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Vorfächer zum Ultralight Fischen
Verfasst: 02.02.2010, 10:21
von Marian25469
Hallo Sportsfreunde.
Ich fische eine Rute 5 Fuss, Klasse 2 und 6,3 Fuss, Klasse 3.
Man sagt ja Rutenlänge gleich Vorfachlänge.
Ich habe bisher nur mit der Nymphe gefischt und ein durchgehendes Monostück in Rutenlänge verwendet, es ging recht gut.
Meine Frage an Euch was habt ihr für Erfahrungen gemacht;
- Vorfächer selber knüpfen. (Ist js nicht gerade lang)
- Gezogenes Vorfach mit Pitzenbauer verwenden und ein Tippet anknüpfen.
- Oder weiterhin ein Stück Monofil verwenden. (Für Trockenfliege geeignet ?)
Vielleicht habt Ihr ja den Einen oder Anderen Tipp.
Vielen Dank im Voraus.
Grüssinger. Marian
Verfasst: 02.02.2010, 11:07
von sebastian_waf
Hi Marian,
ich persönlich würde ein gezogenes Vorfach verwenden. Jedoch ohne Pitzenbauerring. Das Tippet würde ich mit der Schlaufentechnik befestigen.
Ich könnte mir vorstellen, dass der Pitzenbauerring schon zu schwer ist und die Fliege unter Wasser zieht.
Gruß
Sebastian
Verfasst: 02.02.2010, 11:36
von Thomas E.
Für die Nympfe kann eine unverjüngtes Stück Monofil als Vorfach manchmal vorteilhaft sein, da eine nicht gestreckte Ablage ja der Fliege zum schnellerem Absinken verhilft.
Ich nehme da z.B. oft 1,5-2m 20er plus 1,5-2,5m 16er.
Für die Trockenfliege ist ein verjüngtes Vorfach, egal ob selbst geknotet oder gezogen ein Muß !!!
Natürlich spielt die Art der Verjüngung eine große Rolle, deshalb knote ich noch immer selbst.
@Sebastian
Um den Ring brauchst Du Dir keine Gedanken zu machen, schließlich werden sie seit langem für Trockenfliegen- Vorfächer mit Erfolg verwendet.
Er darf nur nicht zu groß gewählt werden.
Verfasst: 02.02.2010, 12:15
von sebastian_waf
Hi Thomas,
ich verwende für Trockenflichen auch die Pitzenbauerringe. Aber wenn es um das Ultralight fischen geht, dann denke ich, dass auch die Fliegen Ultralight sind, so ab gr. 18 und kleiner. Passiert da nix, wenn man einen Pitzenbauerring verwendet? Gut er wird durch die Oberflächenspannung des Wasser getragen, aber wenn der Ring dann ma untergeht?
Gruß
Sebastian
Verfasst: 02.02.2010, 12:45
von Thomas E.
Hallo Sebastian !
Ich verwende für die dicken Teile "Maxima" oder ähnlich nicht zum Kringeln neigendes Material bis zur Stärke 25er und benutze dann als Übergang zum 20er Stroft GTM den Ring. Bis dahin fette ich auch leicht !
Am 20er dann das 12er bis 16er mit dem Chirurgenknoten.
Den zweiten Abschnitt von unten (20er) erneuere ich sowieso öfter.
So funktioniert es und ich kann den Teil vom Ring bis zur Fliegenschnur bestimmt 1 Jahr verwenden.
Probleme gibt es dann höchstens irgendwann durch leichteres Absinken dieses Teiles, weil Nylon mit der Zeit Wasser aufnimmt !
Verfasst: 02.02.2010, 13:48
von Maggov
Hallo Marian,
ultralight hat bei mir mit der Schnurklasse zu Tun und nichts mit dem Vorfach. Ich fische auch Midges mit einer 16-er Spitze und gehe im Vorfach nicht runter nur weil ich kleiner Schnurklassen fische.
