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Gezielt auf Nasen/Aitel bei Hochwasser!

Verfasst: 31.07.2010, 00:11
von flyingflys
Hallo liebe Fliegenwerfer :-)



Wollte mal kurz schreiben warum ich mich im Sommer immer über etwas Hochwasser an meinem heimischen Neckar in Mannheim(Ilvesheim) freue.
Grund ist dieser dass der Neckar bei Normalwasser relativ klar bis sehr klar ist und somit sind die Nasen sehr schwer zu fangen. Sie können sich ihr Futter genaustens anschauen bevor sie es probieren. So dauert es dann eine ganze Weile bis sie sich haken lassen.


Nicht so beim trüben Hochwasser. Da müssen sie erst probieren ob das was da so auf sie eintrudelt freßbar ist. Zudem kann man trotz Hochwasser die Fische sehr gut ausmachen. Besonders Nasen und Aitel zieht es in die Nähe des Ufers wo der Strömungsdruck nicht so hoch ist.

Hier habe ich sehr gut Erfahrungen mit Goldkopfstreamer mit weißem Körper gemacht. Diese sind noch gut sichtbar im trüben Wasser so dass sowohl Aitel als auch Nase nicht widerstehen kann. Das Ganze führe ich knapp über dem Grund und ziehe den Goldkopfstreamer mit kurzen Zügen, aber ruckartig ein. Da könnnen die meisten Nasen/Aitel nicht wiederstehen. So wie auch heute Abend.

Da hat es neben kleineren Nasen/Aitel bis 35cm auch diese etwas strammere Nase von 51cm an den Goldkopfstreamer.

Bild

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Gruß Stefan

P.S. Auch wenn ich hier nichts Neues schreibe, vielleicht gibt es jemanden Mut es auch mal bei Hochwasser zu probieren!?

Verfasst: 04.08.2010, 00:04
von flyingflys
125 Klicks und keine Kritik?
Da muss ich das nächste mal mehr Stuss schreiben :D

Verfasst: 04.08.2010, 13:28
von Rattensack
Hallo Stefan,

ich find das sehr bemerkenswert dass du mit einem Streamer!! Nasen fängst. Passt so überhaupt nicht zu meiner Meinung zu der Art.

Wie erklärst du dir dass sie ruckartig gezogene Köder nehmen?
Wie schaut der genau aus?
Könnte es sein dass bei dir irgend welche hellen Abfälle im Wasser sind die die Fische fressen und daher kennen?

Vielen Dank dass du diese interessante Beobachtung mit uns teilst!

Clemens

Verfasst: 04.08.2010, 14:40
von Kurt Mack
Hallo!

Nasen scheinen zeitweise auch räuberisch zu sein. Die drei Nasen, die ich in unserem Mischgewässer fangen konnte, habe ich auf kleine (3 cm) Gummifische bzw. Twister gefangen. Mit Maden, Brot oder anderen natürlichen Ködern mit denen meine Kinder regelmäßig fischen, haben wir noch nicht eine Nase gefangen.

Tschüß, Kurt

Verfasst: 06.08.2010, 01:04
von flyingflys
@Rattensack: Ja ich hab hier bei uns am Neckar schon alles probiert sämtliche Goldkopfnymphen,Nassfliegen, Emerger etc. Nur den Streamer hatte ich noch nicht probiert und das kam auch eher per Zufall da ich es auf Aitel abgesehen hatte. Und wundersamerweise die Nasen richtig hart auf den Streamer gingen!

Allerdings ging es bisher nur bei angetrübten Wasser.
Bei Normalwasser ging bis jetzt nur Goldkopfnymphe und helle Trockenfliegen Grösse 16+
Bei uns wird sehr viel mit Futterkorb und Made auf Nasen gefischt. Ich denke deswegen sind die Nasen bei hellen/weißen Fliegen weniger misstrauisch und abgeneigt als andere Farben!?

Ich vermute aber dass meine Erfahrung nicht ohne weiteres auf andere Gewässer übertragbar ist. Da dass wohl sehr stark vom natürlichen und von Menschen eingebrachtem Futterangebot abhängt!

@Kurt: Das dachte ich auch erst, da die erste Nase die ich je mit einem Streamer fing (für mich) stolze 55cm hatte. Danach gingen aber auch 35er an den Streamer. Dass widerrum verwarf meinen Verdacht auf räuberiche Nasen, so wie man es vom Rapfen kennt!


Gruß Stefan

Verfasst: 06.08.2010, 17:19
von Rattensack
Hallo Stefan,

danke, alles sehr interessant!

Räuberische Nasen - da müssten wir alle Lehrbücher einstampfen ;-)

Clemens

Verfasst: 06.08.2010, 17:42
von Maggov
HI Clemens,

Revierverhalten? Bei einem Schwarmfisch irgendwie nicht vorstellbar...

@Stefan: darf ich fragen wann Du diese Fische auf Streamer gefangen hast? War es evtl. im Mai?

LG

Markus

.

Verfasst: 06.08.2010, 17:55
von Jürgen Anacker
hallo stefan,

also das ist ja echt mal was neues, was es nicht alles gibt......

ich fange auch ab und zu nasen in einem schönen flüsschen in erlangen.
aber nur trocken und mit nymphe...sind vielleicht zwischen 20cm-30cm gross.

