Deckung an der Küste
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- mario.s
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Deckung an der Küste
Hallo,
aus der Deckung heraus zu fischen ist natürlich an der Küste nicht so einfach. Ich möchte dazu jedoch mal eine kleine Begebenheit berichten, welche mich zum Nachdenken angeregt hat. Ende Mai war ich für ein paar Tage zum Hornhechtangeln an der nördlichen Ostsee unterwegs. Das Wetter war gut und die Hornis wie es schien zahlreich vorhanden. Am Strand angekommen sah ich schon einige Spinnfischer weit draußen und bis zum Bauch im Wasser stehend ihre Ruten schwingen. Dieser Strandabschnitt läuft sehr seicht aus, so dass man bequem 30-40m hineinwaten kann. Die Spinnfischer mussten meist recht weit werfen um an ihren Fisch zu kommen. Die Bisse erfolgten meist auch weiter draußen. Demzufolge wählte ich auch erst einmal die Spinnrute, watete weit hinein und fing ebenfalls draußen meine Fische. Am nächsten Morgen traf ich dieselben Spinnfischer wieder, mit gleicher Taktik. Ich hatte jedoch dieses Mal meine Fliegenrute dabei. Etwas abseits der Anderen ging ich recht weit hinein und konnte auch wieder meine Hornis fangen. Bei einer Angelpause stellte ich fest, dass sich an meiner Angelstelle, dort wo ich noch vor einigen Minuten gestanden hatte, viele Fische an der Oberfläche zeigten. Bei den Spinnfischern lag die Aktivität bedeutend weiter draußen. Die Fische wurden von der Anwesenheit der Angler auf Abstand gehalten. Bei meiner weiteren Fischerei watete ich nicht so weit hinein, sondern blieb im trüben Spülsaum nahe des Ufers im knietiefen Wasser stehen. Die Folge war, dass sich die Hornis durch meine Anwesenheit in keinster Weise stören ließen und weiterhin an ihrem Platz blieben. Nun konnte ich mit deutlich kürzeren Würfen die Fische erreichen. Meine Schlussfolgerung daraus ist nun, dass nicht unbedingt die Silhouette über der Wasseroberfläche sondern ein Großteil der Scheuchwirkung durch die Beine verursacht wird. Bei meiner nächsten Mefo-Pirsch werde ich mir da jedenfalls etwas mehr Gedanken machen.
Hattet ihr schon mal ähnliche Beobachtungen gemacht?
TL, Mario
aus der Deckung heraus zu fischen ist natürlich an der Küste nicht so einfach. Ich möchte dazu jedoch mal eine kleine Begebenheit berichten, welche mich zum Nachdenken angeregt hat. Ende Mai war ich für ein paar Tage zum Hornhechtangeln an der nördlichen Ostsee unterwegs. Das Wetter war gut und die Hornis wie es schien zahlreich vorhanden. Am Strand angekommen sah ich schon einige Spinnfischer weit draußen und bis zum Bauch im Wasser stehend ihre Ruten schwingen. Dieser Strandabschnitt läuft sehr seicht aus, so dass man bequem 30-40m hineinwaten kann. Die Spinnfischer mussten meist recht weit werfen um an ihren Fisch zu kommen. Die Bisse erfolgten meist auch weiter draußen. Demzufolge wählte ich auch erst einmal die Spinnrute, watete weit hinein und fing ebenfalls draußen meine Fische. Am nächsten Morgen traf ich dieselben Spinnfischer wieder, mit gleicher Taktik. Ich hatte jedoch dieses Mal meine Fliegenrute dabei. Etwas abseits der Anderen ging ich recht weit hinein und konnte auch wieder meine Hornis fangen. Bei einer Angelpause stellte ich fest, dass sich an meiner Angelstelle, dort wo ich noch vor einigen Minuten gestanden hatte, viele Fische an der Oberfläche zeigten. Bei den Spinnfischern lag die Aktivität bedeutend weiter draußen. Die Fische wurden von der Anwesenheit der Angler auf Abstand gehalten. Bei meiner weiteren Fischerei watete ich nicht so weit hinein, sondern blieb im trüben Spülsaum nahe des Ufers im knietiefen Wasser stehen. Die Folge war, dass sich die Hornis durch meine Anwesenheit in keinster Weise stören ließen und weiterhin an ihrem Platz blieben. Nun konnte ich mit deutlich kürzeren Würfen die Fische erreichen. Meine Schlussfolgerung daraus ist nun, dass nicht unbedingt die Silhouette über der Wasseroberfläche sondern ein Großteil der Scheuchwirkung durch die Beine verursacht wird. Bei meiner nächsten Mefo-Pirsch werde ich mir da jedenfalls etwas mehr Gedanken machen.
