The American Style

Fliegenwerfen - wie geht das eigentlich? Wie kann ich meine Leine effektiver ausbringen und Fehler ausmerzen? Was hat es mit den AFTMA-Klassen auf sich? Was sind Spezial- und Trickwürfe? Fragen über Fragen! Hier könnt Ihr Euch gegenseitig helfen.

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TorstenHtr
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Re: The American Style

Ungelesener Beitrag von TorstenHtr »

Hallo,

in solchen Kategorien / Stilen zu denken ist meiner Meinung nach nicht mehr zeitgemäß, u.a. findet man in den USA unterschiedliche Werfer mit ihren persönlichen Stilen. Ein guter Werfer kann auch seinen Stil inkl. der Rutenhaltung / Griff dynamisch der Situation anpassen.

Der klassische Überkopfwurf mit Ellenbogen vorn ist übrigens sehr typisch für die Disziplin Fliege Ziel im Castingsport, fast alle werfen so - ich habe noch nie einen mit dem Gebetsroiter Stil gesehen beim Casting. Es ist auch sehr schwierig, mit dem Zeigefinger oben zu werfen, wenn man die Rute exakt vertikal führt. Fast alle verwenden den Daumengriff oder den "Zangengriff", siehe u.a. hier:
https://www.youtube.com/watch?v=VFCl5VGFZXA

Ich halte es für sehr unwahrscheinlich, dass sich der Gebetsroiter Wurfstil in Europa (überwiegend) etabliert hat (ich kenne keine offiziellen Statistiken, aber außerhalb des deutschsprachigen Raums nur wenig bekannt).

Viele Grüße,
Torsten
fliegenfeger
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Re: The American Style

Ungelesener Beitrag von fliegenfeger »

Hallo,

in Österreich und der Schweiz wird sehr viel mit dem Gebetsroither Stil geworfen, da Leute wie Moser, Aigner und Hebeisen doch einen großen Einfluß auf die Fliegenfischerei haben (hatten).
Es gibt Situationen wo das unten durch( nach hinten) oben drüber (nach vorn) Vorteile bringt. Für Distanzwerfen wird meist Daumen mit oben drüber, oben drüber verwendet, wobei ich erstaunt war was da mit Zeigefinger und Gebetsroither möglich ist.
Die reduzierte Bewegung vor dem Körper ähnelt der Unterhandtechnik, womit man auch gute Distanzen werfen kann. Für die maximalen Distanzen fehlt der Arbeitsweg, weshalb heute fast alle mit 170° werfen.

Gruß
Armin
orkdaling

Re: The American Style

Ungelesener Beitrag von orkdaling »

Moin nochmal,
hatte ich weiter oben schon eræhnt, sehe ich uebrigens so wie Torsten - Østerreich/Schweizer Stil - wenig bekannt in anderen Regionen.
Wo ist hier der Daumen, passt ein Buch untern Arm ?
https://youtu.be/h1XP0NRRGkA
https://youtu.be/aqUCBoktzuA
Wenn ich nur mal nachdenke, ich musste eine EH#5/6 aus dem Wasser heben und hab vielleicht noch einen Poly/Sinkspitze dran - da muss ich die vier Finger unterm Griff haben, den Daumen oben, oder halt nach einer Stunde nach hause gehen.
Nicht andes ist es wenn ich mit einer #6 mit 10ft los ziehe, da bricht mit der Zeigefinger ab und mit angelegtem Arm eine Keule zurueck schwingen, einen Switch Cast machen geht ja wohl auch nicht.
Zigarrengriff und Zeigefingerhaltung sind da angebracht wo ich mit leichtem Zeug wedle, wo keine grossen Weiten erforderlich sind.

Ob man nun American sagt , ist doch relativ egal, so wirft man auch in IS oder NZ oder...
Gruss Hendrik
fliegenfeger
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Re: The American Style

Ungelesener Beitrag von fliegenfeger »

Hallo Hendrick,

gerade beim Rückwurf, auch oben drüber, hast du mit dem Zeigefingergriff einen Vorteil und du kannst mehr Kraft auf die Rute ausüben. Was gut funktioniert mit Zeigefinger nach hinten und mit Daumen nach vorn werfen.

