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JVice: Erfahrungen und Bestellung?
Verfasst: 29.09.2012, 08:18
von Obi
Hallo zusammen,
ich bin seit einiger Zeit auf der Suche nach einem neuen Bindestock und hab mich nun letztendlich auf einen JVice "eingeschossen". Die Suchfunktion hat mir verraten dass hier einige Mitglieder einen JVice in Benutzung haben.
Speziell an die JVice-Besitzer und natürlich auch alle Anderen die was drüber wissen

) habe ich zwei Fragen:

Welche Erfahrungen habt Ihr mit dem JVice gemacht? Wie seit ihr zufrieden mit dem Stöck?
und

Wie hat das mit der Bestellung in Südafrika geklappt? Speziell die Zoll-Bestimmungen für die Einführ in Deutschland interessieren mich (vonwegen der Preis-Kalkulation, gell

)
Vielen Dank und beste Grüße,
der Obi
Re: JVice: Erfahrungen und Bestellung?
Verfasst: 29.09.2012, 23:01
von Federkiel
Die Sache mit dem Zoll ist ganz einfach: Auf "Angelzubehör" werden aus allen nicht-EU Staaten 7% Zoll erhoben. Dazu kommt noch unsere MWSt (19 %). Also: Kaufpreis JVice plus Shipping Cost sind der Gesamtkaufpreis. Auf diese Summe zahlst Du 7% Einfuhrzoll für Angelgerät. Die sich daraus ergebende Gesamtsumme wird nochmals mit der MWSt von 19% besteuert. Ganz einfach.
Ob einem die "Ergonomie" des JVice gefällt ist eine persönliche Entscheidung (ich mag den Aufbau der Backen und der Kopfhalterung nicht so). Die Verarbeitung ist aber sehr gut und mir gefällt die Edelstahlversion auch sehr. Es gibt sogar eine aus Damaststahl (heißgefalteter Stahl, Damaszener Stahl) gefertigte Bindebacke, einen Kameraadapter für Digitalkameras usw.
Die Lieferung von Mr. Smit aus SA ist sehr schnell und zuverlässig.
Von Wasatch gibt es auch eine in den UK erhältliche Variante des JVice. Bei diesem Kaufweg entfallen die hohen Nebenkosten.
Das Problem solcher in Kleinserie von Einzelkämpfern hergestellter Bindestöcke ist, dass diese meist nach einigen Jahren wieder vom Markt verschwinden, so geschehen beim DINGO-Vice (Australien), Lawrence Waldron Bench Vice (UK) etc. Man steht dann in Fragen von Ersatzteilen oder fehlendem Zubehör oft dumm dar. Alteingessene Firmen wie HMH, REGAL, RENZETTI, DYNA-KING haben zwar nicht immer das, was einem gerade gefällt, dies dafür aber schon seit langem.
Gruß
Michael
Re: JVice: Erfahrungen und Bestellung?
Verfasst: 01.10.2012, 09:42
von Obi
Lieber Michael,
vielen Dank für Deine ausführliche Erklärung! Das mit dem Zolöl und der Bearbeitungsgebühr "haut ja ganz schön 'rein".........
Herzlichen Dank für den Hinweis mit der Wasatch-Variante. War mir so nicht klar. Ich hab auch schon eine Bezugsquelle in UK gefunden. Diese Version gefällt mir allerdings nicht ganz so gut wie der "normale" JVice. Andere Standplatte und andere Spannvoirrichtung ...... Mal sehen.
Was meinst Du mit "Edelstahl-Version"? Dazu hab ich leider nix im Netz gefunden...........
Beste Grüße,
der Obi
Re: JVice: Erfahrungen und Bestellung?
Verfasst: 01.10.2012, 10:16
von Joerg Giersbach
Hallo!
Damaststahl - Abbildungen finden sich
auf der Homepage.
Text dazu:
This beautiful ProJaw made from stainless maternistic Damasteel from Sweden (normally used for top end knives) will set you back US$300.00. Only 6 numbered jaws were made. The jaws were hardened, polished and etched by renound knife maker De Wet van Zyl from Darkwing Blades (
