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Mit Low-Tech zum High-Tech-Wurf!

Verfasst: 12.03.2013, 17:08
von Harz-Hummel
Ein freundliches Hallo aus dem verschneiten Vorharz!

Bedauerlicherweise habe ich meinen Wurfkurs erst kurz vor Saisonende im vergangenen Jahr gemacht und musste somit die Lagerhalle meines Großvaters für gelegentliche Trainingseinheiten nutzen. Aber irgendwie wollte der gelernte Ablauf nicht mehr so richtig funktionieren (klarer Fall von Bedienerfehler) und Frust stellte sich langsam aber sicher ein.

Irgendwann kam ich dann über meinen Vater an einen langjährigen Fliegenfischer, der mir nen spannendes Gerät in die Hand gegeben hat. Er nannte dieses Gerät Fly-Cast-Trainer und hat es wohl vor ewigen Jahren aus England mitgebracht um selbst an seiner Technik zu feilen.

Kurze Beschreibung: nen Holzgriff mit einer etwa 40 cm langen Eisenfeder; ein stabiles Gummiband welches durch die Feder hindurch läuft und an dessen Ende ein Gummiball befestigt ist.

Mit diesem "Ding" erkennt selbst der Laie recht eindrucksvoll, wenn Stops nicht richtig gesetzt werden oder Rutenhand unsauber geführt wird. Ich gebe zu, ich hätte mir mit diesem doch recht schweren Gerät fast sämtliche Zähne ausgeschlagen und Zuschauer sollten auch nicht zu dicht umher stehen, aber der Endeffekt gefiel mir dafür umso besser.

Leider haben wir kein Video von dem Spektakel, aber ich möchte es an dieser Stelle kurz erklären:

1. in die Rutenhand nehmen und etwa im 45 Grad-Winkel nach vorn neigen (bei diesem Gerät immer die Ausgangsstellung)
2. anfangen zu wedeln
3. die Schnur fiktiv schießen lassen

Wenn man alles richtig macht, bewegt sich die Kugel am Gummiband bis zu 30 Zentimeter von der Spirale weg und landet ab einem gewissen Punkt wieder sicher auf ihr. Beim schießen lassen können es bei etwas Körpereinsatz ein paar Zentimeter Distanz mehr sein, die sich die Kugel von einem entfernt.

Wenn man allerdings NICHT alles richtig macht und die Stops unsauber sind oder man anderweitige Fehler einbaut, dann fängt die Spirale beispielsweise an zu vibrieren oder das Bällchen am Ende schlackert um die Spirale umher.

Meiner Meinung nach ein sehr eindrucksvolles Hilfsmittel mit dem man auch bei begrenztem Platz mal gegen "Flugrost" ankämpfen kann.

Endergebnis war jedenfalls, dass meine Würfe mit der richtigen Rute danach deutlich besser ausgesehen haben!

Der gute Mann hat sich sein Trainingsgerät leider nicht abkaufen lassen und empfahl mir anstelle dessen einen Pinsel ... :shock: ... mit dem soll man wohl auf ähnliche Art und Weise auf Fehler aufmerksam gemacht werden. Meine freundin würde mich jedoch erschlagen, wenn ich mit nem nassen Pinsel in der Wohnung umherwedel.

Jetzt suche ich natürlich nach diesem kleinen Spielzeug - leider bin ich auch hier im Forum nicht fündig geworden und das World Wide Web spuckt mir zum Begriff Fly-Cast-Trainer eher Trainingsruten mit langen und dicken Stoffschnüren aus, die vermutlich in geschlossenen Räumen nicht unbedingt ratsam sind.

Ich würde mich sehr freuen, wenn mir jemand vielleicht den geläufigen Begriff für diese Gerätschaft nennen kann oder ggf. einen Online-Shop vermittelt.

Vielen Dank!
Der Adrian

Re: Mit Low-Tech zum High-Tech-Wurf!

Verfasst: 12.03.2013, 17:53
von der-hias
Servus,

im Aktuellen Orvis Katalog Seite 26 das nennt sich Praticaster 45,90 € evtl. kommt diese deiner Suche ein Stück näher.

Gruß

Mathias

Re: Mit Low-Tech zum High-Tech-Wurf!

Verfasst: 12.03.2013, 18:02
von Frank.
Auch das hier ist etwas ganz Hübsches zum Üben in der Wohnung.

Dein Frank

Re: Mit Low-Tech zum High-Tech-Wurf!

Verfasst: 13.03.2013, 10:51
von Harz-Hummel
Vielen Dank für die schnellen Antworten!

Es handelt sich zwar nicht um exakt das Gerät, welches mir den Trainingstag gerettet hat - aber Hauptsache man kann sie auch in der Wohnung benutzen.

Wird zeitnah bestellt!

Viele Grüße
Adrian

Re: Mit Low-Tech zum High-Tech-Wurf!

Verfasst: 13.03.2013, 12:49
von Thomas E.
Das Leute nach entsprechender Instruction eigenständig nicht weiterüben, erlebe ich leider auch schon mal.

