Kormoran

Hier geht es um wichtige Belange wie Naturschutz, sinnvolle Gewässer-Bewirtschaftung, schonender Umgang mit Umwelt und Kreatur, Ärgernisse (Schlagthemen) wie Klein-Wasserkraft & Kormoran und Rechtliches.

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helmut herrmann
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Ungelesener Beitrag von helmut herrmann »

hallo allgaeufly,

daß Du die Diskussion über das "abholzen von Ufervegetation" endgültig
an den Nagel hängen willst, begrüße ich. Damit haben auch andere Teil-
nehmer die Chance, unbeeinflußt zu Worte zu kommen.

H. Herrmann
horstie honk

Ungelesener Beitrag von horstie honk »

zurück zum thema

bei der reduzierung der kormoranebestände an ihren nistplätzen, fallen doch bestimmt unmengen von kormoraneiern an. (ich gege davon aus, dass das 'putzen' der nester nicht so gut ankommen wird. deswegen)
was geschieht mit den selbigen?

viele grüße
horstie, echt besorgt, honk
Jens2001
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Ungelesener Beitrag von Jens2001 »

meines wissen legen die Kormorane neue Eier, wenn ihnen die alten apanden kommen....
gibt in Dänemark eine Kollonie, die dezimeiert werden sollund da werde ndie Eier meies Wissens durch Gipseier ersetzt, damit die Tierechen keine neuen legen sollen.....

LG Jens
horstie honk

Ungelesener Beitrag von horstie honk »

gut erkannt mein junge :) dass das tier neue eier legt. nur das war nicht die frage.

das mit dem gipseiern ist so auch nicht das gelbe vom ei: das ding rollt sie einfach aus dem nest und legt ein neues. dies wissen setzte ich voraus, als ich meine frage stellte ... .ma wieder mein fehler...

noch was an vorschlägen?

grüße
horstie 'höflichkeit' honk
Olaf Kurth
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Ungelesener Beitrag von Olaf Kurth »

... nicht nur in Dänemark, auch unsere Kollegen in Polen haben vor Jahren die Erfahrung gemacht, dass Gips- oder Plastikeier von den Vögeln so schnell wie möglich aus dem Nest gestoßen worden und entsprechend neue Eier gelegt wurden.

Die Abschussquoten (hier mal 30 da mal 50 Tiere) haben allenfalls Alibi-Funktion. Ich erinnere mich, dass auf Günther Feuersteins HP schon 1999 von einem wissenschaftlichen Projekt über Kormoranreduzierung an Bodenseezuflüssen berichtet wurde. Im Bereich einer Kolonie von etwa 1000 Kormoranen wurden über das gesamte Jahr annähernd 6000 Tiere getötet mit dem Ergebniss, dass Ende des Jahres wieder 1000 Kormorane da waren. Die Ausfallraten wurden durch zuwandernde Vögel ausgeglichen.

Ein ähnliches Phänomen setzt folglich ein, wenn lokal vielleicht mal 50 oder 60 Tiere getötet werden (in ganz Hessen durften z.B. nur 150 Kormorane getötet werden). Um einen nachhaltigen Druck auf die Gesamtpopulation ausüben zu können, müssen letale Vergrämungen von 200 000 bis 300 000 Tieren in den Brutkolonien erfolgen. Da diese Maßnahmen zunächst auf politischer Ebene durchgesetzt und mit viel Manpower organisiert und schließlich finanziert werden müssen, geht sehr viel Zeit ins Land.

Leider sind auch die Fließgewässer in unserer Gegend Ziel der hungrigen Vögel geworden. An einem ausgezeichneten Äschenrevier eines mittleren Baches im Stadtgebiet habe ich heute Morgen einen Schlafbaum mit ca. 20 Kormoranen entdeckt und werde morgen eine Abschussgenehmigung (Vogelschrot) bei der Unteren Jagdbehörde beantragen.

Trotzdem darf nicht vergessen werden, dass die ganze Dramatik durch falsche Naturschutzpolitik auf höchster Ebene enstanden ist.

