Lachsfischen 2026

Das Forum der Lachs- und Meerforellenfischer, sowie aller Ostseeangler. Was geht, wann und wo? Auch hier gibt es sicher viel zu erzählen! Denn mal los!

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Jeg Norge
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Re: Lachsfischen 2026

Beitrag von Jeg Norge »

Hallo zusammen,
nun melde ich mich auch mal wieder, um ein wenig mit zu diskutieren und zu berichten. Ich bin seit 1983 regelmäßig in Norwegen unterwegs
und seit 9 Jahren verbringe ich 3-4 Monate in Norge, meist von Mitte Mai bis Mitte September… ich „übersommere“ also hier… :D Ich kann meiner
Arbeit in Norwegen nachgehen, gehe in normalen Wochen 2 x angeln und habe aber die letzte Juliwoche und die ersten2 Augustwochen 3 Wochen
Urlaub. Normal besuche ich Gewässer in Trondelag und Nordland, meist eher kleinere Zuläufe der größeren Flüsse wie Namsen, oder
„Hochwasser Flüsse“ und Straumenin in der Region… gelegentlich auf Fjordangeln auf MeFo und Pollak.

Nun bin ich seit 1 Woche vor Ort. Auf Lachs habe ich es in der 1. Woche einmal am Abend versucht, ohne Kontakt und ohne
Sichtung, was bei Wassertemperaturen um 7 Grad normal ist, da schwimmen sie am Grund… Leider wird aktuell in den ganzen Flüssen,
in denen Freunde und ich zum Angeln gehen, sehr wenig gefangen. Mein norwegischer Freund Kjell Arild hat in einem Namsen Oberlauf
seit 15.05. 1 Lachs gefangen… und er angelt täglich. Die erste Angelwoche an Namsen, Orkla, Gaula, Stjordalselva war eher schlecht, obwohl
die Wassermenge gepaßt hat. Die gefangenen Fische liegen teilweise weit hinter den Stückzahlen vergangener Jahre. Wie viele Personen/Karten
dem gegenüber stehen, sagt die Statistik nicht. Im Namsen muss man aktuell nach dem Fang eines 85 cm+ Lachses die Saison beenden
( die meisten Fische sind aktuell über 85 cm), an Gaula, Orkla darf man nur Fische bis 65 cm entnehmen ( die momentan noch nicht kommen).
Evtl. sind durch die verschärften Fangbeschränkungen nur einfach deutlich weniger Angler unterwegs?! Meine Befürchtung ist, dass bei der
Evaluierung durch die Fischereibehörde bis Ende Juni weitere Einschränkungen und Sperrungen folgen werden, wenn sich der Trend so
fortsetzen wird. Eine positive Nachricht habe ich gestern gehört, dass bei der wissenschaflichen Test Neztfischerei in der Region normale
Fangmengen gibt, was man in Flüssen noch nicht sieht.

Mein zweiter richtiger Angeltag war dann gestern. Zunächst habe ich es 3-4 Std. vom Boot im Fjord versucht…, bis auf eine 35er MeFo
und 2 Dorschen nichts zu machen. Keine Aktivität, keine Jagden, keine Springer. Bin dann an einen Straumen gefahren und wurde dann
richtig „entschädigt“. Mit der Fliege (Versuche mit dem Blinker brachten null Bisse) habe ich dann 3 schöne MeFos mit 0,8, 1,5 und
2,0 kg gefangen. Auffällig war, dass sie nicht gerade voll gefressen waren,… nicht dünn aber auch nicht korpulent, eher längliche Fische.
Ein paar weitere kleine MeFos von 200-400 Gr. habe ich auch noch abgehakt. Die größte MeFo mit 2 kg wird dann heute Ehrengast
bei einer Grillveranstaltung werden, die anderen 2 besseren durften auch wieder schwimmen und weiter wachsen…
Gefangen hatte ich alle bis auf eine mit einer 1 cm großen, orangenen Shrimp-Fliege. Eine 4-5 cm größere Fliege hatte nur einen Fisch gebracht.
Ich schreibe es deßhalb, weil man sicher mit der üblichen Ködergrößen in dieser Jahreszeit am Fisch vorbei angeln kann. Die MeFos im Straumen waren nur Flohkrebsen und 1-2 cm Fischchen hinterher (keine Aufsteiger zum Laichen, das geht hier erst Mitte / Ende Juni los.

