Zusammenarbeit der Vereine/Äschenbesatz aus dem Einzugsgebie
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Zusammenarbeit der Vereine/Äschenbesatz aus dem Einzugsgebie
Hallo,
kurze Einleitung:
ich bin Gewässerwart an einem Diemelzufluß. Im Vorstand unseres Vereines ist auf mein Drängen nun eine Diskussion zur Sinnhaftigkeit von Besatzmaßnahmen entbrannt. Alle aktuellen wissentschaftlichen Studien (z.B. als Broschüre beim entsprechenden Ministerium NRW's zu beziehen) belegen, dass Besatzmaßnahmen mit Bachforellen an Gewässern, wo diese sich selbstständig reproduzieren überflüssig, ja gerade zu schädlich sind. Es wurde oft aus dem Gefühl heraus es wird ja nichts mehr gefangen besetzt. Aber auch hier weisen die Studien nach, dass sich dadurch noch nicht einmal der Fangerfolg (langfristig) steigern lässt. Meiner Forderung nach einem Bachforellenbesatzstop wird nun wohl nachgekommen. Da bleibt nun Geld übrig. Verwendet soll dies nun für die Wiedereinbürgerung von verschwundenen Arten und der Stärkung des Äschenbestandes. Wenn ich mich nicht täusche, hat die Äsche eine besonders hohe Nitratempfindlichkeit, die wahrscheinlich die natürliche Reproduktion in unserem Gewässer zur Zeit unmöglich macht. Das Thema Uferrandstreifen und Extensivierung der Landwirtschaft als Lösung wird im Auge behalten, übersteigt aber unseren politischen Einfluß. Zumindestens kurzfristig werden wir das Problem der übermäßigen Nährstoffeinträge nicht in den Griff kriegen.
Gibt es hier Leute aus einem Verein, der Strecken aus dem Diemelsystem bewirtschaften?
Kennt jemand Ansprechpersonen (Gewässerwarte, Vorsitzende,..)?
Die Zielsetzung ist die Vernetzung der Vereine des Gewässersystems. Sehr optimistisch, aber ich denke, dass alleine die Zusammenarbeit von zwei bis drei Vereinen als erster Schritt, diesen selbst und natürlich dem Gewässer viel positives bringen kann.
Hier auch nochmal das Titelthema: gezielte Förderung der Diemeläsche. Durch gemeinsame Auftragsabgabe an entsprechende Fischzüchter und Wissens- bzw Erfahrungsaustausch wird erfolgreicheres Arbeiten möglich. Gerade was auch den Umgang mit anderen Natürschutzvereinen, Landwirten und Behörden angeht, kann ein solches Bündnis ein großer Vorteil sein.
Habt ihr schon Erfahrungen mit der Zusammenarbeit von Vereinen eines Gewässersystems gemacht?
Welche Projekte ließen sich umsetzen? Welche nicht?
Stirbt ein solches Vorhaben an den zu hoch gesetzten Ansprüchen, am inneren Schweinehund, am fehlenden Bewußtsein oder ist einfach kein Interesse vorhanden.
Klappt sowas nur in großen Vereinen mit klarer Hierarchie? Klappt es bei einem gleichberechtigtem Zusammenschluß kleiner Vereine nicht?
Fragen über Fragen. Ich würde mich freuen, wenn ich mal Eure Meinung zu diesem breiten Thema erfahren könnte.
Viele Grüße
Jens
kurze Einleitung:
ich bin Gewässerwart an einem Diemelzufluß. Im Vorstand unseres Vereines ist auf mein Drängen nun eine Diskussion zur Sinnhaftigkeit von Besatzmaßnahmen entbrannt. Alle aktuellen wissentschaftlichen Studien (z.B. als Broschüre beim entsprechenden Ministerium NRW's zu beziehen) belegen, dass Besatzmaßnahmen mit Bachforellen an Gewässern, wo diese sich selbstständig reproduzieren überflüssig, ja gerade zu schädlich sind. Es wurde oft aus dem Gefühl heraus es wird ja nichts mehr gefangen besetzt. Aber auch hier weisen die Studien nach, dass sich dadurch noch nicht einmal der Fangerfolg (langfristig) steigern lässt. Meiner Forderung nach einem Bachforellenbesatzstop wird nun wohl nachgekommen. Da bleibt nun Geld übrig. Verwendet soll dies nun für die Wiedereinbürgerung von verschwundenen Arten und der Stärkung des Äschenbestandes. Wenn ich mich nicht täusche, hat die Äsche eine besonders hohe Nitratempfindlichkeit, die wahrscheinlich die natürliche Reproduktion in unserem Gewässer zur Zeit unmöglich macht. Das Thema Uferrandstreifen und Extensivierung der Landwirtschaft als Lösung wird im Auge behalten, übersteigt aber unseren politischen Einfluß. Zumindestens kurzfristig werden wir das Problem der übermäßigen Nährstoffeinträge nicht in den Griff kriegen.
