oft am Ufer und sind dort aufgrund ihrer Schwarzen Farbe schwer auszumachen. Die K. jagen strategisch kleine Gewässer nach folgenden Muster an (so gesehen an der Aufseß) Es fällt ein kleiner Trupp K. ein der die Fische rund 200 Meter flussabwärts treibt wo ein anderer kleiner Trupp im Wasser auf die Beute wartet und die frisst. Ist das geschehen werden die Rollen getauscht bis jeder seinen Fisch hat. Natürlich sind an den kleinen Bächen nicht die Scharen und Hundertschaften zu beobachten wie an größeren Flüssen deshalb denkt man fälschlicherweise man der K. lässt die Bäche aussen vor...
Roland
Verfasst: 13.01.2010, 18:20
von Michl
Hallo Markus,
Kormorane jagen auch in Wassertiefen in denen Tauchen nicht möglich ist. Kopf unter Wasser und paddeln.
Bei mir vor der Haustüre kann ich das gerade beobachten.
Mir hat das letztes Jahr keiner geglaubt da keiner außer mir die Vögel am Bach gesehen hatte.
Aber als ich die Kollegen mal genötigt habe früher aufzustehen, siehe da, die Vögel waren am Fischen.
Also wenn Du wissen willst ob sie am Bach fischen musst Du beim ersten Tageslicht da sein. Wenn die ersten Spaziergänger mit den Hunden auftauchen sind sie schon satt.
Weil sie in kleinen Bächen aufgrund der geringen Entfernung zum Ufer vorsichtiger sind fliegen sie bei der geringsten Störung ab und sind dann erst am nächsten Morgen wieder da.
Also: Der frühe Jäger kriegt den Kormi.

Verfasst: 14.01.2010, 08:31
von Cuchulainn
Michl hat geschrieben:Also wenn Du wissen willst ob sie am Bach fischen musst Du beim ersten Tageslicht da sein. Wenn die ersten Spaziergänger mit den Hunden auftauchen sind sie schon satt.
Weil sie in kleinen Bächen aufgrund der geringen Entfernung zum Ufer vorsichtiger sind fliegen sie bei der geringsten Störung ab und sind dann erst am nächsten Morgen wieder da.
Das ist auch meine Erfahrung. Zwar habe ich sie noch nicht ohne tauchen jaen sehen, aber, dass sie an kleinen Gewässern vorsichtiger sind und eigentlich nur morgens aktiv sind, kann ich bestätigen.
Und dass sie richtige Kesseltreiben veranstalten, wundert eigentlich niemanden, der schon mal Gänsesäger beobachtet. Ein Abenteuer.
Viele Grüße
Martin
Verfasst: 15.01.2010, 08:28
von Fear No Fish
Es wurden auch schon Kormorane beobachtet, wenn sie in Flachwasserzonen "waten" und dort dann die Steine umdrehen um nach Koppen zu suchen.
Bei einer Koppendichte von 4-6 Stück auf 1 m² bei uns, lohnt das auch....
Auch da kann ich nur bestätigen, in der Morgendämmerung beobachtet und das mitten in der Ortschaft.