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Spezielle Verbindung von Schnur und Vorfach

Verfasst: 27.06.2025, 09:05
von Hans.
Hallo allerseits,

dieses Video habe ich unter "Fischen mit der Trockenfliege" bereits eingestellt. Hier geht es mir jetzt einzig um die Verbindung von Schnur und Vorfach, wie sie Christopher Rownes empfiehlt. Er schlägt allein mit dem Vorfach einen Chirurgenknoten und zieht diesen dann fest ins Coating der Schnur ein. Was ist davon zu halten?

Ab 13:39: https://www.youtube.com/watch?v=4LEHqjLf0fw

Gruß
Hans

Re: Spezielle Verbindung von Schnur und Vorfach

Verfasst: 27.06.2025, 11:16
von MahiMahi
Hallo Hans,

das hält Bombenfest und sieht elegant aus.

LG
Harry

Re: Spezielle Verbindung von Schnur und Vorfach

Verfasst: 27.06.2025, 14:20
von superfredi
Also bei min. 14-15 ist kein Chirurgen Knoten zu sehen.
Das ist doch eher ein dreifacher Fischerknoten - oder ?

Re: Spezielle Verbindung von Schnur und Vorfach

Verfasst: 27.06.2025, 16:31
von icelander05
Das ist ein nagelloser Nagelknoten. Den gibt es schon seit ewigen Zeiten und er geriet durch die Loops an den Fliegenschnüren wohl etwas in Vergessenheit. Einfach zu machen und hält, aber ich persönlich ziehe eine Loop to Loop Verbindung vor.
Icelander05

Re: Spezielle Verbindung von Schnur und Vorfach

Verfasst: 27.06.2025, 17:33
von pitt
Salut Hans

So wie icelander schreibt, es ist ein Nail Knot, er sagt das sogar. Manche nennen ihn auch Snell Knot, weil der ohne Hilfsmittel geknottet wird. Sufix nannte den Knoten vor Jahren (ich weiss nicht, ob sie den Begriff immer noch nutzen, denn schon lange keinen Sufix Tippet mehr gekauft) ganz einfach Leader to Fly Line Knot. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt :smt001

EDIT: Snell und nicht Snail, falsch geschrieben

Re: Spezielle Verbindung von Schnur und Vorfach

Verfasst: 27.06.2025, 17:40
von Hans.
Hallo Jungs,

danke für die Aufklärung. Ja, er redet vom halben Nagelknoten, sah mir gleichzeitig nach einem halben Chirurgenknoten aus. Aber gut, das Ding hält jedenfals. Werde ich einfach mal ausprobieren. Viel Schnur geht ja nicht verloren. Und wenn ich das dann doch nicht will, kommt wieder ein Geflechtloop dran.

Gruß
Hans

Re: Spezielle Verbindung von Schnur und Vorfach

Verfasst: 27.06.2025, 20:23
von Fliifi-Sepp
Die Verbindung von Fliegenschnur und Vorfach mit Nagelknoten oder dem beschriebenen Konten sind für mich die beste Verbindung bis Schnurklasse 6.
Bei höheren Schnurklassen verwende ich Loop to Loop.

Verbindung mit Geflecht habe ich schon vor einigen Jahrzehnten, kurz nach Beginn meines Fliegenfischens, ausgemustert.
Loop to Loop war dann lange Jahre meine Methode, wobei mir die oft bereits integrierten Loops bei den Fliegenschnüren viel zu klobig waren und ich diese durch wesentlich schlankere und kürzere selbst angefertigte Loops ersetzt habe.

Seit mittlerweile auch schon langen Jahren verbinde ich Fliegenschnur und Vorfach mit dem Nagelknoten und das ist für mich einfach die beste Verbindung.
Einige Jahre, nachdem ich angefangen habe, das so zu machen, habe ich ein Video gesehen, das dann meine persönlichen Erfahrungen bestätigte. In diesem Video sprechen Brian Flechsig von Mad River Outfitters and Flip Pallot genau darüber:
https://www.youtube.com/watch?v=s8joMcVpV_g

LG Sepp

Re: Spezielle Verbindung von Schnur und Vorfach

Verfasst: 27.06.2025, 22:21
von Trockenfliege
Früher habe ich auch so meine Vorfächer angeknotet.
Die Qualität der Verbindungen hängt ab von der Festigkeit des Schnurmantels und seiner Verbindung mit der Seele.
Ich hatte da auch mal Verbindungen, bei denen der Knoten samt dem darunterliegenden Coating bei kräftigem zug von der Seele rutschte.
Ich habe dann die Seele an der Spitze freigelegt und sie um das Buttende geknotet, den Butt mit dem "Nagelknoten" auf die Fliegenschnur.
So hatte ich eine Sicherheitsstufe mehr.
Heute mach ich nur noch Schlaufe zu Schlaufe, um das gesamte Vorfach leicht wechseln zu können.
Nur bei sinkenden Spitzen/Schnüren verwende ich noch den "Nagelknoten", also die Variante, mit dennen man auch Plätchenhaken anbindet.