Gibt es hier Leute aus einem Verein, der Strecken aus dem Diemelsystem bewirtschaften?
Kennt jemand Ansprechpersonen (Gewässerwarte, Vorsitzende,..)?
Die Zielsetzung ist die Vernetzung der Vereine des Gewässersystems. Sehr optimistisch, aber ich denke, dass alleine die Zusammenarbeit von zwei bis drei Vereinen als erster Schritt, diesen selbst und natürlich dem Gewässer viel positives bringen kann.
Hier auch nochmal das Titelthema: gezielte Förderung der Diemeläsche. Durch gemeinsame Auftragsabgabe an entsprechende Fischzüchter und Wissens- bzw Erfahrungsaustausch wird erfolgreicheres Arbeiten möglich. Gerade was auch den Umgang mit anderen Natürschutzvereinen, Landwirten und Behörden angeht, kann ein solches Bündnis ein großer Vorteil sein.
Habt ihr schon Erfahrungen mit der Zusammenarbeit von Vereinen eines Gewässersystems gemacht?
Welche Projekte ließen sich umsetzen? Welche nicht?
Stirbt ein solches Vorhaben an den zu hoch gesetzten Ansprüchen, am inneren Schweinehund, am fehlenden Bewußtsein oder ist einfach kein Interesse vorhanden.
Klappt sowas nur in großen Vereinen mit klarer Hierarchie? Klappt es bei einem gleichberechtigtem Zusammenschluß kleiner Vereine nicht?
Fragen über Fragen. Ich würde mich freuen, wenn ich mal Eure Meinung zu diesem breiten Thema erfahren könnte.
Viele Grüße
Jens
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Hallo Jens,
ich kann auf das Äschenprojekt der ARGE-Sinntal verweisen. Das trägt mittlerweile Früchte und unser Fischzüchter kann in diesem Jahr Äschen aus der Sinn/Maineinzugsgebiet liefern. Allerdings sind wir eine ARGE und kein Verein, also werden Entscheidungen nach Disskusion im kleinen Kreis gefällt.
Schau Dir mal diese Seite an: ARGE-Sinntal
Unser Fischzüchter Lothar Keidel hat (glaube ich) auch Kontakte zur Diemel (Lachse). Ohne einen begeisterungsfähigen und engagierten Züchter hätte das Programm keinen Erfolg gehabt.
Viel Gück und Durchhaltevermögen wünscht,
Peter
ich kann auf das Äschenprojekt der ARGE-Sinntal verweisen. Das trägt mittlerweile Früchte und unser Fischzüchter kann in diesem Jahr Äschen aus der Sinn/Maineinzugsgebiet liefern. Allerdings sind wir eine ARGE und kein Verein, also werden Entscheidungen nach Disskusion im kleinen Kreis gefällt.
Schau Dir mal diese Seite an: ARGE-Sinntal
Unser Fischzüchter Lothar Keidel hat (glaube ich) auch Kontakte zur Diemel (Lachse). Ohne einen begeisterungsfähigen und engagierten Züchter hätte das Programm keinen Erfolg gehabt.
Viel Gück und Durchhaltevermögen wünscht,
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Hallo Jens,
meine Freunde von der Ybbs machen genau das - und zwar recht erfolgreich!
Siehe http://www.ybbs-aesche.at/!
Wenn du persönlich mit Leuten vom Vorstand Kontakt aufnehmen möchtest,
kann ich dir gern Kontakte knüpfen.
Lg,
Clemens
meine Freunde von der Ybbs machen genau das - und zwar recht erfolgreich!
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Lg,
Clemens
A curious thing happens when fish stocks decline: People who aren't aware of the old levels accept the new ones as normal. Over generations, societies adjust expectations downward .. (Kennedy Warne)
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Hallo.