Ich schreibe es deßhalb, weil für mich die MeFo Angelei eine tolle Ergänzung/Ersatz zur reinen Lachsfischerei ist. Übrigens gibt es auch
in Norwegen Lachs-Flüsse, die schon am 15.05. öffnen, manche aber erst am 15.06. oder zum 01.07. … weil hier meist über Saisonbeginn
linear vom 01.06. geschrieben wird.
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Viele Grüße

Norbert
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Jeg Norge
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Re: Lachsfischen 2026

Beitrag von Jeg Norge »

Vogtlandsalmon63 hat geschrieben: 28.05.2026, 20:21 Schau mal die Regeln für die Orkla für dieses Jahr nach! Dann wirst du vielleicht verstehen, warum ich für das laufende Jahr die Orkla in Ruhe lasse. Außerdem alle Lachse ab 65 cm müssen zurückgesetzt werden. Wenn ich bei dem dieses Jahr erwarteten Niedrigwasser und den dementsprechenden Temperaturen dazu ein Lachs dann beisst und ich Diesen release und eventuell nicht entnehmen kann, dann überlebt er dass zu einem höchstwahrscheinlich Prozentsatz nicht. Manchen mag dass wegen den erwarteten Kick und auch Profit egal sein. Mir aber nicht. Deshalb gehe ich dann lieber in kleinere Flüsse der Region, wo ich dann auch mal den mäßigen gefangenen Fisch zum Verzehr entnehmenhmen und mit ruhigen Gewissen fischen kann.
Vogtlandsalmon63
… ich fande auch die Regeln vor dem Jahr der Sperrung in 2024 seltsam und für das Wohl der Fische nicht förderlich. So hatten Orkla und auch
die Gaula von 2019 bis 2023 eine C&R Quote von 60-70% (Namsen z. B. 5-25%). Die Regeln wurden auch fast durchgängig im Hochsommer
durchgezogen, selbst bei höchster Wassertemperatur. So weit ich weiß, konnte man zuletzt Fische an einem Tag beliebig viele releasen,
bei Entnahme mußte man dann stoppen. In der Folge wurden in vielen Pools manche Lachse zig mal gefangen. Oft waren sie überlebensfähig,
ob sie noch laichfähig waren, wußte man nicht. Von da her war es aus meiner Sicht vorher schon schlecht, jetzt ist es noch schlechter… :x
Viele Grüße

Norbert
superfredi
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Re: Lachsfischen 2026

Beitrag von superfredi »

Petri Heil zu den schönen Fischen ! :daumen :daumen :daumen
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Re: Lachsfischen 2026

Beitrag von chrissie1971 »

Hallo Tobias,

da hast Du auf jeden Fall recht, dass der Preis der Lachsfischerei weniger vom Land, als von der konkreten Strecke bzw. dem Umfeld abhängt. Wir waren selbst in Island vor wenigen Jahren noch für gut EUR 100/Tag beim Lachsfischen am Sog. Wir haben zwar keinen Lachs gefangen, aber die Chance war auf jeden Fall da. Wobei solche Preise in Island schon ziemliche Ausnahmen sind.

Gewässer, an die es uns immer wieder hinzieht, auch wenn sie vielleicht objektiv gar nichts besonderes sind, kennt doch fast jeder von uns...

Grüße
Christian
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Re: Lachsfischen 2026

Beitrag von chrissie1971 »

Hallo Norbert,

super, dass Du hier auch mit "einsteigst".
Immer gut, wenn jemand Informationen von "vor Ort" mit beisteuern kann!

