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Saison 2011, 1. Tag.
Verfasst: 11.04.2011, 17:30
von Hardy
moin moin
Die Saison hat bereits am 01.04. angefangen, aber aus diversen Gründen kann ich mir erst am Samstag mal 2 Stündchen fürs Fischen freigeschaufeln und düse rasch an den Bach. Noch ist die Vorfreude groß, war doch mein letzter Fischtag im August letzten Jahres. Da es schon seit einiger Zeit nicht mehr nennenswert geregnet hat, sind meine Erwartungen bzgl. Wasserstand nicht allzu hoch.
Genauso kommt es dann auch. Kaum Wasser, und bereits jetzt im Frühjahr ziemlich viele Algen.
Super, denke ich und probier mehr halbherzig ein paar Nymphen durch, weil keinerlei Fisch-Aktivität zu sehen ist. Der erwartete Kick nach der langen Abstinenz will sich einfach nicht einstellen.
Die schlussendliche Krönung ist dann noch der gehakte Baum, der sich meinen Drillversuchen heftig widersetzt und mich den "loop-on-junction" samt Vorfach und latürnich Fliege kostet.
Abbruch der Bemühungen nach einer knappen Stunde. In dieser Zeit außer etwas Brut nicht einen Fisch gesehen.
Eine Weiterfahrt an ein anderes Gewässer erübrigt sich dann noch wegen eines Anrufs aus der Firma.
Die Saison geht genauso besch...en weiter, wie die letzte zu Ende ging.
Und komm mir jetzt keiner mit "ist doch schön, in der Natur draußen zu sein" oder ähnlichen Sprüchen. Ich wohne mitten in der Natur, deswegen brauche ich eigentlich nicht ans Wasser.
Vielleicht sollte ich den ganzen Krempel in die Ecke stellen.
Ich bewundere mittlerweile die Kollegen, die auch aus einem solchen Shyce©tag noch Erbauung ziehen können, ich kann es mittlerweile nicht mehr.
Naja, was soll's, die nächsten Versuche können nur besser werden.
The hope dies last...
Aber warum schreib ich das eigentlich? Ich weiß es auch nicht....
Groetjes
Hardy
PS: Aufbauen könnte mich vielleich noch eine kostenlose Einladung zu einem mind. 6-wöchigem Aufenthalt in Neuseeland.

Verfasst: 11.04.2011, 17:44
von Frank.
Lieber Hardy,
mein erster Tag am Wasser war in diesem Jahr auch von einer grandiosen Fischlosigkeit geprägt. Ich hätte schwören können, dass es nicht eine einzige Forelle im Fluss gab.
Den zweiten Gang ans Wasser mussten dann schon zwei schöne Bachforellen mit dem Leben bezahlen.
Niemals aufgeben, niemals kapitulieren! Die Fische wussten einfach, wann du kommen würdest und haben sich rechtzeitig verdrückt - aus nackter Angst.
Dein Frank
Verfasst: 11.04.2011, 19:19
von webwood
Ein kleiner grüner Roadster röhrt um die Kurven entlang des Flusses .........
Die Fische sind doch nicht doof! Das Geräusch kennen sie. OK, der Baum konnte nicht rechtzeitig das Weite suchen, aber ganz klar wurde unter Wasser gemunkelt "Der schon wieder, Deckung Jungs!"
Hardy, niemals aufgeben, aber vieleicht hast Du ja doch recht und es ist wirklich eine brotlose Kunst. Ich bin übrigends an guten, gebrauchten Utensilien aller Art durchaus immer interessiert
TL
Thomas
Verfasst: 12.04.2011, 08:52
von bokii
Zwei mal am Wasser, zwei mal Schneider.
Aber der zweite Schneider war schöner als der erste, weil da so richtig Frühling war.

Verfasst: 12.04.2011, 09:28
von hdidi
Ihr macht mir ja so richtig Mut
Am Samstag geht´s hier los und ich hab auch nach ausgiebiger Besichtigung des Gewässers noch keine Fischlis gesehen.....
Zumindest war der Besatz sehr ausgiebig vor paar Wochen

