Kaufempfehlung QUAD

Alles rund um Stärken & Schwächen, Marken, Klassen, Aktionen u.s.w. der für unser Hobby unverzichtbaren "Gerten" und "Schnuraufwickler". Du hast allgemeine oder spezielle Fragen, gute oder schlechte Erfahrungen zu bestimmten Gerätschaften mitzuteilen? Hier ist Platz dafür und Du bekommst die Antworten, die Du suchst...

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watti

Kaufempfehlung QUAD

Ungelesener Beitrag von watti »

Hallo allerseits,

ich spiele ernsthaft mit dem Gedanken, mir eine Gespliesste zuzulegen. Meine Tendenz geht in Richtung Quad mit einer mittelschnellen Aktion. Ich möchte mit dieser Rute hauptsächlich trocken fischen und nur vielleicht mal die ein oder andere Partridge&Orange. Ich denke Schnurklasse 3-4 ist hierfür mehr als ausreichend. Wo ich mir noch nicht sicher bin, ist die Rutenlänge - 7 ft oder 7,5 oder 8 ft. Ist der Gewichtsunterschied zwischen den einzelnen Längen und damit auch die Performance eklatant spürbar? Wo ist der gesunde Mittelweg?

Was ist Eure Empfehlung, welcher Hersteller ist bei Quads besonders zu empfehlen? Ich meine dies völlig unabhängig vom Preis, Herstellernationalität oder Lieferzeiten (würde ggf. auch 5 Jahr auf eine Brandin warten...). Das einzige, was mir wichtig ist, ist dass die Rute eine gewisse "Wertstabilität" besitzt, weswegen ich z.B. eine Hülsenbeck nicht kaufen würde.

Danke+Gruß
Dirk
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Kurt Zumbrunn
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Ungelesener Beitrag von Kurt Zumbrunn »

Hallo Dirk
Es steht mir fern, Dir eine Kaufempfehlung ab zu geben. Meine Empfehlung bezieht sich einzig auf die Rutenlänge und hier würde ich so kurz gehen wie für Dich möglich. Bambus ist wesentlich schwerer als Kohlefaser und dieser Umstand hat grossen Einfluss auf die Rutenaktion. Du schreibst, dass die Rute eine mittelschnelle Aktion aufweisen müsste und diese lässt sich mit kürzeren Ruten besser erzielen.
Was mich interessieren würde - weshalb eine Quad? Ich frage deshalb, weil mir Quads persönlich vom optischen her auch sehr gefallen, ich aber der Meinung bin, dass sich aufgrund verschiedener Sachzwänge nicht alle Rutenaktionen aus Quads optimal erzielen lassen.

Herzliche Grüsse
Kurt Zumbrunn
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Trockenfliegen- und Bambuspurist
maruoff

Ungelesener Beitrag von maruoff »

hallo,

ich denke gerade quads eignen sich auch dafür bei verhältnismässig langen längen kernige ruten zu bauen. zumindest ist das meine erfahrung mit quads, die ich in der regel als etwas kräftiger und schneller empfinde als vergleichbare ruten in hexagonal (siehe auch brandin, der wohl recht schnelle ruten für 3/4er schnüre in 8ft baut).

für einen guten mittelweg halte ich aber auch quads bis 8ft, d.h. in deiner schnurklasse 3/4 wäre 7 oder 7,5ft ideal.

ich persönlich habe eine quad in 7ft für eine 4er von don schroeder. ein ganz tolles teil, leider nicht ganz billig. äußerst kräftige aber dennoch sensible aktion, sozusagen mittelschnell wie von dir präferiert. damit kann man falls notwendig alles werfen von der trockenen bis zum kleinstreamer und goldkopf. wirft eine ganze quiet-taper schnur, spricht aber trotzdem schon auf kurze entfernungen an. so wie man sichs halt wünscht von einer guten gespliessten. verarbeitung spitze, sicher einer der top 10 in USA, auch von zuverlässigkeit und service her. vielleicht muss ich die nächstes jahr zugunsten anderer ruten verkaufen. wenn du also interesse hast kannst du dich ja mal melden.

