X-Bezeichnung bei Vorfächern
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X-Bezeichnung bei Vorfächern
Moinsen!
All die fünf Jahre, die ich nun schon mit der Fliege fische, verfolgt mich die ganze Zeit eine Frage: Was zum Teufel hat diese X-Bezeichung bei verjüngten Vorfächern - wie z.B. 6X - zu bedeuten?
Hat das was mit der Verjüngung zu tun oder womit? Ich hab schon mehrere Leute gefragt, aber keiner konnte mir das in all den Jahren erklären...
Gruss,
Blumensen
All die fünf Jahre, die ich nun schon mit der Fliege fische, verfolgt mich die ganze Zeit eine Frage: Was zum Teufel hat diese X-Bezeichung bei verjüngten Vorfächern - wie z.B. 6X - zu bedeuten?
Hat das was mit der Verjüngung zu tun oder womit? Ich hab schon mehrere Leute gefragt, aber keiner konnte mir das in all den Jahren erklären...
Gruss,
Blumensen
Wer fängt, hat Recht!
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Flemming Olsen
Betr.: X-Ratings
Herr Blumensen
Nu machen Sie sich doch mal die Mühe und schauen Sie hier:
http://www.globalflyfisher.com/fishbetter/leadercalc/
Stammt aus einem vorigen thread.
PS: Wg. gestern Frustkauf: Hab mir gerade die Biocaft XT Large Arbor als E-Rolle für den Tarpon-Urlaub geordert.
BUY SOULFOOD!
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- Harald aus LEV
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Peter S., Köln
Hallo Blumensen,
um die (Besser)wisserei auf die Spitze zu treiben:
Die Angabe bezieht sich immer auf das Tippet.
Das "X" war früher in England die Maßeinheit für die Stärke vom Seidenwurmdarm.
Die vorgeschaltete Zahl gibt an, wie oft dieser Darm aufgespließen wurde, um die gewünschte Stärke zu erreichen.
Daher auch die Gegenläufigkeit: > Zahl = < Ø
um die (Besser)wisserei auf die Spitze zu treiben:
Die Angabe bezieht sich immer auf das Tippet.
Das "X" war früher in England die Maßeinheit für die Stärke vom Seidenwurmdarm.
Die vorgeschaltete Zahl gibt an, wie oft dieser Darm aufgespließen wurde, um die gewünschte Stärke zu erreichen.
Daher auch die Gegenläufigkeit: > Zahl = < Ø
- Daniel/Bonn
- Beiträge: 843
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- Wohnort: Bonn
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Michael O
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Peter S., Köln
Hallo Michael,
ich habe mich jetzt noch mal in der Literatur schlau gemacht:
Seidenwurmdarm, der: früher verwendetes Ausgangsmaterial für Vorfächer, gewonnen aus der Fäden bildenden Substanz aus dem Darm Seidenraupe.
X: frühere Einheit für die Stärke des Seidenwurmdarms. Im englischsprachigen Raum wird diese Benennung noch heute für die Stärke des Fliegenvorfachs verwendet.
Quelle: Das große Kosmos Angel und Fischerei Lexikon von Stillwanger und Bachfischer.
Ich muß mich also in sofern korrigieren, dass nicht der Darm selbst, sondern das Darmprodukt benutzt wurde. Das werfe ich immer schon mal durcheinander.
Pferdeschweifhaare waren natürlich auch ein gängiges Vorfachmaterial.
ich habe mich jetzt noch mal in der Literatur schlau gemacht:
Seidenwurmdarm, der: früher verwendetes Ausgangsmaterial für Vorfächer, gewonnen aus der Fäden bildenden Substanz aus dem Darm Seidenraupe.
X: frühere Einheit für die Stärke des Seidenwurmdarms. Im englischsprachigen Raum wird diese Benennung noch heute für die Stärke des Fliegenvorfachs verwendet.
Quelle: Das große Kosmos Angel und Fischerei Lexikon von Stillwanger und Bachfischer.
Ich muß mich also in sofern korrigieren, dass nicht der Darm selbst, sondern das Darmprodukt benutzt wurde. Das werfe ich immer schon mal durcheinander.
Pferdeschweifhaare waren natürlich auch ein gängiges Vorfachmaterial.
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Wolfram Schott
Re.: BLUMENSEN
Zur ERKLÄRUNG der x-Bezeichnungen bei Vorfächern:
Zu Zeiten der Seidenschnüre gab es natürlich auch nur Vorfächer aus Seide, genannt „Gut“ (engl. Darm). Dieses wurde aus den Spinndrüsen der Raupe des chinesischen Seidenspinners (Bombyx mori) gewonnenen. Die Raupen wurden einige Zeit in Essig geworfen, aufgebrochen und die beiden Seidendrüsen mit der Hand auseinander gezogen. Das ergab parallele Seidenvorfächer von ca. 10-20 inches Länge, je nachdem wie dick (dünn) man das Material auszog. Die dünnsten so zu fabrizierenden Stücke waren ca. 0,25 mm dick. Wollte man noch dünnere, wurden die Stücke mehrfach nacheinander durch eine „gauge“ (=Lehre, Kalibrierungslehre) gezogen. Das ist eine Eisenplatte mit abgestuft kleiner werdenden Löchern definierten Durchmessers. Teilweise wurden auch Edelsteine (Rubine) mit einem Loch in die Eisenplatte eingesetzt. Zog man das (etwas angespitzte) Vorfach ein Mal durch das dickste Loch, hatte man ein Vorfach der Dicke „1x drawn “, oder „1x“. Anschließend durchs nächst dünnere Loch dann „2x drawn“, oder „2x“, und so weiter, bis „7x“. Dabei wurde immer etwas Material von der Oberfläche abgeschabt. Die Lochdurchmesser, wie auch die Dickenbezeichnung insgesamt, und im übrigen auch für Seidenschnüre, geht zurück auf die Durchmesserabstufung bei der Produktion von Eisendrähten und erfolgte anfangs nach dem British Imperial Standard Wire Gauge.
