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Frage: Viele tote Groppen (Mühlkoppe)
Verfasst: 10.07.2010, 19:26
von ike
Hallo @ all,
ich war heute früh ein paar schöne Stunden an der Müglitz oberhalb von Glashütte (Sachsen) unterwegs. Trotz der Hitze ein schöner Morgen.
Allerdings:
Gleich nach den ersten Schritten traf ich auf eine äußerlich unversehrte circa 20cm große aber tote Bachforelle und dann im Verlauf der nächsten Kilometer auf sicher 20-30 tote Groppen/Mühlkoppen - kleinere aber auch größere. Es war wirklich auffallend und ziemlich traurig, da ich gerade diese kleinen Gesellen gerne mag.
Kann mir jemand sagen, woran das liegen könnte?
Gibt es eine Krankheit, die speziell diese befällt? Sauerstoffmangel?
Danke im Voraus falls jemand etwas dazu sagen kann und viele Grüße aus Dresden!
Verfasst: 11.07.2010, 10:37
von Michael.
Hallo ike,
Massenselbstmord kann man sicher ausschließen, also hat da wohl irgendjemand irgendwelchen Mist reinlaufen lassen. Wasserprobenuntersuchung wird nicht mehr viel bringen, da die Brühe vermutlich längst weitergelaufen ist, aber die Untersuchung der toten Fische im zuständigen Amt könnte evtl. Reste der Gifte bzw. die Todesurssache ermitteln. Wenn Du die Tiere nicht selbst einsammeln willst, ruf umgehend den zuständigen Umwelt-Notruf an, melde ein Fischsterben und bitte um Einleitung der notwendigen Sofort-Maßnahmen. Betonung auf "sofort" !!!
Gruß
Michael
Verfasst: 15.07.2010, 00:30
von ike
Hallo Michael,
Ja, Massenselbstmord habe ich auch nach kurzem Überlegen kategorisch ausgeschlossen.... Auch wenn meine Kenntnisse in Fischpsychologie manchmal zu wünschen übrig lassen..
Spass beiseite, habe Deinen Hinweis dankend aufgenommen...mal sehen..
Viele Grüße aus Dresden
Schwierig
Verfasst: 15.07.2010, 02:37
von Royal Coachman
Hallo !
Das ist nicht so einfach, man kann Gift später kaum mehr feststellen.
Nur von gerade verendeten Fischen kann man zweifelsfreie Untersuchungsergebnisse erwarten.
Leider habe ich schon einige Fischsterben erleben müssen und nur bei zwei ist es uns gelungen, durch sofortigen Transport einiger noch lebender Exemplare incl. Wasserproben eine erfolgreiche Untersuchung durchführen zu lassen.
Einmal war es ein gedankenlos im Bach entsorgtes Unkrautvertilgungsmittel, das andere Mal ein hochgiftiger WC Reiniger.
Wenn die Fische schon einige Stunden tot sind, so kommt meist nur heraus
"an Sauerstoffmangel verendet", mach Dir also keine Hoffnungen, daß Du da noch was erreichst.
Tut mir Leid, daß ich hier keine besseren Auskünfte geben kann.
freundlichst
RC
Verfasst: 15.07.2010, 08:18
von Rattensack
Hallo Ike,
Wie ist der Fischbestand in dem Gewässer? Durch Bachforellen dominiert?
Dass du nur tote Koppen gefunden hast würde eher gegen ein Fischsterben durch Gift oder Sauerstoffzehrung sprechen, sondern eher für eine Krankheit.
Wie hoch war die Wassertemperatur?
Eine wichtige Info wäre, ob die Koppen leere Mägen hatten (bei kranken Tieren i.d.R. der Fall) oder volle (würde für akutes Fischsterben zutreffen).
Clemens
Verfasst: 15.07.2010, 12:07
von Siegfried.
Hallo Ike,
alle Vorschreiber haben recht, aber jetzt muss ich meinen Senf auch noch dabei tun. Wenn es sich tatsächlich um ein fast reines Müklkoppensterben handelt, sind nach meiner Erkenntnis meist anliegende Teiche, bzw. deren Ablassen und Reinigung die Ursache. Da die MK
im Sediment "wohnen" sind sie von den sich absetzenden und stark Sauerstoff zehrenden Feinpartikeln besonders hart betroffen. Habe allerdings den Eindruck, dass sich das Verhalten der Teichbesitzer zumindest hier in NRW in den letzten Jahren diesbezüglich gebessert hat. Ähnlich fatale Wirkungen hat die Absenkung und Spülung oberliegender Staue (von wegen ökologische Wasserkraft

) insbesondere bei leichter organischer Grundbelastung des Gewässers und da hat sich gar nix gebessert, eher im Gegenteil.
Gruß
Siegfried
Verfasst: 16.07.2010, 22:53
von ike
Ui, das waren jetzt ja doch noch ein paar Antworten. Erstmal danke an alle!
Ja, der Bestand ist durch Bachforellen dominiert... die waren an dem Tag auch quitschfidel aufgelegt.
Ich werde sehen, was rauskommt - oder auch nicht - und ggf. Auskunft geben.
Nochmals danke an Euch!