Gruß
Armin
orkdaling

Re: The American Style

Ungelesener Beitrag von orkdaling »

Moin Armin,
haste falsch verstanden, ich muss den gesunkenen bzw gewichtigen Kopf/ Belly aus dem Wasser heben und nach hinten beschleunigen. Dazu muss ich die Finger unter der Rute haben, eigentlich wie an einem Tragegriff/Henkel. Mit Zeigefinger oben hab ich nur die Fingerspitzen darunter, das geht vielleicht bis #4/5 und bei kurzen EH, bei den beschriebenen leinen mit Sinktip oder gewichtigen Belly bzw den gezeigten Wurfen (Videos) hast du da aber Probleme. Nicht mal meine klobigen Finger halten das aus und schon gar nicht das Handgelenk.
Dazu kommt noch die Schnuraufnahme, siehe hier - https://youtu.be/eUdQzxvgt1U
Wie ich schon schrieb, Zeigefinger ok, aber da wo es auch praktikabel und komfortabel ist. Ich muss 3 Monate aushalten bis die Saison um ist.
Gruss Hendrik
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Harald aus LEV
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Re: The American Style

Ungelesener Beitrag von Harald aus LEV »

Das ist ja alles OK, aber nicht jeder hat nen schweren Kopf und entsprechende (sinkende) Spitzen im Wasser. Deshalb bitte nicht immer wieder besondere Situationen hervorheben. Das erweckt den Eindruck, dass dies die Regel ist. Das mag in manchen Regionen der Fall sein, ist in vielen anderen jedoch nicht so.
Die meisten Fischer hier in unserer Gegend und im weiten Umkreis haben, besonders wenn es auf Forelle, Äsche, Döbel, Barben u,a. Fischarten in unseren Flüssen geht i.d.R. eine Schwimmschnur auf der Rolle. Da dann manchmal einen Polyleader vorgeschaltet. Das alles lässt sich problemlos den ganzen Tag mit *ner 4er bis 6er Rute mit Zeigefingergriff werfen.
Der Österreichische Wurfstil hat nicht nur im Alpenraum Freunde, sondern ebenfalls hier im Rheinland und darüber hinaus. Meist wechseln die Fischer zwischen den Stilen je nach Anforderung oder kreieren für sich eigene Varianten. Aber überwiegend wird hier mit Zeigefinger geworfen. Erst wenn es an schwerere Rutenkassen geht, wechseln die meisten auf Daumenhaltung.

Gruß
Harald
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Harald aus LEV
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Re: The American Style

Ungelesener Beitrag von Harald aus LEV »

Noch ein Punkt, wenn man punktgenau und delikat in kleinen Bächen fischen will, ist die Zeigefingerhaltung deutlich überlegen, weil ich die Vehemenz des Wurfes viel sensibler steuern kann und mit dem Zeigefinger präziser den Punkt treffen kann, an dem ich meine Fliege haben will.
Wenn ich im sonstigen Leben auf einen bestimmte Punkt zeige, nehme ich ebenfalls den Zeigefinger,
Es kommt halt immer darauf an, was man erreichen kann/muss. Will ich auf den Punkt genau zeigen (egal ob beim Fischen oder im Alltag) wird der Zeigefinger benutzt. Will ich etwas schweres bewegen oder z.B. einen Nagels in die Wand schlagen, nehme ich den Hammer mit dem Daumen oben bzw. mit der Faust.
In diesem Sinne hat jede der 3 Griffformen (Zeigefinger oben, Daumen und Zeigefinger parallel und Daumen oben) seine Berechtigung, jede für ihren Zweck.

Gruß
Harald
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orkdaling

Re: The American Style

Ungelesener Beitrag von orkdaling »

