"Wondervliegen" von Leon Janssen

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"Wondervliegen" von Leon Janssen

Beitragvon The Sharpshooter » 05.05.2017, 18:49

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http://www.fliegenfischer-forum.de/buchbe.html

Die „Wondervliegen“ von Leon Janssen

Ich würde gerne einen Mottothread aufmachen zu den Fliegen von Leon Janssen - also nicht "Lebenswerk" - sondern seine Fliegen (aus dem obigen Buch) - aber eher in Richtung Inspiration, Interpretation und ein Jeglicher zeigt seine Mücken die daraus entstanden sind - mal ganz nah am Original - mal verändert, neu interpretiert – oder nur davon angeregt sich z.B. mit der „Grey Flag“ zu befassen ....

Ich weiß inzwischen von vielen Kollegen, dass sie sich das Buch besorgt haben und - oft nach anfänglichem Zweifel – sehr davon angetan waren ... hier im Forum wurde dazu auch schon Etliches gepostet und (mit Genehmigung der Bild-Autoren) stelle ich das schon mal hier rein ...


liebe Grüße
Christian

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von The Sharpshooter » 24.01.2017, 18:16
Servus,

ich hab mir vor Kurzem ein Buch zugelegt und bin davon sehr angetan. Hatte es auch auf der Messe in Augsburg dabei und die Bindekollegen teilten meine Meinung, sofern sie das Buch schon kannten. Die darin abgebildeten Fliegen samst Anleitung sind nun keine wahren Wunderwerke oder außergewöhnlich schön, aber ich glaube, sie sind sehr „zutreffend“ und fängig. Während der Messe habe ich einige davon nachempfunden (she weiter unten). Auch ist das Buch schlecht oder schlampig übersetzt, zumindest hat es kein Fliegenbinder/-fischer vor Drucklegung nochmal durchgeschaut. ABER – es ist ein Missink Link-Buch – zwischen wissenschaftlicher Entomologie (wie das Reisinger u.a.–Buch) und für den Fischer sinnvoll beschriebenen Fliegen. Gegliedert nach dem Jahresverlauf und angereichert mit vielen kleinen stories. Und der Autor bezieht sich meist auf Gewässer in unseren heimischen Breiten. Da bietet es sich fast an, Fliegendosen nach Monaten oder entsprechenden Schlupfperioden zu füllen ..und ein paar interessante, ungewöhnliche Bindeideen sind auch dabei - Jedenfalls ist's eins der besten Bücher, die ich in letzter Zeit in Händen hielt (meine ich).

Das Buch wurde hier im Forum in den News vom November 2016 schon mal vorgestellt:
Fliegenfischen | Das Standardwerk zu Insektenkunde, Bindeanleitungen und taktischem Vorgehen | Autor: Leon Janssen
256 Seiten, 250 FarbfotosPreis: 39,99 €. | Bezug: Im Buchhandel, direkt beim Verlag http://www.kosmos.de oder in unserem FliFiForum-Buchladen.

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BergLutz » 31.01.2017, 13:20
Lieber Christian,

… Habe das Buch zu Weihnachten von meiner Frau bekommen und seit dem kaum aus der Hand gelegt. Viele Fliegen hier im Thread sehen sicher "schöner" aus als die im Buch aber selbst ich als Anfänger bemerke die extrem "fischige" (fängige) Ausstrahlung der Fliegen dort. Und wieder gilt: wer fängt - hat Recht. Ich hätte nie für möglich gehalten welch große Fische man mit der Trockenen fangen kann, bis ich das Buch las.
Gruß Lutz


The Sharpshooter » 04.02.2017, 22:06
N'Abend,

Ich häng' immer noch an Leon ... da gibts so schwarze Caddis Flies -im Frühsommer und später - sind z.T. fast winzig - fischt Ihr die???
Hier mal ein Versuch in # 14 bis 18 - Strauss, Pfau, Cdc, schwarzes Rehhaar, Hahnenhechel .