Ich habe vorhin etwas recherchiert. Einige pdf-files kannte ich schon. Dennoch hatte ich das eine oder andere Mal das Gefühl mit einem gefährlichen Halbwissen herumzulaufen. Wenn ich da an die Besatzaktionen einiger Vereine denke...
Dass die Beseitigung struktureller Defizite, nicht nur im Hinblick auf die WRRL, einen zentralen Punkt einnimmt, ist klar. Der Umgang mit den konventionellen Landwirten erweist sich oftmals als schwierig. Mit der Verwaltung ebenfalls. Sobald das Wort Angelverein fällt, geht es mit Entgegenkommen, Freundlichkeit und Toleranz bergab. Die Tatsache, dass im Rahmen der WRRL Anforderungen Einiges auf sie zukommen wird, verstärkt dies eher, als dass es die Zusammenarbeit erleichtert. Irgendwie paradox, aber dennoch leicht zu erklären.
Ich möchte nicht den Eindruck erwecken, dass ich nun zweifelhafte Besatzmaßnahmen gegenüber struktureller Aufwertung bevorzuge. Letztlich ist neben den oben genannten Problemen auch der Widerstand im eigenen Verein ein Faktor. Besetzen ist einfacher als selber die Schaufel in die Hand nehmen.
Mal sehen, ob sich die Anderen davon überzeugen kann. Ich glaube mit Bier und Grillfleisch (gegen Spende) lassen sie sich bestechen.
Man wächst mit seinen Aufgaben.
Gruß
Jens
Ich habe vorhin etwas recherchiert. Einige pdf-files kannte ich schon. Dennoch hatte ich das eine oder andere Mal das Gefühl mit einem gefährlichen Halbwissen herumzulaufen. Wenn ich da an die Besatzaktionen einiger Vereine denke...
Dass die Beseitigung struktureller Defizite, nicht nur im Hinblick auf die WRRL, einen zentralen Punkt einnimmt, ist klar. Der Umgang mit den konventionellen Landwirten erweist sich oftmals als schwierig. Mit der Verwaltung ebenfalls. Sobald das Wort Angelverein fällt, geht es mit Entgegenkommen, Freundlichkeit und Toleranz bergab. Die Tatsache, dass im Rahmen der WRRL Anforderungen Einiges auf sie zukommen wird, verstärkt dies eher, als dass es die Zusammenarbeit erleichtert. Irgendwie paradox, aber dennoch leicht zu erklären.
Ich möchte nicht den Eindruck erwecken, dass ich nun zweifelhafte Besatzmaßnahmen gegenüber struktureller Aufwertung bevorzuge. Letztlich ist neben den oben genannten Problemen auch der Widerstand im eigenen Verein ein Faktor. Besetzen ist einfacher als selber die Schaufel in die Hand nehmen.
Mal sehen, ob sich die Anderen davon überzeugen kann. Ich glaube mit Bier und Grillfleisch (gegen Spende) lassen sie sich bestechen.
Man wächst mit seinen Aufgaben.
Gruß
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Hallo,
ein kleines Fazit (für mich)
da ich aber nichts für mich behalten kann, poste ich es:
-keine interessierten Leute aus Vereinen des Diemelsystems
-gar keine Leute, die Informationen oder Kontakte zu jenen Vereinen haben oder preisgeben wollen
-gar keine Äußerungen zum Thema "Vereinsvernetzung"
-nun ist fast ein Monat vergangen und jegliche Diskussion ist in zwei Tagen abgehandelt gewesen.
-gemeldet haben sich die üblichen Verdächtigen, aber nur - ohne dies abzuwerten - zum Thema Äschenbesatz
daraus schließe ich:
->die Darstellung/Vermarktung meines Anliegens ist verbesserungsfähig
bzw. es fehlen die großen Gefühle - möglicherweise Gewalt, Sex und andere Drogen - wie in den großen Schlachten um Pachtverträge, um ein breiteres Spektrum der Leserschaft ihrer Meinung zu berauben.
->das gute alte Telefon in die Hand nehmen und Vereinsvorstände terrorisieren
Spaß beiseite. Ich erwarte hier von Niemanden etwas.
@L.
Dass strukturverbessernde Maßnahmen bei einer gute Gewässergüte das A und O sind, ist klar. Tiefen- und Substratvarianz sind von entscheidender Bedeutung, was die Bildung von (Micro)-Habitaten angeht. Das schließt dann natürlich auch ein gut mit Sauerstoff versorgtes Kieslückensystem (Laichbetten) mit ein.
