Bienenmaden
Verfasst: 28.06.2013, 17:38
moin moin
Um Fliegen selbst zu tüddeln fehlt es mir a) an der nötigen Feinmotorik und b) an der notwendigen Geduld. Das habe ich in schmerzhaften Versuchsreihen klar herausgearbeitet. Um den häuslichen Frieden nicht weiter zu gefährden, aber auch aus Selbstschutz habe ich alle hierfür jemals angeschafften Materialien und Gerätschaften meinem Filius übereignet.
Nun fragt sich der geneigte Leser vielleicht, was will der Mann eigentlich? Hat das überhaupt etwas mit der noch kommenden Frage zu tun? Nein, daher jetzt und hier die Wendung hin zu meinem eigentlichen Ansinnen, dass mir, man möge es mir nachsehen, nicht so leicht über die Tastatur geht.
Ein völlig zu Recht viel zu früh verstorbener und längst vergessener Angelpionier, dessen Name hier nichts zur Sache tut, schrieb einst ein kurzes Essay in der englischen Fliegenfischerperiodika "Dupe the trouts". Obwohl das Druckwerk damals von höchstens 8 Leuten gelesen wurde, schlug dieses Essay doch hohe Wellen und lange, heftige Diskussionen schlossen sich der Veröffentlichung an und gipfelten schlussendlich in den punischen Bienenmadenkriegen 1522 - 1531. (Die punischen Bienenmadenkriege werden im Übrigen in den Geschichtsbüchern seit Jahrhunderten totgeschwiegen, warum, darüber wird an anderer Stelle noch zu berichten sein.)
Das Essay drehte sich um seine Empfindungen während mancher Schneidertage an seinen Gewässern, die, so wusste er trefflich zu berichten, eigentlich eine große Menge an guten bis sehr guten Fischen beherbergten. Doch all seinen Bemühungen zum Trotze wollte ihm kein Fang gelingen, egal ob er die Nymphe anbot, eine der alten Nassfliegen in schöner dead-drift an den Standplätzen der Fische vorbeitreiben ließ oder eine zarte Trockene sanft auf den Wasserspiegel setzte. Nichts! Der Verzweiflung nahe griff er dann zum allerletzten Mittel und schob zwei Bienenmaden auf einen blanken Haken, die er dann an der Fliegenrute präsentierte. Mit durchschlagendem Ergebnis, wie man sich sicher denken kann.
Zwischen "Teufelszeug, auf den Scheiterhaufen mit ihm!", "Kann man machen, muss man aber nicht." und "Das mache ich doch auch regelmäßig." gingen die Meinungen damals hin und her. Das führte u.a. dazu, dass an vielen Gewässern weltweit die Verwendung von Naturködern und insbesondere Bienenmaden verboten wurde und nur noch künstliche Köder erlaubt blieben. (siehe auch: "Königliches Dekret, darob nuhr noch dieh Kunstvol gepuntenen Schmaißfligen zum Behuhfe ther Angeleih auf thie forellen unt Aschen erlaubet seien" Vereinigte Herzogtümer Jülich-Kleve-Berg, 1540) Man munkelt, dass trotz der diversen Verbote in einigen wenigen unzugänglichen Hochtälern in den schottischen Highlands diese Angelart heute noch von vornehmen Tweedträgern praktiziert wird.
Jetzt dreht er ganz ab, denken bestimmt jene, die bis hier dem Text gefolgt sind. Viele anderen haben sich evtl. nach Lektüre der ersten drei Zeilen bereits kopfschüttelnd wichtigerem zugewandt. Doch das Ende ist nah, soviel sei an dieser Stelle bereits verraten.
Diese reglementierten Strecken, an denen nur die Verwendung künstlicher Köder erlaubt ist, gibt es ja heute zuhauf.
Nun frug mich ein guter Freund folgendes: Gesetzt den Fall, man würde eine Bienenmade aus Kunststoff oder Gummi, die man sich ja in konspirativen Kreisen unter der Ladentheke manchmal, wenn auch zu horrenden Preisen, käuflich zu eigen machen kann, an einen Haken kleben und vermittels einer Fliegenrute ins Wasser befördern, käme man dann mit den restriktiven Bestimmungen in Konflikt? Wohlgemerkt, keine natürliche Bienenmade, eine aus Gummi! Latürnich am widerhakenlosen Haken!
Diese Frage trieb ihn wohl schon länger um und raubte ihm augenscheinlich nächtens den Schlaf.
Dem Manne muss doch zu helfen sein, dachte ich mir und bot ihm an, vermittels meines hiesigen accounts seine Frage hier der versammelten doitschen Fliegenfischerintelligenzia zum Diskurs darzubieten: Et vóila: Wie seht ihr das?
Künstliche Bienenmade am barbless Haken. Eure Meinungen dazu.