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Re: "Wondervliegen" von Leon Janssen

Beitragvon The Sharpshooter » 05.05.2017, 18:50

FlyMike » 07.02.2017, 19:40
Hallo zusammen,

Zum Thema Black Sedge kann ich auch was beisteuern..... Hakengröße #18

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Re: "Wondervliegen" von Leon Janssen

Beitragvon The Sharpshooter » 05.05.2017, 18:55

The Sharpshooter » 14.02.2017, 20:26
Servus,
von mir mal wieder was nach Leon Janssen - eine "Nobody"

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Kläuschen » 21.04.2017, 11:03
… Das Buch von Leon Janssen habe ich mir im Urlaub auch richtig intensiv vorgeknöpft. Spannend. Ich liebe es. Obwohl es bestimmt nicht perfekt ist. Aber es hat das "gewisse Etwas", finde ich. Meiner Meinung nach völlig zu unrecht "verrissen". Ein überragender Beitrag zur feinen Fischerei.
LG K Laus

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FlyMike » 26.04.2017, 23:28
Nabend Freunde,

ich bin jetzt auch mal wieder an der Reihe ......
Ich habe mich mal an der Grey Flag in Anlehnung an das Muster von Leon Janssen aus seinem Buch "Fliegenfischen" versucht.

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Gruß
Michel

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Kläuschen » 27.04.2017, 07:58
Guten Morgen Binder

@Mikeee: Sehr anmutige Grey-Flag. Ich finde aber, dass der CDC-Flügel so eingebunden zu schlabbrig ist und auch nicht lange durchhält. Diese Bindeweise funzt am ehesten noch mit superdichten Swiss-Federn. MP bindet für seine CDC- Sedge-Flügel 4 CDC-Federn ein (insgesamt sind es 7!) , aber auf andere Art und Weise. Und privat fischt er heimlich am liebsten die Rehhaar-Version.
LG
K Laus

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FlyMike » 27.04.2017, 12:28
Gude,

Klaus und Michael, der Leon schreibt das er das CDC für die Flügeln nimmt weil es sehr gut die diffusen Flügeln imitiert, das leuchtet mir auch ein. Ich habe die Muster bis jetzt noch nicht getestet, werde es aber bald tun und entsprechend berichten.
Lutz, ich habe einen Blue Dun Dry Balg von Keough genommen. Mit den Farben musst du gucken Blue Dun ist nicht immer Blue Dun habe ich festgestellt .
Ich verwende hier zwei Federn, für den Körper habe ich eine größere Feder vom Balg genommen da die Hecheln eh gestutzt werden, dafür sind mir die feinen Federn zu schade. Die vordere Hechel ist dann eine feine Dry Hechel.

Die Fühler sind aus Murmeltier

Gruß
Michel

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Kläuschen » 27.04.2017, 15:19
Hallo Jungs
@Mike: Passt schon. Deine ist jedenfalls schöner als das Original. Obwohl ich die Muster von Leon Jansen gerne ansehe, nachbinden würde ich eher nicht so viel. Aber inspierieren tun sie mich durchaus. Binden würde ich das Muster eher als Bubble-Sedge oder als CDC & Elk mit etwas hellerem Rehhaar. Hält einfach viel länger durch.

@Lutz: Mit den Grautönen gehts mir ähnlich wie dir. Lange Zeit glaubte ich, es gäbe nur "blue dun" aber das ist Quatsch. Allein die Whiting-Linie umfasst mindestens 21 verschiedene Dun-Töne, unterteilt in 3 gröbere Schattierungen: Blue Dun, Grey Dun und Brown Dun. Bei Metz und Keough soweit ich das weis, gibts Light blue dun, Medium Dlue Dun und Dark blue dun. Und dann gibts noch die Duns von Harry Darbee, eine alte Linie, die nur aus Duns besteht. Keough, Metz und Darbee werden heute alle von Dr. Whiting gemanagt. Die alten Zuchtlinien hat er erhalten.
Für die Subimagos sind meiner Meinung nach die etwas dunkleren Duntöne besser geeignet (Medium/Dark). Für die Grey-Flag würde ich auch eher eine Medium verwenden.
LG
K Laus


Kläuschen » 29.04.2017, 20:36
Abend Zusammen,

aus der Hüfte geschossenes Handypick von zweitklassigen fehlerhaften Grey-Flag (oder wie diese Dinger heißen)

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Re: "Wondervliegen" von Leon Janssen