ansonsten ist brandin natürlich das non-plus-ultra in quad. wenn du also wirklich investieren willst und dich mit 5-6 jahren wartezeit abfinden kannst der vermutlich weltbeste quad-bauer.
ansonsten wenn du was wirklich schönes willst mit erträglicher wartezeit und preisen ist schroeder die topwahl. kusse ist leider zu unzuverlässig.
etwas billiger ist bob maulucci. vielleicht baut dir auch henseler eine quad, wobei der natürlich mit den tapers nicht viel erfahrung hat.
wojnicki von scott baut sehr angesehene 5-seitige (gibts auch noch...).
ansonsten fallen mir nicht mehr viele zuverlässige, wertstabile und hochwertige quad-bauer ein. in europa kenn ich keinen einzigen der gute quads baut.

die beste investition ist sicher eine brandin oder schroeder. bei brandin musst du dich allerdings fragen ob du wirklich mit so einer teuren rute fischen würdest. zum daheim rumstehen lassen wär sie doch wirklich zu schade, oder?

dazu dass sich nicht alle aktionen mit quads realisieren lassen kann ich wenig stellung nehmen, da ich kein rutenbauer bin. was ich von einem quad-rutenbauer aus USA gehört habe (bob maulucci) ist jedoch, dass sich grundsätzlich alles auch in quad bauen lässt, allerdings man die hexagonalen vorbild-tapers nicht direkt umrechnen kann.


vielleicht kann aber kurt mehr dazu sagen.

viele grüsse
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Kurt Zumbrunn
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Ungelesener Beitrag von Kurt Zumbrunn »

Hallo
Ich kenne Quads persönlich zu wenig, bin aber von folgender Ueberlegung ausgegangen:
Je mehr Kraftfibern in einer Rute vorhanden sind, desto schnellere und leichtere Ruten lassen sich bauen. Wenn ich mir nun eine Rute aus 4 Spleissen vorstelle, müssen die Spleisse zwangsläufig grösser sein, als bei einer 6-fach oder vielspleissigeren Rute. Tonkin hat die Eigenschaft, dass die Kraftfibern nur aussen im Rohr in genügender Dichte vorhanden sind, was bedeutet, dass bei grösseren Spleissen der Anteil Kraftfibern zurück geht. Dies kann man meiner Meinung nach nur kompensieren, wenn die Rute entsprechend dicker gebaut wird, was sich wiederum im Gewicht der Rute niederschlagen dürfte. Soweit zu meinen (theoretischen) Ueberlegungen.
@maruoff
Bei Dir möchte ich mich schon längere Zeit bedanken für die wirklich äusserst interessanten Beiträge in Bezug auf die amerikanische Gesplisstenbauerszene. Sie zeugen von grossem Interesse und Fachwissen - bravo!

Herzliche Grüsse
Kurt Zumbrunn
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Trockenfliegen- und Bambuspurist
maruoff

Ungelesener Beitrag von maruoff »

lieber kurt,

vielen dank für dein lob, das ich gleich zurückgeben möchte.
die liebe zu gespliessten kann ja in der tat suchcharakter annehmen. nicht leicht erklärbar...

ohne belegen zu können woher das jetzt kommt, habe ich irgendwo gelesen/gehört, dass der trick bei quads eben genau die konzentration von kraftfibern auf engem raum ist weil
1. quads bei geringerem durchmesser mehr kraft aufbringen (aufgrund des querschnitts?)
2. weniger kleber notwendig ist um die teile zusammenzukleben

soweit ich weiss sind quads bei vergleichbarer schnurklasse leichter als hex-ruten, was das oben gesagte bestätigen würde. ich muss vielleicht mal nachkramen wo ich das herhabe. ich glaub in einer alten ausgabe von powerfibers (http://www.powerfibers.com) war das mal drin von bob maulucci.

wie gesagt alles ohne gewähr aber sicher irgendwo im netz nachlesbar.
watti

Ungelesener Beitrag von watti »

Hallo Ihr Beiden,

danke für die schnellen Antworten.

@ Kurt: Quads gefallen mir schlicht und einfach aufgrund ihrer Optik, das ist eine reine Bauchentscheidung.