Solche "Trainigsgeräte" oder Micro Practise Rod, mal in die Hand gedrückt bekommen...konnte ich mich nie so richtig anfreunden.
Der Pinsel ist ein dummer Rat, funktioniert höchstens in der reinen Vorstellung ganz gut.

Es geht nichts über die richtige Rute und Schnur, ggf. mit entsprechender guter Korrektur. :wink:

Eine Halle, wenn nicht gerade vorhanden auch mal draußen im Schnee...mache ich selber, wenn ich etwas ausprobieren will.

Re: Mit Low-Tech zum High-Tech-Wurf!

Verfasst: 13.03.2013, 14:04
von Harz-Hummel
Vielen Dank auch für diesen Hinweis!

ich stand vergangenes Jahr vielleicht zusammengefasste 15 Tage an einer örtlichen Talsperre (allein) und vielleicht fünf Tage zusammen mit meiner Partnerin, die ich gebeten habe auf bestimmte Dinge zu achten, auf einer Wiese. Das soetwas keinen Profi ersetzt hat man natürlich permanent im Hinterkopf.

Mir wurde im Fachgeschäft gesagt, dass ich mit der richtigen Rute möglichst nicht im Schnee rumturnen sollte, da die Schnur sonst bald aussortiert werden könne, deshalb die zeitweisen Trainingseinlagen in der Halle.

Mir gehts in erster Linie darum, dass ich die Grundlagen, die mir Herr Dr Begli im Kurs vermittelt hat, einigermaßen auf die Reihe bekomme und dann in einem zweiten Kurs vielleicht darauf aufgebaut werden kann. Ich kann ja nicht die ersten drei Jahre mit nem Instruktor am Wasser stehen (ich würde gern, aber das Konto sagt nein).

Aber vielleicht setzt das Tauwetter bei uns bald ein, dann kann ich wieder die Wiesen unsicher machen ... :D

Re: Mit Low-Tech zum High-Tech-Wurf!

Verfasst: 13.03.2013, 14:37
von Thomas E.
Zuviel an Schulung/Unterweisung ist ja meist garnicht notwendig, 2 bis allenfalls 3 Stunden am Stück sind für Beginner mehr als genug, wenn es allein um die Wurf-Technik geht.
(Bei zusätzlichen fischereilichen Techniken natürlich durchaus länger)

Welcher Anfänger nimmt 6 oder 8 Stunden Tennis Unterricht am Stück ? :badgrin:

Der Lernende sollte dann genug Verständnis und Wissen vermittelt bekommen haben, um eigenständig weiterüben zu können ! :wink:
Es bedarf also keinesfalls die ständige Präsenz eines "Lehrers".

Wenn der Beginner unfreiwillig stagniert, oder weitere Techniken erlernen will, wäre eine weitere Schulung nach einigen Wochen ratsam. :wink:

Re: Mit Low-Tech zum High-Tech-Wurf!

Verfasst: 19.03.2013, 12:38
von Bernd Ziesche
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Re: Mit Low-Tech zum High-Tech-Wurf!

Verfasst: 19.03.2013, 14:16
von CPE
Lieber Bernd,

Genau bei 1:00 min sieht man, warum die Idee mit dem Pinsel schlicht falsch ist.

Die Kinder müssen den Pinsel eher schieben als rotieren, damit sie die Farbe nicht unterwegs verlieren, was mit Rute garnicht gut wäre...

Schnur ist dann auch keine an der Rute haftende Flüssigkeit, deren Adhäsion durch einen plötzlichen Stop überwunden werden muss. Die fliegt einfach so weiter...

Gruss, Norbert

Re: Mit Low-Tech zum High-Tech-Wurf!

Verfasst: 19.03.2013, 15:49
von Bernd Ziesche
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Re: Mit Low-Tech zum High-Tech-Wurf!

Verfasst: 22.03.2013, 18:41
von Rolf Renell
Schliesse mich hier an ,es gibt hier überhaupt kein richtig und falsch ,grundsätzlich halte ich es eher für wichtig überhaupt ein "Werkzeug" bzw. ein "Bild" zu finden welches der Lernende akzeptieren und verstehen kann aus seinem Hintergrund heraus und ihm damit hilft, alles was dazu beiträgt macht erstmal Sinn.
Es zeichnet eher aus wenn man als Instruierender die Antennen besitzt und aus dem Repertoire von möglichen "Hilfen" für jeden das Richtige findet welches das "Klick" im Kopf oder Feeling für eben weiteres Lernen ausmacht.

Einer Nutzung einer Flugschnur in sauberem Schnee für Übungszwecke steht meiner Erfahrung nach nichts im Wege , salzfreie Flächen logisch und Reinigung hinterher , für Kontrollwürfe z.B. Switchcast je nach Schneekonsistenz sogar sehr schön einzusetzen (Spuren/Timing) im Schnee etc.,

beste Grüsse,
Rolf