Beitragvon The Sharpshooter » 05.05.2017, 19:06

Kläuschen » 30.04.2017, 22:48
Abend Buben,

Du hattest ja neulich die "Grey Flag" als Muster einer graufarbene Hydropsyche. Sie sollte jetzt bald schlüpfen und ist ein extrem wichtiges Muster bis in den späten Herbst hinein. An meinem Hausgewässer kommt sie leider nicht mehr vor, deshalb habe ich sie die letzten Jahre aus den Augen verloren und ihr keine weitere Beachtung geschenkt. Doch dann fischten wir, es ist schon 2,3 Jahre her einmal ein paar Tage an der Sava in Slowenien. Es war schon spät im Jahr, Anfang Oktober. Die ersten Tage waren schrecklich zäh. Ich fing fast nix. Es schlüpfte alles und Nichts. Kleine Gelbe, Oliv-Farbene, Steinfliegen und dazu jede Menge Terrestrials in Form von roten und schwarzen Ameisen und irgendwelchen Käfern. Die Fische stiegen zwar, aber keine Ahnung wonach. Bis mir klar wurde, dass sie hinter diesen komischen grauen Flatterflusen, die mitten im Fluss schlüpften, her waren. Am Abend des dritten Tages habe ich mir dann , während meine Fischerspezln sich wieder bleischwere Brutfischimitate banden, eine ganze Box voller mittelgroßer grauer Köcherfliegen gebunden, teils als Rehhaar (CDC&Elk) und teils als CDC-Bubble-Sedge. Damit ging ich dann fischen am nächsten Tag. Und das war dann wirklich der Hammer. Ich mußte danach zur Krankengymnastik.
Man kan diese mittelgroße Köcherfliege natürlich auf viele verschiedene Arten nachahmen. Wenn es CDC sein soll, ist die Bubblesedge eine super Sache, denn sie ist super haltbar, fängig und auch für Brillenträger nicht zu übersehen. Ein Tropfen CDC-Öl macht sie zum "Dauerbrenner". Ich binde sie immer als Doppelflügler, also nicht nur mit dem Faltflügel von hinten, sondern noch ein weiteres Flügelpaar konventionell oder nur als Fibern eingebunden.

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Sie ist, wie schon erwähnt, mittelgroß. Eher #14 als #12. Wenn es aber 12 sein soll, dann sollte der Flügel im Hakenbogen enden. Bei #14 kann er schon etwas überstehen, #16 darf das durchaus 1/3 sein.
LG K Laus

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The Sharpshooter » 02.05.2017, 07:20
Servus,

ich hatte die Grey Flag ja schon mal - bei der Buchvorstellung - gepostet - allerdings sehr ans Original angelehnt.

Jetzt hat mich die Bubble-Version von K laus sofort total angesprochen .... und dann hab ich sie mit der "Originl-Bauweise" des Körpers kombiniert. Die Idee, einen breiten, aber transparenten und schön schwimmenden Körper mit der beschnittenen Hechel zu machen, finde ich bestechend. Gepaart mit dem Bubble - könnte sie fast noch schwimmfähiger sein

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Cheers Christian

(Das Grau erscheint hier auf dem Blitz-Bild etwas zu hell)

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Kläuschen » 02.05.2017, 10:18
Morgen Jungs,
Christian, die schauen klasse aus. Sehr insektisch. Als sparsamer Schwoab dreht es mir natürlich den Magen um, wenn man von mir verlangt eine teure Whiting-Hechel für sowas zu verschneiden . Aber ich sehe, dass es sich lohnt. Light grey passt prima. Kannte ich gar nicht den Farbton. Wir könnten Sie Grey Flag Bubble sedge (improved) nennen.
LG K Laus

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CPE » 04.05.2017, 10:28
Hallo Leute,

Zwecks Steigerung der Vorfreude auf den Märzbraunen-Swap hier zwei (nicht von mir dort verwendete...) Muster aus Wondervliegen 2 von Leon Janssen.

La Peute (var.) von Henri Bresson:

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Faden: Venus 10/0 braun
Ribbing: mit dunkelbraunem Bindfaden verdrillte Fasanenfibern
Körper: grünes Wolldubbing
Hechel: Hen Mallard Flank

Optional: schwarzes Dubbing für den Kopf, außerdem kann die Hechel auf knapp hinter Hakenlänge einfach abgetrennt werden.