Ein ganz guter Thread zum Vorfach Thema ist dieser hier:
http://www.fliegenfischer-forum.de/flyf ... ht=vorfach
Ich empfehle Dir auch mal die Forensuche mit Vorfach und Kombinationen dieses Begriffs zu versuchen da wir dazu regelmässige und viele Threads haben - viele wollen nicht alles doppelt schreiben
Lg
Markus
Verfasst: 02.02.2010, 13:57
von gespliesste
Hallo Sebastian,
für Ultralight Fischerei würde ich auch keinen Pitzenbauerring mehr verwenden. (Wobei ich persönlich ihn auch sonst nicht verwende.)
Ich knüpfe die Vorfächer immer komplett selber aus Stroft GTM o.ä. mit dem doppleten Chirurgenknoten nach den bekannten Tabellen von Charles Ritz "Erlebtes Fliegenfischen". Verbindungen ab 0,14mm und kleiner den dreifachen Chirurgenknoten ...
Da haben die alten Meister schon sehr viel Gehirnschmalz reingesteckt um eine optimales Abrollverhalten mit einem Vorfach zu erzielen. Wenn man die Tabellen mal verinnerlicht hat, braucht man auch kein Zentimetermass mehr und ist am Wasser sehr flexibel. Egal welche Bedingungen vorherschen.
In sehr heiklen Fällen ist nach meiner Erfahrung eine weiche Präsentation am langen gestreckten Vorfach der entscheidende Faktor.
Um eine sinnvolle mehrfache Verjüngung kommt man da nach meiner Erfahrung nicht herum.
Ein guter Schnelltest ist es, das Vorfach einfach mal am dicken Ende zwischen Daumen und Zeigefinger zu nehmen und versuchen es mit einem Wurf am Arm gestreckt nach vorne auszurollen. Da sieht man auch oft wo es hakt, bzw. zusammenbricht.
Wenn man sehr lange (bis ca. 5m) gut abrollende Vorfächer erstellen will, ist man schnell bei 7 abfallenden Schnusträrken. Alternative sind gezogene oder geflochtene Vorfächer, die dann nur am Ende ein oder mehrere Verjüngungen angeknüpft werden.
Es gibt auch ein Programm mit dem man sich ein Vorfach ausrechnen kann (leaderClalc). Schau mal unter folgendem
Link ist das ganze Thema wie ich finde sehr gut zusammengefasst
LG,
Olaf
Verfasst: 03.02.2010, 10:56
von fjorden
Hallo Olaf,
wo fischt du denn 5 m Vorfächer?
Gruß
fjorden
Verfasst: 03.02.2010, 12:10
von Rolf Renell
Hallo Marian ,
so wie du schreibst fischst du mit dieser Kombination bzw. Rute durchaus sehr kleine Gewässer mit vielleicht entsprechendem Bewuchs übers Jahr.
Das würde heissen du bist sicherlich begrenzt in deinem Raum(Präsentation,Wurf) und musst entsprechende Wurfvarianten wählen ,bzw. mit kurzer oder überschaubarer Schnurlänge arbeiten.Dies wird im Endschluß heissen das auch die insg. Länge deines Vorfaches nicht zu lang werden sollte ,natürlich immer die beste Verjüngung vorausgesetzt.
7,5 ft. gezogenen Vorfächer sollten passen bei deiner Rute ,im einzelfall z.b. nymphen etc. bis 9 ft. - das würd ich als max. sehen .
Bleib bei gezogenen Vorfächern fürs Trockenfischen,entfette die Vorfaschspitze beim Nymphen und fischen kleiner leichter Drys und Emerger,
beste Grüsse,
Rolf
Verfasst: 03.02.2010, 12:56
von gespliesste
Hallo Fjorden,
der Standard sind 3m-3,5m, aber ich setzte solche lange Vorfächer in folgenden Situationen ein:
- Steigende Fische aus grosser Tiefe, um entsprechend lang driftfrei vorzuhalten und nicht die Fliegenschnur ins Sichtfeld der Fische zu bringen
- Um im ruhigen Wasser mit verwirbelter Oberfläche die Drift zu verlängern
- Bei der Schlittertechnik. Vorfach wird im Bogen stromauf abgelegt und vornehmlich Sedges über lange Drift stromauf "geschlittert".
Bei vielbefischten Spring Creeks oder so genannten "Aquarien" (ruhige, tiefe und sehr sichtige Züge). Hier wirft die Flugschnur schnell Schatten, oder sie setzt zu nahe am Fisch auf.
