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Fuchs- und Marderschwanz konservieren

Verfasst: 27.02.2010, 18:51
von NÖFischer
Hallo!

Hier wieder mal ne Frage zur Konservierung von "frischem" Bindematerial!

Habe soeben ziemlich frische Fuchs- und Marderschwänze bekommen.

Bild

Zum Verbrauch in einer einzelnen Bindesession ist so ein Schwanz einfach viel zu viel - ausserdem riechen die Schwänze recht streng nach Wildtier (na no na net...)

Jetzt stellt sich für mich die Frage, wie denn die gekauften Schwänze bearbeitet wurden um sie haltbar zu machen und was gegen ihren starken Eigengeruch gemacht wurde....

Grundsätzlich müsste es ja funktionieren, die Haut vom inneren des Schwanzes abzutrennen und diese dann mit Salz und Sonne haltbar zu machen... aber das Fell ist ja bekanntlich sehr dicht und lang, und so kann ich da kaum einen Schnitt setzen... ausserdem ist das wahrscheinlich eine relativ grausige Angelegenheit und ich habe keinen eigenen Garten zum trocknen...(kann man das auch am Balkon machen *g*)

Bei den gekauften Schwänzen ist ja auch noch "alles drinnen"...
Also wie bekommt man den Schwanz "getrocknet" und "milder im Geruch"...

Falls das mit dem Präparieren eines solchen Schwanzes nicht so einfach geht, würde ich die Schwänze lieber nem "professionellem" geben, der sie für mich Präpariert (wenn das nicht zu teuer wird...)
Habe schon in den "gelben Seiten" nach Gerbereien in meiner Umgebung gesucht, aber leider nichts gefunden


Wie siehts denn mit der Möglichkeit aus, die Haare abzuschneiden und ohne den Rest zu lagern?
Ich schätz mal, wenn ich die Haare abschneide und in ne Tüte packe wird das innerhalb kurzer Zeit zu einem einzigen ungeordneten Haarknoten, den ich dann nur noch als Dubbing verwenden kann.
Gibts da vll. nen Trick wie man große Mengen Fellhaare gebüschelt aufbewahren kann?

Danke fürs lesen und hoffentlich auch für eure Antworten!
mfg NöFi

Verfasst: 27.02.2010, 19:55
von Mario Mende / Sachsen
Auf jeden Fall vom Knochen lösen und dann mit Nelken (Gewürznelken, keine Blumen 8) ) auslegen.
Trocknen lassen und feddich.
Wird zwar knochenhart, ist aber egal, die Haut brauchst du ja eh nicht!

Hauptsache beim Abschneiden wurde die Analdrüse nicht geöffnet, dann hast du echtes Deo-wochen, monate-ach was schreib ich JAHRELANG! :D :D :D

Verfasst: 01.03.2010, 13:18
von NÖFischer
Danke für den Tipp!

Hab mir sofort ein paar Säckchen Gewürznelken zugelegt, und wollte auch gleich ans Werk gehen - als mir der Gedanke an die Untermieter die wahrscheinlich noch in einem so frischen Fell leben, gekommen ist.

Da ich diese Mitbewohner nicht in meiner Wohnung haben will, hab ich mein Werk abgebrochen und die Teile gut verpackt in die Gefriertruhe gelegt.

Kann ich mit dem Einfrieren zumindest die Flöhe und Läuse loswerden? Wie lange sollte ich es gefroren lassen?

Oder sollte ich lieber zu ner chemischen Keule greifen?

Danke, mfg NöFi

Verfasst: 01.03.2010, 14:17
von derflow
...kleiner Gedanke zum Thema: wieso nicht einfach für 1-2 Wochen in reinem Alkohol lagern ? Kenne einen Hobby-"Präparator" der das macht bevor er den Fisch dann weiterverarbeitet. Sollte in diesem Fall denke ich zumindest den Geruch und das Viehzeug vernichten. Weiß allerdings nicht wie sich das auf die Haare auswirkt.....

Was wird eigentlich in der "Industrie" verwendet? Wenn ich mir Eichhörnchen- oder sonstige Schwänze kaufe ist da im Normalfall immer noch n Knochen drin...

Verfasst: 01.03.2010, 16:58
von Magallan
Hallo ihr Haarliebhaber :lol:
Der effektivste Weg der Konservierung ist das Entfernen des Knochen selbst, nachdem der Schwanz auf einem festen Gegenstand fixiert wurde, setzt ihr die Rasierklinge am abgetrennten Schwanzende an und führt den Schnitt bis zur Schwanzspitze! WICHTIG: Die leichter behaarte Schwanzunterseite ist jene die ihr einschneidet, mit einer alten Zahnbürste legt ihr einen "Scheitel", sorry, aber das ist die einfachste Art das zu erklären!! Auf diese Weise durchschneidet ihr nicht zu viel Binde Material. Nachdem Schnitt packt ihr das Schwanzende fest und löst den Knochen mit einer starken Zange mit einer Zugbewegung aus der Haut.Je länger das Material abgehangen ist desto leichter lässt sich der Knochen herausslösen. Danach lediglich den Schwanz vollständig mit Salz bedecken und nachdem das Salz keine Feuchtigkeit mehr absorbieren kann entfernt ihr dieses und wiederholt den Vorgang solange bis das Salz keine feuchten Stellen mehr aufweist.Danach noch einige Zeit an einem Trockenen Ort aufbewahren. Alle auf diese Weise behandelten "Präparat" sind danach Geruchlos und halten sich bis in die Bindeewigkeit...
Gruss Heiko
Ps. spart euch die Gewürznelken für den Glühwein :lol:

