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Wenn die Wasserflöhe sterben!

Verfasst: 15.03.2012, 20:10
von Baywatch
Hallo @all,
ich habe in der bei uns erscheinenden Sonntagsausgabe der Rheinpfalz - Sonntag aktuell, einen sehr interesanten Bericht über die "neue Nanotechnologie" gefunden.
In Absprache mit der herausgebenden Zeitung & mit Zustimmung von Michael, stelle ich diesen Bericht hier ein!

Soll sich jeder seine Gedanken machen & entscheiden ob Segen oder Fluch!

An unserer Hausstrecke besteht "Nanoverbot"

Gruß Uwe

Wenn die Wasserflöhe sterben
 
Immer mehr Nanopartikel werden aus der Sportkleidung ausgewaschen oder geraten über Kosmetika und Körperpflegemittel ins Abwasser.
Wie gefährlich ist das für uns und die Natur?
Bisherige Standardtests können das nicht wirklich abschätzen, warnen Umweltwissenschaftler aus Landau und Frankfurt (Von Christian Gruber).
 
Die Erwartung an die Nanotechnologie ist hoch:
Sie bringt Materialien hervor, die völlig neuartige Eigenschaften haben, sie gilt als energiesparend und ressourcenschonend. Freilich gibt es keine Studien, die das eindeutig belegen (Ausgabe 13.2.2011).
Trotzdem halten langsam immer mehr Nanopartikel Einzug in unseren Alltag. So gelangt nanogroßes Titanoxid in die Oberflächengewässer: Es wird etwa mit dem Regen aus der Fasadenfarbe ausgeschwemmt. Außerdem löst sich Nanosilber beim Waschen aus der Sportkleidung. Und aus Kosmetika und anderen Körperpflegeprodukten werden ebenfalls Nanomaterialien freigesetzt.
 
Eine der Fragen ist: Schaden diese Nanopartikel der Umwelt, sollten sie künftig massenhaft dorthin geraten?
 
Und ein anderer wichtiger Punkt: Können die bisherigen Standardtests überhaupt richtig abschätzen wie gefährlich die Substanzen für uns und die Umwelt sind?
 
Letzteres hat Ralf Schulz vom Institut für Umweltwissenschaften der Universität Landau gerade gemeinsam mit Forschern der Bundesanstalt für Gewässerkunde in Koblenz und der TU Braunschweig untersucht. Er gelangt zu der Einschätzung: Nein, die bisherigen Standardverfahren reichen nicht aus. Schulz’ Experimente mit Wasserflöhen (Daphnien), die bis zu 96 Stunden statt der üblichen 48 Stunden dauerten, ergaben, dass nur 10 Prozent der Daphnien eine zweite Häutung schafften und 90 Prozent der Tiere starben, wenn man sie mit Nano-Titanoxid in Kontakt brachte.
Daphnien sind ein wichtiger Gradmesser, weil sie besonders empfindlich reagieren auf die Verschlechterung der Wasserqualität.
Normalerweise streifen neu geborene Daphnien nach 36 Stunden zum ersten Mal und dann nach 70 Stunden zu zweiten Mal ihre Haut ab. Die Tiere konnten zwar bei der ersten Häutung das Titanoxid loswerden, das sich außen an sie geheftet hatte, aber bereits nach 60 Stunden saßen die Nanopartikel wieder auf der Haut der Tiere. Das Ergebnis ist umso alarmierender, als die Landauer Wissenschaftler mit deutlich niedrigeren Titanoxid-Konzentrationen gearbeitet hatten, als die, denen man Wasserflöhe in den gängigen 48-Stunden-Versuchen normalerweise aussetzt.
Für den Ökotoxikologen Schulz ist damit klar: “Neue Tests sind nötig, die mit der Entwicklung der Materialien und ihrem steigenden Einsatz mithalten können.“
Dass Nanopartikel in der Umwelt womöglich größeren Schaden verursachen, darauf deuten die vorläufigen Ergebnisse einer Studie der Universität Frankfurt hin, die noch unveröffentlich sind.
„Während freie Nanopartikel meist größere Verbände bilden und sich vor allem am Grund von Gewässern absetzen, können speziell beschichtete Nanomaterialien als freie Partikel durch Strömungen weit im Gewässer verteilt werden“, erklärt Jörg Oehlmann, Chef der Forschergruppe Aquatische Ökotoxikologie an der Universität Frankfurt. „Es besteht die Gefahr, dass im Wasser lebende Organismen Nanopartikel über die Kiemen, die Körperoberfläche und die Nahrung aufnehmen“. Dem sind die Frankfurter Wissenschaftler nachgegangen, unter anderem mit Wasserflöhen, die zahlreichen Fischarten als Beute dienen. „Wir konnten zeigen, dass einige nanopartikuläre Substanzen bereits in sehr niedrigen Konzentrationen auf Wasserflöhe toxisch wirken“, betont Carolin Völker vom Institut für Ökologie, Evolution und Diversität, die die Untersuchungen durchführte. Sie setzte jetzt die Daphnien 2 Tage lang den Nanosubstanzen aus, und zwar in unterschiedlich hohen Konzentrationen.
Das Ergebnis: NanoTitanoxid reichert sich im Darm der Tiere an, und die für die Nahrungsaufnahme benötigten Filterapparate der Wasserflöhe verkleben. Silbernanopartikel erwiesen sich als noch giftiger, sie führten bereits nach 24 Stunden zum Tod. Auch bei einem weiteren Versuchstier, der Neuseeländischen Zwergdeckelschnecke, stellte Carolin Völker Veränderungen fest: Wurden die Schnecken 4 Wochen lang Nano-Titanoxid oder Nanosilber ausgesetzt, hatten sie erheblich weniger Nachkommen. Wasserflöhe, die 3 Wochen lang Nano-Titanoxid traktiert wurden waren ebenfalls weniger zeugungsfähig und wuchsen zudem erheblich langsamer. Weitere Experimente, so Völker, hätten ergeben, dass sich die Nanopartikel in der Nahrungskette anreichern und dann sogar zu erhöhter Sterblichkeit bei den Wasserflöhen führen, weil sie in den Darm gelangen. Die Nachkommen der geschwächten Wasserflöhe reagieren zudem erheblich sensibler auf die Behandlung mit Nanosilber. „Das verdeutlicht, dass chronische Folgen nanopartikulärer Substanzen nicht in Kurzzeitstests erfasst werden können“, folgert Forschungsgruppenleiter Jörg Oehlmann. Diese langfristigen Folgen aber muss man kennen, wenn man das Risiko der Nanotechnologie abschätzen will.
 
