tailing loop 2.0

Fliegenwerfen - wie geht das eigentlich? Wie kann ich meine Leine effektiver ausbringen und Fehler ausmerzen? Was hat es mit den AFTMA-Klassen auf sich? Was sind Spezial- und Trickwürfe? Fragen über Fragen! Hier könnt Ihr Euch gegenseitig helfen.

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derflow
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tailing loop 2.0

Ungelesener Beitrag von derflow »

Moin !

Ich habe mir gestern einfach mal Spaßeshalber meine Zweihand geschnappt, bin ans Wasser und habe ne gute Stunde trotz Sch***kälte vor mich hin geworfen. Was mir dabei auffiel war, daß ab einer bestimmten Weite (geschätzt ab 25m+ ohne Vorfach) underhand die Schlaufen recht unschön wurden - gut - zugegeben - logischerweise habe ich auch ein wenig mehr "gasgegeben" .Habe ich enge Schlaufen geworfen endete dies meißt in einem Tailing loop, habe ich die Schlaufen weiter aufgemacht fiel der SK schlaff ins Wasser.
Jetzt bin ich am Grübeln, ob ich einfach nur zu viel "erzwingen" wollte und dabei nachlässig wurde, ich in der Technik auf irgendein bestimmtes Detail mehr achten sollte (Wässerungspunkt, D-Loop bilden, Rute aufstellen o.Ä.) oder ich tatsächlich das Limit meiner Rutenkombo erreicht habe (was ich aber noch nicht so ganz glaube - 31g vision Ace in 10,50m, Rute 8/9 12,9ft., Polyleader + Vorfach).

Ferndiagnose möglich :D ???

ein Aspekt, der mir gerade noch einfiel - hängt das evtl. mit der SK-Länge zusammen? Der ist ja verhältnismäßig kurz und entsprechend "handlingsfreundlich" - liegt er evtl. dadurch etwas unruhiger in der Luft und rollt sich nicht mehr so schön ab wenn genügend RL draussen ist??? (Pure Spekulation basierend auf Erfahrungen im Einhandbereich - grob je länger der Kopf umso ruhiger die "Luftlage")
Gruß

Florian

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Thomas E.
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Ungelesener Beitrag von Thomas E. »

Hallo Florian,

Bei Verwendung von Köpfen in 10- 11m Länge sollte die Schnurschlaufe natürlich möglichst eng sein, d.h. ist der vordere Stop recht hoch.
Die Weite erreicht man ja durch das Schießenlassen von möglichst viel Running Line.
Ein sich Berühren von Ober-mit Unterschnur und/oder Vorfach (Tailling Loop) ist immer ein Wurffehler !
Ein Überhang von 0,5m Runnning-Line ist erstmal eine gute Empfehlung.

Bei Verwendung des von Dir angegebenen Gerätes, d.h. Ruten 12-13 ft. der Kl. 8-9/ ca. 30g Kopfgewicht, Kopflänge 10- 11m, ist man selbst bei guter Technik auf Enfernungen von 27- max. 30m begrenzt.
Willst Du weiter und hast Du den Platz, mußt Du den Kopf entsprechend länger wählen.
Dadurch werden aber gewünschte Richtungsänderungen zunehmend schwerer.
Zuletzt geändert von Thomas E. am 14.01.2012, 19:13, insgesamt 1-mal geändert.
Gruß
Thomas Ellerbrock
derflow
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Ungelesener Beitrag von derflow »

Danke Thomas - zumindest hast Du schon mal ein paar Selbstzweifel vernichtet :D
Die Tailing loops resultierten dann wohl eher vom Herumdoktorn an meiner Technik - also alles beim Alten belassen und irgendwann mal neues Gerät/SK anschaffen wenn ich mehr Weite brauche.....