Heptagenia-Nymphe (var.):

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Faden: Venus 10/0 grün
Schwänzchen: drei Fasanenfibern
Unterkörper: Kupferdraht oder Bleidraht (habe ich verwendet)
Ribbing: Fine gold
Körper: goldbraunes Wolldubbing
Füße: Partridge, Spitze V-förmig weggeschnitten

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BergLutz » 04.05.2017, 11:25
Hallo Norbert,

freue mich besonders über die Beschreibung der Heptagenia Nymphe. Das war mir im Buch etwas "dünn". Habe eine Frage zur La Peute. Im Buch sah es so aus , als wäre die Mallard Feder um den Kopf gehechelt wie bei einer Nassen. Bei dir sieht es wie eine Schwinge aus. Wie mache ich es richtig?
....
Gruß Lutz

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CPE » 04.05.2017, 11:31
Hallo Lutz,

Das Problem hatte ich natürlich auch. Ich habe die Feder mit der Spitze eingebunden (wie bei Naßfliegen/Partidge wohl auch üblich) und hatte erst einmal ein großes Durcheinander. Wenn man nach dem Umwickeln (Fibern immer schön nach hinten streichen...) dann aber die Fasern nach hinten und nach oben streicht und den Stamm mehrmals am Haken überwindet, kann man die Fibern ganz gut auf der Oberseite fixieren. Die 2-3 "errant" Fibern erledigte dann meine Dr. Slick...

TL, Norbert

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The Sharpshooter » 04.05.2017, 12:54
Hallo Lutz,

"La Peute" fische ich auch gerne

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- siehe dazu: viewtopic.php?f=26227&t=269212&p=2726952&hilit=peute#p2726952 - die Fiebern kann man stutzen oder man verwendet Entsprechende mit "richtiger" Länge - eigentlich ein ganz altes häufiges französisches Muster nach Henri Bresson (nix was LJ entwickelt hat).

Petri!
Christian

siehe auch z.B. hier:

http://www.chti-moucheur.com/atelier-montage/la-peute
http://www.echosmouche.fr/spip.php?article202
http://claude.behr.pagesperso-orange.fr ... 20PHB1.htm

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Kläuschen » 04.05.2017, 16:23
Hallo Buben,
schöne Peute, Norbert. auch die Nymphe gefällt mir ausgesprochen gut. Christian, wenn ich deinem Link "viewtopic..... folge, könnte ich in Erinnerungen schwelgen. Ist auch schon wieder 3 Jahre her, mein erster Besuch am AIN. Deine Peute ist die Einzige, die mir jemals richtig gefallen hat. Man könnte sie eher "La Belle" nennen. Meine sind so abscheulich häßlich, da passt der Name. Aber wie dem auch sei, meiner bescheidenen Meinung nach ist das Muster eher was für die Kreideflüsse. Wir haben ja nicht so viel Gelb im Wasser. (Ja ich weiß, die yellow S. und die ungenießbare Sulphur usw.). Aber bei denen ist irgendwie alles Gelb oder wenigstens gelblich, auch die braunen Steinfliegen und die Mayfliegen sind so gelb, dass man eine Sonnenbrille aufsetzen möchte, nicht solche Schlammmonster wie an der Wiesent.
LG K Laus

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The Sharpshooter » 04.05.2017, 17:33
Vielen Dank K laus ...
für die Anderen, die die "alte" story von Henri Bresson nicht kennen (können): "La Peute" ist ein Dialektausdruck im französischen Jura (eben von den Ain) und bedeutet "Die Häßliche" (oder so ähnlich, "Die Gerupfte", Zausel, irgendwas in der Richtung ) - also von wegen "La Belle" (Die Schöne) ... so verschieden sind die Sichtweisen ...

LG Christian

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CPE » 05.05.2017, 08:41
Hallo,
hier die Trockenversion der Leonischen March Brown.

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Haken: #12 Partridge trocken
Faden: Veevus 10/0 brown
Tail: Coq de Leon
Körper: grüne Wolle
Ribbing: gold, SM
Hechel: braune Hahnenhechel, auf der Unterseite V-förmig beschnitten
Flügel: Fibern der ägyptische Gans, gerollt, ziemlich zu Beginn nach vorne eingebunden

TL, Norbert
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Re: "Wondervliegen" von Leon Janssen