 
 
 
 
 
Herzrasen
 
Nano-Schaden
Das Nanopartikel offenbar direkt Auswirkungen auf das Herz haben können, dieser Nachweis ist kürzlich Münchner Forschern der Technischen Universität und des Helmholtz-Zentrums gelungen. Als sie ein „Langendorff-Herz“ – ein isoliertes, mit Nährlösung durchspültes Nagetier-Herz mit Nanopartikel behandelten, reagierte es mit erhöhter Frequenz, Rhythmusstörungen und einem veränderten EKG. Die eingesetzten Substanzen – Flammruß (in Autoreifen und Plastik), funkenerzeugter Kohlenstoff (ein Modell für Dieselruß), Titanoxid (als UV-Blocker in Sonnencreme) und Siliciumoxid – ließen das Herz um bis zu 15 Prozent schneller schlagen. Verantwortlich für die ansteigende Herzfrequenz sei sehr wahrscheinlich der Bodenstoff Noradrenalin, der von den Nervenzell-Enden im Herzen ausgeschüttet wird, wenn Nanopartikel ins Spiel kommen, so die Forscher. Noradrenalin ist auch im Gehirn aktiv – womöglich gebe es genauso dort Schädigungen.

Re: Wenn die Wasserflöhe sterben!

Verfasst: 15.03.2012, 21:25
von Neubrandenburger
Furchtbar,

aber was willste machen?

Ist ja nicht das erste mal das Dinge zugelassen werden und eventuelle Spätfolgen nicht erkannt wurden und werden.

Hat auch niemand dran gedacht das die Mikroben, die der Reinigung des Wassers dienen in Kläranlagen inaktive Hormone wie z.B. die der Antibabypille wieder aktivieren können und somit zu einer "Verweiblichung" unter Fischen führen wird. Eindeutig nachgewiesen wurde das bei Hechten die unweit der Ausläufe von Kläranlagen leben, das bei jenen durch eben diese Hormone eine gestörte Geschlechtsentwicklung ausgelöst wird. Und das solche Hormone auf diesem Weg wieder zwangsläufig in die menschliche Nahrungskette aufgenommen werden, könnte jedem der Fisch isst einleuchten. Was diese Hormone dann mit uns Männern machen ist wohl noch weitgehend unerforscht, denke ich.

Hast du Nano im Kopf und Brust,
ist es bald vorbei mit deinem Frust,
denn bleibt die Pumpe dann bei jedem Menschen stehn,
wird auch bald der Wasserfloh,
wieder KLARES Wasser sehn.

:biggrin:

"Humor ist wenn man trotzdem lacht"