Ich habe mir mal die Lachsfänge der ersten sieben Tage von Gaula und Orkla der letzten fünf Jahre angesehen:

Gaula Orkla

2026 120 61
2025 178 102
2024 119 75
2023 326 261
2022 420 420

Man sieht, dass die Fangzahlen bisher recht überschaubar sind und bestenfalls (Gaula) auf dem gleichen Niveau liegen, wie in 2024, wo die beiden Flüsse ja nach etwa drei Wochen für die weitere Saison komplett gesperrt wurden...
Bleibt nur zu hoffen, dass sich die Situation (schnell) bessert und die Lachse einfach nur etwas später kommen...

Zu den Bestimmungen:
Es ist halt immer auch eine Frage der möglichen Alternativen!
Und vor die Flüsse wieder komplett gesperrt werden (mit den damit einhergehenden Kollateralschäden für alle Beteiligten) finde ich die aktuellen Regelungen an Orkla und Gaula ganz vernünftig.
Ich bezweifle auch, dass es viele Lachse gibt, die "zigmal" gefangen werden. Das dürften - meiner Meinung nach - absolute Ausnahmen sein. Vielleicht hat ja hier jemand Zahlen, wie oft einzelne Lachse wiedergefangen wurden?
Mittlerweile ist es - zumindest an der Gaula - auch so, dass nach drei gefangenen und releasten Fischen die Fischerei für diesen Tag eingestellt werden muss. Auch das halte ich für sehr vernünftig.

Eine (fast) ungeregelte Entnahme können wir uns bei den deutlich zurückgegangenen Lachsbeständen halt einfach nicht mehr leisten! Auch wenn die Ursachen ja offensichtlich nicht in erster Linie bei den Fängen mit der Rute liegen. Aber die (größeren) Probleme der Lachse lassen sich halt leider nicht so einfach angehen bzw. es fehlt der politische Wille, dies zu tun, wie beispielsweise bei den Lachsfarmen...

Grüße
Christian
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Jeg Norge
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Re: Lachsfischen 2026

Beitrag von Jeg Norge »

Es bleibt sicher sehr spannend, was in diesem Jahr und in den nächsten Jahren passieren wird?! Für 2026 kann ich jedem für Norwegen
nur raten, möglichst keine fixe Buchung für z. B. 1 Woche an einem Fluss durchzuführen oder Karten zu bestellen. Ohne jetzt wirklich schwarz
zu malen ist die Wahrscheinlichkeit leider sehr hoch, dass es zu weiteren Einschränkungen ab/nach Midsommer kommen kann. 2024 waren die Wasserstände zu Saisonbeginn extrem niedrig, was sicher die Zahlen extrem beeinflusst hat, 2026 waren die Wasserstände besser..Auch wenn das nicht jeder mag, ist man mit einem WoMo oder AirBnB in Norwegen am flexibelsten. Mann kann ja auch WoMos in Norwegen mieten und muss
nicht von D hochfahren. Viele Wasserstände und Fangmeldungen sind heute im Vergleich zu früher online verfügbar und dann kann man
reagieren. Sollten Sperrungen drohen oder ausgesprochen werden, kann man halt auf andere Regionen/Flüsse ausweichen. An vielen
Flüssen bekommt man im Vergleich zu vor 2024 meistens Karten, der Andrang ist nicht mehr so hoch. Generell sind die nördlichen Flüsse ab Nordland
nicht so betroffen, wie die südlichen Flüsse bis NorTrondelag. Evtl. plant man halt auch MeFos angeln, bzw. Salmoniden im Landesinneren
als Ausweichlösung mit ein, da gibt es in Norwegen und Schweden extrem viele Gewässer. Warten wir ab und hoffen, dass es sich doch noch
positiv entwickelt… :)
Viele Grüße

Norbert
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Re: Lachsfischen 2026

Beitrag von chrissie1971 »