50cm ist natürlich auch ein ganz schöner brocken! mit dem würdest du in der hitliste ziemlich weit vorne liegen...

wenn du das am 01.04 eingestellt hättest...hätte ich an einen aprilscherz gedacht :wink:


gruss, jürgen

Verfasst: 07.08.2010, 10:22
von flyingflys
@Markus: Nein, war im Juli. Zudem sind die Nasen bei uns in BW bis Ende Mai in der Schonzeit!


@Jürgen: Nee is kein Aprilscherz, ich hab auch echt überlegt ob ich den Bericht einstelle und mich der Gefahr stelle in der Luft zerfetzt zu werden mit meiner Erfahrung. Aber wie gesagt funktionierte das bisher nur bei eingetrübtem Wasser. Versuche bei normalwasser waren bisher IMMER erfolglos. Das ist auch dass was ich mir nicht 100%ig erklären kann!

Die Rekordnase(offiziell) liegt glaube ich bei 60cm!?

Ich denke da bin ich mit meinen 55cm nah drann aber auch nicht der einzige ;-)


Petri, Stefan

Verfasst: 09.08.2010, 09:41
von Maggov
Hi Stefan,

deshalb hatte ich gefragt - allerdings nicht als Vorwurf gemeint sondern als möglicher Grund.

Eine mögliche Theorie wäre nämlich dass die Nasen während der Laichzeit aggressiv werden.

Ich habe Rotfedern auf recht grosse Streamer in Krautgebieten gefangen und vermute dass diese ähnlich den Crappies in den USA ihre Laichzonen verteidigen. Vielleicht ist das bei Nasen ja ähnlich.

LG

Markus

Verfasst: 09.08.2010, 13:23
von Rattensack
Hallo Markus,

Nasen bilden oder bildeten wie bekannt große Laichgesellschaften. Die Milchner besetzten als erste die Laichplätze - schnell überströmte, i.d.R. seichte Furten. Dort verteidigen sie tatsächlich kleine "Reviere" mit Kopfstößen und Rangeleien. Dass dieses Verhalten zu Bissen abseits der Laichplätze führt würde ich eher als unwahrscheinlich erachten. Dass Stefan in der Laichzeit auf Laichplätzen fischt ebenso ;-)

Clemens

Verfasst: 09.08.2010, 14:01
von Maggov
Hi Clemens,

war nur so eine Idee. Als Junge habe ich viel auf Nasen gefischt - damals gab es weder Schonzeiten noch Maß. Als Schwarzfischer schon dreimal nicht ;)

Ich wollte auch Stefan keinerlei Fehlverhalten unterstellen - dies nur zur Sicherheit...

LG

Markus

Verfasst: 09.08.2010, 15:07
von Frank.
Ach, jetzt kann ich nicht mehr anders!
Wie einige von euch vielleicht wissen, schrieb der Kollege Harald Stümpke bereits 1961 seine große Abhandlung über die "Nasenschreitlinge" (Bau und Leben der Rhinogradentia. Fischer, Stuttgart 1961), siehe dazu auch http://de.wikipedia.org/wiki/Rhinogradentia.

Darin gibt es auch einen Abschnitt über die "Raubnase", den ich hier im Zitat von der Seite http://www.naturhistorisches-museum.de/ ... tling.html folgen lasse:

Bild

Endlich ist es gelungen, Stümpke einen schwerwiegenden Fehler nachzuweisen - nun wissen wir, dass die Raubnase erstens: auch außerhalb des pazifischen Heieiei-Archipels vorkommt, zweitens: keineswegs ausgestorben ist und drittens: eben nicht zu den Säugetieren, sondern den Fischen gehört.

Danke!

Euer Frank

Verfasst: 09.08.2010, 16:12
von derflow
...gut, dass das mal endlich klargestellt wurde :D

Verfasst: 09.08.2010, 17:38
von Hardy
Frank. hat geschrieben:...

Endlich ist es gelungen, Stümpke einen schwerwiegenden Fehler nachzuweisen - nun wissen wir, dass die Raubnase erstens: auch außerhalb des pazifischen Heieiei-Archipels vorkommt, zweitens: keineswegs ausgestorben ist und drittens: eben nicht zu den Säugetieren, sondern den Fischen gehört.

Danke!

Euer Frank
Tja, werter Forscherkollege,

ich hatte in den 7oer Jahres des vorigen Jahrtausend die Freude, eine Abhandlung über die (vermutlich) untergegangene Tierwelt des Hi-Iay-Archipels zu schreiben. Leider haben meine Thesen keinen Eingang in die wissenschaftliche Literatur gefunden (Skandal!), lediglich mein Biologielehrer gab mir ein paar Fleißpunkte, konnte sich jedoch mit meinen damaligen Theorien auch nicht recht anfreunden (konservativer Ignorant, konservativer!). Aber sei's drum.

Bekanntlich ist dieses Archipel ja durch Atombombentests untergegangen.
Was, wenn nicht alle Raubnasen durch die Gammastrahlung vernichtet wurden, sondern einzelne Exemplare zu Raubnasen-Fischen mutierten?

Stümpke wäre damit mitnichten widerlegt! So einfach darf man's sich nicht machen.
Weitere Forschungen zu Stümpke wären dringend notwendig, werden aber von konservativen Biologen verhindert! Warum wohl?

fragt sich
Hardy