Moin,
genau das haben Torsten und ich erwæhnt, deutschsprachiger Raum, du reduzierst es noch auf Alpenraum und Rheinland.
Selbst bei den Castern und nicht nur Fliege Distance, sehe ich keinen Zeigefingergriff, weder in DK noch N oder S oder offenen Meisterschaften.
Ich kenne auch keine Fliegenfischerschule im skandinavischem Raum die den østerreichischen Stil lehrt.
Und ob es in Uebersee so viele Freunde gibt glaube ich auch nicht, wie die Videons zeigen.
Dagegen ist die offene Wurfhaltung, mit seitlicher Verlagerung bei Bedarf bis hin zu den Switch-Varianten die Regel.
Allerdings nennt es niemand American Style, weder in UK, weder in Scandinavien, auch nicht wenn ich die Werfer vom Baltikum ja sogar vom Balkan sehe, die hier an Tournieren und Meisterschaften in Fliegenfischen teilnehmen. Bis auf die zwei Jahre Corona gabs ja regelmæssig Gelegenheit die Leute zB an Glomma , Tolga zu sehen.
Castingsport hat uebrigens in gesamt Scandinavien, Baltikum und UK eine Menge Freunde. Offene Nationale Meisterschaften sind die Regel neben EM/WM.
Also von anderer Seite aus betrachtet ist nicht der Amerikanische Stil die Ausnahme sondern der Zeigefinger-Wurfstil.
Ich habe noch nie, weder Einheimische noch Touristen oder Wettkæmpfer erlebt die hier auf Æsche, Bafo, Mefo oder gar Lachs mit dieser Technik unterwegs waren.

Aber ist mir auch Wurst, letztendlich muss jeder selbst mit seinen Fingern klar kommen.
Gruss Hendrik
fliegenfeger
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Re: The American Style

Ungelesener Beitrag von fliegenfeger »

Hallo,

@Hendrick,

was ich geschrieben habe musst du mal bei Überkopf testen nicht bei Wasserwürfen. Beim Beach Cast kannst du da richtig Distanz machen.

@Harald
Harald aus LEV hat geschrieben:Will ich auf den Punkt genau zeigen (egal ob beim Fischen oder im Alltag) wird der Zeigefinger benutzt.
Diese Begründung für die Zeigefingerhaltung kenne ich von einigen Verfechtern dieser Griffhaltung. Ich kann mit der Daumenhaltung geanau so präzis ein Ziel treffen und wie schon erwähnt, werfen die Caster bein Zielwerfen fast ausnahmslos mit Daumen.
Das Pondon für die Daumenhaltung ist: Gib mir die Hand. :mrgreen: +

Gruß
Armin
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Thomas E.
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Re: The American Style

Ungelesener Beitrag von Thomas E. »

orkdaling hat geschrieben: Ich kenne auch keine Fliegenfischerschule im skandinavischem Raum die den østerreichischen Stil lehrt.
Und ob es in Uebersee so viele Freunde gibt glaube ich auch nicht, wie die Videons zeigen.
Der "Gebetsroiter Stil" ist in den US als Oval Cast bekannt (da der eine gewisse Ähnlichkeit hat).
Dieser wird dort aber eher als eine Wurf- Variante betrachtet.

Lee Wulff warf mit dem Zeigefinger oben drauf. :D
Gruß
Thomas Ellerbrock
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Re: The American Style

Ungelesener Beitrag von Michl »

Thomas E. hat geschrieben:
Lee Wulff warf mit dem Zeigefinger oben drauf. :D
Moin, ich auch.
:biggrin:
Jedenfalls bis zur 6er.

Gruß Michl
Die Beute ist unwesentlich, entscheidend ist nur das Gefühl.
orkdaling

Re: The American Style

Ungelesener Beitrag von orkdaling »

Moin ,
Harald, ich rede auch von Uebekopf. Hab mir mal interessehalber die Bildgallerien angeschaut von Norges Castingforbundet und bei Svenska Castingførbundet.
Dabei nicht die DH 15ft sondern die EH Wettbewerbe , besonders den #5er Cup, Fliege Pæzision, Fliege Distance und auch mal hier bei Gallery geschaut https://www.icsf-castingsport.com/
Was ich nicht sehe sind Werfer mit Zeigefingertechnik.
Meine Schlussfolgerungen daraus - wenn diese Technik wie so oft behauptet præziser ist, weitere und bessere Ablagen zulæsst, warum werfen dann diejenigen die Nationale und Internationale Wettkæmfe gewinnen dann im verpøntem Amerikanischem stil? (den sie selbger gar nicht so nennen)
Daraus leite ich mal ab, das des Østerreichische Stil zwar seine Berechtigung hat aber doch ein" regional verbreiteter Stil" ist, der zudem fuer die leichte Ueberkopfwerferei gedacht ist.