Hallo zusammen,

die Zahlen für Orkla und Gaula kann man unter www.elveguiden.no abrufen.
Die bisherige Saison dort war ziemlich schwach, z.B. nur 114 Lachse an der Gaula in Woche 26.
Letztes Jahr wurden in Woche 26 228 und in 2023 411 Lachse gefangen.
An der Orkla sehen die Zahlen bisher noch schlechter aus!
Allerdings steigen seit einigen Tagen vermehrt Grilse auf und die Zahlen für diese Woche sehen etwas besser aus! Die Wetterbedingungen sind mit um die 15 Grad ziemlich ideal und der Wasserstand hat sich Anfang der Woche auch deutlich verbessert.
Erstaunlicherweise wird am Namsen deutlich besser gefangen! Dort liegt man bei über 1.500 Lachsen seit Saisonbeginn, etwa zweieinhalb Mal so viele wie an der Gaula...

Die Saison in Island ist auch eher schwach gestartet, hat in den letzten Tagen aber etwas an Fahrt aufgenommen. Die Zahlen an den meisten Flüssen, die ich mir angesehen habe (Midfjardará, Nordurá, Blandá, Jökla, Langá und ein paar mehr) liegen leicht über dem Vorjahrsniveau. 2025 war allerdings auch in Island kein besonderes Jahr. Dabei hat die Blandá - nach katastrophalen Jahren - mit 51 Lachsen schon fast das Vorjahresniveau von 54 Lachsen erreicht.
Auffällig ist, dass an der West Rangá in den ersten knapp 2 Wochen (bis 01.07.2026) nur 4 Lachse gefangen wurden und an der East Rangá noch gar keiner (Quelle: www.angling.is)!
Über die Ursachen habe ich noch nichts gelesen.
Etwas schade, dass die Outfitter bei guten Fängen fast täglich etwas in Social Media veröffentlichen, man aber nichts schreibt, wenn es mal nicht so läuft...

In Schottland (Dee, Tay und Tweed) war die Saison bisher ganz in Ordnung.
Der Juni lag am Dee und Tay über dem (vor allem am Dee sehr schlechten) Vorjahr, aber unter dem Fünfjahresschnitt. Am Tweed war der Juni der erste Monat in diesem Jahr, der (knapp) unter dem Vorjahresmonat lag. Er lag aber immer noch über dem 5-Jahres-Durchschnitt. Wobei die normalerweise besten Monate an den drei genannten Flüssen ja erst noch bevorstehen.

Vielleicht kann der ein oder andere ja ein paar Erfahrungen von vor Ort mit einbringen.
Vor allem über die Zahl der Lachsfischer in Norwegen gehen die "Meinungen" ja stark auseinander. Vogtlandsalmon63 schreibt von "jeder Menge Lachsfischern aus ganz Europa", andere sprechen oder schreiben von bis zu 80 % weniger Fischern, was die geringen Fänge ja ein Stück weit relativieren würde.

Grüße
Christian
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Jeg Norge
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Re: Lachsfischen 2026

Beitrag von Jeg Norge »

Ein Freund von mir ist immer den ganzen Sommer am Namsen, es angeln dort deutlich weniger als die Jahre davor,
an den meisten Beats gibt es Karten, in denen man bis 2024 kaum Karten bekommen hatte. Ich bin auch den ganzen
Sommer seit 9 Jahren in Norwegen und befische Namsen Zuläufe und Gewässer in Nordland. Die Fänge sind trotz
aktzeptabler Wassermenge und Temperatur bei den meisten max. 50% vom Vorjahr. Es wird sicher wieder Fluss
Sperrungen die nächsten Tage geben, oder extreme Einschränkungen, Diskussionen laufen überall.Gewässer mit Schwerpunkt MeFo werden
einige offen bleiben und man wird die Lachse komplett schonen, das heißt dann Lachs C&R, wenn der Fluss offen
bleibt. Am Namsen sind die Regeln schon bekannt, man reduziert die Entnahme von Lachsen nochmals, er und
seine Zuflüsse bleibt also offen. Für Orkla und Gaula befürchte ich drastische Maßnahmen, man muss sich nur
die Zahlen in Elveguiden ansehen. Extrem schlecht ist auch der Numedalslagen im Süden und viele mehr.
Montag / Dienstag wird man mehr wissen.