Verfasst: 12.04.2011, 10:26
von Volker Krause
Hallo Ihr Schneider,
solls euch besser gehen als mir? Zwei Angeltage, zwei kleine Forellen die magere Ausbeute!
Aber, meine Rede - es gibt zu viele Fliegenfischer, die haben in der vorigen Saison alles weggefangen
Gruß Volker
Verfasst: 12.04.2011, 10:48
von Tobsn
Moin,
was soll ich denn sagen? Ich war noch gar nicht am Bach und habe trotzdem Forellen gefangen...
T
Verfasst: 12.04.2011, 12:33
von Hardy
moin moin
Danke für eure ehrliche Anteilnahme.
Nur damit es nicht falsch rüberkommt: Ich bin nicht böse, keinen Fisch gesehen, geschweige denn gefangen zu haben, das ist bei mir Standard und damit komme ich seit Jahren ganz gut klar.
Ich bin halt mit der Gesamtsituation unzufrieden.
Ihr kennt das doch sicher auch. Man freut sich wie Bolle und geht mit großen Erwartungen an eine Sache ran. Dann stellt man fest, die Realität ist nicht deckungsgleich mit den eigenen Idealvorstellungen. Die sich auftuende Diskrepanz mündet dann in mehr oder weniger Frustration.
Ich werde mal versuchen, beim nächsten Mal ohne große Erwartungen ans Gewässer zu gehen. Wer nichts erwartet, kann nicht enttäuscht werden.
tobsn hat geschrieben:Moin,
was soll ich denn sagen? Ich war noch gar nicht am Bach und habe trotzdem Forellen gefangen...
T
Jajaja!
Wer das Meer vor der Tür hat, braucht sein Boot nicht weit zu tragen!
(Hardy K, GMofATSHO, "Große Worte" Kap 13, Seite 66)
Groetjes
Hardy
Verfasst: 12.04.2011, 16:39
von Jennerwein76
Hi,
Ich kann Deinen Frust voll und ganz verstehen! Meine Saisoneröffnung an der Dill lief ziemlich ähnlich ab. Den ganzen Tag durchs Gehölz gekrochen und nirgends ein Fisch steigen zu sehen. Ein paar große Döbel, die wahrscheinlich jede Nymphe und Fliege per Du kennen und dementsprechend meine Versuche sie zu fangen mit einem höhnischen Kopfschütteln quittierten waren neben Fischbrut die einzigen sichtbaren Unterwasserbewohner. An einem Wehr hatte ich dann tatsächlich drei Bisse auf Wooly Bugger die ich alle nicht verwerten konnte. Dafür ist mir dann der Bugger gegen meine Sage geknallt und hat sie dabei geköpft. Zum Glück-wenn man an diesem Sch…tag noch von Glück reden kann- hatte ich noch eine kurze gesplisste als Reserve dabei. Zum ersten Mal mit der gefischt, hmmm, ist schon ne Umstellung die Dinger sind ja superweich. Es kamen dann noch drei Fliegenfischer vorbei (es waren nicht die einzigen-es ging zu wie in ner Fußgängerzone) die natürlich prompt eine schöne Forelle gefangen haben, exakt an der Stelle an der ich vorher erfolglos eine Stunde mein Glück versucht hatte…
Dann noch meine zwei letzten Woolys an einen fiesen Unterwasserast gebunden,…diverse Nymphen um Über- und Unterwasseräste gewickelt, großartig.…Als ich mich dann gerade dazu entschieden hatte wieder zu dem Wehr zu schauen um vielleicht doch noch irgendwie ein Erfolgserlebnis zu haben musste ich feststellen dass ich meine prall gefüllte Trockenfliegendose irgendwo an der Strecke angebaut hatte. Tja den Rest des Fischtages habe ich dann damit zugebracht eine grüne (!!!) Dose im Gestrüpp zu suchen, die ich dann nach zwei Stunden dann auch Tatsächlich wiedergefunden habe-immerhin, denn damit hatte ich wirklich nicht gerechnet.… Die Saison kann nur besser werden!! Aber ich hatte mehrmals an diesem Tag das Gefühl: Und das hast Du jetzt also wirklich vermisst? Und mir geht’s nicht primär um den Riesenfangerfolg, nur ein paar steigende Fische (müssen keine Riesen sein) mit der Trockenfliege überlisten reicht bei mir vollkommen aus um einen Tag als Erfolg abzubuchen. Wenn ich die Fliegendose nicht wiedergefunden hätte, hätte ich glaube ich wirklich aufgehört…
Viele Grüße,
Kilian
Verfasst: 12.04.2011, 19:24
von Chiemsee_Binder
hmm
liest sich ja furchtbar ... bin ja eigl NUR Binder und war noch nie mit der Fliegenrute am Wasser, wollte dies aber in diesem Jahr ändern

aber wenn ich mir das alles hier so durchles wird mir ja schon angst und bang
dh also für mich, ich wart bis die maifliegen am schlüpfen sind und stell mich dann mitten in den schlupf ... da kann ja dann fast nix schief gehn
TL
Bernhard
Verfasst: 12.04.2011, 19:33
von Frank.
Chiemsee_Binder hat geschrieben:und stell mich dann mitten in den schlupf ... da kann ja dann fast nix schief gehn