Hattet ihr schon mal ähnliche Beobachtungen gemacht?
TL, Mario
- Achim Stahl
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Hallo Mario,
wenn man sich ruhig und unauffällig verhält, schwimmen einem die Fische auch um die Beine herum. Unsere bewegungslosen Beine im Wasser werden in der Regel nicht als Gefahr angesehen.
Anders sieht es aber aus wenn man unvorsichtig watet. Der dadurch entstehende Lärm verscheucht sehr wohl Fische.
Und die Silhouette eines Anglers über Wasser ist definitiv problematisch. So ist es zum Beispiel meistens keine gute Idee, sich auf einen hohen Stein zu stellen, so lange man von der tieferen Position auch fischen kann.
Wer im flachen Wasser Fische ausmacht (im Sommer auch Meeräschen) sollte sich deshalb immer ducken und klein machen und möglichst wenig raumgreifende Bewegungen machen.
Viele Grüße!
Achim
wenn man sich ruhig und unauffällig verhält, schwimmen einem die Fische auch um die Beine herum. Unsere bewegungslosen Beine im Wasser werden in der Regel nicht als Gefahr angesehen.
Anders sieht es aber aus wenn man unvorsichtig watet. Der dadurch entstehende Lärm verscheucht sehr wohl Fische.
Und die Silhouette eines Anglers über Wasser ist definitiv problematisch. So ist es zum Beispiel meistens keine gute Idee, sich auf einen hohen Stein zu stellen, so lange man von der tieferen Position auch fischen kann.
Wer im flachen Wasser Fische ausmacht (im Sommer auch Meeräschen) sollte sich deshalb immer ducken und klein machen und möglichst wenig raumgreifende Bewegungen machen.
Viele Grüße!
Achim
Früher war mehr Lametta!
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MalteH
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Ralf
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Moin zusammen,
generell gebe ich auch aus eigener Erfahrung Achim recht. Es ist wirklich besser, tief drin zu stehen als hoch auf einem Stein oder in ganzer Körperlänge am Strand zu stehen und von dort aus in die Rinne zu werfen.
Ich hab es nun schon oft erlebt, wie die Fische am Strand auf eine weit aus dem Wasser ragende und auf eine relativ kleine Silhouette raegieren. Die Scheuchwirkung durch das Gehen am Strand ist wirklich recht groß. Daher fische ich Wannen und strandnahe Bereiche am liebsten von der ersten Sandbank oder aus der Rinne zum Ufer hin ab. Beim Streckemachen bin ich durch tieferes Waten schon vielen Fischen bis auf Rutenlänge nahe gekommen, die mich erst durch den Ansatz zum nächsten Rollwurf bemerkten.
Die Scheuchwirkung der Beine unter Wasser ist nahezu Null, auch das Knirschen der Steine verscheucht die Fische kaum, das erleben die nun bei jedem stärkeren Wellengang. Nur lautes platschendes Waten ist nicht so gut, das verbinden die Fische eher mit Gefahr. Auf dem Hinweg zu einem Punkt am Strand, von dem ich mich zurück zum Parkplatz fische, versuche ich nicht direkt an der Wasserlinie zu gehen sondern lieber einige Meter vom Wasser entfernt, am besten am Wald oder einer Steilküste entlang. Speziell morgens als erster am Strand hat man sonst gute Chancen, gerade die am Spülsaum stehenden Fische zu verscheuchen oder zumindest vorzuwarnen. Und von diesen "Spülsaumfischen" gibt es mehr als die meisten sich vorstellen können.
Das Problem vieler Angler am Strand ist, dass sie etliche Fische verscheuchen, ohne es zu merken und dann daraus folgern, dass gar keine ufernah gestanden haben. Das ist wie mit den Leuten hoch auf einem Stein stehend. Weil sie eine große Scheuchwirkung haben, bleiben die Fische auf Distanz, und wenn diese Angler was fangen, dann eben auf Distanz. Und daraus folgern sie wieder, dass die Fische nur weiter draußen stehen. Dass sie die Fische selbst auf Distanz verscheucht haben (und dort halten )und eben dadurch einer selbst erfüllenden Prophezeihung erliegen, merken sie dann nicht.
Denkt mal drüber nach
Grüße
Ralf
generell gebe ich auch aus eigener Erfahrung Achim recht. Es ist wirklich besser, tief drin zu stehen als hoch auf einem Stein oder in ganzer Körperlänge am Strand zu stehen und von dort aus in die Rinne zu werfen.