vanzyl.dw@gmail.com )
Gruß Jörg
Re: JVice: Erfahrungen und Bestellung?
Verfasst: 01.10.2012, 11:58
von Obi
Hallo Jörg,
aaa-ha, die Damaszener-Stahl-Variante der Spannbacken ist gemeint ...............
Sehr schön, aber wenn ich meiner besseren Hälfte erkläre, dass es UNBEDINGT ein neuer Bindestock sein muss, der noch dazu aus SÜDAFRIKA kommt und dann noch SÜND-TEURE Dmaszener-Spannbacken hat ....................
............ dann ist am nächsten Tag mit Sicherheit ein anderer Schließzylinder in der Wohnungstür
Beste Grüße,
der Obi
Re: JVice: Erfahrungen und Bestellung?
Verfasst: 01.10.2012, 12:07
von Joerg Giersbach
Hallo Obi!
Mach dich nicht verückt, auch Schlieszylinder gibt es bestimmt aus Damaszener-Stahl
Gruß Jörg
Re: JVice: Erfahrungen und Bestellung?
Verfasst: 01.10.2012, 20:23
von Spessart Räuber
Hallo Obi,
ich binde seit einigen Jahren mit dem J-Vice und bin sehr zufrieden. Die Kaufabwicklung ist vollkommen problemlos, Jay ist sehr supportiv und flexibel. Ich mag an dem Bindestock sein etwas ungewöhnliches Design und seine 100%ige Tauglichkeit. Der direkt einsetzbare Halter für Tuben funktioniert bestens und das eine oder andere kleine Detail macht das Binden einfach angenehmer. Das "Goose-Neck" Design hilft einem Binder mit meinen Pratzen wirklich dabei, bessere Ergebnisse zu erzielen.
Was die zusätzlichen Kosten betrifft: Die 7% Zoll sind unvermeidbar, die Einfuhrumsatzsteuer entfällt meines Wissens nach da der Betrag zu niedrig ist (Es gibt da Freigrenzen). Am besten bei dem für dich zuständigen Hauptzollamt anrufen und dumm fragen, die sind im Normalfall recht hilfreich.
Ich würde den J-Vice sofort wieder kaufen, tolles Bindestock.
Cheers
Klemens
Re: JVice: Erfahrungen und Bestellung?
Verfasst: 01.10.2012, 21:41
von Federkiel
Hallo Obi,
die Freigrenze, bei der keine Warenverzollung zu erfolgen braucht wird von Deinem zukünftigen JVice deutlich gesprengt. Die liegt weit unterhalb von 200 EUR bei der Einfuhr. Bis zu einem Wert von 700 EUR wird das sog. pauschalierte Zollabgabeverfahren ohne weitere Prüfung durch einfache Vorlage der Kaufbelege so durchgeführt, wie ich es beschrieben habe. Lediglich die Einfuhrumsatzsteuer EUSt ("MWSt") schwankt zwischen 17.5 und 19 % je nach Land. Auf "Angelgerät" entfallen wie gesagt die 7% Einfuhrzoll. Schau mal hier:
http://www.zoll.de/DE/Privatpersonen/Po ... _node.html
Für Südafrika gibt es aber die Möglichkeit der teilweisen Zollbefreiung (sog. Zollpräferenzen), hierzu muss aber der Gesamtwarenwert einschl. Porto unter 500 EUR liegen. Dieses etwas kompliziertere Verfahren gibt es nur für wenige Länder und gilt z.B. nicht für die Wareneinfuhr aus den USA. Jedes Zollamt hilft hier gerne. Die sind immer recht freundlich. Das Verfahren erspart Dir dann 2.5% EUSt
Mit der Edelstahlversion meinte ich dieses Bild gleich auf er "Titelseite":
http://www.jvice.com/
Gruß
Michael
Re: JVice: Erfahrungen und Bestellung?
Verfasst: 01.10.2012, 23:01
von Marco Reisen
Wir als Händler zahlen immer unsere 19% zzgl 3,5%
Re: JVice: Erfahrungen und Bestellung?
Verfasst: 02.10.2012, 14:23
von Obi
Moinsen!
Ich hatte mittlerweile Kontakt mit dem Zoll. Die Rückmeldung liess mich schwindeln ..................

