Biss beim Rollwurf

Fliegenwerfen - wie geht das eigentlich? Wie kann ich meine Leine effektiver ausbringen und Fehler ausmerzen? Was hat es mit den AFTMA-Klassen auf sich? Was sind Spezial- und Trickwürfe? Fragen über Fragen! Hier könnt Ihr Euch gegenseitig helfen.

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Hawk
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Biss beim Rollwurf

Ungelesener Beitrag von Hawk »

Moin

Folgende Situation habe ich die letzte Zeit des öfteren erlebt und weiß noch nicht so genau wie ich da am besten reagieren soll.

Man hat einen Wurf grade halbwegs ausgefischt und setzt zum Rollwurf an, führt die Rute also nach hinten. Genau diesen Moment nutzt natürlich eine Forelle zum Biss und man steht blöd da, anschlagen geht ja irgendwie schlecht wenn die Rute schon hinten ist.
Hab jetzt eigentlich 3 optionen

- Den Rollwurf ausführen und dann schnell die Schnur straffen in der Hoffnung dadurch den haken zu setzten und den Fisch in der kurzen zeit ohne Kontakt nicht zu verlieren

- Rute runter , nen Stück Schnur rausziehen und anhauen

- Garnichts machen und versuchen den Fisch beim nächsten Wurf zu überzeugen.
Hab bis jetzt bei allen 3 Reaktionen aber eine sehr bescheidene Erfolgsquote , den Rollwurf auszuführen erscheint mir ncoh am erfolgversprechendsten, wobei sich da der Fisch dann meistens nach kurzem Drill losschütteln konnte.

Wie geht ihr damit um ?

Gruß Sven
derflow
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Ungelesener Beitrag von derflow »

- nehme option 4 :D - Rute möglichst hoch, gleichzeitig mit großen Zügen der Schnurhand Leine einholen. Mit ein wenig Glück hängt der Fisch bei seiner Flucht von alleine.....

...oder einfach kürzer fischen (nicht so weit werfen) :lol:
Gruß

Florian

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Frank.
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Ungelesener Beitrag von Frank. »

Option 5: Nimm diese Ereignisse zum Anlass, deine Strategie beim Einstrippen zu ändern! Ich nehme mal an, dass das beim Fischen mit Nymphe/Nassfliege/Streamer auftritt? Wenn die Fliege also unter Wasser ist?

Offenkundig ist es doch so, dass die Fische in dieser Situation darauf reagieren, dass die Fliege etwas beschleunigt Richtung Oberfläche gezogen wird - das kannst du fuktionalisieren! Versuch es doch mal mit einem langen, schnellen Strip, bevor du den Rollwurf ansetzt. Und den bereitest du dann mit einer ganz langsamen Bewegung vor, wenn die Fliege schon "aufgestiegen" ist.
Es ist ja oft so, dass Forellen (und nicht nur die) in dem Moment zufassen, wo die Beute offenkundig endgültig zu entkommen versucht - das könnte in diesem Fall der Auslöser sein.

Dein Frank
Das sind Deine Beobachtungen, mein Lieber, andere haben andere Beobachtungen gemacht.
Franz Kafka
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Bäschwatz
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Rollwurf

Ungelesener Beitrag von Bäschwatz »

Hallo
Frank schrieb:
Es ist ja oft so, dass Forellen (und nicht nur die) in dem Moment zufassen, wo die Beute offenkundig endgültig zu entkommen versucht - das könnte in diesem Fall der Auslöser sein.

So bin ich auch drauf gekommen Streamer mit Rollwurf zu fischen.
Die Richtungsänderung isses.
Gilt nicht nur für Forellen.
Gruß Thilo
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AlexX!!
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Ungelesener Beitrag von AlexX!! »

unterschiedlich.. je nach Situation,

manchmal kann man die Babys kräftig verscheuchen mit so einer Aktion :)
kann aber auch sein, das solch eine Aktion die einzigste Möglichkeit ist die Fische zum Biss zu reizen... alles schon erlebt in meiner noch jungen FliFi Karriere :):)

Grüße
AlexX!!
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Siegfried.
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Ungelesener Beitrag von Siegfried. »