Beitragvon Kläuschen » 06.05.2017, 11:23

Guten Morgen,
ich steuere noch eine "kleine grüne Fliege" bei. Gemeint ist die "Iron Blue Dun", bzw. Baetis niger und muticus. Sollte jetzt eigentlich überall zu sehen sein. Sieht der BWO recht ähnlich aber (noch) kleiner und rauchfarbene Flügel. Das Foto ist leider etwas überhellt.
Haken Akita 503 #16 ca. 0,5cm (einmal kurz)
Faden Unit olive 8/0
Körper. Flyrite olivegrün
Flügel: Stockentenbrustfeder natur
Hechel: medium dun, besser ist dark dun
Schwanzfibern: Coq de Leon light Pardo
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Ach ja: die Hechel sollte unten v- örmig ausgeschnitten werden, also etwa zwischen 135 und 225 Grad :D . Die Fliege liegt dann nicht zu hoch im Wasser und hinterläßt den für Eintagsfliegen typischen .......
LG Klaus
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Re: "Wondervliegen" von Leon Janssen

Beitragvon The Sharpshooter » 07.05.2017, 11:17

Servus,

„Warum man ein Gruppenmuster für Baetiden Auskriecher, als Yellow Sally bezeichnen muss, wenn der Name bereits für eine geläufige Imitation einer kleinen gelblichen Steinfliegen herhält, entzieht sich ebenfalls meiner Logik. Zumal der Autor diesen Bezug auch anführt.“ schreibt Tankred Rinder - und da muß ich ihm recht geben.

Deshalb mal ein Yellow Sally-Muster, das tatsächlich die Isoperla imitiert (gesehen so ähnlich bei http://www.flytyingforum.com/index.php?showtopic=46866 )

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Petri!
Christian
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Re: "Wondervliegen" von Leon Janssen

Beitragvon Hans. » 07.05.2017, 16:59

Hallo,

diese sachliche Kritik hat mich abehalten, Geld für dieses Buch auszugeben:

https://www.forelleundaesche.com/2016/1 ... -ziehen-2/

Gruß,
Hans
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Re: "Wondervliegen" von Leon Janssen

Beitragvon The Sharpshooter » 07.05.2017, 17:40

Servus Hans,

ja, darauf habe ich mich im obigen Beitrag bezogen- ABER ... siehe alle andren oben zitierten Beiträge! Da ist vieles/manches? berechtigt in der Kritik von Tankred Rinder, z.B. "Standardwerk" ... aber viele von uns Fadenschwingern waren doch - vielleicht nicht immer "begeistert", aber es hat uns sehr gut gefallen - einige haben sich das Buch gleich signiert schicken lassen, von einem Bindestammtisch weiß ich, dass eine größere Menge geordert wurde ... also so schlecht kanns wohl nicht sein :wink: . Try it.
Und die seltsam "schlampigen" Muster - naja, all überall liest und hörst Du die story, dass die gerupfte, zerkaute, "häßliche" Fliege so besonders gut fing - LJ bindet sie halt von vorneherein so ...(Absicht? - eigentlich müßte man das unterstellen) ...

Nun denn, ich bin mit dem Buch jedenfalls recht zufrieden.

lG Christian
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Re: "Wondervliegen" von Leon Janssen

Beitragvon Kläuschen » 07.05.2017, 18:11

Hei Jungs,
was für ein Sauwetter heute. Schon wieder Hochwasser. Und soll noch mehr kommen heute nacht und morgen. :cry: :cry:
Zu besagtem Buch: TR hat mit vielen seiner Kritikpunkte nicht ganz unrecht. Einiges ist auch die Schuld des Verlags. Das hätte man schon noch mal richtig durchlesen müssen, um die vielen sprachlichen Schwächen auszuräumen. Titel zu "marktschreierisch". Stimmt vielleicht auch. Wiewohl es in gewisser Weise doch ein Standardwerk ist. Und zwar für das praktische Fliegenfischen. Endlich Ordnung und Sinn in all diese Insekten und vor allem wann, wo und wie sie gefischt werden sollten.. Wer "Entomologie für Fliegenfischer" gelesen hat, weis was ich meine. Bestimmt ein herausragendes Werk, aber auch nach x-maligem Lesen hat mans nicht wirklich begriffen.
Die Stärken dieses Buches hat TR nicht erfasst. Das beschränkt sich nicht nur auf den Bindeteil. Er moniert zB., dass die Fischerei mit dem Streamer und der Nymphe viel zu kurz kommen und keine Abhandlungen über die Werferei enthalten sind. Es würde ständig gegen das Czech und French-Nymphing trommeln. Uns Moral predigen. Stimmt. Aber damit hat er meiner Meinung nach Recht. Und er ist nicht der Erste, der die Entwicklung der zeitgenösischen Plumsnymphenfischerei kritisch hinterfragt. Bei den von TR gelobten Reisinger und Bauernfeind können wir fast genau das Gleiche lesen. Und Streamer haben die Jungs auch keine besprochen. Aber klar, so ein Buch ist eben auch Geschmackssache. Aber so drauf reinschlagen hätte er nicht müssen. Dann müßten wir es auch nicht so hart verteidigen :D .
LG K Laus
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Re: "Wondervliegen" von Leon Janssen