Hmmm ... Da könnte eher umgekehrt ein Schuh draus werden, mein Lieber! Gerade bei einem Massenschlupf werden die Fische oft sehr selektiv und fressen weiß Gott nicht alles, was auf dem Wasser treibt. Wenn Größe und Farbe der angebundenen Maifliege auch nur ein wenig abweichen, wenn sie nicht korrekt präsentiert wird, wenn sie wie tot dahin driftet - - - da habe ich zum Beispiel an der Wiesent oder der Bode schon so manchen Verzweiflungsanfall von Fliegenfischern erlebt.
Du glaubst gar nicht, wie hartnäckig eine eigentlich im Fressrausch befangene Forelle die "falsche" Maifliege ignorieren kann.
Dein Frank
Verfasst: 12.04.2011, 20:08
von Olaf Kurth
Lieber Vereinskamerad Hardy,
da ja unsere Kollegen der Metallfront dieser Tage oft unterwegs waren, wurden die Gewässer schon ordentlich frequentiert. Ich war gleich am ersten WE los und habe in Feudingen an unserer jungfräulichen Lahn zwei gute Fische (43er Rf, 46er Bf) gefangen.
Du kennst doch den dritten Gumpen nach dem Zufluss der Feudinge in die Lahn. An diese Riesen-Forelle werde ich noch lange denken, ein schwarzes 60+ Monster ging kurz meiner 12er Nassfliege (mit leichter Neigung zum Ministreamer) hinterher, doch das Wasser war ja niedrig und glasklar, so dass sie den Braten roch und sich schnell wieder unterm Ufer versteckte. Ich fischte weiter runter, fing meine beiden guten Fische und auf dem Rückweg schaute ich nochmal vom Ufer aus in den Gumpen und konnte nur den massigen Kopf sehen, der Rest pendelte im unterspülten Ufergrund.
Komme gerade von der Sieg-Strecke meines verstorbenen Freundes und die nächsten Tage gibt es leckeres Döbel-Filet (gebraten und sauer eingelegt).
Ach ja, die Eder hat gerade mit der Grün-Algen Bildung begonnen, wir brauchen dringend ein reinigendes Hochwasser. Die letzten Wochen war es definitiv zu trocken, die ganze Natur lechzt nach Wasser............
Falls du mal an meinem privaten Eder-Stück mitgehen möchtest, sag Bescheid.
Liebe Grüße ins benachbarte Ausland,
Olaf
Nur wer was wirklich liebt kann sich so darüber ärgern....
Verfasst: 12.04.2011, 20:37
von eggsuckingleech
Löölee,
gerade wegen dem auf und ab und weil der Fisch nicht auf Zuruf in den Kescher plumst bleibt die Sache doch so spannend. Jede Herausforderung kann doch auch Antrieb für das FliFi sein.
Ich hatte Glück bei meinem ersten mal in der Saison. Damit ich das ein bischen teilen kann: schaut doch mal unter "Aktuelles", Reise und Report, Beitrag Nr. 364.
Ist gerade heute eingestellt worden. Die Fotos sind übrigens von verschiedenen Tagen.
In dem Bericht will ich deutlich machen: Es geht für mich eben um mehr als den blosen Fangerfolg....
Beste Grüße
Verfasst: 12.04.2011, 21:42
von AlexX!!
genau.. der erste Tag, bzw das erste Wochenende im Jahr ist immer was besonderes, ich hab es auch derbe versaut... hab nach einer Stunde und keinem Fisch die Rute gekillt
http://www.fliegenfischer-forum.de/flyf ... 63881.html
ich konnte sie am gleichen Abend noch "flicken" und wurde am nächsten Tag mit einigen Bafos belohnt.
was wäre Erfolg, ohne Enttäuschungen?? nur halb so viel Wert!!!
AlexX!!
Verfasst: 12.04.2011, 22:19
von Frank.
Möönsch, Hardy, alter Freund - jetzt wirste aber so richtig hinter den Ohren gekrault!
Geht es schon besser?
Wenn nicht, sag Bescheid! Ich habe am Sonntag gleich zwei schöne Forellen aber so was von versaubeutelt ...
Dein Frank