@marcus: Danke für Deinen Beitrag, kann mich den lobenden Worten von Kurt nur anschließen. Natürlich würde ich eine Brandin fischen, was denn sonst, dafür ist sie doch da!

Was mich an dieser Stelle noch interessiert ist der Name Winston, die auch 'ne Quad in 7,9 ft #4-5 und die Frage nach dem Unterschied zwischen hollowbuild vs. massiv?

Gruß Dirk
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Karl
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Ungelesener Beitrag von Karl »

Hallo Dirk, hollowbuild sind hohlgespließte Fliegenruten d.h. der Kern des Blanks ist hohl, hauptsächlich im butt-Teil, in der Spitze nicht machbar. Das spart Gewicht, man kann längere Ruten bauen. Bei massiv ist alles voll Holz, natürlich schwerer, aber mit Sicherheit die stabilere Lösung. Was die Länge der Rute anbelangt, kann ich mich dem Kurt nicht uneingeschränkt anschließen (@Kurt:das gibt schon wieder ein Bier;-)) Du solltest die Länge an dein zu befischendes Gewässer anpassen. Ich hab z.B. ne 9´,#3,3-tlg., in Betrieb, die zwar etwas schwerer ist, aber das ist gewöhnungssache und in zugewachsenen Bächen hat sie Vorteile. Gruß Karl
maruoff

Ungelesener Beitrag von maruoff »

hallo,

die 9ft, #3, karl, ist das eine gespliesste? wenn ja würde es mich sehr interessieren mehr davon zu erfahren.

ich fische auch sehr gerne lange gespliesste z.b. die antigravity in 8,5ft für eine 3/4 er schnur weil die für mein gewässer (oberlauf donau und kleine kreidebäche) ideal ist.

Dirk: finde ich sehr gut dass du die brandin fischen würdest. denn einzig und allein dafür wurde sie ja gemacht. übrigens hat ein bekannter von mir aus USA eine (allerdings nicht hohlgebaut sondern massiv) 7ft #3/4 von Brandin, die er im Frühjahr vielleicht veräussern will. wäre bei dem dollarkurs eine gelegenheit.

und ja, winston hatte ich vergessen. der freund mit der brandin hatte genau die 7ft 9". er empfand sie als zu schnell und steif. das passiert bei quads sehr leicht, dass sie ein zwei schnurklassen höher sind als eigentlich beabsichtigt.

vergessen hatte ich auch noch natürlich dana gray, der nachfolger des legendären quad-bauers sam carlson. alles im oberen preisbereich. alles aber auch ruten die du um dasselbe geld wieder verkaufen kannst, d.h. wertverlust praktisch null.
watti

Ungelesener Beitrag von watti »

Ähm ja, wenn man(n) die Frage nicht genau stellt.... mea culpa

Die Frage nach dem Unterschied ist bezogen auf die Aktion, sind hohlgebaute generell als schneller einzustufen, da sie ja weniger zu bewegende masse haben? Oder ist der Vorteil allein in der Gewichtsreduzierung zu sehen?

Gruß Dirk
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Karl
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Ungelesener Beitrag von Karl »

Hallo Marcus, eine nachgebaute Montague 9´ 3pc. #3 ,läßt sich butterweich werfen. Taper bei hexrod.
Ich glaube wir sollten uns im Frühjahr mal treffen ;-))
Gruß Karl
maruoff

Ungelesener Beitrag von maruoff »

hallo karl,

das wär wirklich spass sich mal zu treffen.
am besten aber im herbst dann sollte ich zwei schöne ruten mehr haben. ausserdem käme dann vielleicht einer mit der eine echte dickerson sein eigen nennt neben einer payne, T&T usw.

Die alten Montagues sind übrigens meiner meinung nach absolut unterschätzt. ich rede nicht von den späteren ruten ab 1930 sondern eher von den ruten um 1900. da sind wirklich erstaunliche stücke dabei, handwerklich sehr ordentlich, hübsch aufgebaut und mit sehr sensiblen aktionen. ich habe für sehr wenig geld eine restaurierungswürdige 7,5ft #2/3 3-teilig erstanden. das muss man sich mal überlegen, dass die zu dieser zeit solche feinen ruten schon gebaut haben...