Verfasst: 01.03.2010, 17:07
von Magallan
Hi
Zum Thema Flöhe und Zecken und ähnlichen Getiers in dem Präparat: die Schwänze die du erhalten hast sind frei von all diesen! Sobald die Körpertemperatur des Rehes, Marders etc.gefallen war haben die "Wirte" sprich Floh und Co das Tier verlassen. Und Hände weg von Alcohol, Formalin und anderen Konservadoren oder Fettabsorbierenden wie Spiritus und Aceton!
Gruss Heiko

Verfasst: 01.03.2010, 17:43
von NÖFischer
Danke für die genauen Anweisungen!

Hatte in der zwischenzeit auch schon nen Tierpräparator angerufen und die selbe Meinung gehört: dass an einem toten Tier keine Flöhe und Läuse mehr sind und ich die Schwänze doch selbst aufschneiden, einsalzen und trocknen lasse solle!

Könnt ihr ev. noch ein paar Fliegen aufzählen, welche ihr aus Fuchs- und Marderschweifhaaren binden würdet?

mfg NöFi

Verfasst: 01.03.2010, 18:00
von Magallan
Hallo Nöfi
"Al Gusto" es gibt keine Regeln, du kannst alle Klassiker von Nymphe über Streamer mit diesen Haaren binden, ob Schwanz oder Dubbing Material. Wenn du es einfach möchtest fang mit dem Wolly Bugger Mustern an, und ein kleiner Tipp :wink: verwende diese Art von Binde Materialien eher sparsam!! Eine Anregung: Eichhörnchen Schwanz,diese solltest du zuhauf im Herbst als "Road Kill" auf den Strassen finden, klar,mit dem dazugehörigen bedauerlichen Rest.
Viel Spass beim Binden
Gruss Heiko

Verfasst: 01.03.2010, 19:35
von Cuchulainn
Mit Alkohol wäre ich vorsichtig, da dadurch normal in kurzer Zeit die Färbung verloren geht! Ich könnte mir auch vorstellen, dass es den anderen Eigenschaften nicht gut tut.
Martin

Verfasst: 01.03.2010, 21:24
von Paulsen
Hallo

Eichhörnchen Schwanz,diese solltest du zuhauf im Herbst als "Road Kill" auf den Strassen finden, klar,mit dem dazugehörigen bedauerlichen Rest

Sollte nur noch der Rest daliegen, war schon ein anderer Fliegenbinder schneller :P

sry aber der musste sein

gruss Thorsten

Verfasst: 02.03.2010, 00:21
von NÖFischer
Hallo,

Eigentlich will ich zwar den Thread nicht in eine ganz andere Richtung lenken,...

... aber wär das nicht "unbefugte Aneignung von Fallwild" (oder so ähnlich), wenn ich einfach den Schwanz von überfahrenen Tieren am Straßenrand abschneide und mitnehme???

Also mir würd das nix ausmachen, aber es gibt leider so viele Leute die nix besseres zu tun haben als jemand anzuzeigen, wenn sie dich bei so etwas sehen...

Überfahrene Eichhörnchen seh ich hier eher selten - meist sind es Hasen, Vögel (im Moment Raben, sonst viele Fasäne), Igel, Katzen usw...


mfg NöFi

Verfasst: 02.03.2010, 09:45
von Paulsen
Hallo

war auch nur Spass :)

Wenn man dich bei´m einsammeln von Roadkills erwischt, soll das wohl nicht ganz legal sein. Ich finde leider die Seite nicht mehr wo es geschrieben steht.

Gruss Thorsten

Verfasst: 02.03.2010, 10:30
von Lutz/H
Ich habe mal einen Thread aus dem Jahre 2004 rausgesucht, in dem das Thema schon mal beleuchtet wurde


http://www.fliegenfischer-forum.de/flyf ... fischotter

Verfasst: 02.03.2010, 22:45
von Darth Wader
"Fallwild" kann ein Eichhörnchen nicht sein, da kein Wild...

Zu den Fuchslunten: wenn sie schon von der Rübe gezogen sind, einfach der Länge nach aufschneiden und mit der Innenseite nach außen straff auf ein Brett tackern und am besten in der Sonne trocknen.

Verfasst: 02.03.2010, 22:50
von Darth Wader
zum thema roadkill: würd ich grundsätzlich liegenlassen (außer es ist wild im eigenen revier).

entweder macht man sich der wilderei schuldig (falls man sich ein stück wild von der straße kratzt), oder im falle des eichhörnchens eignet man sich ein nach naturschutzrecht streng geschütztes tier (oder einen teil davon) an.

beides nicht so gut, wenn's jemand sieht und anzeigt.