Gruß, Olaf
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horstie honk

Ungelesener Beitrag von horstie honk »

ha! wie ist es möglich 6't tiere zu schießen, wenn nur 1't da sind?
alkifly kennt die antwort. da bin ich mir sicher.
dass die ganze Dramatik durch falsche Naturschutzpolitik auf höchster Ebene enstanden ist.
antwort wie immer per PN.

grüße
horstie 'windei' honk
Olaf Kurth
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Ungelesener Beitrag von Olaf Kurth »

@ Thomas:

Wer lesen kann ist klar im Vorteil:

"...wurden über das gesamte Jahr annähernd 6000 Tiere getötet ..."

d.h. in diesem Gebiet wurden nicht auf einmal 6000 Kormorane sondern über das ganze Jahr verteilt insgesamt an die 6000 Tiere geschossen. Compris???????

Habe die Ehre,

Olaf
Und Gott sprach zu den Steinen im Fluss: "Wollt ihr Mitglieder der UNERSCHROCKENEN werden?" Und die Steine antworteten: "Nein Herr, dafür sind wir nicht hart genug."
horstie honk

Ungelesener Beitrag von horstie honk »

sorry, hatte ich echt überlesen.

hätten die fröhlich munter weiter geballter, wäre irgend wann schluss gewesen. wetten?

grüße
horstie honk
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Frank.
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Ungelesener Beitrag von Frank. »

Original geschrieben von royal coachman
Hallo Frank !

Endlich ein vernünftiger Vorschlag, besonders der gefüllte Kormoran könnte sich als alternativer Festtagsbraten zu Karpfen blau etablieren.

Leckere Rezepte zu Kormoran gibt es übrigens schon!

freundlichst

Royal Coachman
Prima, danke! Nun bin ich auf die Idee gekommen, das einmal zu googlen - und tatsächlich gibt es höchst praktikable Vorschläge auf

http://www.anglertreff-thueringen.de/pd ... rmoran.pdf

Waidmanns Heil! Das geht gleich per Mail an einen befreundeten Jäger, der auch Fliefi ist ... Meine Frau ist jederzeit bereit, das auszuprobieren - sobald hier ein Kormoran auf dem Tisch liegt, berichte ich von den Erfahrungen.
Wenn ich die Photos sehe, die hier im Forum so gepostet werden, wird mir ganz schlecht. Da hat es uns vergleichsweise noch gut getroffen. Schon viel kleinere Kolonien schaffen es eben, eine Gewässerstrecke ratzeputz zu leeren - was SOLCHE Mengen anrichten können, vermag man sich ja kaum vorzustellen.


Euer Frank
fokke

Ungelesener Beitrag von fokke »

Original geschrieben von Jens2001
@ Alle

noch einmal speziell zum Problem Kormoran in Thüringen.......
.......also traditionell historisch gesehen, war der Kormoran in der Vergangenheit in Thüringen niemals ein heimischer Vogel!!!!
Der Kormoran wurde in der Vergangenheit aus den bekannten Gründen fast ausgerottet und bis anfang / mitte der 80ziger Jahre sicherlich als bedroht anzusehen.....
moin ich versuche mal wertfrei zu fragen:
wenn der kormoran in der vergangenheit kein heimischer vogel war, wie konnte er dann in der vergangenheit "fast ausgerottet" werden?
wenn er nicht heimisch war konnte man ich auch nicht ausrotten, da er ja gar nicht anwesend war...seh ich da was falsch?
ich bitte um aufklärung. also gab es den kormoran in der vergangenheit oder nicht?

tl fokke.
Zuletzt geändert von fokke am 13.02.2006, 18:09, insgesamt 1-mal geändert.
Maggov
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Ungelesener Beitrag von Maggov »

Original geschrieben von Olaf Kurth
... nicht nur in Dänemark, auch unsere Kollegen in Polen haben vor Jahren die Erfahrung gemacht, dass Gips- oder Plastikeier von den Vögeln so schnell wie möglich aus dem Nest gestoßen worden und entsprechend neue Eier gelegt wurden.
Hallo Olaf, Hallo Jens,

ich kenne einen ähnlichen Trick von Stadttauben. Da werden die Eier gekocht und wieder reingelegt... vielleicht sind Gips- und Plastikeier nicht realistisch genug.

-> war nur ne Idee.

