Hi Flifis,
ich hab mir lange überlegt, ob ich was über dieses schöne naturbelassene Gewässer schreiben soll. Denn eigentlich ist es einer dieser Geheimtipps, die man nicht sooo gerne veröffentlicht. Leider kann ich meinen kleinen Bericht mangels Digicam nicht bildmäßig unterstützen. Aber vielleicht reicht euch ja ne kurze Beschreibung, um auf den Geschmack zu kommen.
Wie oben erwähnt liegt die Singold südlich von Augsburg, in der Nähe von Landsberg a. Lech. Einen anderen Erfahrungsbericht könnt ihr der Homepage vom Augsburger Angelcenter (Thomas Haase) entnehmen, wo ihr auch die TK zum Preis v. 25,- EUR plus 5, EUR Pfand bekommt. Eine sehr gute Orts- bzw. Streckenbeschrei-bung ist auf der TK abgedruckt. Beim ersten Blick auf diesen 5 km langen Abschnitt der Singold (Fly only) war ich – aufgrund der geringen Breite von ca. 3 bis 5 m – im Bericht auf der Homepage vom AA war von 5 bis 15 m die Rede - etwas enttäuscht. Doch der weitere Blick aufs bzw. ins Gewässer und vielleicht auch die steigenden Fische überzeugten mich.
Trotz den Temperaturen fand über mehrere Stunden ein mäßiger bis starker Schlupf von sehr kleinen braungrauen Eintagsfliegen statt. So hatte ich bei der Staustufe am Sägewerk bei Igling nach wenigen Würfen den ersten traumhaft, gezeichneten Bachsaibling (ca. 30 cm.) – er biss auf ne kleine graue Klinkhammer (16`er) - am Haken. Kurz darauf fing ich einen noch farbenprächtigeren BS, den ich auch schonend zurücksetzte. Ich beschloss, eine Stück weiter flussaufwärts zu gehen. Oberhalb des Sägewerks im sehr ruhig fließenden Staubereich traf ich meinen Bruder, der bereits mit der Nymphe eine schöne Bachforelle gefangen und einige - frisch gesetzte - Rainis gedrillt und released hatte. Kurz darauf konnte ich nacheinander zwei schöne Rainis releasen. Wir zogen dann gemeinsam flussaufwärts und überquerten die Bahnlinie (Vorsicht, reger Bahnverkehr).
Hier kommt meines Erachtens das schönste Stück der Singold. Der Bach mäandriert naturbelassen und gemächlich bilderbuchmäßig durch die schöne Landschaft. Die Rainis konnten wir relativ leicht mit unseren grauen Nymphen überlisten. Aber Zielfisch war ja die Bachforelle. Die Singold ist in diesem Abschnitt z.T. stark verwachsen und man muss sich - im Sommer vermutlich noch viel mehr - vorsichtig zum Fisch durchkämpfen. Die vorsichtige Pirsch wurde aber mit schönen Fischen belohnt. Mit etwas Glück bissen sie sogar auf die Trockenfliege, da gegen Mittag ein etwas stärkerer Schlupf einsetzte. Mein Bruder und mein Freund konnten mit der Nymphe noch zwei sehr schöne Bachforellen um die 40 cm landen. Dann hatte ich auch endlich das Glück, die Bekanntschaft mit einer der schönen und scheuen Farios zu machen.
Die Witterungsverhältnisse waren nicht optimal. Es hatte minus 4 bis knapp über 0 Grad und starke Schneeschauer wechselten sich mit spärlichen sonnigen Abschnitten ab. Spätestens jeder 10. Wurf zwang uns dazu, die Rutenringe vom Eis zu befreien. Aber was kann einen hart gesottenen und „ausgehungerten“ Fliegenfischer schon erschüttern? Ein kleiner Schluck aus dem Flachmann erwärmte uns zumindest für kurze Zeit „von innen“ und der Gedanke, an diesem schönen Tag an diesem schönen Wasser verweilen zu dürfen, verdrängte jedes Kältegefühl.
Am Nachmittag wollten wir noch den Anfang der Strecke erkunden, marschierten zurück zum Ausgangspunkt (Sägewerk) und fuhren anschließend mit dem Auto flussaufwärts - in Richtung Eisenbahnunter-führung - zum nächsten Einstieg.
Auch dieser Abschnitt überzeugte nach dem Dorf zwar mit mäandrierenden landschaftlich herrlichen Abschnitten, nicht aber mit Fischen. Wir konnten hier keinen einzigen Fisch mehr landen. Entweder der Kormoran hatte sein Werk vollbracht oder der Bach wurde hier nicht besetzt bzw. war vom letzten Jahr relativ leer gefangen. Vielleicht war es aber auch der Umstand, dass wir jetzt flussab marschierten. Ich vermute aber ersteres.
Insgesamt waren wir aber recht begeistert und ich vermute, dass man hier in den wärmeren Monaten zur Abendstunde eine herrliche Trockenfischerei erleben kann. Singold, du siehst uns wieder.
Ich hoffe, euch hat meine kleine Gewässer-/Erlebnisbeschreibung gefallen und ich wünsche euch viel Spaß beim Erkunden der Strecke und natürlich TL! Martl.