Ich hatte eine Nitrat-Empfindlichkeit der Äsche angesprochen. Ich kenne es nur vom Hören-Sagen. Hat jemand dazu fundierte Werte aus entsprechenden Studien? Trifft dies nämlich zu, ist, wie beim Eingangsposting erwähnt, an eine natürliche Äschenreproduktion nicht zu denken. Ok, strukturverbessernde Maßnahmen, mit oben genannten Eigenschaften, haben auch eine erhöhte Selbstreinigungskraft zur Folge. Dies kann aber der Dünge-Wut mancher Landwirte sicherlich nicht viel entgegenwirken.
Wie wohl bereits ersichtlich, bin ich kein Freund von Besatzmaßnahmen. Nun muss ich aber zugeben - unter anderem auch den Besatzwütigen meines Vereins gegenüber, dass die bereits besetzen Äschen sich prächtig entwickelt haben. Fingerlang besetzt, weisen sie mittlerweile Größen bis vierzig Zentimetern auf. Ok, auch dies sind im Prinzip nur Annahmen, aufgrund von Fängen mit der Fliege. Es gab keine Bestandserhebung mittels E-Fisch.-Aggregat, die einen "Besatzerfolg" nachweisen kann.
Dies läßt sich mit Sicherheit auch nicht auf jedes Gewässer übertragen. Vielleicht war es nur Glück.
Wenn etwas passiert, werde ich berichten.
Viele Grüße
Jens
ein kleines Fazit (für mich)
da ich aber nichts für mich behalten kann, poste ich es:
-keine interessierten Leute aus Vereinen des Diemelsystems
-gar keine Leute, die Informationen oder Kontakte zu jenen Vereinen haben oder preisgeben wollen
-gar keine Äußerungen zum Thema "Vereinsvernetzung"
-nun ist fast ein Monat vergangen und jegliche Diskussion ist in zwei Tagen abgehandelt gewesen.
-gemeldet haben sich die üblichen Verdächtigen, aber nur - ohne dies abzuwerten - zum Thema Äschenbesatz
daraus schließe ich:
->die Darstellung/Vermarktung meines Anliegens ist verbesserungsfähig
bzw. es fehlen die großen Gefühle - möglicherweise Gewalt, Sex und andere Drogen - wie in den großen Schlachten um Pachtverträge, um ein breiteres Spektrum der Leserschaft ihrer Meinung zu berauben.
->das gute alte Telefon in die Hand nehmen und Vereinsvorstände terrorisieren
Spaß beiseite. Ich erwarte hier von Niemanden etwas.
@L.
Dass strukturverbessernde Maßnahmen bei einer gute Gewässergüte das A und O sind, ist klar. Tiefen- und Substratvarianz sind von entscheidender Bedeutung, was die Bildung von (Micro)-Habitaten angeht. Das schließt dann natürlich auch ein gut mit Sauerstoff versorgtes Kieslückensystem (Laichbetten) mit ein.
Ich hatte eine Nitrat-Empfindlichkeit der Äsche angesprochen. Ich kenne es nur vom Hören-Sagen. Hat jemand dazu fundierte Werte aus entsprechenden Studien? Trifft dies nämlich zu, ist, wie beim Eingangsposting erwähnt, an eine natürliche Äschenreproduktion nicht zu denken. Ok, strukturverbessernde Maßnahmen, mit oben genannten Eigenschaften, haben auch eine erhöhte Selbstreinigungskraft zur Folge. Dies kann aber der Dünge-Wut mancher Landwirte sicherlich nicht viel entgegenwirken.
Wie wohl bereits ersichtlich, bin ich kein Freund von Besatzmaßnahmen. Nun muss ich aber zugeben - unter anderem auch den Besatzwütigen meines Vereins gegenüber, dass die bereits besetzen Äschen sich prächtig entwickelt haben. Fingerlang besetzt, weisen sie mittlerweile Größen bis vierzig Zentimetern auf. Ok, auch dies sind im Prinzip nur Annahmen, aufgrund von Fängen mit der Fliege. Es gab keine Bestandserhebung mittels E-Fisch.-Aggregat, die einen "Besatzerfolg" nachweisen kann.
Dies läßt sich mit Sicherheit auch nicht auf jedes Gewässer übertragen. Vielleicht war es nur Glück.
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Viele Grüße
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