Aber auch beim unbeschwerten Nymphen wenn ich von stromab oder schräg stromab zum Fisch stehe, sind sehr lange Vorfächer notwendig um genug vorzuhalten ohne das der Fisch die Flugschnur sieht.
LG,
Olaf
Verfasst: 03.02.2010, 20:41
von Bach
Olaf eine Frage
Nur um ganz sicher zu gehen. Th. Züllich spricht in seinem Bericht über die geknoteten Vorfächern immer am Schluss von der "Spitze 0.12-0.18mm". Damit ist wirklich das Ende das GESAMTEN Vorfachs gemeint. Dorthin kommt die Fliege und nicht noch ein Stück letztes feines Vorfach mit der Fliege.
Danke für die Aufklärung
Werner
Verfasst: 03.02.2010, 22:30
von gespliesste
Hallo Werner,
das ist das Ende und da kommt die Fliege dran. Unter 0,12mm ist ja dann auch nicht mehr viel Spielraum, solange man noch vernüftig drillen will ...
Ich persönlich gehe nicht direkt von 0,25 runter auf 0,12-0,18mm, sondern würde noch ein oder zwei mal abstufen.
Das Vorfach ist im besagten Artikel ist ja schon 3,71m und mit weiteren Abstufungen in diesem Bereich kommt man dann auch auf harmonische Vorfächer jenseits der 4m.
Die Präsentation muss dann aber auch dazu passen. Damit sich das ganze Vorfach noch sauber streckt, muss man sich vielleicht ein wenig einüben. Ich fand das Hans Steinfort das in seinen Büchern ganz gut mit seiner so genannten Schiebetechnik beschrieben hat (mag aber auch sein das es nur mir geholfen hat). Beim Werfen gibt es ja fast soviele Theorien wie Meister.
LG,
Olaf
Verfasst: 04.02.2010, 08:24
von Kurzer
Sehr interessanter Thread!
Eine 12' er Vorfachspitze hat natürlich eine geringe Tragkraft ( von den Knoten abgesehen ) was verwendet Ihr da für Material? Stroft?
Verfasst: 04.02.2010, 09:47
von Thomas E.
Ich nehme gern das STROFT GTM.
Wenn man allerdings 12er anknotet, sollte man nicht glauben, das man nun auch mit einer 12er Spitze fischt !
Diese Marke gibt eine zul. Nennmaßabweichung von + 0,038mm an !! (Stand 2009)
Es könnte somit eine 0,158 sein !
Trotzdem mag ich das Material.
So fein fische ich aber sowieso nicht, ich kaufe nicht unter 12er und denke wohl, das ich realistisch eine 14er fischen werde.
Feiner muß es bei mir nicht mehr sein.
Verfasst: 04.02.2010, 19:40
von Andreas F.
Hallo.
Ich verwende auch Stroft GTM.
Thomas E. hat geschrieben:
Diese Marke gibt eine zul. Nennmaßabweichung von + 0,038mm an !!
Es könnte somit eine 0,158 sein !
Trotzdem mag ich das Material.
Also im Aktuellen WAKU Katalog sind Toleranzen von +- 0.025mm angegeben.
Erfahrungsgemäß befinden sich bei solchen Ranges die meisten Abweichungen im Bereich von 50% der genannten Range.
Das hat einfach den Grund, dass bei der Herstellung wenn eine 13 raus kommt das Produkt trotzdem noch verkauft werden darf. Da man nicht nachbearbeiten kann und somit enorme Kosten verursachen würde.
Setzt man also die Toleranz zu niedrig an muss viel entsorgt werden.
So darf Endeffekt jede erzeugte Schnur verkauft werden, egal also ob 12er Stroft mit 0.02mm Abweichung nach Oben, oder 15er mit 0.02mm Abweichung nach unten.
D.h man wird mal 11er und mal 13er bekommen, fast aber nie 14er oder 10er.
Du kannst also absolut nicht damit rechnen dass du immer 14er fischt wenn du 12er Stroft erwirbst! Wenn du Pech hast, fischt du 0.095er. Wenn du also meinst 14er ist notwenidig, dann auf jeden fall ein Vorfach mit mindestens 0.014mm verwenden.