Der englische "British Imperial Standard Wire Gauge" wurde 1884 vom "British Board of Trade" anerkannt, nachdem ein J. Latimer Clark diesen formuliert hatte: Ausgehend von einem Durchmesser von 0,500 in. (= 12,7 mm), welcher die Bezeichnung Nr. 7/0 erhielt, bis zum kleinsten Durchmesser, Nr. 50, Durchmesser 0,001 in. (= 0,0254 mm), in Schritten, welche jeweils 10,557 % kleiner waren als der vorhergehende Durchmesser, bzw. eine Gewichtsreduktion von jeweils 20 % ergaben.
Die Engländer hatte ja auch faktisch die totale Kontrolle der Seidenvorfachproduktion in Murcia, Spanien, wo diese hauptsächlich produziert wurden. Von den Spaniern eingeführte Durchmesserbezeichnungen für die dickeren, „hand drawn“ Vorfächer, wie z.B. „royal“ für die dicksten und „refina“ für die dünnsten, wurden beibehalten. Nur die Amerikaner gingen da eigene Wege und führten eigene Bezeichnungen ein. Die NAACC (National Association of Angling and Casting Clubs) hat das Ganze auch offiziell standardisiert in der: "NAACC official standard table of leader material calibrations with gauge designations, permissible variances, and minimum permissible breaking tests".
Beide Systeme sind sehr ähnlich. Wenn ich wüßte, wie man hier eine Tabelle einfügt, würde ich die Daten einstellen
Gruß Wolfram
Zur ERKLÄRUNG der x-Bezeichnungen bei Vorfächern:
Zu Zeiten der Seidenschnüre gab es natürlich auch nur Vorfächer aus Seide, genannt „Gut“ (engl. Darm). Dieses wurde aus den Spinndrüsen der Raupe des chinesischen Seidenspinners (Bombyx mori) gewonnenen. Die Raupen wurden einige Zeit in Essig geworfen, aufgebrochen und die beiden Seidendrüsen mit der Hand auseinander gezogen. Das ergab parallele Seidenvorfächer von ca. 10-20 inches Länge, je nachdem wie dick (dünn) man das Material auszog. Die dünnsten so zu fabrizierenden Stücke waren ca. 0,25 mm dick. Wollte man noch dünnere, wurden die Stücke mehrfach nacheinander durch eine „gauge“ (=Lehre, Kalibrierungslehre) gezogen. Das ist eine Eisenplatte mit abgestuft kleiner werdenden Löchern definierten Durchmessers. Teilweise wurden auch Edelsteine (Rubine) mit einem Loch in die Eisenplatte eingesetzt. Zog man das (etwas angespitzte) Vorfach ein Mal durch das dickste Loch, hatte man ein Vorfach der Dicke „1x drawn “, oder „1x“. Anschließend durchs nächst dünnere Loch dann „2x drawn“, oder „2x“, und so weiter, bis „7x“. Dabei wurde immer etwas Material von der Oberfläche abgeschabt. Die Lochdurchmesser, wie auch die Dickenbezeichnung insgesamt, und im übrigen auch für Seidenschnüre, geht zurück auf die Durchmesserabstufung bei der Produktion von Eisendrähten und erfolgte anfangs nach dem British Imperial Standard Wire Gauge.
Der englische "British Imperial Standard Wire Gauge" wurde 1884 vom "British Board of Trade" anerkannt, nachdem ein J. Latimer Clark diesen formuliert hatte: Ausgehend von einem Durchmesser von 0,500 in. (= 12,7 mm), welcher die Bezeichnung Nr. 7/0 erhielt, bis zum kleinsten Durchmesser, Nr. 50, Durchmesser 0,001 in. (= 0,0254 mm), in Schritten, welche jeweils 10,557 % kleiner waren als der vorhergehende Durchmesser, bzw. eine Gewichtsreduktion von jeweils 20 % ergaben.
Die Engländer hatte ja auch faktisch die totale Kontrolle der Seidenvorfachproduktion in Murcia, Spanien, wo diese hauptsächlich produziert wurden. Von den Spaniern eingeführte Durchmesserbezeichnungen für die dickeren, „hand drawn“ Vorfächer, wie z.B. „royal“ für die dicksten und „refina“ für die dünnsten, wurden beibehalten. Nur die Amerikaner gingen da eigene Wege und führten eigene Bezeichnungen ein. Die NAACC (National Association of Angling and Casting Clubs) hat das Ganze auch offiziell standardisiert in der: "NAACC official standard table of leader material calibrations with gauge designations, permissible variances, and minimum permissible breaking tests".
Beide Systeme sind sehr ähnlich. Wenn ich wüßte, wie man hier eine Tabelle einfügt, würde ich die Daten einstellen
Gruß Wolfram
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Michael O