Viele Grüsse

Markus

Der heute gelernt hat was ein Fusel ist... :)
fokke

Ungelesener Beitrag von fokke »

Original geschrieben von allgaeufly
könnte mir vorstellen, daß die anwesenheit von fischadlern, wanderfalken u.a.greifvögeln die kormorane zumindest stört. so wie sich die raben massiv durch mäusebussarde gestört fühlen! ob es klappt, weiß ich nicht!

moin,
bei uns am wittensee haben wir ein seeadlerpaar, das den kormoran schon etwas in grenzen hält. zumindest werden unter den adlerhorsten auch reste von kormoranen gefunden.

meine (laienhafte) folgerung daraus....wenn die natur halbwegs in ordnung ist, so dass es natürliche feinde des kormorans gibt, ist das problem mit dem schwarzen vogel nicht mehr so gross!

tl
Jens2001
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Ungelesener Beitrag von Jens2001 »

@ foke.......

hm mein Statement war gratimalalisch wohl nicht ganz exykt geschrieben, was ich hiermit berichtigen möchte.......

1. In Thüringen war der Kormoran niemals ein heimischer Vogel.....
2. auf ganz Deutschland, bzw. sogar Europa bezogen wurde der Kormoran wegen seiner Vorliebe für Fisch fast ausgerottet.....

jetzt solltes aber klar sein, wie das mit dem Kormoran ist!!!!

LG Jens
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Frank.
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Ungelesener Beitrag von Frank. »

Original geschrieben von fokke


moin ich versuche mal wertfrei zu fragen:
wenn der kormoran in der vergangenheit kein heimischer vogel war, wie konnte er dann in der vergangenheit "fast ausgerottet" werden?
wenn er nicht heimisch war konnte man ich auch nicht ausrotten, da er ja gar nicht anwesend war...seh ich da was falsch?
ich bitte um aufklärung. also gab es den kormoran in der vergangenheit oder nicht?

tl fokke.
Lieber Fokke,

darüber habe ich mich schon einmal ein bißchen kundig gemacht: Schon im 18. und 19. Jahrhundert war der Kormoran nur noch in wenigen Gebieten Deutschlands (und zwar an der Küste) heimisch; bereits um 1900 galt er bei uns (und überhaupt in Europa) als ausgerottet. 1890 wurde die letzte bekannte Brutkolonie beim Bau des Nord-Ostsee-Kanals vernichtet; alle Vögel wurden abgeschossen.
Um 1950 siedelten sich dann wieder erste Brutpaare zunächst in Dänemark, Schweden, Ostdeutschland und dann Niedersachsen an.
1982 begann ein künstlicher, erster Brutversuch am Plöner See; 1983 wurde die erste Kolonie am Selenter See heimisch.
Seither begann der wirklich einzigartige Triumphzug: im Jahre 1970 schätzten Biologen den Gesamtbestand an Kormoranen in ganz Europa auf ca. 25.000 Vögel; 1999 wurden bereits mehr als 1.000.000 Tiere ingesamt gezählt; 300.000 davon befanden sich im brutfähigen Alter Wie viele mögen es heute sein? Eine neuere Zahl kenne ich leider nicht.
Anzumerken ist freilich, daß diese neueren Zahlen sich Quellen von Kormoran-Freunden bzw. einem hier sehr kontrovers diskutierten Vortrag eines Wissenschaftlers verdanken, der sich entschieden für einen strengen Schutz des Vogels eingesetzt hat. Daß der Kormoran hingegen um 1900 eigentlich schon ausgestorben war, läßt sich auch in historischen Lexika nachlesen. Zuverlässige Zahlen aus dem 18. oder 19. Jahrhundert gibt es indes naturgemäß nicht, aber die Beobachtungen des Vogels werden in der Literatur zumeist als "selten" apostrophiert. Fest steht wohl auch: So viele Kormorane wie heute hat es in Deutschland niemals zuvor gegeben.
Wer selbst in alten Lexika nachschlagen möchte: Man findet den Kormoran in der Regel im Artikel "Raben" oder "Rabenvögel".

Herzlich grüßt
Frank
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Dirk Janßen
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Ungelesener Beitrag von Dirk Janßen »

1890 wurde die letzte bekannte Brutkolonie beim Bau des Nord-Ostsee-Kanals vernichtet; alle Vögel wurden abgeschossen.
Siehste, geht doch!

Dirk
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