Hallo Leute,
früher nannte man die Situation "den Wurf ausfischen", in jüngerer Zeit kam dann, natürlich viel chiquer weil aus Amerika der "Leisenring lift" (unter dem Begriff sollte man mal suchen, da findet sich bestimmt ne Menge) dafür auf. Gemeint ist immer das gezielte Herbeiführen genau des attraktiven Aufsteigens einer Nymphe/Puppe zur Wasseroberfläche und zwar am Ende eines stromauf gefischten Wurfes auf Höhe oder knapp unterhalb des Fischers.
Entscheidend für den Erfolg ist der vorzuhaltende Schnurbogen, sorry die slack line, bei naehzu senkrecht gehaltener Rute und der Anhieb in stromabwärtiger Richtung und gleichzeitigem Schnurhandzug um die Fliege gegen den Strom und nach oben zu bewegen, was zusammen mit dem Wiederabtauchen des Fisches in 3 von 4 Fällen zum vernünftigen Anhaken führt.

Ich nutze die Technik schon so lange, dass ich nicht mehr genau weiß, wie ich dran gekommen bin. Nutze sie aber insbesondere wenn in dead drift halt nix geht, dann eben mit erhöhter Konzentration noch mal am Ende der Würfe etwas reizen. Besonders Äschen (so lange es sie noch gab bei uns in NRW) und Regenbogenforellen (die kann man teileweise aus einigen m Entfernung anschießen sehen) finden den Reiz "oh verdammt die potenzielle Beute haut ab" offensichtlich besonders attraktiv.

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Hawk
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Ungelesener Beitrag von Hawk »

Danke das hilft schonmal ein wenig weiter .
Bei mir trat das ganze hauptsächlich beim Streamern (stromab) auf,nur sehr selten beim nymphenfischen , da ich da eigentlich immer wie grade von Siegfried beschrieben vorgehe.
Das blöde ist das ich hier an einigen Strecken fast ausschließlich auf Rollwürfe angewiesen bin und es da recht unpraktikabel ist den Wurf bis ganz zuende zu fischen , da es dann immer recht problematisch ist die Schnur wieder rauszubringen.
Als hauptsächlich Spinnfischer bin ich es eigentlich schon gewohnt meine Köder sehr abwechslungsreich zu führen, so das z.B. Fluchten zur Oberfläche beimS treamer etc. eigentlich schon Standard sind.
Trotzdem scheinen die Forellen teilweise drauf zu warten das ich den Rollwurf ansetze :D
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Theoretiker
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Ungelesener Beitrag von Theoretiker »

Ich kenne das Problem der ungewollten Bisse von langen Würfen, wo beim Rückwurf mal die Fliege hinten aufgesetzt hat. Früher als es noch Äschen gab hatte ich manchmal solche Bisse. Beim Vorwurf hört man sofort das flatternde Geräusch, wenn so eine kleine Äsche am Ohr vorbei zieht.
Diese Fische waren meist sehr gut gehakt.
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Bäschwatz
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Ungelesener Beitrag von Bäschwatz »

Hi Theoretiker
Das könnte Dir als Hechtangeln mit lebendem Köderfisch ausgelegt werden.
Hättsde besser nicht erwähnt.
Gruß Thilo
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Frank.
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Ungelesener Beitrag von Frank. »

Stimmt.
Mir fliegen auch gelegentlich Elritzen oder Gründlinge um die Ohren, die ohne Weiteres im nächstliegenden Gumpen als Köderfisch eingesetzt werden könnten.

Beim nächsten Mal mache ich eine Selbstanzeige beim Gewässerwart.

Frank
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Bäschwatz
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Ungelesener Beitrag von Bäschwatz »

Kann sein das das Hegenefischen im Bodensee davon abgeleitet wurde.
Der erste Fisch der blöd genug ist anzubeißen, versetzt das Renkenpaternoster in so ein Gezappel, das alle anderen Fische auch dran hängen bleiben wollen.
Czech Nymphing ist da auch so ne Variante.
Ist eigentlich nicht erlaubt da mehr als ein Haken.
Ob's ne Goldkopfnymphe, oder Dreck an Seitenblei ist, können die Mitglieder der Madenfraktion eh meißt nicht unterscheiden.
Womit's dann grad wieder egal ist.
Gruß Thilo
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