Es bringt jetzt wenig weitere Videos zu verlinken, wo man Lee wie im 1.Video eindeutig mit dem Daumen oben sieht, kønnte auch weitere DENEKI oder Flyfishusa oder GL-Instruktionen ... bringen, kønnte G.Feuerstein oder Andfreas Bøhringer (der beides lehrt) oder...verlinken - mein Eindruk ist jedenfalls ,was ich oben schrieb - Fingertechnik = Regionaler Stil, der auch noch von den dortig tætigen Vertretern stark propagiert wurde.
Gruss Hendrik
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Harald aus LEV
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Re: The American Style

Ungelesener Beitrag von Harald aus LEV »

Hallo,
hier wird nach meinem Gefühl mal wieder munter alles durcheinander geworfen.

Einmal grundsätzlich:
Nicht nur der Gebetsroither-Stil wird mit dem Zeigefinger geworfen, sondern grundsätzlich die kleinen Klassen, zumindest in Kontinentaleuropa. Hans Steinfort beschrieb es damals als Schiebetechnik. Das entsprach nicht dem Gebetsroither-Stil, wurde und wird aber auch mit Zeigefinger geworfen.
Es mag sein, dass im skandinavischen Raum (ebenso wie in USA) kaum jemand die Zeigefingerhaltung lehrt, aber hier in Deutschland ist das durchaus gang und gäbe.
Wie ich schon öfter erwähnt habe, haben wir hier andere Verhältnisse als in Skandinavien.
Wenn ich am Rhein, in den Flüssen hier auf Hecht und Zander, oder in der Ostsee auf Mefo gehe, dann werfe ich ebenfalls mit der Daumenhaltung. Das sind aber auch Ruten in #7 plus.
Fische ich hier am kleinen Bach Ruten #3-5, wird ausnahmslos mit dem Zeigefinger geworfen. Vor allem beim Indianerfischen, wenn die Fliege zielgenau in ein Loch zwischen Büschen oder überhängenden Bäumen an einer bestimmten Stelle platziert werden muss, man keinen Platz für einen Rückwurf und auch nur minimal für einen Rollwurf oder Switchcast hat, kann man mit dem Zeigefinger wesentlich besser zielen und die Vehemenz bestimmen, als mit dem Daumen, weil der Zeigefinger deutlich sensibler ist. Und das mache nicht nur ich so, sondern die meisten Fischer, die ich kenne - und ich kenne jede Menge.
Das ist, was ich meine. Wir haben hier z.T grundlegend andere Verhältnisse als in Skandinavien, oder an den Küsten. Auch brauchen die meisten hier keine ausgeklügelten SK-Systeme, sondern fischen mit Vollschnüren. Warum? Weil sie einfach kaum SK brauchen.

Abschließend ein Beispiel:
Ich werfe gelegentlich meine 15" #10 Zweihand-Lachsrute nur mit dem rechten Arm (natürlich Daumen oben) im Überkopfwurf und mache mit der Linken den Doppelzug. Warum? Einfach weil es mir Spaß macht. Das würde ich aber niemals verallgemeinern und jemandem als Tipp geben.

Gruß
Harald
Zuletzt geändert von Harald aus LEV am 06.02.2022, 10:33, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: The American Style

Ungelesener Beitrag von Harald aus LEV »

...und noch ein Punkt:

Es geht mir nicht um den Castingsport!
Casting und Fischen sind zwei Paar Schuhe, etwa genauso, als ob man Formel1 oder Rallyesport mit Autofahren im Straßenverkehr vergleicht.
Der Höhepunkt in dieser Beziehung war für mich, als ich einmal auf einem Castingtreffen war, als der Veranstalter am frühen Morgen meinte:
"Gleich kommt die Sonne raus. Dann gibt's Thermik und die Schnüre fliegen besser."
Toll. Und was nutzt mir das am Wasser?
Dumm nur, dass es über einer Wasserfläche keine Thermik gibt, die die Wurfweite unterstützt. Das kann übrigens jeder Segelflieger und Ballonfahrer bestätigen.
Also bitte nicht alles wild durcheinanderwürfeln. Mir geht es ums Fischen und nicht ums Casting.