LG
Reinhard

Re: Spezielle Verbindung von Schnur und Vorfach

Verfasst: 27.06.2025, 23:25
von Fliifi-Sepp
Da sollte man natürlich, wie immer, im Detail relativivieren:

Bis Schnurklasse 6 fische ich fast nur gezielt auf Forellen und Äschen (gelegentlich Aitel/Döbel) mit Schwimmschnüren, monofilen Vorfachspitzen bis max. 0,20 mm, mit Trocken-/Naß-Fliegen und Nymphen.
Trotz regelmäßiger Fänge wildengewachsener Äschen, Bach- und Regenbogenforellen bis 60 cm (bei Forellen gelegentlich auch darüber) hatte ich bei den von mir verwendeten Schnüren noch nie das Problem, daß der Knoten vom Ende der Fliegenschnur "abgezogen" wurde. Selbst "Einbrüche" des Coatings vor dem Knoten waren sehr selten und kamen nur vor, wenn die Fliegenschnur sowieso eigentlich schon "am Ende" war.

Die Verbindung mit Nagelkopten wird von Brian Flechsig von Mad River Outfitters and Flip Pallot selbst beim Salzwasserfischen verwendet, wo wirklich oft brachiale Kräfte auftreten!

Vorfächer wechsle ich schon lange keine mehr. Ich habe für das Trocken-/Naßfliegenfischen und das Nymphenfischen für jede der von mir verwendeten Schnurklassen jeweils eigene fertig bespulte und mit Vorfächern versehene Rollen. Eine der sinnvollsten Investitionen, die ich je gemacht habe!

Der Übergang und damit die Kraftübertragung ist bei der Verbindung mit Nagelknoten einfach harmonischer und das möchte ich nicht mehr missen.

Das (bei mir seltenere) Streamerfischen praktiziere mit ich nur mit Schnurklassen über 6 und da verwende ich bisher tatsächlich die Schlaufenverbindung. Bei höheren Schnurklassen wirkt diese für mich auch wesentlich weniger störend, als bei niedrigeren Schnurklassen.

Verständnisfragen an Reinhard:
Wieso verwendest Du die Verbindung mit Nagelknoten ausgerechnet für sinkende Schnüre? Gerade dann wird noch normalerweise eine dickere Vorfachspitze verwendet und damit wirkt (bei entsprechend großen Fischen) mehr Kraft auf die Vorfach-/Fliegenschnur-Verbindung?

LG Sepp

Re: Spezielle Verbindung von Schnur und Vorfach

Verfasst: 28.06.2025, 09:25
von pitt
Salut

Hier hat sich jemand an das Thema, in Bezug auf Salzwasserfischen, gewagt und einen Vergleich gemacht, der mit Zahlen untermauert ist: https://youtu.be/MPvsVYnvfbk?si=alYkdP2R45onGcRu

Obschon Mr. Pallot zu den bekanntesten und ältesten Salzwasser Fliegenfischern gehört, wird seitens Flechsig und eben auch Pallot viel Demagogie - und noch mehr Werbung - betrieben. Nicht dass ihre Beiträge generell nicht wertvoll wären, das nicht, aber bei manch einem, schalte ich nach einer Minute ab und um.

Re: Spezielle Verbindung von Schnur und Vorfach

Verfasst: 28.06.2025, 16:55
von Fliifi-Sepp
Na, das Video bestätigt ja meine bisherige Praxis, Nagelknoten bis Schnurklasse 6 für´s klassische Forellenfischen und Schlaufenverbindung für die schwerere Fischerei!

Demagogie kann ich übrigens auf dem Kanal von Mad River Outfitters nicht wirklich erkennen und Werbung macht ein kommerzieller Kanal eines Tackle-Dealers nun mal. Aber in dem von mir beschriebenen Video nicht wirklich.
Und da gibt es doch eine Reihe von Beiträgen von Mad River, die tatsächlich praktisch ohne Werbung auskommen und die viele meiner eigenen Erfahrungen im Nachhinien bestätigten. So zum Beispiel auch der Beitrag über die Schnurfarben.