Dirk: Ich habe übrigens noch zwei gute quad-bauer vergessen: tim zietak (baut im edwards stil; hat auch eine website) und mike spittler; sehr günstig ist kyle druey, der auch hohlgebaute quads baut (allerdings stehen bei ihm tapers und nicht das finish im vordergrund)

quad-ruten sind wirklich eine ausgezeichnete wahl, wenn du eine kräftige, sensible, mitteschnelle allroundrute suchst. die quads die ich bisher geworfen habe, hatten alle so eine typische charakteristik.
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Ungelesener Beitrag von Karl »

War der Montague der Nachfolger oder Sohn oder sonstwas von Heddon (hab da mal was gehört) und wie sind die Preise so bei Montague Ruten (mint/vg+)? Welche Payne hast du? Herbst ist noch sehr lang hin, ich hoffe daß ist dir klar;-)
Gruß Karl
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Kurt Zumbrunn
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Treffen der Bambusliga

Ungelesener Beitrag von Kurt Zumbrunn »

Ich bin auch der Meinung, dass wir uns mal treffen sollten, denn bei soviel interessanten Leuten drängt sich das ja regelrecht auf. Man könnte sich z.B. auf das Forumstreffen in Bad Berka 2005 verabreden, denn ich bin überzeugt, dass auch (noch) nicht Gesplisstenfans davon profitieren könnten. Eine andere Möglichkeit wäre bei mir in Meiringen, Berner Oberland, Schweiz. Ich kann maximal 15 Gäste beherbergen, es ist genug Platz für Testwerfen, Fachsimpeln und je nach Jahreszeit fischen im Gebirge möglich.
Was haltet Ihr davon?
Herzliche Grüsse
Kurt Zumbrunn
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Ungelesener Beitrag von Michael. »

Man könnte sich z.B. auf das Forumstreffen in Bad Berka 2005 verabreden,


Hallo Karl,

genau diese Idee hatten wir auch schon: wir richten im Saal ein Gespließten-Forum ein, indem Gleichgesinnte Fachsimpeln und Werkeln können.

Und vielleicht auch ein richtiges Gespließte-Seminar. Da müssten natürlich einige von den Rutenbauern mitmachen.

Gruß
Michael
maruoff

Ungelesener Beitrag von maruoff »

hallo karl,

montague war keine person sondern eine reine firma, die angelgerät in grossem, praktisch industriellen stil in montague city hergestellt hat. um die Jahrhundertwende (1900) kam dann George Varney, ein Meisterrutenbauer seiner Zeit zu Montague. Das war dann auch die Zeit in der die wohl besten Montagues hergestellt wurden. Leider sind sie oft nicht markiert, hatten aber oft hochwertige "hardware" aus nickelsilber. Ansonsten hat Montague Ruten für die Massen produziert mit minderwertigen komponeneten (z.B. verchromte Hülsen).
ausnahme einige wirklich frühe ruten von varney und spätere top-modelle wie z.B. die redwing oder die manitou. die sind gerade in kürzeren längen recht rar und recht begehrt in den USA. diese beiden top-modelle bekommst du auf ebay in 8,5ft oder so um die 250-500$ je nach zustand.
die anderen guten, unmarkierten montagues sind sehr schwer zu lokalisieren und für uns hier ein echtes lotteriespiel. also wenn es sich nicht wirklich deutlich erkennbar um was gutes handelt würde ich die hände davon lassen.

Heddon ist was ganz anderes und hat nichts mit Montague zu tun. das war eine firma die 1902 von james heddon gegründet wurde und der hat zuerst kunstköder und baitcaster hergestellt meines wissens. später kamen dann die wirklich guten fliegenruten dazu. die sind zum glück eigentlich immer markiert und recht gut zeitlich einteilbar. auch die qualitätsstufen sind prima zu erkennen. das ging von der einfachen #8 bis zur #1000 ("rod of rods" nur auf bestellung).
klasse-ruten, die aber leider auch die letzten jahre im preis stark gestiegen sind. heddon hat auch viele sogenannte trade-ruten gebaut für andere sportfirmen wie z.B. abercrombie-fitch in New York.
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