Ist schon so wie Marco sagt: Preis Bindestock + Versandkosten + 3,7% (lt. Zoll - nicht 3,5%, aber das ist marginal) + 19% Märchensteuer.

Neee, nicht nicht wirklich ein Schock. Ich hab ja sowas erwartet. Also leider nix günstiger!
Nach meiner überschlagsmäßigen Berechnung kommt der komplette Bindestock (nach Umrechung US$

Euro) incl. Versand und Zoll-Pi-Pa-Po auf ca. 480 Euronen. Stolzer Preis, das! Dieses bewegt sich schon in der Liga eines Marc Petitjean. Ist irgendwie blöd, dass da noch die Versandkosten mit in die Berechnung einfließen, und die richten sich nach Gewicht.
Aber ich geb' noch nicht auf - bin da noch an einer preiswerteren Alternative 'dran. Mehr dazu, wenn 's denn funktioniert (oder auch nicht funktioniert).
@Klemens: Schön zu lesen dass Du mit Deinem Bindestock zufrieden bist. Man liest eigentlich NUR Positives über den JVice.
@Michael: Aaaa-ha! Das dürfte IMO eine farblos eloxierte Alu-Variante sein .............
Beste Grüße,
der Obi
Re: JVice: Erfahrungen und Bestellung?
Verfasst: 02.10.2012, 20:18
von Federkiel
Hallo Obi,
Du hattest recht, irgendwie habe ich das seit Jahren dann falsch abgespeichert, aber der Drittlandeinfuhrzoll auf Angelgerät (Zoll-Statistische Warennummer ist 9507 (siehe
http://ec.europa.eu/taxation_customs/dd ... e=20121002)) beträgt seit 1999 nur noch 3,70 %. Bei Privatpersonen beträgt dann die EUSt bei eingeführten Waren aus Südafrika 19% minus evtl. Präferenz.
Ich rechne als Faustregel immer mit 21% Zoll auf den Warenwert einschließlich der Portokosten.
Gruß
Michael
Re: JVice: Erfahrungen und Bestellung?
Verfasst: 02.10.2012, 22:05
von ostseelicht
Nur mal so als Vorschlag:
Wenn du ohnehin schon bei über 400 Euronen bist, dann wären ev. die Idea Genesis Bindestöcke was für dich.
Am besten mal Googeln bzw. flyhishing Europe hat die im Sortiment.
TL
werner
Re: JVice: Erfahrungen und Bestellung?
Verfasst: 02.10.2012, 22:23
von Federkiel
Hat der nicht einmal fast das Doppelte gekostet? Oder irre ich mich hier stark?
Gruß
Michael
Re: JVice: Erfahrungen und Bestellung?
Verfasst: 02.10.2012, 22:27
von Marco Reisen
Und dann ist er wieder beim Nor-Vise Nachau... Nicht Universell genug !
Re: JVice: Erfahrungen und Bestellung?
Verfasst: 02.10.2012, 22:34
von Federkiel
Marco Reisen hat geschrieben:Und dann ist er wieder beim Nor-Vise Nachau... Nicht Universell genug !
Genau meine Meinung, solche Bindestöcke, so schön mancher davon verarbeitet ist, wie vor allem der NOR-Vise und seine Anlehnungen, sind keine universell und für alle binderischen Zwecke gleich gut geeigneten Stöcke (Kleinfliegen, Großfliegen im Forellenbereich, Streamer etc., irgendetwas fehlt dann immer oder geht schlechter. Entweder die Zugänglichkeit zur Fliege oder die Haltefähigkeit der Backen), hierzu zählt auch der Genesis in der Version mit den horizontalen Backen.
Dann schon lieber DK, Renzetti, Petitjean, C&F, usw.
Gruß
Michael