Gruß
Harald
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orkdaling

Re: The American Style

Ungelesener Beitrag von orkdaling »

Na das kann ich ja so nicht stehen lassen,

Zitat - Dumm nur, dass es über einer Wasserfläche keine Thermik gibt, die die Wurfweite unterstützt. Das kann übrigens jeder Segelflieger und Ballonfahrer bestätigen.

Ganz klar, ich bin kein Segelflieger aber die Auswirkungen der Thermik erlebe ich sehr sehr oft sowohl am Fjord wie auch am Lachsfluss.
Genau wie Føn ueber die Alpen, fællt die Luft ueber die Berge zum Fjord oder ins Tal hinunter.
Das fuehrt zb dazu das die Luftmassen mal aus dem Tal raus und wieder rein druecken, somit werfe ich mal gegen, mal mit Wind.
Fallwinde druecken so auf die Schnur, besonders die schønen dicken Floater,das ein Uebekopfwurf oder ein Speywurf mit der DH zeitweise unmøglich werden.
Dann greift man zur EH oder Switch und verlagert den Wurf dicht ueber die Wasseroberflæche - sonst geht nichts oder man muss auf die andere Seite /wenn man kann.
Nicht anders ist es vor den Muendungen der Fluesse die solche tiefen tæler verlassen, mit Sonne/Erwærmung drueckt die luft raus, uebern Fjord teils 1-2km ablandiger Wind, aber abends bei Abkuehlung dreht das ganze wieder, zwischenzeitlich windstille.
Auch da muss man zeitweise auf die andere Seite, der Føn- sprich Thermik ,sind so stark das ich sonst eine WF keine 15m geworfen bekomme -jedenfalls nicht im Ueberkopf.

Das sind nun keine Besonderheiten, wie auch die Fingerhaltung keine Besonderheit ist und dabei ebenfalls nicht zum Ziel fuehrt, das kønnen dir zahlreiche Mitglieder aus dem FFF und LMF bestætigen die hier schon mal Mefo oder lachse nachgestellt haben. Ich kenne einige von ihnen und hab ihnen auch den Unterschied/Auswirkungen/passende Leinen bis hin zum Wurfstil gezeigt. Im Ergebnis hat das dazu gefuehrt das einige von ihnen eine Woche gefischt und gefangen haben, andere aber ihrem Stil und ihrem Zeug treu geblieben sind und eine Woche abgeschneidert haben. Wir reden hier von der gleichen Woche, dem gleichem Fluss, sogar innerhalb einer Zone !


Gruss Hendrik

Noch was zu den Bafo Fluesschen. Ich befische gern Stellen wo andere die Flinte, æh Angel ins Korn geworfen haben.
"da ist angeln ja unmøglich, da ist nichts drin .. naja kennt ihr alle was da so an Ausreden gebracht wird.
Da ist wirklich kein Wedeln drin, nee aber die verschiedensten Rollen, Switch, Spey, Snap, Cirkle - Casts. Und das auch noch nachdem man sich an einem 20m Tau abgeseilt hat weil die Bøschung so steil ist das es gar nicht anders geht. Nur mit der Fingerhaltung geht da auch nichts, selbst nicht an einer #4/5. Die Bedingungen zwingen zu Wuerfen wo man halt andere Wurfstile und ander Hand-techniken einsetzen muss.
Es geht mir auch nicht darum die Fingerhaltung gegenueber der Daumenhaltung oder dem Zangengriff schlecht zu reden.
Wer sie (Fingerhaltung)) anwenden kann soll es tun wo und wann er will, die Beispiele im Casting, aus Amerika, aus UK, aus dem Scandium zeigen mir aber das die Fingerhaltung im Gegensatz zu den beiden anderen sehr wenig genutzt wird, darum auch der Hinweis auf die eher "Regionale Technik" und daran wird sich auch nichts ændern weil unser Wurf von Physik (Kræften/Gewichten)
von Anatomie und nicht zuletzt von den æusseren Bedingungen wie Gegenwind, Fallwind oder Rueckraum bestimmt wird.
Zuletzt geändert von orkdaling am 06.02.2022, 11:47, insgesamt 3-mal geändert.
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