Beitragvon Hans. » 07.05.2017, 20:55

Hallo Christian,
hallo Klaus,

bedanke mich sehr für euer Urteil über das Buch. Klaus schrieb: "Wiewohl es in gewisser Weise doch ein Standardwerk ist. Und zwar für das praktische Fliegenfischen. Endlich Ordnung und Sinn in all diese Insekten und vor allem wann, wo und wie sie gefischt werden sollten. Wer "Entomologie für Fliegenfischer" gelesen hat, weis was ich meine." Das ist ein Wort! Die "Entomologie für Fliegenfischer" konnte mich nie zum Kauf reizen, auch nach längerem Ausleihen und gründlicher Beschäftigung damit nicht. Mit dem Janssen werde ich jetzt nochmal in mich gehen... :wink:

Viele Grüße
Hans
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Re: "Wondervliegen" von Leon Janssen

Beitragvon FlyMike » 08.05.2017, 09:13

Guten Morgen,

in einigen Punkten hat TR in seiner Kritik recht, aber ich habe das Buch trotz dieser "Fehler" in mein Herz geschlossen. Denn es hebt sich in meinen Augen positiv von den anderen bisher erschienenen deutschsprachigen Werken ab. Bis auf die Neuauflage von Entomologie für Fliegenfischer (was man aber nicht mit dem Buch von Leon vergleichen kann und darf) ist es das erste deutschsprachige Buch das ich mir seit Jahren wieder einmal gekauft habe. Endlich mal ein Buch ohne diese quälenden Wiederholungen von Inhalten, Bildern, Standortskizzen von den Standplätzen der Fische, Standard 11:00/01:00 Uhr Wurfanleitungen usw.
Da ich mir jedes Buch immer erst einmal in die Hand nehme bevor ich es kaufe sind einige Neuauflagen in den letzten Jahren wieder in Regal gewandert, da sich Inhaltlich und von der Aufmachung zu den vorher erschienen Auflagen fast nichts verändert hat. Mich stört es auch nicht das Leon keine Top gebunden Modell Fliegen und SbS Anleitungen zeigt (die sieht man im Netz zur genüge), denn die gezeigten Muster sind alles Praxis erprobte Gebrauchsfliegen und keine Showfliegen, die jeder geübte Fliegenbinder anhand der im Buch gegeben Angaben nachbinden kann. Das sollte man schon unterscheiden!
Den Kritikpunkt das die Streamer- und moderne Nymphenfischerei (Plumsangeln) in dem Buch fehlt bzw. zu kurz kommt finde ich falsch, warum sollte der Autor darüber schreiben wenn er pers. diese Art der Fischerei nicht mag bzw. für nicht gut findet.
Am Ende sollte jeder für sich entscheiden welche Bücher er sich kauft, denn die Geschmäcker und Vorlieben sind Gott sei Dank verschieden. Aber alle die ich kenne, welche das Buch von Leon besitzen, finden es trotz der inhaltlichen Fehler und holpriger Übersetzung gut.

So jetzt lasst uns wieder Fliegen binden..... :wink:

Gruß
Michel
.......... tie or die ........
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Re: "Wondervliegen" von Leon Janssen

Beitragvon CPE » 08.05.2017, 11:03

Hallo Leute,

Ich fände es sehr schön, wenn die allgemeine und spezielle Literaturkritik sich einen eigenen Faden suchte (dort dürft Ihr dann auch auf eine schicke Metaebene in Sachen "Was macht eine lausige Kritik aus?" hoffen). Hier sollte es doch bei Lichte um das Nachbinden der Fliegen aus Wonderflies gehen, gerne auch um fliegenbinderisch fundierte Kritik an den Mustern und Verbesserungsvorschläge, eigene Kreationen, etc. Oder habe ich irgend etwas verpennt?