"Ein Überhang von 0,5m Runningline" - damit meinst Du wahrscheinlich, daß ich den Kopf nicht ganz bis unmittelbar zur Rutenspitze einstrippe sondern noch ein wenig Spielraum lasse, oder? - klingt interessant - einen Versuch ist es Wert - vlt. läßt sich dann noch der eine oder andere Meter rausholen....
Gruß

Florian

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Thomas E.
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Ungelesener Beitrag von Thomas E. »

Genau, "Überhang"oder- Abstand zwischen Rutenspitze und Schußkopfende.
Als Mittelmaß sollten es hier so 50cm sein.
Dieser Überhang bewirkt eine engere Schnurschlaufe und ein Distanzgewinn. :D

Ich hatte bereits im Thread "Schusskopf vs WF" darüber geschrieben.
Gruß
Thomas Ellerbrock
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hshl
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Ungelesener Beitrag von hshl »

Eine sich kreuzende Schnurschlaufe (Tailling Loop) ist immer ein Wurffehler !
Nö, das stimmt so pauschal nicht ! Bei einem klein gehaltenen Arbeitswinkel kreuzt sich bei längeren Leerwürfen die Schnur immer !!! Vermeide einfach Druckpunkte beim Wurf. Also: gleichmäßiger Aufbau der Rutenladung, keine "ruckartigen" Bewegungen, Dann sollte Dein Tailing Loop verschwinden. Und wie die anderen schon geschrieben haben nur einen sehr kurzen bis gar keinen Overhang benutzen...
Zuletzt geändert von hshl am 14.12.2010, 19:06, insgesamt 1-mal geändert.
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Martin 1960
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Ungelesener Beitrag von Martin 1960 »

Hallo Florian,

ich möcht "hshl" zustimmen, die Vorwärtsbeschleunigung darf nur gleichmäßig ansteigen, bis zum abrupten Stopp, auf keinen Fall noch mal mit dem Handgelenk "nachdrücken", das erzeugt einen Impuls in die Schnur der immer im tailing-loop endet.

Ein weiterer Trick ist der, das Du die Rolle beim Vorschwung nach aussen drehst, bei Zweihändern nicht so einfach wie bei Einhändern, hilft aber dem kreuzen der Schnüre, das "hshl" beschrieben hat, entgegen zu wirken.
Freundlicher Gruss, Martin

"jetzt kann ich es, ...." nur eine kurzer Moment!
derflow
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Ungelesener Beitrag von derflow »

... Danke für die Tips ! werde ich bei nächster Gelegnheit bewusst ausprobieren. Nicht falsch verstehen - die Tailing loops habe ich erst produziert als ich versuchte meinen Wurfrythmus umzustellen um mehr Wurfweite zu erzwingen - insofern muß ich wohl einfach noch ein bisschen trainieren, dabei engere und sauberere Schlaufen zu werfen und versuchen mich dadurch noch ein wenig zu steigern bis ich das Limit meiner Kombo erreicht habe...
Gruß

Florian

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hshl
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Ungelesener Beitrag von hshl »

Ein weiterer Trick ist der, das Du die Rolle beim Vorschwung nach aussen drehst
ja, dass mit dem nach aussen Eindrehen ist schon die "höhere Kunst", die ich übrigens auch sehr, sehr gerne an der Küste praktiziere. Im Umkehrschluss ist es ebenso sinnvoll, die Rolle beim Rückwurf etwas nach innen zu drehen. Das empfiehlt z.B. auch der Rieder Uwe. Diese Bewegung verhindert, dass der Werfer die Rutespitze hinten nach innen eindreht. Martins empfehlung ist daher vollkommen richtig - sie verhindert zwar nicht zwangsläufig das Kreuzen der Schnur (was ja auch nicht sein muss), wohl aber das "Einhängen". Das gilt natürlich für Ein- und Zweihänder gleichermaßen. Aber für die Vermeidung von Tailing Loops bleibt der gleichförmige Aufbau der Rutenladung das A und O. Zu diesem Thema findest Du - Florian - übrigens schon sehr viele Diskussionen auf dieser Plattform. Die zu lesen lohnt.

