Original geschrieben von Pehers
Da fällt mir noch was ein:
Ich habe mal kurz das Resumee der Bodesestudie überflogen und da stellt sich folgende Frage: Ab welcher Größe der Population kann man sicher gehen, dass der Engpass des beschränkten Genpools bei Restbeständen nicht schlagend wird, bzw überwunden ist. Gibt es da überhaupt schon Erfahrungswerte?
Beste Grüße,
Hans
D'ere Hans,
hab dich schon vermisst:)
Die Sache mit der minimalen Populationsgröße ist ein großes Thema in der "conservation biology", Stichwort Pandabär, div. Vögel etc., wo's nur mehr ganz wenige gibt.
Wie wir Biologen immer so schön sagen, es hängt von total vielen Faktoren ab (Populationsgröße, Genetische Variabilität, Geschlechterverhältnis, Genfluss mit anderen Populationen etc.). Es gibt schon Faustformeln, die von conservation Biologen veröffentlicht wurden, aufgrund des geringen Wissens aber wohl nur spekulativ sind. Für den Huchen wird immer wieder die Faustregel genannt, dass mindestens 500 Adulte, auf alle Fälle aber 50 adulte Individuen vorhanden sein sollten. Bei Besatzfischen ist die genetische Variabilität viel geringer, deshalb sind die Zahlen weit höher anzusetzen.
Die Sache ist ja graduell, d.h. je geringer die effektive Populationsgröße bzw. der Genpool, umso mehr verliert eine Population die Möglichkeit, durch Anpassung auf Veränderungen zu reagieren, umso höher ist die Gefahr für Fischkrankheiten (fehlende Resistenzen) etc.
Die molekularbiologische Forschung ist so jung, die Prozesse so langwierig - ich denke auf Erkenntnisse die mehr als Spekualtion können wir nicht zählen und müssen versuchen, auf die "sichere Seite" zu kommen. Also so viele Fisch wie nur irgend möglich:)
Vielleicht wissen die Fischgenetiker ja mehr, Unz, Hilfe!?
Clemens
P.S. Am Attersee kenn ich niemand, aber du hast's sicher schon übersehen.
Schätz die action ist wohl im November.
A curious thing happens when fish stocks decline: People who aren't aware of the old levels accept the new ones as normal. Over generations, societies adjust expectations downward .. (Kennedy Warne)