Ich hab es nun schon oft erlebt, wie die Fische am Strand auf eine weit aus dem Wasser ragende und auf eine relativ kleine Silhouette raegieren. Die Scheuchwirkung durch das Gehen am Strand ist wirklich recht groß. Daher fische ich Wannen und strandnahe Bereiche am liebsten von der ersten Sandbank oder aus der Rinne zum Ufer hin ab. Beim Streckemachen bin ich durch tieferes Waten schon vielen Fischen bis auf Rutenlänge nahe gekommen, die mich erst durch den Ansatz zum nächsten Rollwurf bemerkten.
Die Scheuchwirkung der Beine unter Wasser ist nahezu Null, auch das Knirschen der Steine verscheucht die Fische kaum, das erleben die nun bei jedem stärkeren Wellengang. Nur lautes platschendes Waten ist nicht so gut, das verbinden die Fische eher mit Gefahr. Auf dem Hinweg zu einem Punkt am Strand, von dem ich mich zurück zum Parkplatz fische, versuche ich nicht direkt an der Wasserlinie zu gehen sondern lieber einige Meter vom Wasser entfernt, am besten am Wald oder einer Steilküste entlang. Speziell morgens als erster am Strand hat man sonst gute Chancen, gerade die am Spülsaum stehenden Fische zu verscheuchen oder zumindest vorzuwarnen. Und von diesen "Spülsaumfischen" gibt es mehr als die meisten sich vorstellen können.
Das Problem vieler Angler am Strand ist, dass sie etliche Fische verscheuchen, ohne es zu merken und dann daraus folgern, dass gar keine ufernah gestanden haben. Das ist wie mit den Leuten hoch auf einem Stein stehend. Weil sie eine große Scheuchwirkung haben, bleiben die Fische auf Distanz, und wenn diese Angler was fangen, dann eben auf Distanz. Und daraus folgern sie wieder, dass die Fische nur weiter draußen stehen. Dass sie die Fische selbst auf Distanz verscheucht haben (und dort halten )und eben dadurch einer selbst erfüllenden Prophezeihung erliegen, merken sie dann nicht.
Denkt mal drüber nach
Grüße
Ralf
Angeln ist weit mehr als ein Hobby, es ist eine Lebensart.
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Bernd Ziesche
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derflow
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- Registriert: 11.09.2008, 09:08
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...kann den Postings bis jetzt soweit zustimmen - war allerdings leider Gottes auch schon mit Experten unterwegs die auf Teufel komm raus erste auf der Sandbank sein wollten, losstürmten und dabei völlig ignorierten (in der Eile übersieht man schnell mal was...), dass die Trutten dicht am Strand (< 10m !) langzogen. Um schneller zu sein wurden die Knie dann bei Waten logischerweise möglichst hochgezogen und der erste Hotspot kaputtgemacht.
Gruß
Florian
zwei Hände sind besser als eine
Florian
zwei Hände sind besser als eine
- mario.s
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Hallo zusammen,
hört sich ja doch alles positiver an als von mir vermutet. Obwohl ich mich eigentlich auch recht behutsam watend durchs Wasser bewege, hatte ich bisher leider noch keine so nahen Begegnungen mit Mefos oder Hornis. Aber vielleicht klappt es mit mehr bedacht ja doch mal.
Schönen Dank für eure Meinungen.
TL, Mario
hört sich ja doch alles positiver an als von mir vermutet. Obwohl ich mich eigentlich auch recht behutsam watend durchs Wasser bewege, hatte ich bisher leider noch keine so nahen Begegnungen mit Mefos oder Hornis. Aber vielleicht klappt es mit mehr bedacht ja doch mal.
Schönen Dank für eure Meinungen.
TL, Mario
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Hans.
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- Registriert: 28.09.2006, 21:24
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Nein Thotty,
die Schnurklänge kommen zwischen die Zähne, immer schön der Reihe nach. Soll die Schnur wieder davonschießen, ist ein Anpressen derselben mit der Zunge an den Gaumen angebracht. So gibt es beim Wurf keinen Kuddelmuddel, weil die Schnurklänge nicht auf einmal davonzischen können, was passieren würde, wenn man einfach nur die Zähne auseinander macht.
Grüße
Hans
die Schnurklänge kommen zwischen die Zähne, immer schön der Reihe nach. Soll die Schnur wieder davonschießen, ist ein Anpressen derselben mit der Zunge an den Gaumen angebracht. So gibt es beim Wurf keinen Kuddelmuddel, weil die Schnurklänge nicht auf einmal davonzischen können, was passieren würde, wenn man einfach nur die Zähne auseinander macht.
Grüße
Hans
Zuletzt geändert von Hans. am 06.12.2010, 11:50, insgesamt 1-mal geändert.
Man muss nicht alles mitmachen...
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Olaf Kurth
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