Barben mit Fliege?

Hier gehts rund um den Fisch. Besonderheiten, spezielle Techniken und Köderwahl auf unterschiedliche Fischarten, u.s.w.

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Rudel

Barben mit Fliege?

Ungelesener Beitrag von Rudel »

Servus Fischerkameraden!

In meinem Fischergewässer sollen sich auch Barben befinden. Mein Traum eine mit Fliege zu überlisten.
Welche Strategie ist dafür die beste und wo stehen diese tollen Fische?

Gruß Rudel
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Salmonhunter
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Ungelesener Beitrag von Salmonhunter »

Hi !

Da ich meine Barben bis dato zu 99,9 % mit Kunstködern gefangen habe, stehen die Chancen mit der Fliege im allgemeinen nicht schlecht. versuchs mal mit schwarzem Wooly Bugger, Hakengröße 12. Diesen am besten mit der Strömung in Bodennähe ruckweise einstrippen.

Ciao Salmon
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Bachflohkrebs

Ungelesener Beitrag von Bachflohkrebs »

worauf ich auch gut barben fange ist eine steinfliegenlarve mit zwei goldköpfen. auch auf eine größere ritz hab ich desöfteren gefangen.
stell dich aber darauf ein, dass du u.U. die ein oder andere barbe seitlich hakst. ich selbst fische daher immer mehr widerhakenlos.

michael
Beavis

Ungelesener Beitrag von Beavis »

Hi,

hab zwar selber noch keine mit der fliege gefangen, aber in der Fliegenfischen Ausgabe 1 / 2005 ist ein ausführlicher Bericht über das sogenannte Czech Nymphing ( Seite 12 bis 18). Das soll wohl lt. diesem Bericht auch sehr erfolgreich auf Barbe sein.

MfG Sebastian
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Salmonhunter
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Ungelesener Beitrag von Salmonhunter »

@Bachfllohkrebs

Ja, das mit dem "Seitlich haken" ist ein bekanntes Phänomen beim Barbenfischen. Dies ist mir in der Tat schon des öfteren passiert. In einer bekannten Zeitschrift ist über dieses Thema kürzlich in einem Artikel berichtet worden. Es soll daran liegen, daß die Barben beim Zupacken seitlich ausscheren und gleichzeitig eine kleine Drehung machen.

Servus Frank
Bachflohkrebs

Ungelesener Beitrag von Bachflohkrebs »

Es soll daran liegen, daß die Barben beim Zupacken seitlich ausscheren und gleichzeitig eine kleine Drehung machen


das sieht man auch ganz oft! wenn man am/im wasser steht und fischt und man plötzlich was längliches goldgelb aufblitzen sieht, dann ist das eine barbe, die eben ausschert und sich dreht. man kann die bewegung zum teil richtig gut beobachten. zumindest sehe ich das sehr oft, wenn die fische bei uns hier in schwärmen über den kiesbänken stehen.

michael
Olaf Kurth
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Ungelesener Beitrag von Olaf Kurth »

sowohl Barben als auch Nasen ernten die algenbewachsenen Steine unter Wasser ab und vollführen gerade hierbei in der Laichzeit einen regelrechten Drehzirkus. Die Tiere stehen derart dicht nebeneinander, dass es unweigerlich passieren kann sie mit beschwerten Nymphen zu haken.

Barbenfischen ist für mich eine Art "Indianerfischen", denn ich klopfe den Boden in meiner unmittelbaren Nähe ab und fühle den Biss. Barben und Nasen saugen die Nymphen mit ihrem rüsselartigem Maul auf und dieses Aufsaugen überträgt sich durch Spannung und leichtes Ziehen auf die Flugschnur. Jetzt wird es brenzlig!!!
Bevor die Fische die geschmackliche Prüfung abschließen und den Kunstköder wieder ausspucken, müssen wir reagieren und den Anhieb setzen. Das ist nicht einfach, aber den Bogen hat man irgendwann raus.
Ich fange Barben mit 10 bzw. 12er grün-gelben Tungsten-Nymphen mit großem Hakenbogen.

Wahre Sternstunden kann es im Sommer geben, wenn die Barben dicht unter der Oberfläche stehen und die Aufsteiger einschlürfen. Und wenn man das Glück hat ein 12-pfündiges Kraftpaket an die Leine zu bekommen, dann zeigt sich sehr schnell ob der Backingknoten hält! :eek: :cool: :D

Gruß, Olaf
Und Gott sprach zu den Steinen im Fluss: "Wollt ihr Mitglieder der UNERSCHROCKENEN werden?" Und die Steine antworteten: "Nein Herr, dafür sind wir nicht hart genug."
Rudel

Ungelesener Beitrag von Rudel »

Danke für die ausgiebigen Antworten von Euch, da habe ich was zum ausprobieren.

