Hi,
Der Uni Faden ist schon verdrillt. Alle Standardfäden sind verdrillt, der Orvis Faden z.B. ist sogar weniger verdrillt als der UNI. Währen sie gar nicht verdrillt, hätte man einen Faden mit lauter einzelnen Fasern wie Floss. Die Fäden sind allerdings weniger verdrillt als z.B. Nähfaden
Ich habe es gerade folgendes ausprobiert:
1. Test:
Runder und flacher Faden Dubbingaufnahme
Runder Faden Noname Faden von Hause aus stark verzwirnt und rund
Flacher Faden Orvis 6/0
Ablauf: Faden mit Grundwicklung an Hakenschenkel gebunden und direkt gedubbt (Drehung von links nach rechts). Beim Dubben hatte ich den Bobbin in der freien Hand. Ich habe kein Wachs verwendet.
Ich habe beide Fäden mit Synthetik und Bisam gedubbt, es gab nur einen kleinen Unterschied. Der runde Faden drehte sich ein wenig entgegen der Dubbing Verzwirnung, macht aber in der Praxis nichts.
2. Test: Dubben bei stark verdrehtem Faden:
Ich habe einen UNI Faden 6/0 absichtlich stark verdreht und dann mit Bisam und Synthetik Dubbing wie im ersten Test gedubbt. Der Faden dreht ca. 3/4-1 Umdrehung zurück und lockert das Dubbing.
Das kommt daher, dass der stark verdrehte Faden nach oben und unten nochmals gedreht wird und sich einfach zurückdreht. Bei noch nicht verdrehtem Faden ist das Rückstellmoment kleiner. Das Bisamdubbing verhält sich dabei relativ gutmütig und lockert sich kaum, das synthetische Dubbing lockert sich.
Uni Thread:
Den UNI Faden gibt es gewachst und ungewachst
siehe hier:
http://www.uniproducts.com/eng/produits.asp#
Ich habe den ungewachsten im Gebrauch und im Vergleich. Gewachsten UNI-Faden habe ich leider nicht.
3. Abrisstest:
Orvis Faden 6/0, Uni 6/0 und 8/0, Hends Grall
Ich habe eine Grundwicklung auf einen Hakenschenkel gelegt und angezogen. Als "Kraftmesser" dient das Verbiegen des Hakenschenkels.
Darauffolgend habe ich den jeweiligen Faden wieder stark verdreht und abgerissen.
- Die beiden 6/0 Fäden behalten ihre Reißfestigkeit ziemlich lange, d.h. sie halten auch verdreht ganz gut.
Uni 8/0 und Hends Grall: Beide Fäden reissen stark verdreht leichter. Ich müßte das aber noch mit einer Federwaage verifizieren. Ich schau mal, ob ich irgendwo eine geegnete Federwaage finde.
Ich habe vor einiger Zeit beim Binden mit UNI 8/0 und beim Hends Grall, die ich gerne verwende, auch noch etwas festgestellt. Wenn man viele Fliegen hintereinander bindet und den Faden nicht ausdreht, Schneidet er sich in den Faden auf der Spule ein und reißt dann an der Spule. Ich kann mir das so erklären, daß der Querschnitt des verdrehten Fadens kleiner wird und sich der Drall bis in die erste Windung fortpflanzt und einschneidet, die Reibung nimmt dadurch zu und der Faden reißt.
Abrissursachen:
Schlechte Fäden stehen mal aussen vor, ich gehe davon aus, dass jeder nach einiger Zeit die Finger davon läßt. Falsch eingestellte Bobbins trifft auf die Standardbobbins auch nicht zu, da man die meisten nicht so fest einstellen kann, bei Bobbins mit Bremse (z.B. Rite Bobbins) lernt man das ziemlich schnell. Übertriebener Zug trifft auch meist bei Anfängern zu, die deshalb oft Dyneema zum Binden nehmen. Anfangs ist es meist auch die Hakenspitze, die den Faden beschädigt.
Gruß
Tom
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