Grüße

Norbert
Viele Grüße

Norbert
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Re: Lachsfischen 2026

Beitrag von chrissie1971 »

Hallo Norbert,

die Zahlen für den Namsen sind doch gar nicht so schlecht.
Wenn ich nur mal die Wochen 26 und 27 mit den Vorjahren (2025 und 2023) vergleiche, sind die Zahlen doch ziemlich ähnlich.
Hast Du eine Erklärung dafür, dass die Zahlen im Vergleich mit Orkla und Gaula wesentlich besser aussehen?

Grüße
Christian
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Re: Lachsfischen 2026

Beitrag von Jeg Norge »

Hallo Christian,

leider fehlt den Norwegern nach wie vor ein seriöses Monitoring. Man weiß nicht, wie viele Lizenzen / Angler pro Tag an den Flüssen sind und waren. So sind an Gaula evtl. die Zahlen „nur“ viel schlechter, weil dort auf Grund der Entnahme Regeln einfach z. B. nur noch ein 1/3 der Angler im
Vergleich zu den Jahren bis 2023 kommt. Flußsperrung 2024 und aktuelle Entnahmeregeln schreckt die ab, die gerne zumindest einen
schönen Lachs über 65 cm für das oft viele Geld mitnehmen wollen. Im Namsen konntest Du zumindest bis zu diesem Wochenende einen
über 85 cm mitnehmen,… 2025 ebenso. 2025 wurden dort im Verlauf die Regeln gelockert, dieses Jahr verschärft. Danach reagieren zumindest
viele Norweger.

Zu einem Monitoring würde auch gehören, in etwa zu wissen, wann und wie viele Lachse und MeFos die Flüsse rauf gehen. Wo ein Wille ist,
wäre sicher ein Weg. Kamerasysteme gibt es schon an einigen Flüssen, moderne KI gestützte Auswertung von Mehrfachzählungen wären
sehr hilfreich. Aktuell ist die einzig Informationsquelle der Angler, wenn er denn seinen Fang meldet. Ohne Angler keine Statistik. Flüsse
mit bestehenden Kameras schalten oft die Kameras erst zu Saisonbeginn an und am Saisonende aus. Frühere Wanderungen oder spätere
Wanderungen durch höhere Temperaturen oder Fluss Sperrungen ergeben dann halt schlechte oder keine Infos. Wissensch. Tauchgänge
im Herbst sind gut gemeint, zeigen aber keinen Saisonverlauf sondern nur den Bestand in den untersuchten Pools.

Ein anderer Punkt von wenig gemeldeten Fischen ist wie gesagt der fehlende Anreiz von den Fischern, die ja bei guten Fängen Ihren Beat
„verraten“ würden, der dann die Tage drauf überlaufen ist und man selber evtl. keine Karte bekommt. Dann kommt sicher auch noch
eine besondere Lachsorte dazu, die sogenannten Buschlachse, bei denen das C&R im Busch hängend durchgeführt wird. Gerade bei vielen
Locals eine beliebte Gattung. Ich will da keinen Pauschalverdacht aussprechen, erlebe aber die Fälle und kenne viele Locals. Am Ende sind
das immer Folgereaktionen auf sich verändernde Regeln, die aber die Spirale dauerhaft nach unten dreht.

Auffällig bei Flüssen wir Gaula und Orcla sind die extrem hohe C&R Quote von 70%, die Flüsse in der Statistik besser da stehen läßt und ggf. auch
mehr negative Auswirkung von Mortalität und Laichfähigkeit hat, als man denkt, Namsen ca. 5-25% C&R die letzten Jahre.Gerade ab Mitte Juli bleiben oft größere Fische schon in Ihrem Ziel Pool stehen und verteidigen den Platz. Solche Fische können oft mehrfach gefangen werden, was Freunde und ich schon selber oft erlebt haben. Gleicher Fisch z. B. mit auffälligen Verletzungen… Wie gesagt allein von den Zahlen eine
Vermutung ohne wiss. Basis, aber Auswirkungen von C%R auf die Laichbereitschaft von Lachsen ist untersucht…
Viele Grüße

