Moin!
Aaalso ...
... es sind wie so oft Begriffe die alle etwas mit dem Thema zu tun haben durcheinandergekommen.
"Switch" hat einfach mehrere Bedeutungen:
1. Es gibt den sog. "Switch"-(Wurf). Dabei handelt es sich um einen dynamischen Rollwurf. Manche sagen dazu Unterhandwurf, andere Forward- oder Single Spey. Möglicherweise unterscheiden sich diese in kleinen Details, auf die es hier in diesem Zusammenhang keinen Sinn hat einzugehen. Diesen Wurf, bzw. diese Würfe kann man sowohl einhändig wie auch zweihändig ausführen.
Andere Forenteilnehmer werden mich hier sicher korregieren.

2. Der Begriff wird von der rutenbauenden Industrie seiner englischsprachigen Bedeutung nach im Sinne von "umschalten" oder "wechseln" gebraucht.
Also handelt es sich im Falle einer vom Hersteller so bezeichneten "Switchrute" um eine "Umschalt-" bzw. "Wechselrute" mit der man zwischen den Wurftechniken "zweihand" und "einhand" wechseln soll oder kann, je nachdem wie es die Situation am Wasser erfordert. Dieses Wechseln wird ermöglicht, indem man diese Ruten deutlich kürzer hält, den Griff etwas verkürzt, und besonders leicht baut, denn sonst wäre diese einhändige Option nicht wirklich über mehr als drei Würfe lang nutzbar.
3. Der Begriff "Switchrute" wird halt in der Umgangssprache der Fliegenfischer auch schon mal ganz gerne für eine Rute verwendet welche sich individuell besonders gut für Switchwürfe eignen soll, einhändig wie zweihändig.
Es mischen sich in diesem Begriff also Jargon, Produktbezeichnung und Wurftechnik.
Eine Zweihandrute ist halt eine Zweihandrute, eine Zweihandrute eben, ohne wirklich praktikable Option sie einhand zu werfen, und ganz sicher nach AFFTA-Zweihandklassen eingestuft.
Bei den herstellerseitig so bezeichneten "Switchruten" ist es halt, wie schon geschrieben, von Hersteller zu Hersteller verschieden ob sie nach AFFTA-Einhand- oder-Zweihandklassen eingestuft sind.
Zur Verwirrung, welche Leinen am besten auf diese Ruten passen kommt auch noch individuelle(r) Vorliebe und Wurstil, hierbei besonders die individuelle Qualität der Rotation bei zweihändigem Werfen, zum tragen. Das heißt, der Eine wirft tendenziell lieber schwerere oder leichtere Leinen als der Andere, und mancher hat halt eben mehr oder weniger "Bumms" im Wurf. Obendrein gibt es ja auch noch verschiedene Wurftechniken wie Überkopf, Unterhand oder Skagit, die zudem auch noch teilweise sehr unterschiedliche Leinengewichte und -profile erfordern um technisch optimal umgesetzt werden zu können.
Hierzu muss man sich einfach einlesen.
Ich hoffe nun, nicht noch mehr zur Verwirrung beigetragen zu haben!
TL
Ralph