LG Sepp

Re: Spezielle Verbindung von Schnur und Vorfach

Verfasst: 28.06.2025, 17:46
von fjorden
Hallo,
ich fische bei allen Schnüren, die noch die alte braided Seele haben für das Vorfach und für die Backingverbindung den eingezogenen Nagelknoten. Bei den neueren Direct Core Schnüren klappt das nicht. Da bleibt die Vorfachschlaufe dran.
Gruß
Fjorden

Re: Spezielle Verbindung von Schnur und Vorfach

Verfasst: 28.06.2025, 18:44
von Trockenfliege
.

Re: Spezielle Verbindung von Schnur und Vorfach

Verfasst: 28.06.2025, 18:45
von Trockenfliege
Fliifi-Sepp hat geschrieben: 27.06.2025, 23:25
Verständnisfragen an Reinhard:
Wieso verwendest Du die Verbindung mit Nagelknoten ausgerechnet für sinkende Schnüre? Gerade dann wird noch normalerweise eine dickere Vorfachspitze verwendet und damit wirkt (bei entsprechend großen Fischen) mehr Kraft auf die Vorfach-/Fliegenschnur-Verbindung?

LG Sepp
Bei Sinkschnüren bzw. Schnüren mit Sinkspitze verwende ich immer den gleichen Butt, zB. 50 - 80 cm 45er.
An dessen Ende ist dan eine Schlaufe für die wechselbare Spitze. ( Ich fische auch mal gerne überdurchschnittlich lange Monovorfächer an Sinkspitzenschnüren, dann zB. mit aufschwimmenden oder sehr leichten Streamern, die Schnur sinkt dabei deutlich schneller als die Fliege.)
Da mir bei den Sinkspitzen auch noch nie ein Knoten runtergerutscht ist, bleib ich dabei.

Bei den Trockenschnüren wechsel ich häufiger das Vorfach, zB. vom Trockenvorfach mit konischem Verlauf zum deutlich dünneren Nymphvorfach fürs bessere Absinken oder auch zum Polyleader. Oder wenn ich mit der gleichen Schnur Streamer werfen möchte, passe ich das Vorfach an.
Aber selbst zum normalen Trockenfliegenfischen fische ich an der gleichen Fliegenschnur mal 2,4m oder auch mal 4m. Das mache ich nicht durch reines Verlängern des Tippets.

LG
Reinhard

Re: Spezielle Verbindung von Schnur und Vorfach

Verfasst: 28.06.2025, 23:48
von Fliifi-Sepp
Danke Reinhard, verstanden!

Wenn man häufig das Vorfach wechselt, dann ist natürlich die Schaufen-Verbindung besser.

Ich habe mir den Luxus geleistet, für die verschiedenen Einsatzzwecke jede Schnur mit dem entsprechenden Vorfach auf einer eigenen Rolle zu haben. Und dann auch noch teils je Schnurklasse in unterschiedlichen Vorfachlängen. So habe ich z. B. in Schnurklasse 3 unterschiedlich lange Trockenfliegenvorfächer für kurze Ruten zum Bachfischen und lange Ruten für das Flußfischen. Im Bach fische ich nur mit Schnurklasse 3.
Für das Nymphenfischen habe ich je Schnurklasse jeweils eine Rolle mit den entspechenden Vorfächern.
Sink- oder Sinktip-Schnüre verwende ich bis Schnurklasse 6 keine mehr. Selbst an den großen Flüssen, die ich überwiegend befische, gehen mir die nicht wirklich ab. Mit meinen Fangerfolgen bin ich trotzdem mehr als zufrieden.
Und Streamer fische ich nur in den Schnurklassen über 6. Dann geht es bei mir auf die richtig großen Fische, große Bach- und Regenbogenforellen oder Huchen. Das praktiziere ich selten, aber dann sehr intensiv, in dem ich bestimmte mir gut bekannte Flußabschnitte zwei bis drei Tage hintereinander von früh morgens bis spät abends abfische. So, als wenn ich im Urlaub auf Atlantiklachs oder Steelhead fischen würde. Nur eben daheim oder in relativ überschaubarer Zeit erreichbaren Gewässern.
Aber jetzt bin ich etwas vom Thema abgekommen, tut mir leid!

LG Sepp