Norbert
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Re: Lachsfischen 2026

Beitrag von chrissie1971 »

Hallo Norbert,
Vielen Dank für Deine Ausführungen!
Ich finde es irgendwie schon erstaunlich und auch sehr schade, dass das "Problembewußtsein" vieler Norweger bezüglich der Gefährdung des Wildlachses nicht deutlich höher ist.
Es gibt (scheinbar) kein vernünftiges Monitoring wie viele Lachse in die Flüsse aufsteigen, wie viel gefischt wird und wie viel gefangen wird. Dazu kommt ein viel zu positiver Blick auf die Lachsfarmindustrie und ein "kreativer"
Umgang mit (nötigen) Einschränkungen!
Irgendwie macht das alles leider wenig Hoffnung für eine gute Zukunft des Wildlachses...

Grüße
Christian
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Re: Lachsfischen 2026

Beitrag von AlexX!! »

Hi,

also an den Flüssen an denen ich bislang war (Mandal, Lygna, Bjerkreim) wird akribisch jeder Fisch gezählt,
man bekommt keine neue Karte wenn man die alte Fangmeldung nicht abgeschickt hat. wo es geht sind
Kamerafallen an notorischen Stellen installiert. Es gibt ein Zielwert an Lachsen der am Ende der Saison
im System sein soll, wenn der erreichbar scheint, darf man entnehmen, sonst wird ggf eingeschränkt.
Mehr kann man als Bewirtschafter doch auch nicht tun.

Ja Lachsfarmen sind die Pest..

Aber sie sind nicht das einzige Problem, es gibt viele Flüsse die waren bereits vor vielen Jahren schon einmal
Lachsfrei, erst Maßnahmen zB. Kalken am Mandal brachten die Lachse zurück.

Ein weiteren Effekt dürfen die Prädatoren haben, man beobachtet mehr und mehr Gänsesäger,
letztes mal am Bjerkreim wirklich etliche... die ernähren sich ja quais ausschließlich von Brutfischen.

Alex
"Besatz mit fangreifen Forellen ist wie eine Droge.
Es macht die Angler doof, und süchtig ... sie wollen immer mehr" (by Steini/GW-Forum.de)
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Re: Lachsfischen 2026

Beitrag von chris meyer »

Hat jemand infos zu den herausgenommen Stellnetzen?

Mit freundlichen Grüßen
Chris
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Re: Lachsfischen 2026

Beitrag von chrissie1971 »

Hallo Chris,

ich habe dazu nur einen Kommentar von Matt Hayes (Winsnes Lodge) gesehen, der das Ganze als sehr bedeutsam einordnet! Zahlen, wie viele Lachse dabei bisher gefangen wurden, habe ich allerdings keine. Ich glaube mich nur erinnern zu können, mal gelesen zu haben, dass die Norweger die so gefangenen Lachse bei der Steuer angeben müssen und die offiziellen Zahlen deshalb nur einen Bruchteil der wirklichen Fänge ausmachen...
Diese Woche haben die Fangzahlen in Norwegen ja an den meisten Flüssen recht deutlich angezogen. Vielleicht wird es ja doch noch ein zumindest durchschnittliches Jahr.
In Island liegen die meisten Flüsse die ich mir angesehen habe, zumindest über dem schwachen Vorjahr, teilweise sogar deutlich. Von den besten Ergebnissen der letzten Jahre ist man aber auch ein Stück weit entfernt. Die West Rangá liegt per 08.07.26 bei nur 28 Lachsen. In den Vorjahren waren das zu diesem Zeitpunkt meistens über 200. Eine Erklärung dafür liest man nach wie vor nicht...
Schottland war bis vor ein paar Tagen ganz ordentlich, in den letzten beiden Tagen wurde aber beispielsweise am Tweed kein einziger Lachs gemeldet! Vermutlich zu warm und zu wenig Regen...

Grüße
Christian
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