Wenn ihr aber an einem Gewässer fischt, das nur wenige Barben beherbergt, welche Stellen Favoritisiert ihr?
In meinem Fall Gebirgsbach 8-14 m Breit mit Rieselstrecken, und Kolke bis 3m tiefe. Länge der Kolke etwa bis 50 m. Sehr starke Strömung, ist mir nicht klar wo ich gezielt auf Barben fischen sollte.

Gruß Rudel
Jagstangler
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Ungelesener Beitrag von Jagstangler »

Hallo Rudel
Ich angle hauptsächlich in der Jagst wir haben einen sehr guten Bestand an
Barben ich fange sie gut mit selbstgebundenen Nymphen diese haben
kein besonderes Muster enthalten aber alle Spectraflash oder Mirage (daraus
bestehen oft Hechtstreamer). Bei uns gibt es im Sommer leider immer wieder Schwallbetrieb, bei Niedrigwasser ist es jedoch besonders gut auf Barben. Gegen die Strömung angeln und vorsichtig bewegen !
Gruß Markus
squid77
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Ungelesener Beitrag von squid77 »

Nun, nur mal eine kleine Anmerkung:

Soweit ich mich noch an meine Fischerprüfung erinnern kann, hat die Barbe Barteln, womit sie den Grossteil ihrer Nahrung aufspürt.

Da nun aber unsere Nymphen leider keinen Eigengeruch haben, zumindest keinen welchen die Barbe wahrscheinlich anzieht, so Frage ich mich nun also, weshalb die Fische unsere Nymphe fressen sollen.

Ist es nicht viel mehr so, dass Barben sehr gedrängt stehen und wenn wir unsere Nymphe am Boden päsentieren nicht die eine oder andere Nymphe unabsichtlich eingeschlürft wird?
Die grosse Anzahl von Seitlich gefangenen Barben rührt meines Errachtens nicht daher weil die Barbe sich nach dem Biss abwendet sondern weil sich die tonnenschwere Nymphe in ihren Flossen verhakt.
Beobachtet doch mal eine Barbe beim Gründeln, da werden keine abtreibenden Nympfen gefressen wobei die Barbe ausscheert. Wie ein Wildschwein Kämpft sich die Barbe durchs Flussbet. Und flitzt nicht mal kurz von links nach rechts.

Ich habe nun schon einige Barben gehakt, aber den Grossteil nur in der Mundgegend...


Ketzerische Gruss
Pascal
Olaf Kurth
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Ungelesener Beitrag von Olaf Kurth »

@ squid 77-79

Die Barben nehmen unsere Nymphen weil sie sich relativ natürlich wie ein abteibender Steinklammerer bewegen. Sie schlürfen keine Nymphen unbeabsichtigt ein sondern prüfen das Ganze im rüsselartig verdickten Maul sehr genau - auch ohne Eigengeruch!

Natürlich haktst Du hin und wieder einen Fisch wenn du Deine beschwerte Nymphe durch die Barbenschule treiben lässt. Das mit dem Wildschweincharakter ist allerdings gut umschieben, denn die Barbe marschiert nach dem Anhieb wild und ungestüm davon. Falls jemand die Finger auf der Rolle halten muss, kann es dann bei großen Barben Probleme geben.

@ Rudel

wenn doch einige Barben im schnell fließenden Gebirgsbach (nahrungsarm!!) vorkommen sollten, werden sie an den Rändern der starken Strömung stehen um hier Energie zu sparen. Oder sie durchpflügen das Bodensubstrat im ruhigeren, unteren Kehrwasserbereich der Kolke. In jedem Fall beim kleinsten Widerstand der stromaufgeworfenen Nymphe Druck ausüben und wenn Du den Fisch spürst einen leichten Anschlag setzen. Nicht zu fest anschlagen, denn der Haken schlitzt schnell aus.

Gruß, Olaf
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Markus H.

Ungelesener Beitrag von Markus H. »

Hallo,

in meinem Vereinsgewässer konnte ich letzte Saison ein paar Barben überlisten. Fängige Fliegen waren der Wooly Bugger in Oliv und Schwarz und große beschwerte Steinfliegennymphen ebenfalls in dunklen Tönen. Die größte hatte 53 cm (leider seitlich an der Brustflosse gehakt) und ging an der 5er Rute ab wie Schmidt´s Katze.:D

Viele Grüße...
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