Die Bindesteuer kommt!
Verfasst: 01.04.2010, 07:51
Liebe Leute,
wahrscheinlich bin ich nicht der einzige hier, der das aktuelle Strategiepapier der Koalitionsregierung zur Steuerrefom mit großem Befremden zur Kenntnis genommen hat.
Für diejenigen, die das noch nicht gesehen haben sollten, ein kleines Kurzreferat:
Die schwarz/gelbe Koalition nimmt – unter Federführung von Guido Westerwelles FDP – nun im besonderen alle Arten von Heimwerkern und Bastlern ins Visier. Die Politiker argumentieren, dass diejenigen, die sich Utensilien zur Freizeitgestaltung selber basteln, der Industrie finanzielle Einbußen einbrächten.
Klar – wer sich zum Beispiel seinen Lenkdrachen aus ein paar für wenige Euro im Heimwerkermarkt gekauften Utensilien selbst zusammenbastelt, der kauft eben kein fertiges Produkt, das ein Vielfaches kosten würde. – Wer das Holzspielzeug für seine Kinder selber schnitzt, der verringert damit den Umsatz der Spielwarenindustrie.
Im Kleingedruckten des Gesetzentwurfs explizit genannt sind unter anderem – man fasst es nicht! – auch die Fliegenbinder
Vorgerechnet wird dort, dass derjenige Fliegenfischer, der sich seine Mücken selber binde, per anno nur knapp ein Fünftel dessen aufwenden müsse, was er für fertige Köder ausgeben würde. Und da, meint die FDP, müsse der Gesetzgeber einen Ausgleich schaffen, denn das schade dem Handel und eben auch Vater Staat, dem nämlich Steuereinnahmen in nicht unbeträchtlichem Umfang entgehen würden.
Gedacht ist also daran, Fliegenbinder über eine erhöhte Abgabe an die Sportfischerverbände zur Kasse zu bitten, im Umfang von pauschal € 20 pro Jahr, die dann an die Finanzämter weitergeleitet werden sollen, Dafür bekommt der Einzahler eine Bescheinigung, für die es eine „Mitführungspflicht“ beim Fischen gibt. Jeder Fischereiaufseher ist berechtigt, sich diesen Fliegenbindesteuer-Entrichtungsnachweis (ein Wortmonstrum, wie es einzig die deutsche Bürokratie erfinden kann!) vorzeigen zu lassen.
Wer hingegen mit gekauften Fliegen fischt, sollte stets die Quittungen mit sich führen, damit er nicht der Steuerhinterziehung verdächtigt werden kann.
Für die Gastfischer an einigen Gewässern (zum Beispiel der Blau, der Bode, der Mangfall und der Wiesent) ist sogar an einen „Maifliegen-Zuschlag“ von generell € 2 pro Gastkarte gedacht, der dann durch die Pächter abgeführt werden soll! Solch ein Unfug kann auch wirklich nur den Gelben einfallen; mir sträuben sich allein schon beim Gedanken an den immensen bürokratischen Aufwand die Nackenhaare.
Das ist nichts weniger als ein Skandal und eine entschiedene Benachteiligung von uns Fliegenfischern gegenüber anderen Anglern. Ich denke, Michael Müller sollte hier im Forum schleunigst eine Petition und Unterschriftenliste einstellen, mit der wir schon jetzt lautstark gegen diese Ungeheuerlichkeit protestieren können.
Versteht ihr? Es geht mir dabei gar nicht um die paar Euro. Aber ich finde es einfach empörend, was alles man uns zuzumuten wagt. Wenn man sich ausmalt, wohin das führen wird! In nicht so furchtbar ferner Zukunft werden dann wahrscheinlich CDs mit den zum Beispiel aus Internet-Foren zusammengeklaubten Daten von „Schwarzbindern“ an die Finanzämter gehen, und ganze Stammtische werden zur Selbstanzeige gezwungen sein. UNVORSTELLBAR!
Wehrt Euch! Gemeinsam sind wir stark! Auch Fliegenfischer sind Wähler!