Grüße, Tobias alias hshl
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Thomas E.
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Ungelesener Beitrag von Thomas E. »

Na, dazu fällt mir gerade ein, das "HRH" darin immer einen Wurffehler sah, wenn die Rolle nicht in Wurfrichtung zeigte !
Er ermahnte dann gleich, G.F. und Co. übernahmen es, inzwischen scheinen sie es wohl wieder anders zu sehen... :lol:

Für den weiten Wurf- Einhand zeigt die Rolle bei mir immer leicht nach außen,
die Schnur "rutscht" einfach besser, allerdings drehe ich die Rute/Hand nicht im Wurf, höchstens wenn ich um die Ecke werfen will. :wink:
Gruß
Thomas Ellerbrock
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Ungelesener Beitrag von Martin 1960 »

Hallo Tobias,

Beim Rückschwung die Rolle nach innen, also eindrehen, habe ich noch nie probiert, klingt aber logisch, werde ich probieren.

Auf die Gefahr hin als Halbgebildeter dar zu stehen, wer ist " Uwe Rieder"?
Freundlicher Gruss, Martin

"jetzt kann ich es, ...." nur eine kurzer Moment!
Bernd Ziesche

Ungelesener Beitrag von Bernd Ziesche »

.
Zuletzt geändert von Bernd Ziesche am 29.07.2013, 06:59, insgesamt 1-mal geändert.
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Ungelesener Beitrag von hshl »

@Thomas

Na, dazu fällt mir gerade ein, das "HRH" darin immer einen Wurffehler sah, wenn die Rolle nicht in Wurfrichtung zeigte !
Ja genau - aber wenn Du die Rute auf einer seitlicheren Wurfebene führst - so wie es Uwe Rieder macht - muss die Rolle nach meiner Beobachtung etwas nach innen gedreht werden, damit sie in die Wurfrichtung zeigt. Uwe erreicht mit dieser Drehbewegung hinten eine vertikal liegende Schlaufe. Nachzulesen unter http://www.pro-guides.com/935_DE.evo
@Bernd
Ich meine mich erinnern zu können, dass wir zu diesem Thema schon mal gesprochen hatten und Du schon immer das Drehen der Rolle kritisch gesehen hast, wie es Uwe empfielt. Ich persönlich habe damit sehr gute Ergebnisse erzielt :lol: . Aber dies gleich einem Anfänger zu zeigen würde diesen sicher überfordern (daher auch meine Formulierung "höhere Kunst"). Und dass diese Technik in erster Linie für die Zeigefinger bzw. Daumenzeigefinderhaltung geeignet ist, habe ich unterschlagen :wink: . Und ja, dies wäre sicher ein eigener Thread. Wer fängt an ?
Viele Grüße, Tobias
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salmosalar
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HRH und seine eiserne Grundsätze, tja....

Für mich ist eine nach aussen drehende Rolle zumindest das Zeichen, das der Werfer locker und nicht verkrampft wirft.
Schöne Übung dafür ist das Unterhand Zweihand werfen mit vier Fingern.
Oben und unten mit Zeigefinger und Daumen nur einen Ring um den Griff bilden.
About tailing loops.
Mel Kriegers "eiserner" Grundsatz war/ist, kleine Distanz, kleiner Arbeitswinkel, grosse Distanz, grosser Arbeitswinkel.
Arbeitswinkel bedeutet, der Winkel zwischen Vor- und Rückstop.
Dazu ansteigende Beschleunigung mit klaren Stops.

Bei mir hilft's...;-)

Gruss Salmi
Rettet den Kormoran, praktitziert C&R....
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KLampen
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Ungelesener Beitrag von KLampen »

Hallo,
darf ich fragen wer "HRH" ist?

Danke,
K. Lampen
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Frank.
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Ungelesener Beitrag von Frank. »

Guck mal unter Hans-Rudolf (Rudi) Hebeisen, mein Lieber!

Dein Frank
Das sind Deine Beobachtungen, mein Lieber, andere haben andere Beobachtungen gemacht.
Franz Kafka
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