Groetjes, Norbert
La pêche on sèche est la pêche en nymphe, ce qu'est l'amour courtois est à la copulation.
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Re: "Wondervliegen" von Leon Janssen

Beitragvon tank » 08.05.2017, 12:33

Hallo die Damen und Herren,

vielen herzlichen Dank erst Mal, dass sehr viele von Euch meine Rezension von ‘Wondervliegen’ gelesen haben. Es freut mich auch, dass man mir in einigen Punkten meiner Kritik Recht gibt. Bei aller Sachlichkeit die ich versucht habe an den Tag zu legen, scheine ich manchen von Euch aber sehr streng geurteilt zu haben.

Mich hat an diesem Buch die Schlampigkeit bei der Bildauswahl und der Recherche gestört und ein für mein Empfinden - das mag nicht jeder so sehen - überheblicher Grundton der an manchen Stellen des Buches zu Tage tritt. Dieser Ton richtet sich nicht nur gegen Freunde und Vertreter anderer fischereilichen Techniken. Mir als Leser stieß das eben an der einen oder anderen Stelle schwer auf.

Ich bin zudem auch der Meinung, dass mein Wissen zum Fliegenfischen zu einem erheblichen Teil auf den Schultern von Fliegenfischern ruht, die lange vor mir an Flüssen entlang streiften und deren Beitrag zur Entwicklung der Leidenschaft gut dokumentiert ist. Da fehlt mir an so mancher Stelle die Sensibilität dafür. Ich habe den Eindruck, dass ab und zu etablierte Muster marginal verändert und als eigene ‘Wondervliege’ verkauft wurden. Es mag aber auch nur aus Unwissenheit passiert sein.

Ich stecke selbst inmitten eines Buchprojekts zum Nymphenfischen https://www.forelleundaesche.com/2016/12/19/buch-nymphenfischen-geheimnisse-entlarvt-veroeffentlichung/ und obwohl ich im Eigenverlag ein Buch auf den Markt bringe, waren wir Autoren und Gestalter so gewissenhaft es ging in Bezug auf Lektorat, Qualität des Fotomaterials und der Belegbarkeit unserer Aussagen. So vorzugehen, bin ich aus meinem Berufsleben gewohnt. Umso überraschter war ich, dass man Wondervliegen seitens des Verlags nicht einer genaueren Prüfung unterzog. Ich denke Käufer und Käuferinnen die €40 aus der Hand geben, haben das verdient.

Das ich das Konzept des Buches als gut erachte betone ich in meiner Rezension, als auch, dass ich in einigen Punkten die Meinung des Autors teile. Letztendlich wird meine Besprechung auf Forelle & Äsche dem Titel auch nicht schaden, da er zumindest die Diskussion anstößt und somit im Gerede bleibt.

Und um bei diesen Thread zu bleiben, möchte ich einen Auszug aus meiner Kritik zitieren: “Die Fangfängigkeit der vorgestellten Muster, möchte ich dabei in keinster Weise in Frage stellen. Die kann man schon nachbinden – diese Fliegen werden fangen.”

Beste Grüße
Tankred Rinder
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Re: "Wondervliegen" von Leon Janssen

Beitragvon CPE » 08.05.2017, 12:41

Lieber Tankred,

"Ich würde gerne einen Mottothread aufmachen zu den Fliegen von Leon Janssen (...) eher in Richtung Inspiration, Interpretation und ein Jeglicher zeigt seine Mücken die daraus entstanden sind."


Insofern stört mich Deine "Schlampigkeit bei der Recherche" des Fadenmottos.

TL, Norbert
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Re: "Wondervliegen" von Leon Janssen

Beitragvon tank » 08.05.2017, 12:47

Der war gut - dabei habe ich gehofft die Kurve zu kratzen mit “Die Fangfängigkeit der vorgestellten Muster, möchte ich dabei in keinster Weise in Frage stellen. Die kann man schon nachbinden – diese Fliegen werden fangen.”

in Bezug auf
CPE hat geschrieben: gerne auch um fliegenbinderisch fundierte Kritik an den Mustern und Verbesserungsvorschläge, eigene Kreationen, etc. Oder habe ich irgend etwas verpennt? t


Du hast aber natürlich Recht Norbert

Beste Grüße
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