Euer Frank
wahrscheinlich bin ich nicht der einzige hier, der das aktuelle Strategiepapier der Koalitionsregierung zur Steuerrefom mit großem Befremden zur Kenntnis genommen hat.
Für diejenigen, die das noch nicht gesehen haben sollten, ein kleines Kurzreferat:
Die schwarz/gelbe Koalition nimmt – unter Federführung von Guido Westerwelles FDP – nun im besonderen alle Arten von Heimwerkern und Bastlern ins Visier. Die Politiker argumentieren, dass diejenigen, die sich Utensilien zur Freizeitgestaltung selber basteln, der Industrie finanzielle Einbußen einbrächten.
Klar – wer sich zum Beispiel seinen Lenkdrachen aus ein paar für wenige Euro im Heimwerkermarkt gekauften Utensilien selbst zusammenbastelt, der kauft eben kein fertiges Produkt, das ein Vielfaches kosten würde. – Wer das Holzspielzeug für seine Kinder selber schnitzt, der verringert damit den Umsatz der Spielwarenindustrie.
Im Kleingedruckten des Gesetzentwurfs explizit genannt sind unter anderem – man fasst es nicht! – auch die Fliegenbinder
Vorgerechnet wird dort, dass derjenige Fliegenfischer, der sich seine Mücken selber binde, per anno nur knapp ein Fünftel dessen aufwenden müsse, was er für fertige Köder ausgeben würde. Und da, meint die FDP, müsse der Gesetzgeber einen Ausgleich schaffen, denn das schade dem Handel und eben auch Vater Staat, dem nämlich Steuereinnahmen in nicht unbeträchtlichem Umfang entgehen würden.
Gedacht ist also daran, Fliegenbinder über eine erhöhte Abgabe an die Sportfischerverbände zur Kasse zu bitten, im Umfang von pauschal € 20 pro Jahr, die dann an die Finanzämter weitergeleitet werden sollen, Dafür bekommt der Einzahler eine Bescheinigung, für die es eine „Mitführungspflicht“ beim Fischen gibt. Jeder Fischereiaufseher ist berechtigt, sich diesen Fliegenbindesteuer-Entrichtungsnachweis (ein Wortmonstrum, wie es einzig die deutsche Bürokratie erfinden kann!) vorzeigen zu lassen.
Wer hingegen mit gekauften Fliegen fischt, sollte stets die Quittungen mit sich führen, damit er nicht der Steuerhinterziehung verdächtigt werden kann.
Für die Gastfischer an einigen Gewässern (zum Beispiel der Blau, der Bode, der Mangfall und der Wiesent) ist sogar an einen „Maifliegen-Zuschlag“ von generell € 2 pro Gastkarte gedacht, der dann durch die Pächter abgeführt werden soll! Solch ein Unfug kann auch wirklich nur den Gelben einfallen; mir sträuben sich allein schon beim Gedanken an den immensen bürokratischen Aufwand die Nackenhaare.
Das ist nichts weniger als ein Skandal und eine entschiedene Benachteiligung von uns Fliegenfischern gegenüber anderen Anglern. Ich denke, Michael Müller sollte hier im Forum schleunigst eine Petition und Unterschriftenliste einstellen, mit der wir schon jetzt lautstark gegen diese Ungeheuerlichkeit protestieren können.
Versteht ihr? Es geht mir dabei gar nicht um die paar Euro. Aber ich finde es einfach empörend, was alles man uns zuzumuten wagt. Wenn man sich ausmalt, wohin das führen wird! In nicht so furchtbar ferner Zukunft werden dann wahrscheinlich CDs mit den zum Beispiel aus Internet-Foren zusammengeklaubten Daten von „Schwarzbindern“ an die Finanzämter gehen, und ganze Stammtische werden zur Selbstanzeige gezwungen sein. UNVORSTELLBAR!
Wehrt Euch! Gemeinsam sind wir stark! Auch Fliegenfischer sind Wähler!
Euer Frank