Groetjes
Hardy
PS: Ja, ich hatte was im Tee...
Um Fliegen selbst zu tüddeln fehlt es mir a) an der nötigen Feinmotorik und b) an der notwendigen Geduld. Das habe ich in schmerzhaften Versuchsreihen klar herausgearbeitet. Um den häuslichen Frieden nicht weiter zu gefährden, aber auch aus Selbstschutz habe ich alle hierfür jemals angeschafften Materialien und Gerätschaften meinem Filius übereignet.
Nun fragt sich der geneigte Leser vielleicht, was will der Mann eigentlich? Hat das überhaupt etwas mit der noch kommenden Frage zu tun? Nein, daher jetzt und hier die Wendung hin zu meinem eigentlichen Ansinnen, dass mir, man möge es mir nachsehen, nicht so leicht über die Tastatur geht.
Ein völlig zu Recht viel zu früh verstorbener und längst vergessener Angelpionier, dessen Name hier nichts zur Sache tut, schrieb einst ein kurzes Essay in der englischen Fliegenfischerperiodika "Dupe the trouts". Obwohl das Druckwerk damals von höchstens 8 Leuten gelesen wurde, schlug dieses Essay doch hohe Wellen und lange, heftige Diskussionen schlossen sich der Veröffentlichung an und gipfelten schlussendlich in den punischen Bienenmadenkriegen 1522 - 1531. (Die punischen Bienenmadenkriege werden im Übrigen in den Geschichtsbüchern seit Jahrhunderten totgeschwiegen, warum, darüber wird an anderer Stelle noch zu berichten sein.)
Das Essay drehte sich um seine Empfindungen während mancher Schneidertage an seinen Gewässern, die, so wusste er trefflich zu berichten, eigentlich eine große Menge an guten bis sehr guten Fischen beherbergten. Doch all seinen Bemühungen zum Trotze wollte ihm kein Fang gelingen, egal ob er die Nymphe anbot, eine der alten Nassfliegen in schöner dead-drift an den Standplätzen der Fische vorbeitreiben ließ oder eine zarte Trockene sanft auf den Wasserspiegel setzte. Nichts! Der Verzweiflung nahe griff er dann zum allerletzten Mittel und schob zwei Bienenmaden auf einen blanken Haken, die er dann an der Fliegenrute präsentierte. Mit durchschlagendem Ergebnis, wie man sich sicher denken kann.
Zwischen "Teufelszeug, auf den Scheiterhaufen mit ihm!", "Kann man machen, muss man aber nicht." und "Das mache ich doch auch regelmäßig." gingen die Meinungen damals hin und her. Das führte u.a. dazu, dass an vielen Gewässern weltweit die Verwendung von Naturködern und insbesondere Bienenmaden verboten wurde und nur noch künstliche Köder erlaubt blieben. (siehe auch: "Königliches Dekret, darob nuhr noch dieh Kunstvol gepuntenen Schmaißfligen zum Behuhfe ther Angeleih auf thie forellen unt Aschen erlaubet seien" Vereinigte Herzogtümer Jülich-Kleve-Berg, 1540) Man munkelt, dass trotz der diversen Verbote in einigen wenigen unzugänglichen Hochtälern in den schottischen Highlands diese Angelart heute noch von vornehmen Tweedträgern praktiziert wird.
Jetzt dreht er ganz ab, denken bestimmt jene, die bis hier dem Text gefolgt sind. Viele anderen haben sich evtl. nach Lektüre der ersten drei Zeilen bereits kopfschüttelnd wichtigerem zugewandt. Doch das Ende ist nah, soviel sei an dieser Stelle bereits verraten.
Diese reglementierten Strecken, an denen nur die Verwendung künstlicher Köder erlaubt ist, gibt es ja heute zuhauf.
Nun frug mich ein guter Freund folgendes: Gesetzt den Fall, man würde eine Bienenmade aus Kunststoff oder Gummi, die man sich ja in konspirativen Kreisen unter der Ladentheke manchmal, wenn auch zu horrenden Preisen, käuflich zu eigen machen kann, an einen Haken kleben und vermittels einer Fliegenrute ins Wasser befördern, käme man dann mit den restriktiven Bestimmungen in Konflikt? Wohlgemerkt, keine natürliche Bienenmade, eine aus Gummi! Latürnich am widerhakenlosen Haken!
Diese Frage trieb ihn wohl schon länger um und raubte ihm augenscheinlich nächtens den Schlaf.
Dem Manne muss doch zu helfen sein, dachte ich mir und bot ihm an, vermittels meines hiesigen accounts seine Frage hier der versammelten doitschen Fliegenfischerintelligenzia zum Diskurs darzubieten: Et vóila: Wie seht ihr das?
Künstliche Bienenmade am barbless Haken. Eure Meinungen dazu.
Groetjes
Hardy
PS: Ja, ich hatte was im Tee...